Pferd & Jagd in Hannover nach wie vor die erste Adresse für alle Reiter

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Pferd & Jagd in Hannover nach wie vor die erste Adresse für alle Reiter [1/2], [2/2]
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Die Zügel fest in der Hand
Die Zügel fest in der Hand hatte die 23. Pferd & Jagd in Hannover, die vom 27. bis 30. November 2003 auf dem Hannover Messegelände stattfand. 86 000 Besucher kann Europas größte Ausstellung für Pferdefreunde, Jäger und Angler vermelden. Die Konsumfreude überwog trotz schwie-riger wirtschaftlicher Lage. Wie auch in den letzten Jahren haben über 80 % der Besucher auf der Pferd & Jagd eingekauft. Die Zahl ist ein großer Erfolg für die Veranstaltung, die in dieser Kombination und mit einer solchen Mixtur von Show, Information und Verkauf einmalig ist. Damit bleibt die Pferd & Jagd mit ihren insgesamt 650 Ausstellern aus 15 Nationen nach wie vor eine erste Ausstellungsadresse. Die 450 Aussteller im Pferdebereich zeigten sich überwiegend zufrieden mit dem geschäftlichen Verlauf, wie beispielweise Böckmann Fahrzeugwerke GmbH – ein Aussteller der ersten Stunde – der von guten Kontakten berichtete. Für die Firma matech GmbH aus Minden, die zum ersten Mal auf der Pferd & Jagd dabei war, gab es eine gelungene Premiere: „Wir hatten viele Interessenten und gute Gespräche am Stand", so Anja Lissek von matech. „Die Messe muss im kommenden Jahr die Angebotsqualität halten", betonte Wolfgang Nülle, Verkaufsleiter des Futtermittelherstellers Eggersmann aus Rinteln. Es dürfe nicht dazu kommen, dass einige Händler die Ausstellung nur dafür nutzen, ihre alte Ware zum Ramschpreis an die Kunden zu verschleudern. Der Stand des Pferdeanzeiger war erneut Anlaufpunkt für Leser wie Werbekunden. "Hier nutzen wir gerne die Gelegenheit, persönliche Gespräche "Auge in Auge" zu führen, da die Kontakte ja normalerweise telefonisch laufen", so Lars Tjaden vom DHD-Verlag aus Hannover. Neben vielen praktischen Tipps für den Pferdeliebhaber stand das Pferd als Partner im Mittelpunkt. Im Forum „Pferdegerecht" konnten sich Pferdeliebhaber kompetente Ansprechpartner suchen, die sich die ganzheitliche Betrachtung von Pferd und Reiter auf die Fahnen geschrieben hatten. Vom Pferdezahnarzt über die Hufpflegerin bis hin zur Pferdephysiotherapeutin wurden die Beratungsleistungen und Demonstrationen begeistert angenommen. Erstmals wurde in Hannover eine Sauna für Pferde gezeigt. Tierarzt Dr. Endes Thema rund um den Pferdehuf, wo man erstmals in das Innere von Pferdebeinen schauen konnte, fand wie in all den Jahren ein interessiertes Publikum. Auch die neue Country-Halle – die exklusive Ausstellung für Country-Living, Jagdambiente und Reitkultur war ein großer Erfolg. Das Publikum erfreute sich an feinsten Reit- und Jagdaccessoires, an Edlem für Haus und Garten, Ausgewähltem für Tisch und Tafel, Landhausmode, hochwertigen Taschen, an handgearbeitetem Reisegepäck und luxuriösen Automobilen. Ein prominenter Gast besuchte den Stand der Niedersachsenmeute. Prinz Heinrich von Hannover stellte mit dem Autor Mijndert Bertram das Buch „Georg II. König und Kurfürst" vor. Der Vorfahr von Prinz Heinrich war beispielsweise der Gründer des Niedersächsischen Landgestüts in Celle. Großes Interesse herrschte auch wieder am Tagesprogramm der Show-Arena. Oft genug waren die 5000 Plätze belegt, da Wettbewerbe, Showeinlagen und Vorführungen mit Pferden aller Rassen faszinierten. Einige der von Marianne Schwöbel fotographisch eingefangenen Impressionen des Tagesprogramms sehen Sie auf diesen Seiten. In der Arena dominierten auch drei sportliche Höhepunkte: das Reining-Event, das in Zusammenarbeit mit der National Reining Horse Association stattfand, der Kürwettkampf im Dressurreiten der Bezirksverbände Hannover auf dem Niveau der Klasse M und das Springen der Nachwuchsreiter der Bezirksverbände Braunschweig, Hannover, Lüneburger Heide, Stade und Bremen. Im Hufdorf konnte sich der Besucher Rat und Hilfe holen. Neue Materialien, wie Spezialkunststoffe oder Superkleber direkt aus dem Raumfahrtzentrum der Nasa haben Eingang in das uralte Handwerk der Schmiedekunst gefunden. In der Hufschmiede sah man die praktischen Demonstrationen am Pferd. Einen Einblick in die moderne Pferdehaltung stand vor allem Züchtern und Reitstall- Besitzern offen. Mit dem Musterbewegungsstall wurde vorgeführt, dass Pferde nicht mehr in Boxen stehen müssen und die Fütterung per Computer klappt. Während die Westerncity der Anlaufpunkt für alle Westernreiter war, hatten auch Distanz- und Wanderreiter ihr eigenes Forum. Von den 30 Verkaufspferden konnten 15 an neue Besitzer gebracht. POESIA - Eine Pferdenacht der besonderen Art Etwas Besonderes sollte es werden – die alljährliche Nacht der Pferde. Und tatsächlich gelang dem Team der Fachausstellungen Heckmann, allen voran Initiatorin Sandra Busse mit POESIA eine Kür, die von begeisterten Zuschauern mit höchsten Wertnoten und tosendem Applaus belohnt wurde. Unter ausverkauften Rängen präsentierten sich nicht nur Reiter auf höchstem Niveau, auch Akrobaten, Tänzer, Schauspieler, Sänger sowie frei laufende Pferde agierten zu unterschiedlicher Musik und natürlich zu den romantischen Versen Rainer Maria Rilkes. Ein geübtes Ohr wird in den Vortragenden der lyrischen Sequenzen so manche Promi-Stimme erkannt haben, denn es war das Rilke-Projekt von BMG-Ariola Classics, welches für diese Gala Pate stand. Künstler der verschiedensten Bereiche verwoben ihr Können über ein Grundthema – nämlich erlebbar gemachte Emotionen – zu einem harmonischen Ganzen. Jedes der sechzehn Einzelschaubilder bot ein eigenes Szenario, dass immer wieder neu zu überraschen wusste. Selbst diejenigen, die in der Vergangenheit fleißig alle Pferdemusicals bereist haben, bekamen hier völlig Neues oder Bekanntes in neuer Form geboten. Isabelle Soos vermochte ein erstes Highlight zu setzen. Sie vereinte Akrobatik, Freiheitsdressur und Reitkunst zur einer beeindruckenden Darstellung des Themas „Glück". Die Thunderguys trotzten zum Thema „Aggression" im Wechsel mit fliegenden Motor-Crossfahrern der Schwerkraft. Spieler der „Renegades" wurden von Cutting Horses in Schach gehalten, wobei nicht immer klar zu erkennen war, ob die Quarter Horses oder die Football-Spieler in ihrer ausgepolsterten Spielerkluft Darsteller des Themas „Angst" sein sollten. Immer wieder lebte die Vorstellung von einer ungewöhnlichen Kombination mehrerer Kunst- oder Sportformen, die man so noch nie vorher sah und die doch so gut zusammenpassten. Auch Ana und Oliver Jubin, gern gesehene Stammgäste in der Hannoveraner Arena, verdanken ihren Erfolg der Verbindung zweier Kunstformen. Mit ausdrucksstarkem Tanz und klassischer Reiterei begeisterten sie die Zuschauer mit ihrer Darstellung der „Leidenschaft" zu dem Chapmann-Song „Baby can I hold you", live gesungen von Jens Bogner, der den Titelsong für die ZDF Show „Die deutsche Stimme 2003" lieferte. Eine weitere gelungene Kombination zwischen Musik und Reitkunst zeigten der Celler Landbeschäler Londonderry unter Wolfram Witte, der mit den erstaunlich facettenreichen Klängen eines Cellos, gespielt von Fritz Feger, in schwersten Dressurlektionen harmonierte. Eine atemberaubende Zwiesprache zwischen Reitkunst und Akrobatik bot das Schaubild mit Oliver Jubin und Bernadette Deistler. Während Jubin seinen Hengst in einer perfekten, freihändig gerittenen Dressur vorstellte, agierte die Tuchakrobatin über ihm, schwebend zwischen Arena und Hallendach. Illuminierte Friesen absolvierten in völliger Dunkelheit ihre Aufgaben, so dass man nur Lichtkonturen in Lektionen der hohen Schule sah. Eine weitere gelungene Kombination von Licht und Dunkel und auch von Pferden und Technik. Als dann Lorenzo auf zwei Pferden stehend und weitere vier Pferde am langen Zügel führend im Galopp über Hindernisse setzte hielten die Zuschauer den Atem an. Die halsbrecherische Aktion stellte die „Hoffnung" dar. Tatsächlich konnte man als Zuschauer nur hoffen, dass der sympathische Franzose die wahnwitzigen Manöver überleben möge. Die Hoffnung wurde erfüllt und die Zuschauer kürten Lorenzo und seine sechs Schimmel mit tosendem Applaus zum Publikumsliebling. Nicht nur Kenner der Materie kamen durch das unbestreitbar hohe reiterliche Können der Akteure voll auf ihre Kosten, auch Laien fanden über die vielschichtigen Darstellungen Zugang zu diesem wirklich ungewöhnlichen Showkonzept. Nicht zuletzt auch durch den Schauspieler Frank Nocon, der die dargestellten Emotionen über eine Filmleinwand pantomimisch umsetzte. Reitkunst, Filmsequenzen, Musik, Akrobatik – all dies unterlegt mit eindringlich vorgetragenen Gedichten von Rilke – fügte sich zu einem überaus sehenswerten Gesamtkunstwerk zusammen, welches eigentlich lohnt, auf Tournee geschickt zu werden. Die DVD oder das Video zu „Poesia" ist für 30 Euro zuzüglich 3 Euro Versandgebühr unter info@mwps.de oder unter www.heckmanngmbh. de ab 20. Dezember zu bestellen. Die Pferd & Jagd 2004 findet vom 25. bis 28. November auf dem Hannover-Messegelände statt.  
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