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Pferde brauchen
Auslauf im Freien (aid) - Von 404 wegen Atemwegserkrankungen untersuchten Pferden
litten 53 Prozent an einer akuten, 43 Prozent an einer chronischen
und 4 Prozent an einer sonstigen Erkrankung. Das ergaben Untersuchungen
von Pferden, die in bäuerlich-ländlichen Kleinbetrieben und
in hauptberuflichen, städtischen Pferdewirtschaftsbetrieben gehalten
wurden. Auffällig hoch war die Zahl der hustenden Pferde im April,
besonders niedrig dagegen im September. Während der Winterperiode
sind die Pferde besonders stark den ungünstigen Stallbedingungen
mit Stäuben, Gasen und Keimen ausgesetzt. Im Mittel konnten
sich im Winter in Großbetrieben (mindestens 20 Pferde und hohe Fluktuation)
die Pferde nur zwei Stunden und in bäuerlichen Kleinbetrieben
vier Stunden im Freien aufhalten. Durch Eindecken und Scheren
wurde kein dickes Winterfell gebildet. Tiere, deren Thermoregulation
untrainiert und ungenügend ist, sind im Frühjahr besonders anfällig
für Infekte. Gerade in den Großbetrieben beginnt dann die Turnierzeit
und die Pferde werden neben dem Transportstress verstärkt Fremdkontakten
ausgesetzt und auch im Stall werden durch die höhere Fluktuation
eher Keime eingeschleppt. In den Großbetrieben sind zwar
mehr Pferde gegen virale Atemwegsinfektionen geimpft als in den
Kleinbetrieben; dort besteht aber häufiger ein Impfschutz des gesamten
Bestandes und die Haltungsbedingungen sind insofern vorteilhafter
als die Tiere weniger Zeit in der Box verbringen und die Einschleppungsgefahr
geringer ist. In Kleinbetrieben erkrankte eher ein
einzelnes Tier, in Großbetrieben dagegen meist mehrere. Pferde mit
chronischen Atmungserkrankungen wie der chronisch obstruktiven
Lungenentzündung (COPD) leiden besonders unter den schädlichen
Umweltreizen der Stallhaltung. Mit zunehmender Bewegungsmöglichkeit
im Freien kann sich das zuvor gebildete zähe Sekret in den
Bronchien lösen und abgehustet werden. Auslauf fördert die Selbstreinigung
der Lunge. Das erklärt auch, dass im September der Tierarzt
weniger häufig wegen Pferdehusten konsultiert wird. Aber obgleich
eine rein medikamentöse Behandlung der Atemwegserkrankungen
ohne Begleitmaßnahmen in Haltung und Management auf
Dauer als "sinnlos" bezeichnet wurde, war die Bereitschaft der Pferdehalter,
die Haltungsbedingungen langfristig zu verändern, sehr niedrig.
Über die Untersuchungen berichtete die Zeitschrift „Praktischer
Tierarzt". aid, Dr. Sigrid Baars |
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