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| Urlaub im Sattel
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Textversion:
Wie Annodazumal mit 1 PS über die Alpen Ihre Sehnsucht nach einem Urerlebnis,
Nostalgie und Abenteuer
pur erfüllten sich die 43
Reiter, welche am 29. Mai
2004 zum 5. Alpenritt von
München nach Meran aufbrachen.
Der Wetterbericht wurde schon
seit Tagen von allen Beteiligten
mit Bangen beobachtet,
doch welche Freude, nach der
Auflösung des Morgennebels
über Kloster Andechs und dem
pünktlichem Eintreffen der Teilnehmer
mit ihren Gespannen
schien die Sonne, ja, „wenn
Engel reisen!" Nach dem gemeinsamen
Frühstück und der
Rittführerbesprechung hieß es
aufsitzen, Pater Valentin gab
den kirchlichen Segen, der dringend
gebraucht wurde, denn
zu diesem Zeitpunkt war noch
nicht allen Reitern klar was sie
erwartet bei dem Ritt über die
Alpen, die sportliche Herausforderung
für den Freizeitreiter.
43 gut konditionierte Pferde
aller Rassen und Coleurs,
von den fünf Isländern bis zu
Arabern, Quarter Horses, Haflingern,
dt. Reitponys, schweres
Warmblut usw. war alles
dabei.
Der 1. Tag, 42 km mussten bewältigt
werden bei relativ flachem
Gelände. Unsere Rittführer
Georg, Arno und Marion
haben die zusammengewürfelte
Gruppe aus überwiegend
Einzelreitern aus ganz
Deutschland und Österreich in
vier Stunden zur Mittagspause
mit Picknick auf einem Western-
Pferdehof geführt. Abends
kamen die Pferde gut unter,
auf den grünen Koppeln, von
Georg´s Pferdehof. Die Reitergruppe
wurde von einem
Tross von vier Personen mit
Fahrzeugen betreut. Ein Hängerfahrzeug
des Trosses stand
immer für den Nottransport zur
Verfügung, wo ständiger Kontakt
mit der Rittführung
bestand.
Am 2. Tag zeigten
sich die noch stark
schneebedeckten Berge
der Allgäuer Alpen
am Horizont, vorher
wurde aber noch
lt. Programm die weltberühmte
Wieskirche,
ein Kulturerbe
unter dem Schutz der UNESCO
angesteuert. Eine Kirchenführung
und ein Orgelkonzert
erwartete uns. Gerührt
waren die Reiter als es sich der
Seelsorger der „Wies", ein
Monsignore Kirchmeier, nicht
nehmen ließ die „Alpenreiter"
persönlich zu begrüßen. Als
Pferdeliebhaber und Haflinger-
Züchter konnte er die etwas
ungewöhnlich aussehenden
Kirchenbesucher schnell in den
Bann ziehen.
Die Schimmelstute von Horst
läuft gut, sie hat gestern einen
Schlag bekommen. Erna und
Hans haben ein unfreiwilliges
Bad in der Ammer genommen,
fortan hießen sie „die Taucher".
Die Gruppe wird homogener,
es gibt auch noch „die Rotkäppchen".
Marion, unsere
Rittführerin, machte sich Gedanken:
„Mit 43 Pferden über
die Alpen - Wahnsinn oder Bereicherung?"
Wir befragen sie
am Ende der Tour noch einmal
darüber.
Es regnet etwas, die erste harte
Etappe stand uns bevor, der
Ritt zum Törl an der Norseite
der Zugspitze auf 1400m
Höhe. Die Loisach führte wenig
Wasser und die Überquerung
verläuft für alle Reiter und
Pferde problemlos. Ein schönes
Bild, Kajakfahrer auf der
Loisach und 43 Pferde die den
Fluss überquerten, selbst die
Zuschauer fanden es sehr aufregend.
Leider musste Dieter
mit seinem Quarter Horse wegen
Lahmheit aufgeben, wir
brachten ihn zum Ausgangspunkt
zurück.
Die Zugspitze wurde gut geschafft
und die Abendstation
in Österreich wurde Dank des
guten „timings" unserer Rittführer
pünktlich erreicht.
Freundliche Quartiergeber
brachten die Pferde auf eine
Bergwiese neben dem Skilift
unter, einige Reiter bauten ihr
erstes Paddock - mit Erfolg!
Am 4. Tag nahmen wir den
Fernpass, 1209m auf alten
Römerstraßen in Angriff, durch
das Wettersteingebirge, vorbei
an kristallklaren Seen, hatten
wir einen schwierigen Abstieg
zu meistern. Hier zeigten
sich Defizite bei den Reitern, z.B. wie führe ich mein Pferd,
habe ich trainiert mein Pferd
hinter mir gehen zu lassen.
Trotzdem haben alle Reiter letztlich
die schwierige Passage
geschafft, einige mit der umsichtigen
Hilfe unserer drei Rittführer.
Die angekündigte Tierarztkontrolle
am 4. Tag haben
alle Pferde bestanden.
Nieselregen und Sonnenschin
wechselten sich am nächsten
Tag ab. Unser Rittführer Georg
bestimmte, dass wir früh
aufbrechen, denn ein Bahnübergang
musste rechtzeitig
überquert werden bevor die
Schranke für 45 Minuten geschlossen
ist. Die Gruppe hatte
Spaß untereinander obwohl
sie heute auf der längsten, härtesten
und höchsten Strecke
der Tour waren. Heute machte
es Sinn, dass Rittführer im
Vorfeld des Rittes alle Wege
besichtigt und kontrolliert hatten.
Ein Hohlweg zum Piller
musste vorher von Windbruch
freigelegt werden. Lohn für den
beschwerlichen Aufstieg war
dann der Blick vom Piller, 1600
m Höhe, in das obere Inntal
und nach 10 Stunden im Sattel
ein entspannter Abend in
den Wellness-Einrichtungen unseres
Hotels. Nach Altfinstermünz,
einer alten Zollstation
am Reschenpaß, sperrte die
österreichische Gendarmerie
ganz unkonventionell zwei Tunnels
in beiden Fahrtrichtungen
für uns. Sicher an unserer Picknick-
Station angekommen verwöhnte
uns der Tross wieder
wie schon Tage davor mit einem
abwechslungsreichen
Picknick-Buffet in freier Natur,
danach konnte die interessante
Festung Nauders besichtigt
werden. Die Überquerung der
italienischen Grenze wurde mit
einem Glas Rotwein begossen
und der lockere Teil der Reittour
begann in der schönen
Höhenlandschaft des Vinschgau
´s. Den schneebedeckten
Ortler im Vordergrund, mal ein
Glas Wein hier mal ein Eis
dort, so zog die illustre Gruppe
in Richtung Meran, der Pferdestadt
in Südtirol.
Empfangen durch die Stadtpolizei
an der Ortsgrenze, erwartet
und beklatscht von Freunden,
Touristen und Passanten
kam die Reitergruppe pünktlich
um 12:30 Uhr am Vinschger
Tor, dem Eingang zur
Meraner Altstadt, an. Höhepunkt
für die jubelnden und
über den bestandenen Ritt stolzen
Reiter war der Einzug durch
die Laubengasse zum Kirchplatz.
Im Reitzentrum Meran
Mais erwartete uns ein Empfang
der Stadt mit Buffet und
Begrüßungsansprache des Präsidenten
des Reitzentrums. Ein
gelungener Ritt, Dank loyaler
Teilnehmer, gut gerittener zuverlässiger
Pferde und einem
gut eingespieltem Team.
- Marion unsere Rittführerin kam
nach neun Tagen Rittführung
zu der Erkenntnis, dass der Alpenritt
eine wahnsinnige Bereicherung
war! -
Der nächste Alpenritt der VFD
soll wieder an Pfingsten 2005
stattfinden.
INFO:
Tina Dambacher
Samerstr. 5
84559 Kraiburg
Tel.: 08638-7571
Fax: 08638-887388
e-mail: tina@alpenritt.de
Internet: www.alpenritt.de |
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