Pferdegesundheit

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Die Pferdefütterung im Winter
Immer wieder werde ich gefragt, wie füttere ich mein Pferd während der Winterzeit? Hier wären zunächst einmal einige Grundregeln zu beachten: Oberste Priorität hat eine erstklassige Qualität jeglicher Futtermittel, hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um Rauh-, Kraft- oder Ergänzungs- und Saftfutter handelt! Das Calzium: Phosphor-Verhältnis sollte bei ca. 2:1 liegen und das Verhältnis Energie zu Protein bei ca. 1:5. Entscheidend bei einer Proteinüberversorgung, welche bei der allgemein praktizierten Fütterung die Regel ist, ist das Verhältnis Energie zu Protein. Ein Pferd toleriert eine stark überhöhte Proteinzufuhr, wenn die Energie im richtigen Verhältnis bereitgestellt wird. Ist das Verhältnis Energie zu Eiweiß im Ungleichgewicht, treten denkbar schneller ernste Probleme auf. Ein ausgewogenes Verhältnis Energie : Protein erhält man beispielsweise, wenn die Fütterung zur Hälfte aus Getreide (viel Protein im Verhältnis zur Energie), zur anderen Hälfte aus Melassenschnitzel (viel Energie, kaum Protein) besteht. Regulierend wirkt auch die großzügige Fütterung von Rauhfutter auf den Proteinhaushalt. Rauhfutter ist das Grundfutter schlechthin und der wichtigste Aspekt einer gesunden Pferdefütterung. Leider ist dies heute weitgehend unbekannt und der Pferdehalter räumt allen anderen Futtermitteln mehr Priorität ein: Die Qualität von Heu und Stroh wird leider durch zunehmende Industriealisierung nicht besser, sondern immer schlechter. Aus diesem Grunde ist jeder Pferdehalter aufgerufen, hier zwingend auf Qualität zu achten und lieber einen höheren Preis, als schlechte Qualität in Kauf zu nehmen. So ist die Ursache vieler allergischer Atemwegserkrankungen unserer Pferde die Fütterung qualitativ schlechten Rauhfutters mit hoher Schimmelpilzbelastung über lange Zeit. Auch als Ursache von Koliken, Darmerkrankungen, Durchfälle und Erkrankungen des Magens findet sich häufig die Fütterung qualitativ minderwertigen Rauhfutters. Rauhfutter sollte den Pferden möglichst ständig zur Verfügung stehen. Als Mindestaufnahmemenge pro Tag und 100 kg Pferdegewicht rechnet man jedoch 1,5 kg Heu plus Stroh zur freien Aufnahme während der Wintermonate. Stroh hat übrigens nur knapp 60 % des Energiewertes von Heu und einen Bruchteil des Proteinwertes (im Durchschnitt 1/8). Eine ausreichende Menge Rauhfutter ist so wichtig, da der Pferdedarm zur Gesunderhaltung und Symbiose zwingend auf die Zuführung von Rohfaser angewiesen ist. Ohne bedarfsgerechte Rohfaserzufuhr verändert sich die Lebensgemeinschaft der Bakterien im Darm zum Ungleichgewicht und es kommt zur Dysbiose. Unter anderem deshalb sollte auch vor der Kraftfuttergabe die Rauhfuttergabe erfolgen. Die Umstellung auf ein anderes Futter, zum Beispiel auf Weidehaltung, sollte immer langsam erfolgen, da durch abrupte Futterwechsel ebenfalls ein Ungleichgewicht der Darmbakterien entsteht, dessen Folgen beispielsweise Hufrehe, Kolik, Durchfall und Kotwasser sind. Als optimal anzusehen ist übrigens der ständige Zugang zu ungedüngten extensiv bewirtschafteten Weideflächen ganzjährig, also auch während des Winters. Die Pferde können sich so mit der zunehmenden Vegetation langsam an das üppig wachsende Gras im Frühjahr gewöhnen. Dies entspricht der Natur des Pferdes vor Domestikation. Probleme sind bei dieser Optimalhaltung nicht zu erwarten und das „lästige Anweiden" entfällt. Pferde sind Dauerfresser, da ihr sensibles Verdauungssystem auf die ständige Futteraufnahme angewiesen ist, um problemlos zu funktionieren. Im Darmraum befinden sich 80 % der Immunzellen, im Umkehrschluss: Schlechter Darm = Fehlende Abwehr und gestörtes Immunsystem. Das Immunsystem kann entweder geschwächt sein oder überreagieren (= Allergie) bei Darmdysbiose (= gestörte Lebensgemeinschaft der Darmbakterien). Während der Wintermonate ist eine ständige Futteraufnahme ausschließlich über Rauhfutter möglich, da alle anderen Futtermittel zu wenig Kaubewegungen auslösen und somit ruck zuck gefressen werden; darüber hinaus hat nur Rauhfutter genügend Rohfaser zur Aufrechterhaltung der Darmsymbiose. Pferde mit chronischen Atemwegserkrankungen haben - eigentlich logisch - den gleichen Bedarf an Rohfaser wie ihre Artgenossen. Daher muss auch diesen eine bedarfsgerechte Versorgung angeboten werden, was im Umkehrschluss bedeutet: Heu bester Qualität wässern (ca. 15 Minuten im Wasserbad einweichen, dann gut abtropfen lassen). Generell geeignet für alle Pferde ist die Fütterung von Saftfutter (Möhren, Äpfel). Möhren sollten auf ihren Gehalt an Nitrat (Teststäbchen Apotheke) getestet werden und können bis ca. 3 kg täglich gefüttert werden. Mit Äpfeln ist mengenmäßig etwas sensibler umzugehen, hier reichen 2 - 4 Äpfel pro Tag, da diese zu ihren vielen positiven Inhaltsstoffen Säuren enthalten, die jedoch bei der angegebenen Menge toleriert werden. Beim Kraft- und Ergänzungsfutter bin ich der Ansicht, dass aus den nachfolgenden Gründen generell auf naturbelassene Nährstoffe Wert gelegt werden sollte. Naturbelassenheit erkennt man jedoch weder am guten Geruch (beim Getreide fehlt er gänzlich), noch an der Werbung des Herstellers, sondern einzig und allein an den Inhaltsstoffen. Sobald auf der Deklaration eine bestimmte Menge an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Zusatzstoffen angegeben ist, ist unser Futter nicht naturbelassen. Wenn ein Futter naturbelassen ist, ist eine Deklaration, das heißt eine Angabe von o. g. Stoffen nicht möglich, da die Natur Schwankungen unterliegt. So ist es beispielsweise beim Naturprodukt Hafer nicht möglich eine Angabe über den Gehalt an Mineralstoffen zu machen, da diese stark durch Ernte und Bodenbeschaffenheit schwanken. Hier gibt es nur Anhaltspunkte und diese unterliegen keiner Deklaration, da eben genauere Angaben nicht möglich sind. Ebenso verhält es sich bei Mais, Gerste, angebotenen natürlichen Getreidemischungen und anderen Naturprodukten wie Heucobs ohne Zusatzstoffe oder Luzerne und Melasseschnitzel. Es gibt auch Müslis sowie Pelletfutter, welche unter dem Aspekt der Naturgesetze hergestellt werden, allerdings ist mir lediglich eine Firma bekannt, die diese herstellt. Sobald der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen usw. mit Mengenangabe deklariert ist, sind diese synthetisch zugesetzt. Warum aber spielt das für unser Pferd eine Rolle? Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sind die gegenwärtigen Normwerte viel zu hoch angesetzt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass ein Überschuss mit der Fütterung eintritt. Diese Problematik der auf dem Markt befindlichen Futtermittel mit überhöhten Gehalten an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen kam aus dem paradoxen Wunsch der Pferdehalter zustande, mehr für`s Geld zu bekommen, Nebenwirkungen wurden hier nicht beachtet bei dem Wunsch, mehr „Gesundheit" zu füttern. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist übrigens nicht zweifelsfrei geklärt, welche Menge vieler Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe unser Pferd zur bedarfsgerechten Versorgung überhaupt benötigt. Dass der momentane Normwert wohl zu hoch angesetzt ist, wurde jedoch mittlerweile festgestellt. Durch eine überhöhte Gabe werden die Entgiftungsorgane (Leber, Nieren, Darm) durch den Abbau der nicht benötigten Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, welche im Übermaß zugeführt wurden, überlastet. Dies führt lang- bzw. je nach Überschuss auch kurzfristig zu ernsten Erkrankungen. Besonders zu erwähnen sind hier die Nierenerkrankungen, die nicht nur beim Pferd, sondern auch bei Hund und Katze einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Weiterhin werden synthetisch zugesetzte Vitamine im Darm zwangsabsorbiert. So kann es einerseits zur Hypervitaminose (Vitaminüberschuss/Vergiftung), andererseits zur sekundären Hypovitaminose (Vitaminmangel) kommen aufgrund Imbalancen der einzelnen Mineralien und Spurenelemente oder Vitamine. Die Symptome sind meist unspezifisch, oft wird die Ursache nicht erkannt. Nicht optimale Versorgung führt zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen, welche sich in Stoffwechselproblemen, Allergien, Lahmheiten, Knochenschädigungen, Nierenschädigungen, Leberschädigungen und Darmproblemen äußern können. Oft wird der Fehler gemacht, weitere synthetische Ergänzungsfuttermittel mit dem Ziel zu füttern, Mangelerscheinungen auszugleichen, obwohl schon ein Überschuss besteht. Weiterhin stehen synthetisch zugesetzte Stoffe in Verdacht, vorhandene Erkrankungen bzw. Dispositionen zu Erkrankungen weiter zu verstärken! Schaut man sich Pferde vor der Domestikation an, so wird schnell klar, dass die Ernährung des Pferdes von Urzeiten her immer naturgemäß war: statt synthetischer Stoffe wurden Kräuter und Pflanzen gefressen bei Bedarf. Unsere Böden sind heute leider verarmt an natürlichen Kräutern und Pflanzen, daher sollte hier die naturgemäße Zufütterung von Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen ansetzen. Ein Überschuss ist durch die Fütterung natürlicher Kräutermischungen auszuschließen: Schaut man sich den Gehalt natürlich vorkommender Inhaltsstoffe und synthetisch zugesetzter an, wird das auf den ersten Blick klar! Bedenken, dass sich über eine naturgemäße Versorgung hinausgehende positive Eigenschaften des jeweiligen Krautes bei Dauerfütterung nicht aufrechterhalten lassen, kann ich aus der Praxis nicht bestätigen. Mittlerweile arbeite ich seit mehreren Jahren mit natürlichen Kräutermischungen zur bedarfsgerechten Versorgung und mir ist nicht ein Fall bekannt, bei dem darüber hinausgehende positive Eigenschaften eines problemorientierten Krautes bei dauerhafter Fütterung einen nachlassenden Effekt aufwiesen. So wirkt beispielsweise die Brennessel auch nach Jahren der Fütterung blutreinigend, stoffwechselanregend und entgiftend, dieser positive Effekt ließ in keinem mir bekannten Fall bei Dauerfütterung nach. Kräuter enthalten viele natürliche Mineralstoffe und Spurenelemente und wirken im Organismus basisch. Sie gleichen Übersäuerungszustände aus und tragen zu einem ausgeglichenen Säure-Basen- Haushalt bei. Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Ursache bzw. Mitursache zahlreicher Erkrankungen unserer Pferde. Viele Kräuter wirken zusätzlich entgiftend und helfen das körpereigene Schutzsystem aufzubauen und im Gleichgewicht zu halten. Sie enthalten Vitamin C als natürliches Antioxidant, Kieselsäure, natürliches Biotin, Zink und die sekundären Pflanzenstoffe sowie Mikronährstoffe, deren positive Wirkungen zwar nicht bewiesen, jedoch vorhanden sein müssen, da synthetisch nachgeahmte Pflanzenstoffe nicht deren volle Wirksamkeit erzielen bzw. eine abweichende Form der Wirksamkeit beinhalten. Die Ernährung unserer Pferde sollte in erster Linie bedarfsgerecht - nicht übermäßig - und möglichst naturbelassen sein. Auch wenn die Meinungen hier stark auseinandergehen, bin ich der Ansicht, dass Fütterungstabellen untauglich sind. Ein 550 kg schwerer Haflinger hat einen völlig anderen Anspruch an die Ernährung als ein 400 kg schwerer Vollblüter. Würde man hier nach einer Fütterungstabelle verfahren, bekäme unser Haflinger mehr Futter in die Krippe als der Vollblüter, obwohl der Haflinger bedeutend weniger Futter benötigt trotz mehr Lebendgewicht. Ob wir nun von Erhaltungsbedarf, leichter, mittlerer oder schwerer Arbeit sprechen, jedes Pferd hat einen ganz spezifischen Anspruch an die Ernährung. Der Haflinger wird in der Regel immer einen bedeutend geringeren Anspruch als der Vollblüter haben, doch kann es selbst hier im Ausnahmefall vorkommen, dass der Haflinger (aufgrund Erkrankungen, Alter u. a.) mehr Futter benötigt. Fütterung kann nicht allgemein beantwortet, sondern kann nur individuell unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren betrachtet werden, Aspekte wie Rasse, Leistung, Konstitution, Disposition, Erkrankungen, schwer- oder leichtfuttrig, Alter, Haltung und vieles mehr muss hier zwingend berücksichtigt werden. Keine Fütterungstabelle ist in der Lage, Individualitäten einzubeziehen. So können Tabellen ausschließlich Anhaltspunkte geben und nach wie vor sollte es das Auge sein, was füttert, da nur ein aufmerksames Auge dieses spezifische Pferd mit allen individuellen Gegebenheiten betrachten kann. Ein altes Pferd benötigt in der Regel meist mehr Nährstoffe, als ein Pferd im besten Alter, doch welche Menge mehr entscheidet allein das Gesamtbild. Auch die Fütterung von Fohlen und Pferden im Wachstum sollte lediglich bedarfsgerecht sein, denn schnelles Wachstum ist vom gesundheitlichen Aspekt her gesehen negativ, nicht positiv. Ein Fohlen sollte sich altersgemäß entwickeln dürfen und nicht durch erhöhte Nährstoffzufuhr intensiv aufgezogen werden. Knochen, Sehnen und Knorpel müssen sich entwickeln dürfen und nicht von vorneherein geschwächt werden durch zu schnelle Mast. Auch Fohlen sollten lediglich Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in optimal verwertbarer Form ausreichend zugeführt bekommen. Schädlich zu beurteilen sind hier gleichermaßen Mangelerscheinungen, Überschüsse und Imbalancen. Wie kompliziert die Fütterung dann doch sein kann, zeigt dieses Beispiel: Ein Mangel an Calcium begünstigt Knochen- und Hautschädigungen ebenso wie ein Calciumüberschuss. Calcium konkurriert im Darm mit Kupfer, Zink und Selen um die Aufnahme in den Organismus. Kupfer und Zinkmangel sind direkte Verursacher u. a. von Hautproblemen und Juckreiz. Kleie (große Anteile finden sich in Fertigmash) vermindern die Aufnahme von Calcium, Kupfer, Zink und Selen, so ist hier bei täglicher Fütterung ein Mangel bereits vorprogrammiert. Demnach ist eine tägliche Mash-Fütterung immer kontraproduktiv bezogen auf den Mineralienhaushalt, der bei der Durchfallerkrankung, deren häufige Empfehlung die tägliche Mash-Fütterung darstellt, immer unreguliert und nicht im Gleichgewicht ist! Ein Überschuss an Selen, welcher, da Selen ein Spurenelement ist, schon bei geringster Überdosierung eintreten kann, führt zu Vergiftungserscheinungen bis hin zum sogenannten „Ausschuhen", welches in der Regel den Verlust des Pferdes bedeutet. Die Meinung, dass unsere Böden grundsätzlich Selen arm sind kann zumindest meine praktische Erfahrung in keiner Weise bestätigen: Mir wurden mehr Pferde mit Selenüberschüssen bis hin zur Vergiftung als mit Selenmangelerscheinungen vorgestellt. Wie schnell eine Selenvergiftung entsteht, konnte ich bei meinen eigenen Pferden vor Jahren erfahren. Bezüglich des Spurenelements Selen besteht übrigens ein weiterer Nachteil, nämlich der, dass der Normwert im Blut lediglich bei Vollblütern bekannt ist. Dass sich dieser Wert nicht auf alle Rassen übertragen lässt versteht sich von selbst. Eine bedarfsgerechte Ernährung ist die Grundvoraussetzung der Gesundheit sowie auch jeder erfolgreichen Therapie einer Erkrankung. Aus diesem Grunde sollte sich jeder Pferdehalter hiermit eingehend beschäftigen. Nach Jahren praktischer Erfahrung kann ich nur ein Resümee ziehen: Eine naturgemäße und individuell zu ermittelnde Fütterung ist der Schlüssel zur Gesundheit aller Pferde! Die naturgemäße Fütterung in der Praxis: Qualitativ hochwertiges Heu und Stroh möglichst zur freien Verfügung außerhalb der Weideperiode (der Mindestbedarf Heu liegt bei 1,5 kg Trockenmasse je 100 kg Körpergewicht)! Während der Weidesaison sollte ebenfalls eine - stark reduzierte - Vorlage von Rauhfutter erfolgen, dies u. a., damit die Umstellung auf den Weidegang bzw. vom Weidegang auf die Winterfütterung erleichtert wird und ein abrupter Futterwechsel vermieden wird. Im folgenden einige Anregungen empfehlenswerter naturbelassener Getreide-Futtermittel: Natural Power mit Hafer: Rohprotein 9,25 % Natural Power ohne Hafer: Rohrprotein 10,50 %. Bei Eiweißüberempfindlichkeit oder/und schwerfuttrigen Pferden: Vollkorn Bits: Rohprotein: 8,7 %. Natural Power und Vollkorn- Bits eignen sich auch gut für Pferde mit Atemwegsproblemen. Eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ration lässt sich auch sicherstellen durch folgende Getreidemischung: 1 Teil Hafer, 0,9 Teile Gerste und 2,4 Teile gebrochener Mais bzw. Maisflocken (z.B. 2 x täglich 100 g Walzhafer, 90 g Gerste und 240 g Mais oder auch -bei entsprechendem Trainingtäglich in zwei bis drei Rationen: 1 kg Walzhafer, 0,9 kg Gerste und 2,4 kg Mais). Eine fertige Mischung beständiger Qualität ist ebenfalls im Handel erhältlich. Auch qualitativer Hafer in Maßen (bis 3 kg täglich) ist in Verbindung mit ausreichender Rauhfutterfütterung (Ausgleich des bei Hafer eher ungünstigen Calzium : Phosphor-Verhältnisses) ein empfehlenswertes Futtermittel. Äpfel und Karotten als Ergänzung sind eine willkommene Abwechslung und liefern wichtige Vitamine (Beta-Carotin beispielsweise). Weiter geeignet sind: Luzerne (hier sollte zwingend auf den Proteinanteil geachtet werden, da Luzerne in der Regel einen sehr hohen Proteinanteil aufweisen; jedoch gibt es eine Firma, welche Luzerne mit stark erniedrigtem Proteinanteil anbietet aufgrund ökologischem Anbau), Heucobs (ohne Zusatzstoffe, diese werden von einigen Firmen auch mit Zusatzstoffen und Nährgehalten gleich einer Getreidemischung angeboten), besonders für ältere und schwerfuttrige Pferde empfehlenswert sind Rüben- bzw. Melasseschnitzel (8 Stunden in Wasser eingeweicht). Für Senioren sind ebenfalls Heucobs besonders geeignet, da diese - wie Rübenschnitzel - eingeweicht gefüttert werden können. Luzerne sind für die meisten Senioren auch gut „fressbar", da sie weicher und nicht so langstielig sind wie Heu und Stroh. Auch Senioren freuen sich über Saftfutter wie Äpfel und Möhren als zusätzliche Leckerbissen! Bei schwerfuttrigen Pferden kann zur Futteraufwertung täglich bis _ Liter Öl zugefüttert werden, geeignet sind beispielsweise Sonnenblumenöl, Mariendistelöl, Schwarzkümmelöl, Olivenöl. Man kann auch die verschiedenen Öle mischen bzw. im Wechsel füttern. Vorsicht ist bei Olivenöl geboten, da dieses „auf den Darm schlagen kann", Olivenöl sollte nicht in einer Menge von einem _ Liter gefüttert werden, sondern täglich ausschließlich in geringer Menge, z. B. 4 Eßlöffel pro Tag. Wenn überhaupt, dann Fertig- Mash maximal 2 x wöchentlich füttern: Kleie (große Anteile finden sich in Fertigmash) vermindern die Aufnahme von Calcium, Kupfer, Zink und Selen, so ist hier bei täglicher Fütterung ein Mangel bereits vorprogrammiert! Pferde und Ponys mit Disposition zur Hufrehe sollten - sofern sie in zu gutem Futterzustand sind - ausschließlich Rauh- und Saftfutter erhalten plus problembezogenen Kräutermischungen, mit welchen wir im Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde allerbeste Erfahrungen machten. Gut geeignet sind weiterhin Heucobs, welche auch als „protein-light" erhältlich sind und bei Pferden mit Disposition zur Hufrehe ein angemessenes und problemorientiertes Futter sind. Bei Cushing bzw. Verdacht auf Cushing dürfen keine Rübenschnitzel (da diese fast ausschließlich aus Zucker bestehen) gefüttert werden, ebenso bei Pferden mit aus anderen Gründen erhöhten Glukose- Werten! Bei schwerfuttrigen Pferden mit Dispositon zur Hufrehe oder auch mit Cushing kann die Ration durch die o. g. Öle, z. B. Schwarzkümmelöl gut aufgewertet werden! Die Menge aller o. g. Futtermittel hängt von Rasse, Exterieur, Gewicht des Ponys/Pferdes, Bewegung, Arbeitseinsatz und weiteren Faktoren ab, daher hierzu keine näheren Angaben. Als allgemein gültige Regel gilt: Wenig Kraft- viel Rauhfutter! Falls eine Futterumstellung erfolgen soll, sollte diese über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen durchgeführt werden: immer etwas der alten Ration abziehen und der neuen Ration zufügen, angefangen wird mit ca. 1 Hand voll der neuen Ration in Verbindung mit einem Abzug in dieser Menge der alten Ration. Aufgrund unserer heutigen industriellen Bodenbewirtschaftung entsteht bei der ausschließlichen Fütterung von Rauhfutter und Getreide ein Mangel an Vitaminen/Mineralstoffen und Spurenelementen, sofern diese nicht in optimal verwertbarer Form zusätzlich zugeführt werden. Meiner Erfahrung nach eignen sich zur optimalen Versorgung aller Pferde ganz besonders gut reine getrocknete Kräutermischungen in DAB Qualität (Deutsches Arzneibuch bürgt für höchste Qualitätsansprüche ohne Einsatz von Pestizidien etc.), da diese vom Pferdedarm optimal verwertet werden können und weder eine Überversorgung noch eine Mangelsituation herbeiführen. Empfehlungen hierzu erhalten Sie unserer Homepage. Für alle Pferde empfehlenswert ist Schwarzkümmelöl sowie ein Salzleckstein aus Himalayasalz (natürliches Salz) statt synthetischem Salzleckstein. Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde, Diplom-Tierheilpraktikerin Claudia Nehls, Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334, Internet: www.tierheilkundezentrum.de, E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de  
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