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| Pferdegesundheit
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Textversion:
Die Pferdefütterung im Winter Immer wieder werde ich gefragt,
wie füttere ich mein Pferd
während der Winterzeit?
Hier wären zunächst einmal einige
Grundregeln zu beachten:
Oberste Priorität hat eine erstklassige
Qualität jeglicher Futtermittel,
hierbei spielt es keine
Rolle, ob es sich um Rauh-,
Kraft- oder Ergänzungs- und
Saftfutter handelt!
Das Calzium: Phosphor-Verhältnis
sollte bei ca. 2:1 liegen
und das Verhältnis Energie zu
Protein bei ca. 1:5. Entscheidend
bei einer Proteinüberversorgung,
welche bei der allgemein
praktizierten Fütterung
die Regel ist, ist das Verhältnis
Energie zu Protein. Ein Pferd
toleriert eine stark überhöhte
Proteinzufuhr, wenn die Energie
im richtigen Verhältnis bereitgestellt
wird. Ist das Verhältnis
Energie zu Eiweiß im
Ungleichgewicht, treten denkbar
schneller ernste Probleme
auf. Ein ausgewogenes Verhältnis
Energie : Protein erhält
man beispielsweise, wenn die
Fütterung zur Hälfte aus Getreide
(viel Protein im Verhältnis
zur Energie), zur anderen
Hälfte aus Melassenschnitzel
(viel Energie, kaum Protein) besteht.
Regulierend wirkt auch
die großzügige Fütterung von
Rauhfutter auf den Proteinhaushalt.
Rauhfutter ist das Grundfutter
schlechthin und der wichtigste
Aspekt einer gesunden
Pferdefütterung. Leider ist dies
heute weitgehend unbekannt
und der Pferdehalter räumt allen
anderen Futtermitteln mehr
Priorität ein:
Die Qualität von Heu und Stroh
wird leider durch zunehmende
Industriealisierung nicht
besser, sondern immer
schlechter. Aus diesem Grunde
ist jeder Pferdehalter aufgerufen,
hier zwingend auf
Qualität zu achten und lieber
einen höheren Preis, als
schlechte Qualität in Kauf zu
nehmen. So ist die Ursache
vieler allergischer Atemwegserkrankungen
unserer Pferde
die Fütterung qualitativ
schlechten Rauhfutters mit hoher
Schimmelpilzbelastung
über lange Zeit. Auch als Ursache
von Koliken, Darmerkrankungen,
Durchfälle und Erkrankungen
des Magens findet
sich häufig die Fütterung
qualitativ minderwertigen
Rauhfutters.
Rauhfutter sollte den Pferden
möglichst ständig zur Verfügung
stehen. Als Mindestaufnahmemenge
pro Tag und 100
kg Pferdegewicht rechnet man
jedoch 1,5 kg Heu plus Stroh
zur freien Aufnahme während
der Wintermonate. Stroh hat
übrigens nur knapp 60 % des
Energiewertes von Heu und einen
Bruchteil des Proteinwertes
(im Durchschnitt 1/8).
Eine ausreichende Menge
Rauhfutter ist so wichtig, da
der Pferdedarm zur Gesunderhaltung
und Symbiose zwingend
auf die Zuführung von
Rohfaser angewiesen ist. Ohne
bedarfsgerechte Rohfaserzufuhr
verändert sich die Lebensgemeinschaft
der Bakterien
im Darm zum Ungleichgewicht
und es kommt zur Dysbiose.
Unter anderem deshalb
sollte auch vor der Kraftfuttergabe
die Rauhfuttergabe erfolgen.
Die Umstellung auf ein anderes
Futter, zum Beispiel auf
Weidehaltung, sollte immer
langsam erfolgen, da durch abrupte
Futterwechsel ebenfalls
ein Ungleichgewicht der Darmbakterien
entsteht, dessen Folgen
beispielsweise Hufrehe,
Kolik, Durchfall und Kotwasser
sind. Als optimal anzusehen
ist übrigens der ständige
Zugang zu ungedüngten extensiv
bewirtschafteten Weideflächen
ganzjährig, also
auch während des Winters. Die
Pferde können sich so mit der
zunehmenden Vegetation
langsam an das üppig wachsende
Gras im Frühjahr gewöhnen.
Dies entspricht der
Natur des Pferdes vor Domestikation.
Probleme sind bei
dieser Optimalhaltung nicht zu
erwarten und das „lästige Anweiden"
entfällt.
Pferde sind Dauerfresser, da ihr sensibles Verdauungssystem
auf die ständige Futteraufnahme
angewiesen ist, um
problemlos zu funktionieren.
Im Darmraum befinden sich
80 % der Immunzellen, im Umkehrschluss:
Schlechter Darm
= Fehlende Abwehr und gestörtes
Immunsystem. Das Immunsystem
kann entweder geschwächt
sein oder überreagieren
(= Allergie) bei Darmdysbiose
(= gestörte Lebensgemeinschaft
der Darmbakterien).
Während der Wintermonate ist
eine ständige Futteraufnahme
ausschließlich über Rauhfutter
möglich, da alle anderen
Futtermittel zu wenig Kaubewegungen
auslösen und somit
ruck zuck gefressen werden;
darüber hinaus hat nur
Rauhfutter genügend Rohfaser
zur Aufrechterhaltung der
Darmsymbiose.
Pferde mit chronischen Atemwegserkrankungen
haben - eigentlich
logisch - den gleichen
Bedarf an Rohfaser wie ihre
Artgenossen. Daher muss auch
diesen eine bedarfsgerechte
Versorgung angeboten werden,
was im Umkehrschluss
bedeutet: Heu bester Qualität
wässern (ca. 15 Minuten im
Wasserbad einweichen, dann
gut abtropfen lassen).
Generell geeignet für alle Pferde
ist die Fütterung von Saftfutter
(Möhren, Äpfel). Möhren
sollten auf ihren Gehalt an Nitrat
(Teststäbchen Apotheke) getestet
werden und können bis
ca. 3 kg täglich gefüttert werden.
Mit Äpfeln ist mengenmäßig
etwas sensibler umzugehen,
hier reichen 2 - 4 Äpfel
pro Tag, da diese zu ihren
vielen positiven Inhaltsstoffen
Säuren enthalten, die jedoch
bei der angegebenen Menge
toleriert werden.
Beim Kraft- und Ergänzungsfutter
bin ich der Ansicht, dass
aus den nachfolgenden Gründen
generell auf naturbelassene
Nährstoffe Wert gelegt
werden sollte. Naturbelassenheit
erkennt man jedoch weder
am guten Geruch (beim
Getreide fehlt er gänzlich), noch
an der Werbung des Herstellers,
sondern einzig und allein
an den Inhaltsstoffen. Sobald
auf der Deklaration eine bestimmte
Menge an Vitaminen,
Mineralstoffen, Spurenelementen
und Zusatzstoffen angegeben
ist, ist unser Futter
nicht naturbelassen. Wenn ein
Futter naturbelassen ist, ist eine
Deklaration, das heißt eine
Angabe von o. g. Stoffen nicht
möglich, da die Natur Schwankungen
unterliegt. So ist es beispielsweise
beim Naturprodukt
Hafer nicht möglich eine Angabe
über den Gehalt an Mineralstoffen
zu machen, da
diese stark durch Ernte und
Bodenbeschaffenheit schwanken.
Hier gibt es nur Anhaltspunkte
und diese unterliegen
keiner Deklaration, da eben genauere
Angaben nicht möglich
sind. Ebenso verhält es sich
bei Mais, Gerste, angebotenen
natürlichen Getreidemischungen
und anderen Naturprodukten
wie Heucobs ohne
Zusatzstoffe oder Luzerne und
Melasseschnitzel. Es gibt auch
Müslis sowie Pelletfutter, welche
unter dem Aspekt der Naturgesetze
hergestellt werden,
allerdings ist mir lediglich eine
Firma bekannt, die diese herstellt.
Sobald der Gehalt an Vitaminen,
Mineralstoffen, Spurenelementen
usw. mit Mengenangabe
deklariert ist, sind diese
synthetisch zugesetzt.
Warum aber spielt das für unser
Pferd eine Rolle?
Nach dem heutigen Stand der
Wissenschaft sind die gegenwärtigen
Normwerte viel zu
hoch angesetzt, was im Umkehrschluss
bedeutet, dass ein
Überschuss mit der Fütterung
eintritt. Diese Problematik der
auf dem Markt befindlichen
Futtermittel mit überhöhten
Gehalten an Mineralstoffen,
Spurenelementen und Vitaminen
kam aus dem paradoxen
Wunsch der Pferdehalter zustande,
mehr für`s Geld zu bekommen,
Nebenwirkungen
wurden hier nicht beachtet bei
dem Wunsch, mehr „Gesundheit"
zu füttern. Nach dem heutigen
Stand der Wissenschaft
ist übrigens nicht zweifelsfrei
geklärt, welche Menge vieler
Spurenelemente, Vitamine und
Mineralstoffe unser Pferd zur
bedarfsgerechten Versorgung
überhaupt benötigt. Dass der
momentane Normwert wohl zu
hoch angesetzt ist, wurde jedoch
mittlerweile festgestellt.
Durch eine überhöhte Gabe
werden die Entgiftungsorgane
(Leber, Nieren, Darm) durch
den Abbau der nicht benötigten
Mineralstoffe, Spurenelemente
und Vitamine, welche
im Übermaß zugeführt wurden,
überlastet. Dies führt lang- bzw. je nach
Überschuss auch kurzfristig zu
ernsten Erkrankungen. Besonders
zu erwähnen sind hier
die Nierenerkrankungen, die
nicht nur beim Pferd, sondern
auch bei Hund und Katze einen
immer größeren Stellenwert
einnehmen.
Weiterhin werden synthetisch
zugesetzte Vitamine im Darm
zwangsabsorbiert. So kann es
einerseits zur Hypervitaminose
(Vitaminüberschuss/Vergiftung),
andererseits zur sekundären
Hypovitaminose (Vitaminmangel)
kommen aufgrund
Imbalancen der einzelnen Mineralien
und Spurenelemente
oder Vitamine. Die Symptome
sind meist unspezifisch, oft
wird die Ursache nicht erkannt.
Nicht optimale Versorgung
führt zu zahlreichen gesundheitlichen
Problemen, welche
sich in Stoffwechselproblemen,
Allergien, Lahmheiten,
Knochenschädigungen, Nierenschädigungen,
Leberschädigungen
und Darmproblemen
äußern können. Oft wird der
Fehler gemacht, weitere synthetische
Ergänzungsfuttermittel
mit dem Ziel zu füttern,
Mangelerscheinungen auszugleichen,
obwohl schon ein
Überschuss besteht.
Weiterhin stehen synthetisch
zugesetzte Stoffe in Verdacht,
vorhandene Erkrankungen
bzw. Dispositionen zu Erkrankungen
weiter zu verstärken!
Schaut man sich Pferde vor
der Domestikation an, so wird
schnell klar, dass die
Ernährung des Pferdes von Urzeiten
her immer naturgemäß
war: statt synthetischer Stoffe
wurden Kräuter und Pflanzen
gefressen bei Bedarf. Unsere
Böden sind heute leider
verarmt an natürlichen Kräutern
und Pflanzen, daher sollte
hier die naturgemäße Zufütterung
von Mineralstoffen,
Vitaminen und Spurenelementen
ansetzen. Ein Überschuss
ist durch die Fütterung
natürlicher Kräutermischungen
auszuschließen: Schaut man
sich den Gehalt natürlich vorkommender
Inhaltsstoffe und
synthetisch zugesetzter an,
wird das auf den ersten Blick
klar!
Bedenken, dass sich über eine
naturgemäße Versorgung
hinausgehende positive Eigenschaften
des jeweiligen
Krautes bei Dauerfütterung
nicht aufrechterhalten lassen,
kann ich aus der Praxis nicht
bestätigen. Mittlerweile arbeite
ich seit mehreren Jahren mit
natürlichen Kräutermischungen
zur bedarfsgerechten Versorgung
und mir ist nicht ein
Fall bekannt, bei dem darüber
hinausgehende positive Eigenschaften
eines problemorientierten
Krautes bei dauerhafter
Fütterung einen nachlassenden
Effekt aufwiesen.
So wirkt beispielsweise die
Brennessel auch nach Jahren
der Fütterung blutreinigend,
stoffwechselanregend und
entgiftend, dieser positive Effekt
ließ in keinem mir bekannten
Fall bei Dauerfütterung
nach.
Kräuter enthalten viele natürliche
Mineralstoffe und Spurenelemente
und wirken im Organismus
basisch. Sie gleichen
Übersäuerungszustände
aus und tragen zu einem ausgeglichenen
Säure-Basen-
Haushalt bei. Ein unausgeglichener
Säure-Basen-Haushalt
ist Ursache bzw. Mitursache
zahlreicher Erkrankungen unserer
Pferde. Viele Kräuter wirken
zusätzlich entgiftend und
helfen das körpereigene
Schutzsystem aufzubauen und
im Gleichgewicht zu halten. Sie
enthalten Vitamin C als natürliches
Antioxidant, Kieselsäure,
natürliches Biotin, Zink und
die sekundären Pflanzenstoffe
sowie Mikronährstoffe, deren
positive Wirkungen zwar
nicht bewiesen, jedoch vorhanden
sein müssen, da synthetisch
nachgeahmte Pflanzenstoffe
nicht deren volle
Wirksamkeit erzielen bzw. eine
abweichende Form der
Wirksamkeit beinhalten.
Die Ernährung unserer Pferde
sollte in erster Linie bedarfsgerecht
- nicht übermäßig -
und möglichst naturbelassen
sein. Auch wenn die Meinungen
hier stark auseinandergehen,
bin ich der Ansicht, dass
Fütterungstabellen untauglich
sind. Ein 550 kg schwerer Haflinger
hat einen völlig anderen
Anspruch an die Ernährung als
ein 400 kg schwerer Vollblüter.
Würde man hier nach einer
Fütterungstabelle verfahren,
bekäme unser Haflinger
mehr Futter in die Krippe als
der Vollblüter, obwohl der Haflinger
bedeutend weniger Futter
benötigt trotz mehr Lebendgewicht.
Ob wir nun von
Erhaltungsbedarf, leichter,
mittlerer oder schwerer Arbeit
sprechen, jedes Pferd hat einen
ganz spezifischen Anspruch
an die Ernährung. Der
Haflinger wird in der Regel immer
einen bedeutend geringeren
Anspruch als der Vollblüter
haben, doch kann es
selbst hier im Ausnahmefall
vorkommen, dass der Haflinger
(aufgrund Erkrankungen,
Alter u. a.) mehr Futter benötigt.
Fütterung kann nicht allgemein
beantwortet, sondern kann nur
individuell unter Berücksichtigung
sämtlicher Faktoren betrachtet
werden, Aspekte wie
Rasse, Leistung, Konstitution,
Disposition, Erkrankungen,
schwer- oder leichtfuttrig, Alter,
Haltung und vieles mehr
muss hier zwingend berücksichtigt
werden. Keine Fütterungstabelle
ist in der Lage, Individualitäten einzubeziehen.
So können Tabellen ausschließlich
Anhaltspunkte geben
und nach wie vor sollte es das
Auge sein, was füttert, da nur
ein aufmerksames Auge dieses
spezifische Pferd mit allen
individuellen Gegebenheiten
betrachten kann. Ein altes
Pferd benötigt in der Regel
meist mehr Nährstoffe, als ein
Pferd im besten Alter, doch
welche Menge mehr entscheidet
allein das Gesamtbild.
Auch die Fütterung von
Fohlen und Pferden im Wachstum
sollte lediglich bedarfsgerecht
sein, denn schnelles
Wachstum ist vom gesundheitlichen
Aspekt her gesehen
negativ, nicht positiv. Ein Fohlen
sollte sich altersgemäß entwickeln
dürfen und nicht durch
erhöhte Nährstoffzufuhr intensiv
aufgezogen werden. Knochen,
Sehnen und Knorpel
müssen sich entwickeln dürfen
und nicht von vorneherein
geschwächt werden durch zu
schnelle Mast. Auch Fohlen
sollten lediglich Vitamine, Mineralstoffe
und Spurenelemente
in optimal verwertbarer
Form ausreichend zugeführt
bekommen. Schädlich zu beurteilen
sind hier gleichermaßen
Mangelerscheinungen,
Überschüsse und Imbalancen.
Wie kompliziert die Fütterung
dann doch sein kann, zeigt dieses
Beispiel:
Ein Mangel an Calcium begünstigt
Knochen- und Hautschädigungen
ebenso wie ein
Calciumüberschuss. Calcium
konkurriert im Darm mit Kupfer,
Zink und Selen um die Aufnahme
in den Organismus.
Kupfer und Zinkmangel sind
direkte Verursacher u. a. von
Hautproblemen und Juckreiz.
Kleie (große Anteile finden sich
in Fertigmash) vermindern die
Aufnahme von Calcium, Kupfer,
Zink und Selen, so ist hier
bei täglicher Fütterung ein
Mangel bereits vorprogrammiert.
Demnach ist eine tägliche
Mash-Fütterung immer
kontraproduktiv bezogen auf
den Mineralienhaushalt, der
bei der Durchfallerkrankung,
deren häufige Empfehlung die
tägliche Mash-Fütterung darstellt,
immer unreguliert und
nicht im Gleichgewicht ist!
Ein Überschuss an Selen, welcher,
da Selen ein Spurenelement
ist, schon bei geringster
Überdosierung eintreten kann,
führt zu Vergiftungserscheinungen
bis hin zum sogenannten
„Ausschuhen", welches
in der Regel den Verlust
des Pferdes bedeutet. Die Meinung,
dass unsere Böden
grundsätzlich Selen arm sind
kann zumindest meine praktische
Erfahrung in keiner Weise
bestätigen: Mir wurden mehr
Pferde mit Selenüberschüssen
bis hin zur Vergiftung als mit
Selenmangelerscheinungen
vorgestellt. Wie schnell eine
Selenvergiftung entsteht,
konnte ich bei meinen eigenen
Pferden vor Jahren erfahren.
Bezüglich des Spurenelements
Selen besteht übrigens ein weiterer
Nachteil, nämlich der,
dass der Normwert im Blut lediglich
bei Vollblütern bekannt
ist. Dass sich dieser Wert nicht
auf alle Rassen übertragen lässt
versteht sich von selbst.
Eine bedarfsgerechte
Ernährung ist die Grundvoraussetzung
der Gesundheit sowie
auch jeder erfolgreichen
Therapie einer Erkrankung. Aus
diesem Grunde sollte sich jeder
Pferdehalter hiermit eingehend
beschäftigen.
Nach Jahren praktischer Erfahrung
kann ich nur ein Resümee
ziehen:
Eine naturgemäße und individuell
zu ermittelnde Fütterung
ist der Schlüssel zur Gesundheit
aller Pferde!
Die naturgemäße Fütterung in
der Praxis:
Qualitativ hochwertiges Heu
und Stroh möglichst zur freien
Verfügung außerhalb der
Weideperiode (der Mindestbedarf
Heu liegt bei 1,5 kg
Trockenmasse je 100 kg Körpergewicht)!
Während der Weidesaison sollte
ebenfalls eine - stark reduzierte
- Vorlage von Rauhfutter
erfolgen, dies u. a., damit
die Umstellung auf den Weidegang
bzw. vom Weidegang
auf die Winterfütterung erleichtert
wird und ein abrupter
Futterwechsel vermieden wird.
Im folgenden einige Anregungen
empfehlenswerter naturbelassener
Getreide-Futtermittel:
Natural Power mit Hafer: Rohprotein 9,25 %
Natural Power ohne Hafer:
Rohrprotein 10,50 %.
Bei Eiweißüberempfindlichkeit
oder/und schwerfuttrigen Pferden:
Vollkorn Bits: Rohprotein: 8,7
%.
Natural Power und Vollkorn-
Bits eignen sich auch gut für
Pferde mit Atemwegsproblemen.
Eine bedarfsgerechte und ausgewogene
Ration lässt sich
auch sicherstellen durch folgende
Getreidemischung:
1 Teil Hafer, 0,9 Teile Gerste
und 2,4 Teile gebrochener Mais
bzw. Maisflocken
(z.B. 2 x täglich 100 g Walzhafer,
90 g Gerste und 240 g
Mais oder auch
-bei entsprechendem Trainingtäglich
in zwei bis drei Rationen:
1 kg Walzhafer, 0,9 kg Gerste
und 2,4 kg Mais).
Eine fertige Mischung beständiger
Qualität ist ebenfalls im
Handel erhältlich.
Auch qualitativer Hafer in
Maßen (bis 3 kg täglich) ist in
Verbindung mit ausreichender
Rauhfutterfütterung (Ausgleich
des bei Hafer eher ungünstigen
Calzium : Phosphor-Verhältnisses)
ein empfehlenswertes
Futtermittel.
Äpfel und Karotten als Ergänzung
sind eine willkommene
Abwechslung und liefern wichtige
Vitamine (Beta-Carotin beispielsweise).
Weiter geeignet sind:
Luzerne (hier sollte zwingend
auf den Proteinanteil geachtet
werden, da Luzerne in der Regel
einen sehr hohen Proteinanteil
aufweisen; jedoch
gibt es eine Firma, welche Luzerne
mit stark erniedrigtem
Proteinanteil anbietet aufgrund
ökologischem Anbau),
Heucobs (ohne Zusatzstoffe,
diese werden von einigen Firmen
auch mit Zusatzstoffen
und Nährgehalten gleich einer
Getreidemischung angeboten),
besonders für ältere und
schwerfuttrige Pferde empfehlenswert
sind Rüben- bzw.
Melasseschnitzel
(8 Stunden in Wasser eingeweicht).
Für Senioren sind ebenfalls
Heucobs besonders geeignet,
da diese - wie Rübenschnitzel
- eingeweicht gefüttert werden
können. Luzerne sind für die
meisten Senioren auch gut
„fressbar", da sie weicher und
nicht so langstielig sind wie
Heu und Stroh.
Auch Senioren freuen sich über
Saftfutter wie Äpfel und
Möhren als zusätzliche Leckerbissen!
Bei schwerfuttrigen Pferden
kann zur Futteraufwertung täglich
bis _ Liter Öl zugefüttert
werden, geeignet sind beispielsweise
Sonnenblumenöl,
Mariendistelöl, Schwarzkümmelöl,
Olivenöl. Man kann auch
die verschiedenen Öle mischen
bzw. im Wechsel füttern. Vorsicht
ist bei Olivenöl geboten,
da dieses „auf den Darm schlagen
kann", Olivenöl sollte nicht
in einer Menge von einem _ Liter
gefüttert werden, sondern
täglich ausschließlich in geringer
Menge, z. B. 4 Eßlöffel pro
Tag.
Wenn überhaupt, dann Fertig-
Mash maximal 2 x wöchentlich
füttern:
Kleie (große Anteile finden sich
in Fertigmash) vermindern die
Aufnahme von Calcium, Kupfer,
Zink und Selen, so ist hier
bei täglicher Fütterung ein
Mangel bereits vorprogrammiert!
Pferde und Ponys mit Disposition
zur Hufrehe sollten - sofern
sie in zu gutem Futterzustand
sind - ausschließlich
Rauh- und Saftfutter erhalten
plus problembezogenen Kräutermischungen,
mit welchen
wir im Zentrum für ganzheitliche
Tierheilkunde allerbeste
Erfahrungen machten. Gut geeignet
sind weiterhin Heucobs,
welche auch als „protein-light"
erhältlich sind und bei Pferden
mit Disposition zur Hufrehe ein
angemessenes und problemorientiertes
Futter sind.
Bei Cushing bzw. Verdacht auf
Cushing dürfen keine Rübenschnitzel
(da diese fast ausschließlich
aus Zucker bestehen)
gefüttert werden, ebenso
bei Pferden mit aus anderen
Gründen erhöhten Glukose-
Werten!
Bei schwerfuttrigen Pferden
mit Dispositon zur Hufrehe
oder auch mit Cushing kann
die Ration durch die o. g. Öle,
z. B. Schwarzkümmelöl gut
aufgewertet werden!
Die Menge aller o. g. Futtermittel
hängt von Rasse, Exterieur,
Gewicht des Ponys/Pferdes,
Bewegung, Arbeitseinsatz
und weiteren Faktoren ab,
daher hierzu keine näheren Angaben.
Als allgemein gültige Regel gilt:
Wenig Kraft- viel Rauhfutter!
Falls eine Futterumstellung erfolgen
soll, sollte diese über
einen Zeitraum von ca. 2 Wochen
durchgeführt werden: immer
etwas der alten Ration abziehen
und der neuen Ration
zufügen, angefangen wird mit
ca. 1 Hand voll der neuen Ration
in Verbindung mit einem
Abzug in dieser Menge der alten
Ration.
Aufgrund unserer heutigen industriellen
Bodenbewirtschaftung
entsteht bei der ausschließlichen
Fütterung von Rauhfutter
und Getreide ein Mangel
an Vitaminen/Mineralstoffen
und Spurenelementen, sofern
diese nicht in optimal verwertbarer
Form zusätzlich zugeführt
werden. Meiner Erfahrung
nach eignen sich zur optimalen
Versorgung aller Pferde
ganz besonders gut reine
getrocknete Kräutermischungen
in DAB Qualität (Deutsches
Arzneibuch bürgt für höchste
Qualitätsansprüche ohne Einsatz
von Pestizidien etc.), da
diese vom Pferdedarm optimal
verwertet werden können
und weder eine Überversorgung
noch eine Mangelsituation
herbeiführen. Empfehlungen
hierzu erhalten Sie unserer
Homepage.
Für alle Pferde empfehlenswert
ist Schwarzkümmelöl sowie
ein Salzleckstein aus Himalayasalz
(natürliches Salz)
statt synthetischem Salzleckstein.
Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde,
Diplom-Tierheilpraktikerin
Claudia Nehls,
Tel.: 05648/963335, Fax:
05648/963334, Internet:
www.tierheilkundezentrum.de,
E-Mail:
tierheilpraxis1@t-online.de |
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