Pferdefütterung

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Pferdefütterung  
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Pferdefütterung
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Wie entscheidend die Fütterung von Sportpferden und die regelmäßige Entwurmung aller Pferde sind, erläuterten auf Einladung von Pavo Futter die Referenten Vincent Hinnen und Dr. Jürgen Bartz im Restaurant Holstenhallen in Neumünster.
Dabei sei ihm unverständlich, so leitete Hinnen seinen Vortrag ein, wie jemand zwei Wochen vor den olympischen Spielen in Athen noch das Futter wechseln könne. Dr. Jürgen Bartz gab wertvolle Hinweise auf die Wirksamkeit von Wurmkuren, machte deutlich, wie unabdingbar die Parasitenbekämpfung sei und demonstrierte im Wechsel der Jahreszeiten, welches Mittel welche Parasiten unschädlich machen. Verantwortung für die Gesundheit seines Pferdes, so wurde bei anschließenden Fragen aus dem Publikum deutlich, hat jeder Pferdehalter und Reiter selbst und kann das nicht an den Stallbesitzer delegieren! Mit einem Ausflug in die Entwicklungsgeschichte des Pferdes stellte Vincent Hinnen, Ernährungswissenschaftler, seine Gäste auf das Thema der Fütterung ein. So wurde schnell klar, dass ein Pferd auf Grund der Anatomie mit einem kleinen Magen und einem langen Verdauungstrakt von Natur aus auf kleine Mahlzeiten eingestellt ist, die über den Tag verteilt sein sollten. Ein Pferd, das fast ausschließlich in der Box steht und dann in zwei Stunden ein Höchstmaß an Leistung bringen soll, muss mit Futter beschäftigt werden. Gleichzeitig erfordert der Sport, dass die Ernährung auf den Punkt die Energie für die geforderte Leistung bereitstellt. Der Einsatz von pflanzlichen Ölen ist eine zusätzliche Energiequelle für Pferde. Zu viel Öl kann laut Vincent Hinnen den Geschmack des Futters negativ beeinflussen und das Hungergefühl senken. Hinnen bat seine Zuhörer eindringlich um Vorsicht bei der Lagerung der Futtermittel. Mit Hilfe von Beispielen aus verschiedenen Disziplinen hat Hinnen die Aufgaben von Heu; Kraftfutter und Futterzusätzen erläutert. Die Ration für ein Freizeitpferd besteht demnach aus acht Kilo Heu und 1,5 Kilo strukturreichem Kraftfutter. Im Breitensport ändert sich das Verhältnis auf sechs Kilo Heu und drei Kilo Kraftfutter. Ein Dressurpferd, das im Training und im Wettkampf einen anderen Anspruch an die Energieversorgung hat, würde mit sechs Kilo Heu und vier Kilo mit Energie angereichertem Kraftfutter gut fahren, eine Portion Öl extra bekommen und etwas Kräutermelange, natürlich aus dem Repertoire von Pavo. Springpferde haben wieder einen anderen Bedarf, was aus den Anforderungen von schnellem Galopp und hohen Sprüngen resultiert. Ein Springpferd bekäme fünf Kilo Heu, zwei Kilo mit hoch dosierter Energie als Kraftfutter, dazu zwei Kilo Gerste und Hafer, da Hafer immer noch am besten vom Pferd verwertet wird, wenn es kurzfristig Leistung bringen soll. Ganz anders wird laut Vincent Hinnen ein Distanzpferd beköstigt: Heu bekommt es nur vier Kilo, dazu 2,5 Kilo Energy Control und Kräutermelange, 100 g Öl und ein Kilo Trockenschnitzel, natürlich eingeweicht. Leinund Sojaäl seien besonders geeignet. Wie Parasiten beim Pferd wirkungsvoll bekämpft werden, zeigte Dr. Jürgen Bartz im Anschluss an den Fütterungsvortrag: Ziel sei, mit möglichst wenig Behandlungen ein breites Spektrum an Parasiten zu erwischen. Rundwürmer, Bandwürmer und die Larven der Magendasseln durchlaufen über das Jahr verschiedene Stadien, die im Pferd schlimme Schäden verursachen können. Das gilt es zu vermeiden, auch wenn es durch Weidehygiene, entsprechende Einstreu und Wurmkuren nie zu einem ganz von Parasiten befreiten Pferd kommen kann. „Das ist auch gar nicht gewollt", so Dr. Jürgen Bartz über die Funktion von Parasiten im Abwehrmechanismus der Pferde. Zwei Wurmkuren zu Beginn und zum Ende der Weidesaison reichen nicht aus, um die Schädlinge im und am Pferd zu erwischen, warnte Bartz, Produktmanager bei der Firma Virbac in Bad Oldesloe. Beim Kurzreferat über die verschiedenen Arten der Parasiten, ihre Stadien und die bestmöglichen Zeitpunkte für die Bekämpfung wurde klar, dass es nicht nur im Interesse der Pharmakonzerne sein kann, mindestens vier Mal im Jahr zu entwurmen. Bartz: „Gerade die Wurmkur im Juli / August wird häufig vergessen". Dabei sei gerade hier der „Wurmgipfel" zu finden, während sich der Zeitpunkt für die Bekämpfung der Magendasseln leicht nach vorn verschoben hat: „Ich habe im September keine Dasseln mehr beobachtet, die noch Eier am Bein der Pferde ablegen könnten", so Bartz. Damit sei der richtige Zeitpunkt für die Wurmkur schon Ende Oktober und Anfang November. Fragen nach der Resistenz gegen bestimmte Wirkstoffe in Wurmkuren beantwortete Dr. Bartz ganz eindeutig: Da es nur zwei Wirkstoffe gibt, die im Einsatz gegen die bekannten Parasiten helfen, bleiben nur Ivermectin oder Moxidectin gegen die Magendasseln. Im Einsatz gegen Rundwürmer sind diese beiden Stoffe ebenfalls angezeigt, nur bei Bandwürmern würde Bartz auf Praziquantel ausweichen. Einen Nachweis von Parasiten durch Kotproben hält Dr. Bartz für wenig geeignet, da die Würmer und ihre Larven in den seltensten Fällen exakt bestimmt werden können. Eine Kotprobe sei da eher wie eine Lotterie. Die beste Vorsorge sind also Wurmkuren in den Monaten April/Mai, Juni/Juli, August/ September und Oktober/November. Im Einzelfall ist die letzte Chance, noch Larven zu bekämpfen, eine fünfte Wurmkur im Januar. Die Grundlage für ein gesundes Pferd wird laut Bartz schon bei der Entwurmung der Fohlen geschaffen. Hier sei der Einsatz von Wurmkuren schon bei der Mutterstute kurz vor der Geburt angezeigt und beim Fohlen alle zwei Monate notwendig. Spektakuläre Neuigkeiten in Bezug auf Fütterung und Parasitenbekämpfung hatten beide Referenten zwar nicht, jedoch wurde durch die anschließenden Fragen aus dem Publikum deutlich, wie wichtig beide Themen immer wieder für Pferdehalter sind. Niemand kann sich der Problematik entziehen und die Verantwortung für sein Pferd dem Stallbesitzer oder Futtermeister übertragen, auch wenn in vielen Ställen die Wurmkur vom Tierarzt abgegeben und vom Stallmeister verabreicht wird. Karola Bady  
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