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Rassebeschreibung: Das „Deutsche Classic-Pony"
ist ein modernes Kleinpony, das den heutigen Anforderungen an ein elegantes Fahr-, Reitund Freizeitpony in besonderer Weise entspricht. Da es seit über 30 Jahren in Deutschland als „Sportliches Shetlandpony" verbreitet ist, ist es gleichzeitig schon ein klassisches Kleinpony. Es lässt sich über 100 Jahre auf englische und amerikanische Shetlandlinien zurückführen. Gerade als Fahrpony hat es sich in den vergangenen Jahren nachhaltig bewährt. Als Größe wird der obere Kleinpony-Stockmaßbereich angestrebt mit einer Größe bis ca. 112 cm. Die meisten Züchter visieren eine Größe von 103 – 110 cm an. Die vorherrschende Fuchsfarbe mit den Varianten Dunkelfuchs / Windfarben / Isabell / Palomino - jeweils in Verbindung mit weißem oder hellem Behang – hat die Zuchtrichtung bekannt gemacht. Oft werden Vergleiche mit Haflingern und Schwarzwälder Füchsen gezogen. Grundsätzlich sind jedoch alle Farben - auch die Tigerscheckung - zulässig. Die bisher weniger vertretenen Schimmel, Rappen, Braunen und Schecken werden mit zunehmender Verbreitung der Rasse künftig verstärkt Nachfrage finden. Das Gebäude steht im Rechteckformat mit schräger Schulter, gut bemuskelter Kruppe und dichtem Schweif. Der kleine Kopf hat eine breite Stirn und kleine Ohren. Der gut angesetzte Hals ist leicht im Genick mit genügend Ganaschenfreiheit und voller Mähne. Ein trockenes, hochstehendes Fundament mit gut ausgebildeten Gelenken soll ein elegantes Gesamtbild vermitteln. Der Bewegungsablauf ist eines der bekanntesten Merkmale des Deutschen Classic-Ponys. Er ist raumgreifend, schwungvoll und leichtfüßig mit elastisch schwingendem Rücken, natürlicher Aufrichtung und Balance bei aktiv arbeitender, deutlich abfußender Hinterhand. Zur Erhaltung des Typs des ehemaligen „Sportlichen Shetlandponys" wird für die kommenden Jahre ein Anteil von 25% American Classic Shetlandpony-Blut angestrebt. Das Deutsche Classic-Pony - ein klassisches und zugleich modernes Kleinpony für Freizeit und Sport „Und wie bringen wir eine Rasse im Image voran? Das kann man sich zur Zeit bei den Züchtern des Deutschen Classic-Ponys abschauen: Deren Zusammenhalt und Öffentlichkeitsarbeit, Aktivitäten und gut besetzte Veranstaltungen sind geradezu vorbildlich, erwähnt seien nur die Sonderschau auf dem Ponyfest Schönbach und das Fahrschaubild auf der Hengstparade Dillenburg. Kein Wunder, dass die „Classics" inzwischen bundesweit bekannt und gefragt sind, als gäbe es sie schon viele Jahre." ( ...aus dem Zuchtbericht 2003 des hessischen Zuchtleiters Florian Solle ) Diese Rückmeldung zu den Aktivitäten der Züchter und Liebhabern des „Deutschen Classic- Pony" hätte bei der Gründung der neuen Rasse im Jahre 1999 wohl niemand voraus zu sagen gewagt. Sie ist aber Bestätigung des damals mutigen Schrittes einer Rasseneugründung, nachdem dem bisherigen Sportlichen Shetlandpony durch das britische Mutterstutbuch die volle Anerkennung verweigert wurde. Eine bedeutende Zuchtgrundlage für das „Deutsche Classic-Pony" war schon gegeben, da das bisherige Sportliche Shetlandpony seit 1965 in Deutschland gezüchtet wurde. Zahlreichere Populationen gab es gerade in den Zuchtgebieten Hannover, Westfalen, Hessen und Bayern. Die „Daseins-Berechtigung" einer Rasse ist aber kein reiner züchterischer Selbstzweck. Vielmehr werden Pferde und Ponys gezüchtet, um Liebhabern und sportlich Interessierten für die jeweiligen Zwecke im Typ, im Bewegungspotenzial und im Interieur besonders geeignete Tiere zur Verfügung zu stellen. Was nutzt das schönste Pony, wenn es bei seiner Aufgabe als Kinder- oder Freizeitpony exterieurbedingt beim Reiten fehlende Elastizität zeigt oder im Umgang mit überschäumendem Temperament entmutigt? Die bisherige Nachfrage gerade nach ausgebildeten Classic-Ponys bestätigt, dass man mit dem Ziel eines vielseitigen und umgänglichen Ponys mit besten Gebrauchsqualitäten auf dem richtigen Weg ist. Zuverlässige Ponys schaffen Vertrauen und ebnen Kindern Wege zum Pferdesport Besitzer von Classic-Ponys zeigen bei vielfältigen Gelegenheiten die manigfaltigen Nutzungsmöglichkeiten ihrer Rasse, die ohne eine deutliche Gelehrigkeit und eine außerordentliche Umgänglichkeit nicht möglich wären. Hinzu kommt die für die Nutzung als Kinderpony unerlässliche Sanftmüdigkeit. Fahrsportler schätzen weiterhin die Leistungsfähigkeit und Antrittsschnelligkeit in den Turnierdisziplinen. Das Classic-Pony als Erstpony für Kinder Im Bereich der Führzügelklassen und Jungzüchter- Wettbewerben kann entsprechend der Größe des Kindes das ganze Spektrum der Classic-Ponys zum Einsatz kommen. So zeigte die zwölfjährige Tabea Bartsch aus Upen-Liebenburg bei den Landesmeisterschaften der Jungzüchter des Verbandes der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover in Auhagen einen gelungenen Auftritt. Mit der Classic Pony Stute "Liberty" der Upener Familie Schirmer und mit viel Wissen bei der theoretischen Prüfung holte sie sich in ihrer Altergruppe den Landesmeistertitel. Tabea Bartsch – Landesmeisterin der Jungzüchter mit der Classic-Pony-Stute „Liberty" Zum Reiten eignen sich wegen des angemessenen Größenverhältnisses oft die etwas größeren Classic-Ponys, die dem oberen Stockmaß von ca. 112 cm nahe kommen. Die Geschwister Marcel und Pierre Ohmeis aus dem hessischen Karben präsentierten bei verschiedenen Gelegenheiten den gekörten Hengst „Jim vom Talhof" in imponierender Weise mit Dressurlektionen unter dem Sattel. Ein Pony im Format eines Pferdes – Marcel Ohmeis bei einer Dressur mit dem gekörten Hengst „Jim vom Talhof" Aber auch im Bereich der Heranführung von Kindern an Tiere allgemein, z.B. in der Kindergartenarbeit, sowie in der heilpädagogischen Arbeit mit beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen sind Classic-Ponys mit ihrem unkomplizierten und aufmerksamen Wesen höchst verlässliche Partner. Die Sonderschullehrerin Ingrid Baltruschat- Schmitz aus Herdecke in Verbindung mit der Zuchtstätte Lückel sowie das REHA.-Zentrum und die Erzieher-Fachschule in Landstuhl in Verbindung mit der Zuchtstätte Braun führen wiederholt heilpädagogisch orientierte Projekte durch, bei denen sich die Classic-Ponys sehr gut bewähren. Verlassponys leisten in der heilpädagogischen Arbeit mit Behinderten wertvolle Dienste Für großes Aufsehen sorgten auch die Classic- Ponys "Lupinchen" und "Jobst" aus der Zucht von Familie Schirmer beim Sommerfest des Kindergartens in Othfresen. Mäuse- , Bären-, Hasen- und Katzenkinder tummelten sich mit ihren Freunden, Eltern und Angehörigen auf dem Kindergartengelände, ob klein oder groß: die Begeisterung und Faszination für die Classics war groß. Es war erstaunlich, wie ruhig und gelassen die Ponys waren und sich jede Streicheleinheit von den Kindern gefallen ließen. Classic-Ponys – beliebte Teilnehmer bei Schauprogrammen Der Einladung zum internationalen Shetlandponytreffen im belgischen St. Vith folgten mehrere Classic-Pony-Vertreter mit insgesamt etwa 50 Ponys. Am Himmelfahrtstag wurde den Zuschauern bei herrlichstem Sommerwetter auf dem Messegelände neben den Shetland-Zuchtrichtungen auch das Deutsche Classic-Pony vorgestellt. Die Classic- Pony-Züchter Kurt Broschart und Otto Storbeck, verstärkt durch die luxemburgischen Mitglieder Cler und Jans, stellten die Hengste Benvenuto und Justin sowie die Stuten Britney, Gescha, Holly vom Hexenzipfel und Bonny vom Schedetal an der Hand vor. Marco Braun mit einem Zweispänner, Patrick Braun mit einem Vierspänner und das Classic- Pony-Showteam (Ralf Grober, Lutz Mittendorf, Wolfram Gantert, Michael Zimmermann) mit einer rasanten Kutschenquadrille demonstrierten die Verwendung des Classic- Ponys im Fahrsport. Zuschaueranimation mit Classic-Ponys in der Fußgängerzone von St. Vith Auch am Freitag und Samstag boten die Fahrer, verstärkt durch den zwischenzeitlich angereisten Heiner Zierfuß, den Zuschauern ein buntes Schauprogamm. Erfolgreich für die Classic-Pony-Fahrer endeten auch die Wettkämpfe am Samstag Nachmittag, bei denen es gelang, in den Zweispänner- und Vierspännerwettbewerben mehrere der von der IG Classic für das internationale Shetlandtreffen gestifteten Pokale in den eigenen Reihen zu halten. Heiner Zierfuß wurde dabei mit seinen Classics Gesamtsieger der Vierspännerfahrer. Schon seit einigen Jahren sind auf dem rheinland- pfälzischen Ponyforum in Standenbühl Classic-Ponys im großen Schauprogramm vertreten. Neben einem Fohlenrennen der Zuchtstätte Broschart, Kindsbach, lieferte Helmut Demler aus Alzey einen seltenen „Farbtupfer". Er präsentierte ein Gespann Classic- Tigerschecken, die er sich nach langer Suche als Vierspänner zusammen stellte. Ungewöhnliche Schaubilder mit Classic-Ponys Classic-Pony und Vorführer beim „Mächtigkeitsspringen" Kleine und große „Brüder" - Classic-Ponys und Kaltblüter Troika - eine seltene Anspannung mit 3 gekörten Hengsten Im Schauprogramm der Messe „Reiten-Jagen- Fischen" im oberhessischen Alsfeld zeigte die 15 jährige Tina Habich (Riedstadt) mit der jüngeren Schwester Anja als Beifahrerin ihren Zweispänner, mit dem sie auf Fahrturnieren schon recht erfolgreich war. Vater Theo Habich komplettierte mit der dritten Tochter Petra die Fahrerfamilie und stellte diesmal die selten gefahrene Anspannung „Einhorn" vor. Michael Steinert aus dem thüringischen Nöda spannte eine folkloristisch aufgemachte „Troika" mit drei gekörten Hengsten ein, die bei den Zuschauern viel Anerkennung fand. Schließlich hatte der 18jährige Patrick Braun (Schönenberg-Kübelberg) seine Premiere mit dem erst 4 Monate vorher zusammengestellten Classic-Vierspänner, den er von Auftritt zu Auftritt souveräner vorstellte. Am 01.08.04 fand in Lingen a.d. Ems mit 322 Gespannen der längste Kutschenkorso der Welt statt. Der Rekord soll Eingang in das Guiness-Buch finden. Von allen Kutschen wurden 30 prämiert und am Wochenende darauf auf dem Dressurfestival ausgestellt. Die Ehrung erhielt auch die Classic-Pony-Fahrerin Gerlinde Ermlich aus Laer (Münsterland) mit ihrer Stute Tina. Angespannt hatte sie in einem geschmückten Naturholzgig, einer Sonderanfertigung der Fa. Hansmeier. Er wurde nach Vorlage einer alten Kutsche mit einem Gewicht von 110 kg gebaut. Stilvolles Fahren ist also keine Frage der Ponygröße. Prämiert - ein größengerechter Naturholz-Gig Beim Galaabend des Landgestütes Zweibrücken fand der Programmpunkt „Berühmte Märchen mit prächtigen Kutschen", bei dem 3 stilvoll herausgebrachte Vierspänner mit Pferden unterschiedlicher Größe jeweils ein bekanntes Märchen repräsentierten, viel Beachtung : Den Anfang bildete Patrick Braun (Schönenberg-Kübelberg) mit Classic-Ponys (Der gestiefelte Kater), es folgte der Fahrausbilder des Landgestütes August Mayer mit Haflingern (Der Froschkönig) und schließlich der Turnierfahrer Michael Mayer mit Gelderländer Füchsen (Aschenputtel). Mit Geschick bewegten die drei Fahrer ihre Gespanne auf dem eingegrenzten Bereich der Gestütshalle und boten ein eindrucksvolles Schaubild. Mit viel Applaus wurde das Classic-Ponygespann bedacht, als es die Halle im Galopp verließ. Michael Zimmermann erhielt mit seinem Classic- Vierspänner eine Einladung zur Fest-Gala der Süddeutschen Pferdetage mit Warmblutkörung und Auktion. Als Gag wurde das komplette Gespann Zimmermanns in einem 4 Meter langen Pferdehänger „zusammengefaltet" in die Halle eingefahren, wo er zur Überraschung der Zuschauer aus dem Hänger heraus als letzter Teilnehmer eines Kegelrennens startete. Ohne eine besondere Gelassenheit der Classic-Ponys wäre eine derartige Aktion nicht durchführbar. Darüber hinaus zeigten Zimmermanns Classic-Ponys im Parcours eine große Leidenschaft und gewannen nicht nur die Herzen der Zuschauer, sondern auch das Kegelrennen gegen die übrigen Haflingergespanne. Beim S-Springturnier auf dem Rothenberghof Kaiserslautern wird im Rahmen des abendlichen Schauprogrammes „Pferdenacht Kaiserslautern" als ein Höhepunkt auch ein „Jump&Drive-Wettbewerb" ausgetragen. Die rasante Vorführung mit jeweils einem Paar, bestehend aus einem Reiter und einem Zweispännerfahrer, begeistert die Zuschauer immer wieder neu. Zu den 7 Gespannen gehörte auch Patrick Braun, Schönenberg-Kübelberg, mit den Classic- Ponys „Fiola" und „Flamenco", die sich als einziges Kleinponygespann der Konkurrenz von Warmblütern, Haflingern und Welsh- Cobs stellten. 5 Strafsekunden des Patrick Braun zugelosten Reiters waren eine Hypothek für den Fahrparcours. Sein Gespann schien die Bürde zu erkennen und verbesserte mit einer rasanten Galoppade durch den Fahrparcours trotz Strafzeit die Gesamtzeit, die erst vom letzten Starter mit Warmblütern übertroffen werden konnte. Mit dem zweiten Platz (wie 2 Jahre zuvor) verblüfften die „Kleinen" einmal mehr das Pferde-Fachpublikum. Classic-Ponys im Turniersport Absoluter Höhepunkt des Fahrgeschehens war der 1. Fahrertag der IG-Classic e.V am 04.Juli 2004, der in Zusammenarbeit mit dem Fahrsportverein Kaiserslautern-Land ausgetragen wurde. Fahrer und Züchter des Classic- Ponys hatten Gelegenheit, ihre Rasse einem großen Publikum zu präsentieren. Ca. 8.000 - 10.000 Besucher nahmen den „Tag der Offenen Tür der Tierversuchsanstalt Neumühle" (zwischen Mainz und Kaiserslautern) zum Anlass, sich auf dem Gelände einzufinden. Zwischen 300 bis 500 Zuschauer verfolgten über den ganzen Tag das Geschehen auf dem Fahrplatz. Der Fahrertag war offen für alle Kleinponys bis 127 cm. Spezielle Prüfungen für Kinder und Jugendliche, die bei den Zuschauern teilweise mit Erstaunen und großem Interesse verfolgt wurden, entsprechen der Leitlinie der IG-Classic der gezielten Jugendförderung. Es war schon beeindruckend, mit welcher Souveränität sich die jungen Fahrer in stilvollem Outfit präsentierten. Schirmherr der Veranstaltung war der Vizeweltmeister, Vizeeuropameister und mehrfache Deutsche Meister Fred Freund. Ihn wird Fahren mit Stil – keine Frage des Alters (hier die 11jährige Stefanie Harth, 2.Platz in der Dressur) es besonders gefreut haben, dass sein siebenjähriger Neffe Marco, Sohn von Michael Freund, bei seinem ersten Fahrturnier in Deutschland den IG-Classic-Junior-Cup mit nach Hause nehmen konnte. In der Dressur der Jugendprüfung erreichte die erst 11-jährige Stefanie Harth aus dem westpfälzischen Dunzweiler mit einem Classic- Gespann hinter Marco Freund den 2. Platz. Ebenfalls mit einem Classic-Gespann gewann der 15-jährige Marco Braun das Hindernisfahren, was ihm den 2. Platz in der Kombinierten Wertung sicherte. Das siebenstündige Non-Stop-Programm mit verschiedenen Fahrwettbewerben, einer zweimal im Laufe des Tages stattfindenen Rassepräsentation „Classic-Pony" und dem Fohlenrennen war ansprechend und abwechslungsreich gestaltet. Die Classic-Hengste „So What", ein USA-Import von Josef Schlömer, Dormagen, und der kraftvolle „Jim vom Talhof" von Kurt Heusohn, an der Hand bzw. unter dem Sattel vorgestellt, zeigten, welches Bewegungspotential bei der Rasse Classic-Pony angestrebt wird. Die IG - Mitglieder Broschart, Ohmeis und Braun warben mit typvollen Stuten und Fohlen für die Rasse. Beim abschließenden Schau-Hindernisfahren der Vierspänner führte Patrick Braun mit seinen Classic-Ponys vor, wie man stilistisch sauber und trotzdem in flotter Fahrt einen Hindernisparcours meistert. Die Richter des Fahrertages, Herr Manfred Winternheimer und Frau Birgit Reinhardt, verstanden es hervorragend, den überwiegend nicht fachkundigen Zuschauern die Kriterien ihres Urteils transparent zu machen. Gleichzeitig gaben sie gerade den jungen Fahrern mit guten Tipps Orientierungshilfen für ihre weitere Entwicklung als Turnierfahrer mit auf den Weg. Der Hallencup im Rahmenprogramm des SSpringturniers im südhessischen Groß-Zimmern (bei Darmstadt) ist für Gespannfahrer der regionale Höhepunkt der Wintersaison. Eine Aufwertung erfuhr die diesjährige Veranstaltung am 27.März 2004 durch die Teilnahme des kompletten baden-württembergischen Landeskaders. Bei den Zweispännern (Kl.M) zeigte Theo Habich aus Riedstadt in beiden Umläufen eine eindrucksvolle Vorstellung und plazierte sich auf dem 2. Platz bei insgesamt 20 Teilnehmern verschiedener Rassen. Bei den rheinland-pfälzischen C-Turnieren in Kaiserslautern und Zweibrücken konnten sich Marco Braun und Urban Braun mit ihren Classic- Gespannen in direkter Konkurrenz gegen zahlreiche Warmblut- und Großponygespanne in fast allen Teilprüfungen in der Spitzengruppe behaupten. Beide erhielten punktgleich vom rheinland-pfälzischen „Förderkreis Fahren" den „Förder-Cup" als beste Teilnehmer einer Wertung aus den zwei Turnieren. Als man den Preis als Anreiz für Fahrer und Veranstalter zur Förderung des Fahrsports in Rheinland-Pfalz ausgeschrieben hatte, rechnete man sicher nicht damit, dass er von Kleinponyfahrern gewonnen würde. Zwei Classic-Pony-Fahrerinnen machten 2004 ebenfalls mit Turniererfolgen auf sich aufmerksam. Ingrid Baltruschat-Schmitz aus Herdecke lehrte auf mehreren Turnieren in Westfalen die Konkurrenz das Fürchten – und das mit Stil. Sowohl in Ahaus-Barle, Hengsen-Opherdicke als auch in Enningerloh-Ostenfelde gewann sie mit dem Classic-Pony-Gespann Bina und Jorki aus der Zucht des Gestütes Lückel die Dressur. Bei den beiden letztgenannten Turnieren konnte sie zudem die Geländeprüfung gewinnen. Den außergewöhnlichen Erfolg vervollständigte sie mit den Siegen in der Kombinierten Wertung der Turniere Ahaus- Barle und Enningerloh-Ostenfelde. Gerlinde Ermlich (Laer) belegte bei einem Fahrertag in Ostbevern den 1. Platz sowohl in der Ingrid Baltruschat-Schmitz mit ihrem erfolgreichen Gespann Dressur, im kombinierten Hindernisfahren und in der Gesamtwertung der Kombinierten Prüfung. Die Geländestrecke führte über eine Länge von über 15 km - für Kleinponys keine leichte Aufgabe. Dabei behauptete sie sich gegen 28 Pony- und Pferdegespanne. Ende September startete Gerlinde Ermlich im Einspänner (Stute Tina) beim C-Turnier in Altenfelde. Trotz schweren Bodens nach ergiebigem Regenfall konnte sie den 3. Platz in der Geländeprüfung erreichen. Alle zwei Jahre wird im Zuchtgebiet Hannover der Dieter-Grober-Fahrpokal, ein aus Dressur und Hindernisfahren bestehender Kombinationswettbewerb, ausgetragen. 2004 fand er im Rahmen des Fahrertages des Fahrund Reitvereins Niedersachsen Mitte e.V. am 13. Juni in Rethem-Moor statt. Auch hier gelang es Classic-Pony-Fahrern, die besondere Fahreignung des Deutschen Classic-Ponys unter Beweis zu stellen. Die Ergebnisse: Einspänner Erwachsene (14 Teilnehmer) 1. Platz: Ralf Grober mit der elfjährigen Stute Basic von Clus Zweispänner Erwachsene (6 Teilnehmer) 1. Platz: Ralf Grober mit den vier- und fünfjährigen Vollbrüdern Jazz I und Jazz II von Clus 3. Platz :Heiner Zierfuß mit dem achtjährigen Wallach Bruce und der sechsjährigen Stute Püppi Einspänner Kinder 2. Platz :Dennis Heyer (11 J.) mit der gleichaltrigen Stute Basic von Clus. Der niedersächsische Gespannfahrer Michael Zimmermann startete mit seinen Classic- Ponys bereits zum fünften Mal hintereinander in Zerbst (Nähe Magdeburg). Dort fand zum 48. Mal das seit DDR-Zeiten traditionelle Heimat- und Schützenfest statt. Im Rahmen des Festes wurden 2004 die Landesmeisterschaften (Sachsen-Anhalt) der Vierspännerfahrer durchgeführt. Mit 10 Teilnehmern war die Konkurrenz bei den Pony-Vierspännern besetzt. Mit der Teilnahme des Europameisters und fünffachen Deutschen Meisters Gerhard Gerich war die Favoritenrolle klar. Er hatte seine Reitponys mitgebracht, die er bei der Deutschen Meisterschaft in Sachsenhausen eingesetzt hatte. Im Gelände siegte erwartungsgemäß Gerhard Gerich, nachdem er in fünf der sechs Hindernisse die Bestzeit vorgelegt hatte. Doch die wesentlich kleineren Classic-Ponys von Michael Zimmermann wuchsen über sich hinaus. In einem Hindernis erzielte das Schedener Gespann die drittbeste Zeit, in allen anderen die zweitbeste. Damit war die silberne Schleife für das Geländefahren gesichert. Im Endergebnis der Kombinierten Wertung hatte Michael Zimmermann in dem starken Teilnehmerfeld Platz drei in der Kombinierten Wertung erreichen können. Für das Hindernisfahren hatte er zusätzlich zweispännig genannt und startete mit Beijing und Janosch vom Schedetal gegen 13 Konkurrenten. Die Zeitvorgabe für den Parcours war aufgrund der in diesem Jahr geänderten Vorschriften äußerst knapp, selbst der erste Umlauf musste überwiegend im Galopp absolviert werden. Doch die Classic-Ponys rannten, was die Hufe hergaben, und bewältigten die 400 Meter in 62,04 Sekunden. Dies bedeutete den Sieg für das Schedener Team. Classic-Ponys auf Hengstleistungsprüfungen In den vergangenen Jahren hatten Classic- Hengste bei den obligatorischen Hengstleistungsprüfungen als 15 Tage-Test „Fahren" ihre besondere Eignung als Gebrauchs- und Sportponys gezeigt und mit Siegen bzw. Spitzenplätzen untermauert. Dazu zählt der dunkelbraune Jim vom Talhof (Z.+B.: Kurt Heusohn, Gedern-Wenings), der 2002 in Prussendorf mit 8,5 die höchste Bewertung von 23 Hengsten verschiedener Rassen erzielte. Der (inzwischen nicht mehr) vorgenommene Altersabzug brachte ihm schließlich den 3. Platz ein. 2003 war wieder ein Classic-Hengst Prüfungsbester, diesmal zusammen mit einem Welsh-B-Hengst. Insgesamt stellten sich 18 Hengste der Rassen Shetland, Partbred-Shetland, Classic-Pony, Welsh A, Welsh B, Welsh C und Lewitzer der Prüfung. Der Classic- Hengst „Jabolo" von Jacob´s Krönung aus der Zucht von Günther Nüstedt, Sudwehye, und im Besitz des Pony-Gestütes Clus, Bad Gandersheim, erreichte die Endnote von 8,05. In der Umgänglichkeit erhielt er die Traumnote 10, in der Lern- und Leistungsbereitschaft die ebenfalls außergewöhnliche Bewertung 9,0. Diese hohen Interieurnoten haben gerade im Hinblick auf die Aufgaben als Kinderreit- und Fahrpony eine herausragende Bedeutung. Schließlich konnte sich 2004 im Rahmen der Hengstleistungsprüfung in Thüle bei der Fahrerfamilie Duen der Classic-Hengst „Jamo" ebenfalls hervorragend platzieren. Mit einer Durchschnittsnote von 7,98 gehörte er zur Spitzengruppe von 17 Hengsten verschiedener Rassen. „Jamo" vom Ponygestüt Lückel, Herdecke, wurde von „James Bond" als Vater und aus der aus den USA importierten amerikanischen Classic-Mutter „Oberländer´s Molly" gezogen. „Jamo" beherzt im Wasserhindernis der Hengstleistungsprüfung in Thüle (Foto: Eberhard Holin) Classic-Ponys haben bei den Hengstleistungsprüfungen gegenüber größeren Rassen wie Welsh und Dartmoor bei einem wesentlich geringeren Eigengewicht die gleiche Last und Prüfungsleistungen zu bewältigen. Von daher sind die angeführten Ergebnisse von Classic-Hengsten umso höher einzuschätzen. Wegen der Nachteile die Abschaffung der Hengstleistungsprüfung zu fordern, wäre fatal. Nur bei Nachweis der erforderlichen Interieureigenschaften Umgänglichkeit, Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit sowie der Gangqualitäten und Fahreignung sollte ein Hengst bei einer Qualitätszucht zum Einsatz kommen. Die geprüften Merkmale unabhängiger Prüfer geben zumindest in Ansätzen Hinweise auf die Gebrauchsqualitäten als Kinder,- Freizeit- und Sportpony. Eine ausschließliche Zuchtauslese nach Exterieurb z w . S c h ö n - heitsmerkmalen hat bei mancher Rasse zwar herrliche Schaupferde geb r a c h t . Viele davon sind aber in der a l l t ä g l i - chen Arbeit wegen Schwierigkeiten im Umgang als Gebrauchspferde nicht verwendbar. Häufig werden sie als „für Anfänger nicht geeignet" angepriesen oder fristen als Händlerpferde und Händlerponys ein trostloses Dasein. „Klasse statt Masse" sowie „Gebrauchsqualitäten statt Showqualitäten" sind zwei Grundsätze der meisten Classic-Pony-Züchter. Aus Überzeugung stellen sie ihre Zuchthengste sowohl zur Körung in den einzelnen Zuchtverbänden als auch zur Hengstleistungsprüfung vor. Darüber hinaus unterziehen viele zusätzlich ihre Stuten einer Stutenleistungsprüfung im Fahren. Zu welchen Leistungen erfolgreiche Classic-Ponys und deren Nachkommen fähig sind, zeigen die im Bericht aufgeführten vielfältigen Einsatzbereiche. Urban Braun Neue Blutlinien in der Zucht des „Deutschen Classic-Ponys" Zur Blutauffrischung des deutschen Classic- Pony-Bestandes beschreiten die Züchter unterschiedliche Wege. Reinhard Lückel und Kurt Heusohn züchteten aus Stuten, die sie aus den USA importierten, in Anpaarung mit bewährten deutschen Classic-Hengsten die Junghengste „Jamo" (107 cm) und „Jim vom Talhof" (112 cm). Beide sind inzwischen gekört und bestens leistungsgeprüft und haben in verschiedener Weise auf sich aufmerksam gemacht. Andere Züchter importieren weiterhin mit erheblichem Aufwand direkt aus den USA amerikanische Classic Shetland-Ponys. Im Oktober 2003 ließ Hans-Josef Schlömer (Dormagen) den dort schon recht erfolgreichen, cremellofarbenen „So What" (112 cm) über den „großen Teich" einfliegen. Er ist inzwischen beim rheinischen Zuchtverband gekört und hat seine Hengstleistungsprüfung „Fahren" abgelegt. Das Ponygestüt Clus importierte 2004 den Classic-Hengst „KC Coyne Connection" (108 cm) aus dem Gestüt der Familie Frank und Karen Johnson in Allen, Michigan, USA. Seine Mutter „Royal-Lacey-Lady" ist in der „Hall of Fame", dem bedeutendsten amerikanische Wettbewerb, Driving Champion geworden und war für die „Halter"-Klasse qualifiziert. Der Vater „Z.J.’s Windwalker" ist selbst wenig auf Schauen präsentiert worden, wurde jedoch durch seine herausragende Nachzucht berühmt. In 2003 erhielt er den „Supreme producer award" , davor war er „Pony of the year" aufgrund der vielen Erfolge, die seine Nachkommen vorzuweisen haben. Coyne Connection „KC" selbst konnte 2002 in den USA den „National Shetland Congress" gewinnen und erhielt den Titel: „Grand Champion Classic Stallion". Im Mai 2004 kam KC nach Deutschland, er wurde im Oktober in Verden beim Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover gekört. Er hat viel Hengstausdruck und eine auffallende Erscheinung. Dennoch ist er brav im Umgang und wurde innerhalb von drei Tagen eingefahren. Am 27. Februar soll er auf der Hengstvorführung des Ponyverbandes in Verden vor dem Sulky präsentiert werden. Christina Zeitelhack erwarb 2004 eine interessante Jungstute, die mit ihren Schauerfolgen in den USA eine deutliche Bereicherung der deutschen Classic-Pony-Zuchtgrundlage verspricht. Die dreijährige „LBF Melody" war 2003 in den USA „National Champion Mare" und zuvor „Reserve Champion Youth Mare". „Wir wollten neues Blut in die Classic Zucht bringen", berichtet Christina Zeitelhack. „Der Import gestaltete sich etwas schwierig. Man braucht einen Verkäufer, der mit hilft und einen zuverlässigen Importeur! Es ist schwierig, alles von Deutschland aus zu koordinieren, im Ablauf darf nichts dazwischen kommen. `LBF Melody´ kommt aus Minnesota, wurde dann nach Kanada in die Quarantäne gebracht, wo noch weitere Pferde warteten. Sie flog über Montreal nach Paris. Von dort kam sie auf dem Straßenweg nach Nürnberg. Ein weiter Weg für eine junge Stute, den sie relativ gut verkraftet hat." Es bleibt der deutschen Classic-Pony-Zucht zu wünschen, dass sich der nicht geringe materielle Aufwand einiger Züchter über die Zuchtergebnisse belohnt wird. „American Classic Shetlandponys" sind – ganz gleich, ob in den USA oder in Deutschland gezogen - für die Blutlinienauffrischung des „Deutschen Classic-Ponys" zugelassen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie auch die Mindestanforderungen der deutschen Zuchtverbände im Hinblick auf die Körung und die Hengstleistungsprüfung erfüllen. Gerade die Orientierung an hochwertigen Zuchttieren kann neben neuen Zuchtlinien auch eine qualitative Bereicherung der deutschen Classic-Zucht bewirken. Kontakte und Informationen Vorsitzender: Reinhard Lückel, Auf dem Schnee 52, 58313 Herdecke, Tel.: 02330-84670, Fax: 02330-84343 Prospekt: Urban Braun, Bruchstr. 5, 66901 Schönenberg-Kübelberg, Tel.: 06373 – 50 55 50, Fax: 06373 - 3826 E-mail: uespm@aol.com Internet: http://www.classic-pony.com Hier gibt es neben allgemeinen Informationen o Züchteradressen o Deckhengste o Verkaufsanzeigen  
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