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Das Fell Pony - der Allrounder aus Englands Norden
Im Nordwesten Englands an der schottischen Grenze liegt eine Region mit einer eigenen herben Schönheit. Eine Seenlandschaft mit kahlen Bergrücken, steilen Hängen und engen Tälern. Die kargen Bergkuppen, die auch „Fells" genannt werden, standen für den Namen der Ponys Pate, die seit Jahrhunderten in der Abgeschiedenheit der Berge unter halbwilden Bedingungen leben. Auf Grund der natürlichen Selektion entstand hier ein genügsames, robustes Pony, welches sich durch Mut, Ausdauer und Intelligenz auszeichnet. Ein Grossteil dieser Rasse wird immer noch in seinem Ursprungsland Cumbria/Westmoreland gezüchtet, wobei es nur noch wenige Züchter gibt, die ihre Herden wie altersher das ganze Jahr über zusammen mit großen Schafherden auf riesigen nicht eingezäunten Weiden in den Bergen halten. Das Fell ist stark verwoben mit der Geschichte und den Traditionen der Menschen Nordenglands. Ursprünglich war das Fell vor allem ein Pferd der Farmer. Es wurde für fast alle auf den Höfen anfallenden Arbeiten eingesetzt. Als Pack- und Lastenpony tat es ebenso seinen Dienst wie auch als Reit- und Kutschpferd. Mit der Mechanisierung, die auch vor der Landwirtschaft keinen Halt machte, reduzierte sich die Population in den 60er Jahren auf knapp 4oo Tiere. Es ist nur wenigen, sehr engagierten Züchtern und Unterstützern zu verdanken, dass diese einzigartige Rasse erhalten wurde. Heute erleben die Fells in ihrem Ursprungsland, eine erneute Wertschätzung und haben inzwischen auch weltweit Freunde und Anhänger gefunden. Die maximale Größe der Fells beträgt 14 hands (1,42 m). Raumgreifende Bewegungen, besonders im Trab, zeichnen das Fell ebenso aus wie eine gute Knieaktion. Die Vorliebe für Rappen ließ andere Farben allmählich seltener werden. Mehr als 80 % der heutigen Ponys sind schwarz, obwohl die ursprüngliche Farbe ein dunkles schwarzbraun war. Weitere zulässige Farben sind braun bis hellbraun, sowie „grey". Ein Stern oder kleine Abzeichen an den Beinen sind erlaubt. Größere weiße Abzeichen sind als Hinweis auf Fremdbluteinkreuzung unerwünscht. Auffallend sind die üppige, lange Mähne, der kräftige Schweif und ein ausgeprägter, seidiger Kötenbehang. Der Rassestandard beschreibt ein Pony mit feinem Kopf und weiten Nüstern, großen, strahlenden Augen und kleinen Ohren, gut proportioniertem Hals, kräftigem, geschlossenem Körperbau mit gut entwickelter Muskulatur, sowie einem starken Fundament. Die robuste Veranlagung des Fells ist gepaart mit seinem herausragenden Interieur. Vitalität, Arbeitseifer, scharfer Verstand und ein ausgeglichenes Naturell zeichnet diese Rasse aus. Sprichwörtlich ist die Vielseitigkeit der Fells. Heutzutage werden sie in nahezu allen Bereichen des Pferdebreitensports eingesetzt, vom klassischen Reiten und Springen, Trail- wie auch Wanderritten über den Fahrsport und nicht zu vergessen der reittherapeutischen Arbeit. Das Fell ist aber auch stark genug um einen Erwachsenen zu tragen. Bei entsprechender Ausbildung sind ein Grossteil der Ponys auch ideal für Jugendliche, da sie durch ihre sanfte Freundlichkeit immer wieder bestechen. Herausragend ist u.a. auch das sehr angenehme Sitzgefühl das die Fells ihrem Reiter bieten. Das Fell Pony ist ein idealer Freizeitpartner, der sich am wohlsten im Offenstall fühlt, da dies der natürlichen Herkunft entspricht. Trotz einer auf den ersten Blick äußeren Ähnlichkeit zu den heutigen Friesen ist ein naher Verwandtschaftsgrad zu dieser Rasse, wie er leider häufig erwähnt wird, auszuschließen, da der Friese wie wir ihn kennen erst im 16./17.Jhr entstanden ist. Bei genauerer Betrachtung sind Typ und Bewegung der beiden Rassen völlig unterschiedlich. Es ist dem Fell Pony zu wünschen, dass es nicht als Minifriese umgezüchtet wird, sondern das bleibt, was es immer schon war - ein widerstandsfähiges, ursprüngliches, charakterfestes, Pony, das mit Stärke, Selbstvertrauen und Leistungswillen ausgestattet ist und in dessen Adern noch das Blut seiner halbwilden Ahnen fließt. Wer einmal der Faszination dieser wundervollen Rasse erlegen ist, den lässt sie nicht mehr los. Für Interessierte gibt es mehr Informationen gibt es unter: www.fellponysociety.org oder u.a. bei www.fellpony-bayern.de Annette Richter  
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