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ISLANDPFERDE-REITER- UND
ZÜCHTERVERBAND E.V. IPZV .... Anina Winkes
Pressereferent
Krenkelstraße 5, 01309 Dresden
Tel.: 0351-5637308 - Fax: 0351-5637308
Mobil 0171-8826760 - Email: presse@ipzv.de
Rasse
Keines sieht aus wie das andere - und trotzdem
sind Islandpferde als Rasse unverkennbar. Das
liegt zum einen daran, dass sie mehr Gangarten
haben als andere. Doch es gibt noch andere
Gründe: Mit ihrer Größe zwischen 1.30 und
1.45 Metern, ihrem kräftigen Fundament und
mit üppiger Mähne und Schweif wirken die Islandpferde
auf den ersten Blick solide, selbstbewusst
und sympathisch. Unter dem Reiter
kommt zudem bei vielen das urwüchsig-ehrliche
Temperament zum Vorschein, das Kenner
der Rasse so sehr schätzen.
Islandpferde sind etwas Besonderes, weil Liebhaber,
Reiter und Käufer sich bei dieser Rasse
ihren Lieblingstyp heraussuchen können. Es gibt
elegante, feinnervige Pferde ebenso, wie coole,
eher schwere, starke Tiere. Es gibt hochbeinige
und stämmige, edle und derbe, temperamentvolle
und gelassene Islandpferde. Mehr noch:
die Natur hat auch der Farbenvielfalt keinerlei
Grenzen gesetzt: Vom nachtschwarzen Rappen
über den silbrigen Glanzfalben, vom goldenen
Isabell bis zum dreifarbigen Schecken oder Schimmel
mit schwarzer Mähne – bei Islandpferden
ist alles drin. Auch wenn die mehr und mehr bewusste
Leistungszucht auf der Heimatinsel extreme
Farbausprägungen seltener werden lässt.
Islandpferde sind auch etwas Besonderes,
weil sie ihrem Reiter außer den Gangarten Schritt,
Trab und Galopp auch noch Tölt und Rennpass
anbieten. Diese zusätzlichen Gänge bieten dem
Reiter zweierlei: Einerseits kann er sich vom
sprühenden, lebendigen Viertakt oder vom Geschwindigkeitsrausch
im rasanten Rennpass faszinieren
lassen und andererseits stellen Tölt wie
Rennpass, wenn sie perfekt erlebt werden wollen,
selbst dem erwachsenen, guten Reiter immer
wieder interessante Aufgaben. Reiten auf
Islandpferden ist deshalb niemals langweilig.
Tölt
Tölt ist ein Viertakt wie der Schritt und hat auch
die selbe Fußfolge wie dieser: hinten links, vorne
links, hinten rechts, vorne rechts – so setzt
das Pferd die Beine nacheinander auf.
Was den Tölt vom Schritt unterscheidet, ist die
Art, wie das Pferd die Beine mit- oder nacheinander
setzt - die sogenannte Phasenfolge: Im
Tölt stützt sich das Pferd abwechselnd mit einem
oder mit zwei Beinen vom Boden ab, im
Schritt mit zwei oder mit drei Beinen. Tölt ist
schon deshalb schneller als Schritt und kann
beim gut ausgebildeten Pferd vom verkürzten
Arbeitstempo bis ins Renntempo gesteigert werden.
Von Natur aus hat allerdings jedes Pferd –
je nach Gangveranlagung – ein Lieblingstempo.
Alles andere ist Ausbildungssache.
Für den Reiter ist ein gut töltendes Pferd eine
feine Sache: Er kann sich bequem, fast erschütterungsfrei
durch die Landschaft oder über
die Bahn tragen lassen und je nach Belieben
und Können Gas geben. Weil das Pferd in diesem
Gang eine erhabene Haltung und nicht selten
hohe, weite Bewegungen hat, beeindruckt
auch die Optik.
Allerdings muss man wissen: Auch wenn der
Tölt eine angeborene Gangart ist, draufsetzen
und lostölten funktioniert nur mit einem absoluten
Naturtölter oder einen gut trainierten und
ausgebildeten Pferd. Und gerade das macht das
Tölten und das Islandpferde-Reiten für jeden
Reiter spannend.
Rennpass
Spritzig, kraftvoll und begeisternd – der Rennpass
weckt Emotionen.Auch deshalb, weil Pferd
und Reiter in diesem Tempo nur als Team dauerhaft
gut sein können. Von der Fuß- und Phasenfolge
her betrachtet, ist der Rennpass eine
laterale Gangart, die nur auf ebener, gerader
Strecke und nur im Renntempo geritten wird.
Das Pferd fußt fast gleichzeitig hinten links und
vorne links sowie nach einer Sprungphase hinten
rechts und vorne rechts. Der Hauptunterschied
zwischen Tölt und Rennpass liegt in der
Sprungphase, deren Länge vom Tempo und von
der Haltung des Pferdes abhängt. Auch der Rennpass
ist den Pferden angeboren – allerdings gehen
nicht alle Islandpferde Rennpass. Nur sogenannte
Fünfgänger verfügen über dieses Talent
und müssen auch entsprechend anders trainiert
werden als Viergänger. Gute Rennpasser
sind besondere Pferde, meist mit hohem Temperament
und extremer Leistungsbereitschaft
und oft mit einem ganz besonderen Charakter.
Persönlichkeiten, die man kennt und schätzt.
Islandpferde sind etwas Besonderes, weil sie
das ganze Jahr über robust gehalten werden
können und sollen. Das Islandpferd liebt und
braucht ein Leben in der Herde oder in der Gruppe
und sollte sich sommers wie winters im Freien
aufhalten dürfen. Dies lässt sich am ehesten
mit einer sogenannten Offenstall-Haltung bieten.
Die Pferde können es sich selbst aussuchen,
ob sie sich im Stall unter Dach oder auf
einem angrenzenden Hartplatz aufhalten möchten.
Ganztägigen Weidegang darf man allerdings
nur tragenden und säugenden Stuten,
Jungpferden oder Senioren erlauben, da normale
Reitpferde auf üppigen Wiesen schnell zu
dick werden. Einzelhaltung (möglichst nur für
einen begrenzten Zeitraum) ist allenfalls bei
Hengsten oder verletzten Pferden sinnvoll. Zudem
empfiehlt es sich auch, Ekzempferden zu
Flugzeiten der Kriebelmücken einen schützenden
Stall anzubieten. Lange Mähne, dichter
Schweif und ein dem Wetter angepasstes Fellkleid
– im Winter dick und warm, im Sommer
dünn und glatt - schützen vor Kälte und Hitze –
wobei Islandpferde vor allem in der Sonne leiden und deshalb immer eine Gelegenheit haben
müssen, Schatten zu finden.
Islandpferde sind etwas Besonderes, weil sie
einen außergewöhnlich guten Charakter haben.
Schlagen oder Beißen gibt es bei dieser Rasse
nicht, wenn die Pferde richtig gehalten und aufgezogen
werden. Dürfen sie in einer Herde leben,
kommen Islandpferde nicht nur ausgesprochen
gut mit ihren Artgenossen zurecht –
bei den obligatorischen Rangkämpfen und
wilden Spielen untereinander passiert sehr selten
etwas Ernstes. Sie begegnen auch dem Menschen
respektvoll und freundlich. Die weitgehend
an den natürlichen Bedürfnissen ausgerichtete
Haltung, aber auch das Geboren- und
Großwerden auf der Weide im Herdenverband
verhelfen den Islandpferden zu einem gesunden
Sozialverhalten und nicht zu unterschätzenden
Selbstbewusstsein. Allerdings wäre es
verkürzt, wenn man sagte, ein Pferd hat einen
guten Charakter, nur weil es brav ist. Was viele
Islandpferde auszeichnet, ist die hohe Leistungsbereitschaft
und das Bestreben, es ihrem
Reiter in jeder Situation recht zu machen. Ein
Pferd mit einem wirklich guten Charakter nutzt
die Schwächen seines Reiters nicht aus. Viele
Islandpferde sind deshalb ausgezeichnete Kinderpferde
und sie werden auch von den älteren
Reitern geschätzt, die erst spät mit diesem Hobby
angefangen haben.
Und schließlich sind Islandpferde auch etwas
Besonderes, weil sie aus einem ganz besonderen
Land stammen. Auf der Heimatinsel
in Nordmeer wird diese Rasse seit dem Jahr 1000
rein gezüchtet – seit dieser Zeit gibt es nämlich
eine Einfuhrsperre für Pferde. Das ist einer der
Gründe, warum die Gangarten Tölt und Rennpass
erhalten blieben und die Rasse sich ihren
besonderen Charakter bewahrt hat. Islandpferde
und ihre Reiter genießen in ihrem Ursprungsland
ein hohes Ansehen, ihre Zucht ist wichtig,
der Sport mit den Pferden erregt landesweit Aufmerksamkeit.
Jeder Isländer kennt die Namen
der großen Zuchtstädten wie etwa „Kirkjubær"
oder „Holar".
Islandpferde werden auf der Insel von Erwachsenen,
von Kindern und von Jugendlichen
geritten. Die Freizeit mit den Pferden zu
verbringen, zählt auch für die Menschen in
den Städten zum beliebten Hobby. So gibt es
etwa am Rande der Hauptstadt Reykjavík ein
riesiges Pferdedorf mit Ställen und Weiden,
Bahnen und Ausreitwegen.
Viele Islandpferdefans schätzen nicht nur das
Pferd, mit dem sie auf dem Kontinent seit vielen
Jahren ihre Freizeit verbringen, es zieht sie
auch immer wieder auf die urwüchsige
Insel mit ihrem reizvollen Klima, ihrer archaischen
Landschaft, der herausfordernden Natur
und den faszinierenden, zuverlässigen Pferden,
die im wilden Hochland oft einziger Partner des
Menschen sind. Mancher Reiter verdankt einem
Pferd seine Gesundheit oder gar sein Leben,
wenn er etwa beim traditionellen Schafabtrieb
im Herbst mitgearbeitet hat und zwischen Steinen,
Geröll oder im reißenden Wasser weder
Weg noch Steg weiterhalfen. Von der Trittsicherheit
der Pferde in solchen Lebenslagen erzählen
die Reiter noch lange beeindruckt – oder
auch davon, dass sie stets schlechte Erfahrungen
machten, wenn sie ihrem Pferd einen Weg
aufzwingen wollten, den dieses partout nicht
gehen wollte. Viel sicherer als Menschen erkennen
die Vierbeiner etwa moorige Wiesen
oder gefährliche Spalten.
Verwendung
Ein Islandpferd ist für seinen Besitzer und
Reiter Freizeitpartner par excellence. Die vergleichsweise
unkomplizierte Haltung in Offenstall
und Paddock – verbunden mit dem Wissen
und der Erfahrung, dass Islandpferde sich nur
in der Herde wohlfühlen – hat viele kleine Haltergemeinschaften
entstehen lassen. Gleichgesinnte
bringen ihre Pferde gemeinsam unter
– auf einer eigens angemieteten Weide mit Hartplatz
und Unterstand oder bei einem Bauern,
der seine Landwirtschaft für diese Nutzung eingerichtet
hat oder auf einem eigenen Hof. Man
teilt sich die Arbeit, unternimmt gemeinsame
Ritte und genießt – ganz wie der vierbeinige Kamerad
auch – das Miteinander.
Immer mehr erfahrene Islandpferdereiter und -
züchter bieten auf ihren Höfen und Gestüten
optimale Bedingungen für „Neueinsteiger" an.
Pferde und Reiter werden rundum betreut. Neben
rassegerechter Haltung und Fütterung werden
Reitbahnen zur Verfügung gestellt, Unterricht
erteilt, Ausritte organisiert, Pferde ausgebildet
oder korrigiert. Islandpferdefreunde können
auf solchen Betrieben Reitkurse buchen
und an Veranstaltungen teilnehmen und dort
Gleichgesinnte kennenlernen.
Dabei ist das Islandpferd vielseitig wie keine
zweite Rasse. Es eignet sich – dank seines
guten Charakters, seines gesunden
Selbstbewusstseins und seiner meist bequemen
Gänge hervorragend als Reitpferd
für jedes Alter:
Für Kinder: Immer wieder sind selbst eingefleischte
Islandpferdefans fasziniert davon, wie
ausgesprochen fair diese Rasse mit kleinen
Mädchen und Buben umgeht. Nicht selten wird
das temperamentvollste Tier zum Lämmchen,
wenn ein kleiner Steppke die Zügel in der Hand
hält. Beim Umgang mit Kindern entdecken viele
Islandpferde ihr wahrhaft pädagogisches Talent.
Sie lassen sich zwar auch von kleinen Kindern
beileibe nicht alles gefallen, richtig gefährlich
reagieren sie aber sehr, sehr selten.
Trotzdem ist selbstverständlich: Wenn Kinder
mit Pferden umgehen, sollte dies immer unter
Aufsicht und Anleitung erfahrener Erwachsener
sein – aus Gründen der Sicherheit und der Fairness.
Im richtigen Umgang mit dem Pferd können
Mädchen und Buben aber lernen, was Verantwortung
heißt und sie bekommen Kontakt
zu einem Hobby, mit dem sie bis ins Alter ihre
Freizeit gestalten können.
Für Jugendliche und Erwachsene: Sobald mit
dem Können auch das Interesse an den Gangarten
wächst, sind Islandpferde für ihre ambitionierten
Reiter interessante Partner. Immer
wieder stellt die vielseitige Veranlagung eine
Herausforderung dar – an Tölt und Rennpass
kann man jahrelang feilen, ebenso an den Grundgangarten
Schritt, Trab und Galopp. Unvergleichlich
ist schließlich das Gefühl, wenn der
Reiter auch emotional einen Weg zu seinem
Pferd gefunden hat und Zwei- und Vierbeiner
zum Team zusammenwachsen. Für ältere Menschen:
Islandpferde sind – vor allem wenn sie
gut ausgebildet und entsprechend veranlagt
sind - bequeme Reitpferde und verlässliche Freizeitpartner.
Auch ältere Menschen können mit
ihrem Vierbeiner viele Jahre unbeschwert zusammenarbeiten
und schöne Stunden verbringen.
Ein guter Tölter kann seinen Reiter bis ans
Ende der Welt tragen – auch wenn dieser körperlich
selbst keine Bäume mehr ausreißen kann
oder will. Weil er jedem etwas zu bieten hat, zählt Islandpferdereiten
zu den Hobbies, die Generationen
verbinden. Nicht nur Familien können
beim Umgang und im Sport mit dem Islandpferd
gemeinsam ihre Freizeit verbringen, auf
Veranstaltungen wie Wanderritten oder Turnieren
unternehmen Menschen jeden Alters gemeinsam
das Gleiche. Zudem ist die Liebe zum
Islandpferd wahrhaft völkerverbindend. Wer
sich intensiv mit dieser Rasse beschäftigt, hat
schnell überall in Europa und darüber hinaus
Bekannte und Freunde, die ebenfalls von Tölt,
Rennpass, temperamentvollen Pferden und deren
guten Eigenschaften fasziniert sind.
Die vielen Talente der Rasse haben dazu geführt,
dass ein umfangreiches Veranstaltungsangebot
gewachsen ist:
- so gibt es zahlreiche Turniere mit Gang- und
Dressurprüfungen, Geschicklichkeitswettbewerben
und Rennen im unterschiedlichsten
Schwierigkeitsgrad vom Jugend- und Freizeitturnier
bis zur Weltmeisterschaft.
- So gibt es zahllose große und kleine Wanderritte,
zu denen sich Islandpferdefreunde treffen
– mal sind es zwei, drei oder vier, die gemeinsam
einen oder mehrere Tage unterwegs sind,
mal sind es 30, 40 oder 50, die auf Einladung
ihres Vereins oder eines Hofes zwei unbeschwerte
Tage im Sattel verbringen.
- So gibt es Orientierungsritte, Distanzrennen,
Schauprogramme, Adventsfeiern und viele andere
Gelegenheiten, bei denen Islandpferdefreunde
ihren Vierbeiner einfach schnell in den
Hänger laden, um irgendwo mit anderen zusammen
etwas zu erleben.
Eines verbindet sie auf all diesen gemeinsamen
Unternehmungen – ganz gleich ob sich die Spezialisten
im sportlichen Wettkampf untereinander
messen, oder ob die Alleskönner in kumpelhafter
Gemeinsamkeit durchs Gelände reiten:
Alle schätzen sie den Tölt, den Tanz im Viertakt,
der Reiter und Pferd auf dem herrlichen
Waldweg ebenso verbindet wie in der gelungenen
Prüfung auf der Ovalbahn.
Ausbildung Reiten ist Sport. Ganz gleich ob
ein Reiter Turnierambitionen hat oder „nur" mit
seinem Pferd gemeinsam die Freizeit verbringen
will: Grundlage allen sportlichen Miteinanders
sollte eine solide Ausbildung von Reiter
und Pferd und selbstverständlich konsequentes
Training sein. Gerade weil Islandpferde einen
so guten Charakter haben, überschätzen
manche Reiter ihr Können ganz gewaltig und
meinen, sie müssten nichts mehr dafür tun. Dies
ist dem Pferd gegenüber nicht fair. Gerade weil
Islandpferde so leistungsbereit sind, werden
sie bisweilen weit über ihre Kondition hinaus
beansprucht. Auch das ist kein faires Verhalten.
Damit Reiter und Pferd die richtigen Grundlagen
für ein faires und harmonisches Miteinander
erhalten, hat die Islandpferdevereinigung
(IPZV) ein umfassendes Ausbildungskonzept
erarbeitet.
Es gibt IPZV-Trainer für alle Ansprüche, Kurse,
Seminare und Fortbildungsprogramme. Je nach
Qualifikation konzentrieren diese sich auf unterschiedliche
Ausbildungsschwerpunkte. So gibt
es Trainer C, die hauptsächlich die Grundausbildung
übernehmen, Einsteigern und Anfängern
das Reiten von Islandpferden näher bringen und
besondere Kurse zur Vorbereitung auf das Töltoder
Wanderreitabzeichen anbieten. Es gibt Trainer
B, die in ihrem Ausbildungsangebot Grundkenntnisse
voraussetzen und den Schwerpunkt
auf das Gangreiten legen. Tölt und Rennpass als
Spezialgangarten des Islandpferdes sind in den
Kursen zentrale Themen, es werden Starts in
leichteren Sportprüfungen gelehrt oder die
Schüler können sich auf die verschiedenen Abzeichenprüfungen
des IPZV vorbereiten. Trainer
A bilden hauptsächlich sportlich ambitionierte
Reiter und ihre Pferde aus, die auf Turnieren in
den anspruchsvollen Prüfungen starten wollen
und auf der Suche nach dem letzten Schliff sind.
Neben den Trainern gibt es seit kurzem auch vom
IPZV lizenzierte Bereiter. Sie sind auf das Einreiten
und die Ausbildung junger Pferde spezialisiert
und ergänzen so die Trainer, die häufig ebenfalls
Ausbildung und Korrektur fürs Pferd anbieten.
Die IPZV-Ausbilder schließlich bilden die Spitze
dieser Pyramide. Besonders erfahrene Trainer
A, die gleichzeitig auch als Sport- und Materialrichter
aktiv sein müssen, werden vom Verband
zum Ausbilder ernannt. Gemeinsam legen
sie die Ziele und Inhalte der Ausbildung im IPZV
fest und übernehmen die praktische und theoretische
Ausbildung von Trainern, Bereitern und
Richtern. Alle Lizenzinhaber des IPZV, ob Trainer,
Bereiter oder Richter, sind zu regelmäßigen
Schulungen und Fortbildungen verpflichtet,
um eine ebenso hochwertige wie zeitgemäße
Betreuung der Mitglieder zu garantieren.
Zucht
Gutes verpflichtet und verdient eine Fortsetzung:
Wie im Ursprungsland werden Islandpferde
auch in Deutschland rein gezüchtet. Vom
den Verbänden werden nur die Tiere als Islandpferde
anerkannt und eingetragen, deren
Vorfahren lückenlos bis zu in Island geborene
Vorfahren zurückverfolgt werden können. Fehlt
dieser Nachweis oder wurden fremde Rassen
eingekreuzt, können weder diese Pferde noch
deren Nachkommen jemals als Islandpferde registriert
werden. Es gibt in Deutschland mittlerweile
ca. 60.000 Islandpferde, davon über
700 eingetragene Hengste und etwa 5500 eingetragene
Zuchtstuten. Jedes Jahr werden rund
2300 Fohlen geboren. Die Zucht des Islandpferdes
richtet sich weitgehend nach den natürlichen
Lebensbedingungen: Die Zuchtstuten
werden auf möglichst großen Weiden in Herden
gehalten und die Fohlen kommen dort allein
zur Welt. In der Regel deckt ein Hengst im
Natursprung frei auf der Weide. Dazu wird eine
Deckherde extra zusammengestellt, die normalerweise
etwa sechs Wochen zusammenbleibt.
Das Zuchtziel ist in einem international
anerkannten Rassestandard beschrieben, der
als Richtlinie für den Erhalt der rassetypischen
Eigenschaften gilt. Besonders wichtig ist dabei
der Erhalt von Tölt und Rennpass sowie des guten
Charakters und leistungsbereiten Temperaments
des Islandpferdes. In nationalen und internationalen
Zuchtprüfungen werden die Gangverteilung,
das Exterieur sowie die charakterlichen
Eigenschaften eines Zuchtpferdes mit Noten
versehen, die allen Islandpferdezüchtern
weltweit eine Einschätzung des Pferdes erlauben.
Zentrale Bedeutung bei allen Beurteilungen
hat die Eignung des Islandpferdes als hervorragendes
Reitpferd.
Der IPZV bildet zur Bewertung der Zuchtpferde
selbst Materialrichter aus, die durch ihren Einsatz
und in der Diskussion auf nationaler und internationaler
Ebene die Zuchtrichtung mitbestimmen
und den modernen Anforderungen an ein
Freizeit- und Sportpferd anpassen. Zum bewährten
System gehört es, dass ein sogenannter Reiterrichter bei Zuchtprüfungen die Qualität der vorgestellten
Tiere selber vom Sattel aus beurteilt
und aufgrund dieses Eindrucks die Note des Pferdes
mitbestimmt. Höhepunkt der Zuchtprüfungen
in Deutschland ist das Deutsche Islandpferde-
Zuchtchampionat, das alle zwei Jahre ausgerichtet
wird. Für die Teilnahme müssen sich Zuchtpferde
auf IPZV-anerkannten Materialprüfungen
qualifizieren. Auf dem Zuchtchampionat werden
auch die Pferde ausgewählt, die Deutschland auf
der Weltmeisterschaft vertreten.
Sport und Turniere
Islandpferde sind zwar hauptsächlich ideale
Freizeitpferde, aber nicht nur. Zur Geschichte
des Islandpferdes in Deutschland zählt auch
das Wachsen einer sehr attraktiven Sportszene,
die nationale und internationale Turniere in
allen Klassen und Schwierigkeitsgraden anbietet.
Es gibt Wettbewerbe für Freizeitreiter, für
Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene.
Höhepunkte sind neben den jährlich ausgetragenen
Deutschen Meisterschaften (DIM) und
Deutschen Jugendmeisterschaften (DJIM) die
alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften.
Bei der Ausrichtung der WM 1999 setzte
der IPZV im bayerischen Rieden nach übereinstimmender
Meinung von internationalen
und deutschen Beobachtern neue Maßstäbe.
Turniere werden nach der Islandpferdeprüfungsordnung
(IPO), dem Reglement des IPZV,
ausgeschrieben und durchgeführt. Zentraler Ort
des Geschehens ist eine 200 bis 300 Meter lange
Ovalbahn, auf der die Tölt- und Gangwettbewerbe
ausgetragen werden. Für Passrennen
gibt es eine spezielle Passbahn.
Angeboten werden
- Töltprüfungen,
- Passrennen und –prüfungen,
- Vier- und Fünfgangprüfungen,
- Dressur- und Geschicklichkeitswettbewerbe
sowie
- sonstige Prüfungen wie Spaßrennen,
leichte Springprüfungen oder Reiterspiele,
in unterschiedlichen Leistungsklasse und
Altersgruppen. Die Vielfalt des Prüfungsangebots
und die Bewertungskriterien sind in
der Islandpferdeprüfungsordnung festgeschrieben,
wo auch alle anderen Regelungen
zu Turnieren und Materialbeurteilungen nachgelesen
werden können. Auf den Turnierstart
vorbereiten können und sollten sich Reiter
und Pferde in speziellen Kursen, die von IPZVTrainern
angeboten werden (siehe Ausbildung).
Hier wird der Spaß am gemeinsamen
Hobby verbunden mit der Fortbildung, die Anforderungen
der einzelnen Prüfungen detailliert
eingeübt.
Der Islandpferde-Reiter- und Züchterverband
IPZV e.V.
Anfang der 50er Jahre kamen die ersten Islandpferde
nach Deutschland. Die Fangemeinde
wuchs schnell und schon 1967 waren es so
viele Islandpferdefreunde, dass ein nationaler
Verband gegründet werden konnte. Heute ist der
IPZV e.V. mit 20.000 Mitgliedern nach Island die
weltweit größte Interessenvertretung für diese
außergewöhnliche Pferderasse. Er betreut seine
Mitglieder rundum – bietet Veranstaltungen,
Beratung und Service in allen Bereichen. Es gibt
spezielle Ansprechpartner in den einzelnen Sachgebieten
vom Sport über die Jugendförderung,
die Ausbildung, die Zucht bis hin zum Freizeitbereich,
der einen hohen Stellenwert genießt.
Organisiert ist der IPZV in Dachverband, Landesverbänden
und Ortsvereinen. Die Bundesgeschäftsstelle
koordiniert den Informationsfluss
und steht Mitgliedern und Interessenten
als Ansprechpartner zur Verfügung. Der IPZV
gibt eine eigene Prüfungsordnung heraus, bildet
Richter, Ausbilder und Bereiter aus, bietet
Seminare und Fortbildungen zu unterschiedlichsten
Themen an, ist Veranstalter der bedeutenden
nationalen und internationalen Veranstaltungen
auf deutschem Boden. Als Gründungsmitglied
des internationalen Islandpferdeverbandes
FEIF und Anschlussverband der
Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) vertritt
er sowohl im Inland wie auch auf internationalem
Parkett die Interessen seiner Mitglieder.
Zum Rundumservice zählen zum Beispiel
die Kooperation mit einer preiswerten Unfallund
Haftpflicht-Versicherung für Pferdehalter
und der Abschluss von anderen vorteilhaften
Rahmenverträgen für die Mitglieder, etwa auf
dem Gebiet des mobilen Telefonierens oder des
Autokaufs. Mit dem Vereinsorgan DAS ISLANDPFERD
gibt der Verband eine zweimonatlich
erscheinende Fachzeitschrift heraus, deren
Bezug im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten ist.
Unter der Adresse www.ipzv.de finden Besucher
und Mitglieder attraktive und stets aktuelle
Informationen im Internet. |
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