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ISLANDPFERDE-REITER- UND ZÜCHTERVERBAND E.V. IPZV
.... Anina Winkes Pressereferent Krenkelstraße 5, 01309 Dresden Tel.: 0351-5637308 - Fax: 0351-5637308 Mobil 0171-8826760 - Email: presse@ipzv.de Rasse Keines sieht aus wie das andere - und trotzdem sind Islandpferde als Rasse unverkennbar. Das liegt zum einen daran, dass sie mehr Gangarten haben als andere. Doch es gibt noch andere Gründe: Mit ihrer Größe zwischen 1.30 und 1.45 Metern, ihrem kräftigen Fundament und mit üppiger Mähne und Schweif wirken die Islandpferde auf den ersten Blick solide, selbstbewusst und sympathisch. Unter dem Reiter kommt zudem bei vielen das urwüchsig-ehrliche Temperament zum Vorschein, das Kenner der Rasse so sehr schätzen. Islandpferde sind etwas Besonderes, weil Liebhaber, Reiter und Käufer sich bei dieser Rasse ihren Lieblingstyp heraussuchen können. Es gibt elegante, feinnervige Pferde ebenso, wie coole, eher schwere, starke Tiere. Es gibt hochbeinige und stämmige, edle und derbe, temperamentvolle und gelassene Islandpferde. Mehr noch: die Natur hat auch der Farbenvielfalt keinerlei Grenzen gesetzt: Vom nachtschwarzen Rappen über den silbrigen Glanzfalben, vom goldenen Isabell bis zum dreifarbigen Schecken oder Schimmel mit schwarzer Mähne – bei Islandpferden ist alles drin. Auch wenn die mehr und mehr bewusste Leistungszucht auf der Heimatinsel extreme Farbausprägungen seltener werden lässt. Islandpferde sind auch etwas Besonderes, weil sie ihrem Reiter außer den Gangarten Schritt, Trab und Galopp auch noch Tölt und Rennpass anbieten. Diese zusätzlichen Gänge bieten dem Reiter zweierlei: Einerseits kann er sich vom sprühenden, lebendigen Viertakt oder vom Geschwindigkeitsrausch im rasanten Rennpass faszinieren lassen und andererseits stellen Tölt wie Rennpass, wenn sie perfekt erlebt werden wollen, selbst dem erwachsenen, guten Reiter immer wieder interessante Aufgaben. Reiten auf Islandpferden ist deshalb niemals langweilig. Tölt Tölt ist ein Viertakt wie der Schritt und hat auch die selbe Fußfolge wie dieser: hinten links, vorne links, hinten rechts, vorne rechts – so setzt das Pferd die Beine nacheinander auf. Was den Tölt vom Schritt unterscheidet, ist die Art, wie das Pferd die Beine mit- oder nacheinander setzt - die sogenannte Phasenfolge: Im Tölt stützt sich das Pferd abwechselnd mit einem oder mit zwei Beinen vom Boden ab, im Schritt mit zwei oder mit drei Beinen. Tölt ist schon deshalb schneller als Schritt und kann beim gut ausgebildeten Pferd vom verkürzten Arbeitstempo bis ins Renntempo gesteigert werden. Von Natur aus hat allerdings jedes Pferd – je nach Gangveranlagung – ein Lieblingstempo. Alles andere ist Ausbildungssache. Für den Reiter ist ein gut töltendes Pferd eine feine Sache: Er kann sich bequem, fast erschütterungsfrei durch die Landschaft oder über die Bahn tragen lassen und je nach Belieben und Können Gas geben. Weil das Pferd in diesem Gang eine erhabene Haltung und nicht selten hohe, weite Bewegungen hat, beeindruckt auch die Optik. Allerdings muss man wissen: Auch wenn der Tölt eine angeborene Gangart ist, draufsetzen und lostölten funktioniert nur mit einem absoluten Naturtölter oder einen gut trainierten und ausgebildeten Pferd. Und gerade das macht das Tölten und das Islandpferde-Reiten für jeden Reiter spannend. Rennpass Spritzig, kraftvoll und begeisternd – der Rennpass weckt Emotionen.Auch deshalb, weil Pferd und Reiter in diesem Tempo nur als Team dauerhaft gut sein können. Von der Fuß- und Phasenfolge her betrachtet, ist der Rennpass eine laterale Gangart, die nur auf ebener, gerader Strecke und nur im Renntempo geritten wird. Das Pferd fußt fast gleichzeitig hinten links und vorne links sowie nach einer Sprungphase hinten rechts und vorne rechts. Der Hauptunterschied zwischen Tölt und Rennpass liegt in der Sprungphase, deren Länge vom Tempo und von der Haltung des Pferdes abhängt. Auch der Rennpass ist den Pferden angeboren – allerdings gehen nicht alle Islandpferde Rennpass. Nur sogenannte Fünfgänger verfügen über dieses Talent und müssen auch entsprechend anders trainiert werden als Viergänger. Gute Rennpasser sind besondere Pferde, meist mit hohem Temperament und extremer Leistungsbereitschaft und oft mit einem ganz besonderen Charakter. Persönlichkeiten, die man kennt und schätzt. Islandpferde sind etwas Besonderes, weil sie das ganze Jahr über robust gehalten werden können und sollen. Das Islandpferd liebt und braucht ein Leben in der Herde oder in der Gruppe und sollte sich sommers wie winters im Freien aufhalten dürfen. Dies lässt sich am ehesten mit einer sogenannten Offenstall-Haltung bieten. Die Pferde können es sich selbst aussuchen, ob sie sich im Stall unter Dach oder auf einem angrenzenden Hartplatz aufhalten möchten. Ganztägigen Weidegang darf man allerdings nur tragenden und säugenden Stuten, Jungpferden oder Senioren erlauben, da normale Reitpferde auf üppigen Wiesen schnell zu dick werden. Einzelhaltung (möglichst nur für einen begrenzten Zeitraum) ist allenfalls bei Hengsten oder verletzten Pferden sinnvoll. Zudem empfiehlt es sich auch, Ekzempferden zu Flugzeiten der Kriebelmücken einen schützenden Stall anzubieten. Lange Mähne, dichter Schweif und ein dem Wetter angepasstes Fellkleid – im Winter dick und warm, im Sommer dünn und glatt - schützen vor Kälte und Hitze – wobei Islandpferde vor allem in der Sonne leiden und deshalb immer eine Gelegenheit haben müssen, Schatten zu finden. Islandpferde sind etwas Besonderes, weil sie einen außergewöhnlich guten Charakter haben. Schlagen oder Beißen gibt es bei dieser Rasse nicht, wenn die Pferde richtig gehalten und aufgezogen werden. Dürfen sie in einer Herde leben, kommen Islandpferde nicht nur ausgesprochen gut mit ihren Artgenossen zurecht – bei den obligatorischen Rangkämpfen und wilden Spielen untereinander passiert sehr selten etwas Ernstes. Sie begegnen auch dem Menschen respektvoll und freundlich. Die weitgehend an den natürlichen Bedürfnissen ausgerichtete Haltung, aber auch das Geboren- und Großwerden auf der Weide im Herdenverband verhelfen den Islandpferden zu einem gesunden Sozialverhalten und nicht zu unterschätzenden Selbstbewusstsein. Allerdings wäre es verkürzt, wenn man sagte, ein Pferd hat einen guten Charakter, nur weil es brav ist. Was viele Islandpferde auszeichnet, ist die hohe Leistungsbereitschaft und das Bestreben, es ihrem Reiter in jeder Situation recht zu machen. Ein Pferd mit einem wirklich guten Charakter nutzt die Schwächen seines Reiters nicht aus. Viele Islandpferde sind deshalb ausgezeichnete Kinderpferde und sie werden auch von den älteren Reitern geschätzt, die erst spät mit diesem Hobby angefangen haben. Und schließlich sind Islandpferde auch etwas Besonderes, weil sie aus einem ganz besonderen Land stammen. Auf der Heimatinsel in Nordmeer wird diese Rasse seit dem Jahr 1000 rein gezüchtet – seit dieser Zeit gibt es nämlich eine Einfuhrsperre für Pferde. Das ist einer der Gründe, warum die Gangarten Tölt und Rennpass erhalten blieben und die Rasse sich ihren besonderen Charakter bewahrt hat. Islandpferde und ihre Reiter genießen in ihrem Ursprungsland ein hohes Ansehen, ihre Zucht ist wichtig, der Sport mit den Pferden erregt landesweit Aufmerksamkeit. Jeder Isländer kennt die Namen der großen Zuchtstädten wie etwa „Kirkjubær" oder „Holar". Islandpferde werden auf der Insel von Erwachsenen, von Kindern und von Jugendlichen geritten. Die Freizeit mit den Pferden zu verbringen, zählt auch für die Menschen in den Städten zum beliebten Hobby. So gibt es etwa am Rande der Hauptstadt Reykjavík ein riesiges Pferdedorf mit Ställen und Weiden, Bahnen und Ausreitwegen. Viele Islandpferdefans schätzen nicht nur das Pferd, mit dem sie auf dem Kontinent seit vielen Jahren ihre Freizeit verbringen, es zieht sie auch immer wieder auf die urwüchsige Insel mit ihrem reizvollen Klima, ihrer archaischen Landschaft, der herausfordernden Natur und den faszinierenden, zuverlässigen Pferden, die im wilden Hochland oft einziger Partner des Menschen sind. Mancher Reiter verdankt einem Pferd seine Gesundheit oder gar sein Leben, wenn er etwa beim traditionellen Schafabtrieb im Herbst mitgearbeitet hat und zwischen Steinen, Geröll oder im reißenden Wasser weder Weg noch Steg weiterhalfen. Von der Trittsicherheit der Pferde in solchen Lebenslagen erzählen die Reiter noch lange beeindruckt – oder auch davon, dass sie stets schlechte Erfahrungen machten, wenn sie ihrem Pferd einen Weg aufzwingen wollten, den dieses partout nicht gehen wollte. Viel sicherer als Menschen erkennen die Vierbeiner etwa moorige Wiesen oder gefährliche Spalten. Verwendung Ein Islandpferd ist für seinen Besitzer und Reiter Freizeitpartner par excellence. Die vergleichsweise unkomplizierte Haltung in Offenstall und Paddock – verbunden mit dem Wissen und der Erfahrung, dass Islandpferde sich nur in der Herde wohlfühlen – hat viele kleine Haltergemeinschaften entstehen lassen. Gleichgesinnte bringen ihre Pferde gemeinsam unter – auf einer eigens angemieteten Weide mit Hartplatz und Unterstand oder bei einem Bauern, der seine Landwirtschaft für diese Nutzung eingerichtet hat oder auf einem eigenen Hof. Man teilt sich die Arbeit, unternimmt gemeinsame Ritte und genießt – ganz wie der vierbeinige Kamerad auch – das Miteinander. Immer mehr erfahrene Islandpferdereiter und - züchter bieten auf ihren Höfen und Gestüten optimale Bedingungen für „Neueinsteiger" an. Pferde und Reiter werden rundum betreut. Neben rassegerechter Haltung und Fütterung werden Reitbahnen zur Verfügung gestellt, Unterricht erteilt, Ausritte organisiert, Pferde ausgebildet oder korrigiert. Islandpferdefreunde können auf solchen Betrieben Reitkurse buchen und an Veranstaltungen teilnehmen und dort Gleichgesinnte kennenlernen. Dabei ist das Islandpferd vielseitig wie keine zweite Rasse. Es eignet sich – dank seines guten Charakters, seines gesunden Selbstbewusstseins und seiner meist bequemen Gänge hervorragend als Reitpferd für jedes Alter: Für Kinder: Immer wieder sind selbst eingefleischte Islandpferdefans fasziniert davon, wie ausgesprochen fair diese Rasse mit kleinen Mädchen und Buben umgeht. Nicht selten wird das temperamentvollste Tier zum Lämmchen, wenn ein kleiner Steppke die Zügel in der Hand hält. Beim Umgang mit Kindern entdecken viele Islandpferde ihr wahrhaft pädagogisches Talent. Sie lassen sich zwar auch von kleinen Kindern beileibe nicht alles gefallen, richtig gefährlich reagieren sie aber sehr, sehr selten. Trotzdem ist selbstverständlich: Wenn Kinder mit Pferden umgehen, sollte dies immer unter Aufsicht und Anleitung erfahrener Erwachsener sein – aus Gründen der Sicherheit und der Fairness. Im richtigen Umgang mit dem Pferd können Mädchen und Buben aber lernen, was Verantwortung heißt und sie bekommen Kontakt zu einem Hobby, mit dem sie bis ins Alter ihre Freizeit gestalten können. Für Jugendliche und Erwachsene: Sobald mit dem Können auch das Interesse an den Gangarten wächst, sind Islandpferde für ihre ambitionierten Reiter interessante Partner. Immer wieder stellt die vielseitige Veranlagung eine Herausforderung dar – an Tölt und Rennpass kann man jahrelang feilen, ebenso an den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp. Unvergleichlich ist schließlich das Gefühl, wenn der Reiter auch emotional einen Weg zu seinem Pferd gefunden hat und Zwei- und Vierbeiner zum Team zusammenwachsen. Für ältere Menschen: Islandpferde sind – vor allem wenn sie gut ausgebildet und entsprechend veranlagt sind - bequeme Reitpferde und verlässliche Freizeitpartner. Auch ältere Menschen können mit ihrem Vierbeiner viele Jahre unbeschwert zusammenarbeiten und schöne Stunden verbringen. Ein guter Tölter kann seinen Reiter bis ans Ende der Welt tragen – auch wenn dieser körperlich selbst keine Bäume mehr ausreißen kann oder will. Weil er jedem etwas zu bieten hat, zählt Islandpferdereiten zu den Hobbies, die Generationen verbinden. Nicht nur Familien können beim Umgang und im Sport mit dem Islandpferd gemeinsam ihre Freizeit verbringen, auf Veranstaltungen wie Wanderritten oder Turnieren unternehmen Menschen jeden Alters gemeinsam das Gleiche. Zudem ist die Liebe zum Islandpferd wahrhaft völkerverbindend. Wer sich intensiv mit dieser Rasse beschäftigt, hat schnell überall in Europa und darüber hinaus Bekannte und Freunde, die ebenfalls von Tölt, Rennpass, temperamentvollen Pferden und deren guten Eigenschaften fasziniert sind. Die vielen Talente der Rasse haben dazu geführt, dass ein umfangreiches Veranstaltungsangebot gewachsen ist: - so gibt es zahlreiche Turniere mit Gang- und Dressurprüfungen, Geschicklichkeitswettbewerben und Rennen im unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrad vom Jugend- und Freizeitturnier bis zur Weltmeisterschaft. - So gibt es zahllose große und kleine Wanderritte, zu denen sich Islandpferdefreunde treffen – mal sind es zwei, drei oder vier, die gemeinsam einen oder mehrere Tage unterwegs sind, mal sind es 30, 40 oder 50, die auf Einladung ihres Vereins oder eines Hofes zwei unbeschwerte Tage im Sattel verbringen. - So gibt es Orientierungsritte, Distanzrennen, Schauprogramme, Adventsfeiern und viele andere Gelegenheiten, bei denen Islandpferdefreunde ihren Vierbeiner einfach schnell in den Hänger laden, um irgendwo mit anderen zusammen etwas zu erleben. Eines verbindet sie auf all diesen gemeinsamen Unternehmungen – ganz gleich ob sich die Spezialisten im sportlichen Wettkampf untereinander messen, oder ob die Alleskönner in kumpelhafter Gemeinsamkeit durchs Gelände reiten: Alle schätzen sie den Tölt, den Tanz im Viertakt, der Reiter und Pferd auf dem herrlichen Waldweg ebenso verbindet wie in der gelungenen Prüfung auf der Ovalbahn. Ausbildung Reiten ist Sport. Ganz gleich ob ein Reiter Turnierambitionen hat oder „nur" mit seinem Pferd gemeinsam die Freizeit verbringen will: Grundlage allen sportlichen Miteinanders sollte eine solide Ausbildung von Reiter und Pferd und selbstverständlich konsequentes Training sein. Gerade weil Islandpferde einen so guten Charakter haben, überschätzen manche Reiter ihr Können ganz gewaltig und meinen, sie müssten nichts mehr dafür tun. Dies ist dem Pferd gegenüber nicht fair. Gerade weil Islandpferde so leistungsbereit sind, werden sie bisweilen weit über ihre Kondition hinaus beansprucht. Auch das ist kein faires Verhalten. Damit Reiter und Pferd die richtigen Grundlagen für ein faires und harmonisches Miteinander erhalten, hat die Islandpferdevereinigung (IPZV) ein umfassendes Ausbildungskonzept erarbeitet. Es gibt IPZV-Trainer für alle Ansprüche, Kurse, Seminare und Fortbildungsprogramme. Je nach Qualifikation konzentrieren diese sich auf unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte. So gibt es Trainer C, die hauptsächlich die Grundausbildung übernehmen, Einsteigern und Anfängern das Reiten von Islandpferden näher bringen und besondere Kurse zur Vorbereitung auf das Töltoder Wanderreitabzeichen anbieten. Es gibt Trainer B, die in ihrem Ausbildungsangebot Grundkenntnisse voraussetzen und den Schwerpunkt auf das Gangreiten legen. Tölt und Rennpass als Spezialgangarten des Islandpferdes sind in den Kursen zentrale Themen, es werden Starts in leichteren Sportprüfungen gelehrt oder die Schüler können sich auf die verschiedenen Abzeichenprüfungen des IPZV vorbereiten. Trainer A bilden hauptsächlich sportlich ambitionierte Reiter und ihre Pferde aus, die auf Turnieren in den anspruchsvollen Prüfungen starten wollen und auf der Suche nach dem letzten Schliff sind. Neben den Trainern gibt es seit kurzem auch vom IPZV lizenzierte Bereiter. Sie sind auf das Einreiten und die Ausbildung junger Pferde spezialisiert und ergänzen so die Trainer, die häufig ebenfalls Ausbildung und Korrektur fürs Pferd anbieten. Die IPZV-Ausbilder schließlich bilden die Spitze dieser Pyramide. Besonders erfahrene Trainer A, die gleichzeitig auch als Sport- und Materialrichter aktiv sein müssen, werden vom Verband zum Ausbilder ernannt. Gemeinsam legen sie die Ziele und Inhalte der Ausbildung im IPZV fest und übernehmen die praktische und theoretische Ausbildung von Trainern, Bereitern und Richtern. Alle Lizenzinhaber des IPZV, ob Trainer, Bereiter oder Richter, sind zu regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen verpflichtet, um eine ebenso hochwertige wie zeitgemäße Betreuung der Mitglieder zu garantieren. Zucht Gutes verpflichtet und verdient eine Fortsetzung: Wie im Ursprungsland werden Islandpferde auch in Deutschland rein gezüchtet. Vom den Verbänden werden nur die Tiere als Islandpferde anerkannt und eingetragen, deren Vorfahren lückenlos bis zu in Island geborene Vorfahren zurückverfolgt werden können. Fehlt dieser Nachweis oder wurden fremde Rassen eingekreuzt, können weder diese Pferde noch deren Nachkommen jemals als Islandpferde registriert werden. Es gibt in Deutschland mittlerweile ca. 60.000 Islandpferde, davon über 700 eingetragene Hengste und etwa 5500 eingetragene Zuchtstuten. Jedes Jahr werden rund 2300 Fohlen geboren. Die Zucht des Islandpferdes richtet sich weitgehend nach den natürlichen Lebensbedingungen: Die Zuchtstuten werden auf möglichst großen Weiden in Herden gehalten und die Fohlen kommen dort allein zur Welt. In der Regel deckt ein Hengst im Natursprung frei auf der Weide. Dazu wird eine Deckherde extra zusammengestellt, die normalerweise etwa sechs Wochen zusammenbleibt. Das Zuchtziel ist in einem international anerkannten Rassestandard beschrieben, der als Richtlinie für den Erhalt der rassetypischen Eigenschaften gilt. Besonders wichtig ist dabei der Erhalt von Tölt und Rennpass sowie des guten Charakters und leistungsbereiten Temperaments des Islandpferdes. In nationalen und internationalen Zuchtprüfungen werden die Gangverteilung, das Exterieur sowie die charakterlichen Eigenschaften eines Zuchtpferdes mit Noten versehen, die allen Islandpferdezüchtern weltweit eine Einschätzung des Pferdes erlauben. Zentrale Bedeutung bei allen Beurteilungen hat die Eignung des Islandpferdes als hervorragendes Reitpferd. Der IPZV bildet zur Bewertung der Zuchtpferde selbst Materialrichter aus, die durch ihren Einsatz und in der Diskussion auf nationaler und internationaler Ebene die Zuchtrichtung mitbestimmen und den modernen Anforderungen an ein Freizeit- und Sportpferd anpassen. Zum bewährten System gehört es, dass ein sogenannter Reiterrichter bei Zuchtprüfungen die Qualität der vorgestellten Tiere selber vom Sattel aus beurteilt und aufgrund dieses Eindrucks die Note des Pferdes mitbestimmt. Höhepunkt der Zuchtprüfungen in Deutschland ist das Deutsche Islandpferde- Zuchtchampionat, das alle zwei Jahre ausgerichtet wird. Für die Teilnahme müssen sich Zuchtpferde auf IPZV-anerkannten Materialprüfungen qualifizieren. Auf dem Zuchtchampionat werden auch die Pferde ausgewählt, die Deutschland auf der Weltmeisterschaft vertreten. Sport und Turniere Islandpferde sind zwar hauptsächlich ideale Freizeitpferde, aber nicht nur. Zur Geschichte des Islandpferdes in Deutschland zählt auch das Wachsen einer sehr attraktiven Sportszene, die nationale und internationale Turniere in allen Klassen und Schwierigkeitsgraden anbietet. Es gibt Wettbewerbe für Freizeitreiter, für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene. Höhepunkte sind neben den jährlich ausgetragenen Deutschen Meisterschaften (DIM) und Deutschen Jugendmeisterschaften (DJIM) die alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften. Bei der Ausrichtung der WM 1999 setzte der IPZV im bayerischen Rieden nach übereinstimmender Meinung von internationalen und deutschen Beobachtern neue Maßstäbe. Turniere werden nach der Islandpferdeprüfungsordnung (IPO), dem Reglement des IPZV, ausgeschrieben und durchgeführt. Zentraler Ort des Geschehens ist eine 200 bis 300 Meter lange Ovalbahn, auf der die Tölt- und Gangwettbewerbe ausgetragen werden. Für Passrennen gibt es eine spezielle Passbahn. Angeboten werden - Töltprüfungen, - Passrennen und –prüfungen, - Vier- und Fünfgangprüfungen, - Dressur- und Geschicklichkeitswettbewerbe sowie - sonstige Prüfungen wie Spaßrennen, leichte Springprüfungen oder Reiterspiele, in unterschiedlichen Leistungsklasse und Altersgruppen. Die Vielfalt des Prüfungsangebots und die Bewertungskriterien sind in der Islandpferdeprüfungsordnung festgeschrieben, wo auch alle anderen Regelungen zu Turnieren und Materialbeurteilungen nachgelesen werden können. Auf den Turnierstart vorbereiten können und sollten sich Reiter und Pferde in speziellen Kursen, die von IPZVTrainern angeboten werden (siehe Ausbildung). Hier wird der Spaß am gemeinsamen Hobby verbunden mit der Fortbildung, die Anforderungen der einzelnen Prüfungen detailliert eingeübt. Der Islandpferde-Reiter- und Züchterverband IPZV e.V. Anfang der 50er Jahre kamen die ersten Islandpferde nach Deutschland. Die Fangemeinde wuchs schnell und schon 1967 waren es so viele Islandpferdefreunde, dass ein nationaler Verband gegründet werden konnte. Heute ist der IPZV e.V. mit 20.000 Mitgliedern nach Island die weltweit größte Interessenvertretung für diese außergewöhnliche Pferderasse. Er betreut seine Mitglieder rundum – bietet Veranstaltungen, Beratung und Service in allen Bereichen. Es gibt spezielle Ansprechpartner in den einzelnen Sachgebieten vom Sport über die Jugendförderung, die Ausbildung, die Zucht bis hin zum Freizeitbereich, der einen hohen Stellenwert genießt. Organisiert ist der IPZV in Dachverband, Landesverbänden und Ortsvereinen. Die Bundesgeschäftsstelle koordiniert den Informationsfluss und steht Mitgliedern und Interessenten als Ansprechpartner zur Verfügung. Der IPZV gibt eine eigene Prüfungsordnung heraus, bildet Richter, Ausbilder und Bereiter aus, bietet Seminare und Fortbildungen zu unterschiedlichsten Themen an, ist Veranstalter der bedeutenden nationalen und internationalen Veranstaltungen auf deutschem Boden. Als Gründungsmitglied des internationalen Islandpferdeverbandes FEIF und Anschlussverband der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) vertritt er sowohl im Inland wie auch auf internationalem Parkett die Interessen seiner Mitglieder. Zum Rundumservice zählen zum Beispiel die Kooperation mit einer preiswerten Unfallund Haftpflicht-Versicherung für Pferdehalter und der Abschluss von anderen vorteilhaften Rahmenverträgen für die Mitglieder, etwa auf dem Gebiet des mobilen Telefonierens oder des Autokaufs. Mit dem Vereinsorgan DAS ISLANDPFERD gibt der Verband eine zweimonatlich erscheinende Fachzeitschrift heraus, deren Bezug im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten ist. Unter der Adresse www.ipzv.de finden Besucher und Mitglieder attraktive und stets aktuelle Informationen im Internet.  
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