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Welshponys in Bayern/ anno dazumal . . . Welshponys sind seit ca.1960 in Bayern zuhause.
Das ist auch das Jahr, wo das Mutterland
England sein Stutbuch geschlossen
hat. Seitdem wird diese Ponyrasse streng
nach dessen Vorgaben weltweit gezüchtet.
Der Mann der ersten Stunde, der direkt aus
England das erste Welsh Mountain,- also Sektion
A nach Bayern brachte, war Herr Schäble
aus Wemding. Ihn kann man getrost als Begründer
der Welshzucht in Bayern nennen.
Zu dieser Zeit gab es noch keinen Kleinpferdezuchtverband.
Ponys wurden bei den
Großpferden mitgeführt. Ihren ersten öffentlichen
Auftritt hatten die Welshponys anlässlich
des 1966 stattgefundenen Zentrallandwirtschaftsfestes
in München. In Franken kam
nun Herr Beetz dazu, später noch Herr Steet,
in Niederbayern Herr Dr. Wimmer.1968 folgte
die Familie Kugler, die bis zum heutigen
Tag eine große Welsherde mit z.Z. zwei hochwertigen
B Hengsten hält, deren Stutenbasis
noch zurückgeht bis auf deren ersten BHengst
„Roman Sentinel", der ehemals aus
England eingekauft wurde. Er führte noch viel
A-Blut, wie die meisten der damals existierenden
B-Ponys. Um diese Zeit wurde das BPony
gerade aus der Sektion A die man mit
Arabern und Berbern kreuzte, herausgezüchtet,
um ein größeres Welshpony zu erhalten,
das vielfältiger als das kleine A Pony,
im Sport eingesetzt werden konnte. So wurde
auch ein weiterer B-Hengst eingeführt; „Jason",
und auch der A-Hengst „Dyrin Brom" den
wiederum Familie Schäble ins Land brachte.
Neben den Welshponys kamen nun auch die
anderen Ponyrassen nach Bayern, und so begründete
man den Kleinpferdezuchtverband
Bayern, was ehemals nicht so ohne Komplikationen
vonstatten ging. Zudem gründete
Herr Schäble nun auch den regionalen Schwäbischen
Ponyzuchtverband, und wurde dort
Vorsitzender. In Franken war das dann Herr
Beetz, in Niederbayern Herr Hohenadel und
Herr Schütz, und in Oberbayern Frau Henck.
Nun also wurden auch Zuchtschauen möglich
gemacht. Es war viel Durchsetzungsvermögen
nötig, die Ponys nun auch auf Turnieren
zugelassen zu bekommen. Anfangs hatten
die bayerischen Beamten Probleme, die fünf
Sektionen der Welshponys auseinanderzuhalten;
und in dieser Zeit kam es somit auch
zur Gründung der IG Welsh. Herr Schäble, den
man also in Bayern, wohl im gesamten Süddeutschen
Raum die Welshponys zu verdanken
hatte, kniete sich denn auch in die Englischen
und Niederländischen Abstammungen
hinein, besuchte regelmäßig die Englischen
und Niederländischen Schauen, und war in
dieser Pionierzeit der Welshponyzucht in Bayern
einfach unersätzlich. Man darf nicht vergessen,
dass in den 60er Jahren das Geld noch
knapp war, und ein Welshpony demgegenüber
unwahrscheinlich viel Geld gekostet hatte!
Dazu kamen noch die Transportkosten, die
Quarantäneauflagen und ihre Kosten, sowie
das Transportproblem überhaupt,- wer hatte
schon zu dieser Zeit einen Pferdeanhänger!?
1964 kam die Welsh Pony Stute „Faire Joy"
nach Bayern, die eine über 100jährige Abstammung
nachweisen konnte, und aus den
heute noch bekannten alten wertvollen Blutlinien
wie z.B. Criban-Coed Coch und Glyndyr
bestand,- um nur einige wenige zu nennen.
Sie und eine weitere Erwerbung der Fam.
Schäbler begeisterten die Zuschauermengen
1966 auf dem Zentrallandwirtschaftsfest, und
nun kam erst richtig Bewegung in Sachen
Welshpony. Viele wollten nun auch so ein edles
und sich enorm bewegendes Pony ihr eigen
nennen. „Faire Joy" wurde 36 Jahre alt,
und hinterließ sehr erfolgreiche Nachzucht
in Bayern.
„Roman Sentinel , 1970 aus den Niederlanden
von der Familie Kugler in Rennertshofen
eingeführt, wurde alt. Noch heute findet man
in den Stuten dieser Welshzuchtstätte seinen
Namen.
Welshponys in Bayern/ heute. . . .
Das Welshpony hat nun viele Herzen erobert.
Mittlerweile finden sich Zuchten aus allen
fünf Sektionen wieder! Seit der EU Erweiterung
gibt es z.B. auch in Tschechien Welshponys
aus Bayern. Dazu gehört das Gestüt „
LIPTON" der Fam. Travnikova. Der hier aufgestellte
B-Hengst „BONSAY" wurde 2004
zum PONY DES JAHRES gewählt. Ein weiterer
Junghengst, „FRANKENHÖHS AMOR" bereits
mehrfacher Siegerhengst, soll in die Fußstapfen
von Bonsay treten, er trägt den Brand
des ZFDP. (Zuchtverband für Deutsche Pferde)
Frankreich holte sich ebenfalls zwei Bayerische
B-Hengste ins Land, versehen mit dem
Brand des ZFDP. Diese sind „Frankenhöhs Diamant"
und „Frankenhöhs Golden Monarch"
der äußerst erfolgreich für das Gestüt ASTERIS
im Sport glänzt! Das bereits erwähnte Gestüt
„Kienberg" der Fam. Kugler verfügt z.Z.
über zwei sehr hochwertige B-Hengste;
„Breeton Bric" Overallchampion, und den Rapphengst
„ Amadeus", beide in den Niederlanden
gezogen.
Auch in die Reitponyzuchten haben sich die
Welshponys tief eingeschrieben. Um nur ein
Gestüt in Bayern zu nennen; das „Gestüt GH"
der Fam. Kaus. Diese haben zwei Reitponyhengste
auf Station von viel Welsh-B
Blut gezeichnet; zum einen den Falb-Hengst
„Frankenhöhs Kir Royal" der aus „Bonsay" x
einer Shagyastute abstammt, sowie
„Mephisto" der in Norddeutschland gezogen
wurde. Ein weiterer Bay. Welsh-B Hengst
„Frankenhöhs Merlin" steht angrenzend in
Baden-Würtenberg im Gestüt „Turnina" der
Fam. Müller. Dieser Junghengst wurde 2004
zum Prämienhengst ernannt. Ein großer modernen
B-Typ.
Wie Sie sehen, kamen in den letzten Jahrzehnten
viele Gestüte dazu, und können sich
teilweise sehr erfolgreich gegen Internationale
Konkurrenz behaupten,- so auch das
Welsh-B Gestüt „FRANKENHÖHE" das z.Z. die
beiden besten deutschen B-Hengste laut Internationaler
Schau 2003 besitzt! „Breeton
Toy" und „Frankenhöhs Sunlight" sind Vorzeigehengste
der Sektion B. FRANKENHÖHE
Ponys finden sich EU weit wieder. Auch hier
mit ZFDP Verbandszugehörigkeit, da dieser
Deutschlandweit, also auch f. Bayern fungiert!
Die beste deutsche W-B Stute „EUROPACHAMPIONESE
Xequia Tessa" findet sich im Gestüt
„Brandstatthof" der Fam. Böttcher am
Tegernsee, wo sie täglich den Urlaubskindern
die Rasse Welsh näher bringt, und mit weiteren
Zuchtstuten für hochwertige Welshnachzucht
in Bayern sorgt. Welshponys werden
nicht nur geritten, sondern auch der Fahrsport
hat sie für sich entdeckt. So bildet auch das
Kutschen- Fahrlehrer Ehepaar Rötsch, die in
der Nähe von Bayreut einen Fahrstall unterhalten,
mit Vorliebe, einer guten Hand und
großem Erfolg Welshponys aus!
Willi Rötsch und seine Frau Angela können
auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken,
und die findet sich in der Ausbildung
von Pferden und Ponys natürlich wieder. Natürlich
könnte man noch viele Seiten mit Ponys
aus Bayern aus allen 5 Sektionen füllen, so
groß ist die Welsh Gemeinschaft nun geworden!
Oben genannte sind ein Auszug aus den
heute aktivsten und erfolgreichsten Zuchtstätten
in Bayern, genannte Tiere sind deren
mit am erfolgreichsten. Zu guter Letzt möchte
ich auch einer sehr engagierten Pferdefotografin
ein paar Worte widmen, da diese sich
ebenfalls mit dem Welshvirus infiziert hat;
Frau Irene Hohe, eine im Raum Bamberg ansässige
Pferdefotografin, haben viele Welshpony
Besitzer und Züchter wunderbare Fotos
zu verdanken, die zum Teil auch in diesem Artikel
veröffentlicht werden durften. Sie schafft
es, Welshponys ( und andere Pferderassen)
im „besten Licht" darzustellen. Darüber hinaus
hat sie 2005 einen Welshpony Kalender
gemacht! (siehe: www.pferdefotos.de)Und
wenn Sie nun mehr über Welshponys in Bayern
erfahren möchten, so wenden Sie sich
doch an die IG Welsh, denn die meisten aller
Bayerischen Welshzüchter sind hier auch
registrierte Mitglieder. ( www.ig-welsh.de )
Text und Fotos:Silvia Kurda und Irene Hohe |
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