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| Pferdegesundheit
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Textversion:
Mein Pferd hat Hufrehe, was nun? Die Hufrehe Erkrankung tritt in
der Regel sehr plötzlich auf:
Am Abend läuft das betroffene
Pferd noch normal, morgens geht
es stocksteif und nur unter großen
Schmerzen oder man trifft es in
der sogenannten Reheentlastungshaltung
(Hinterextremitäten
weit unter den Körper gestreckt,
Vorderextremitäten weit
nach vorne gesetzt) an und ein
Gehen erscheint kaum noch
möglich. Oft liegen die an Hufrehe
erkrankten Pferde und
Ponys während des akut auftretenden
Rehe Schubes und weigern
sich, überhaupt aufzustehen.
Die Hufrehe Erkrankung ist
eine der schmerzhaftesten überhaupt,
so dramatisch und qualvoll
gestaltet sich auch der Anblick
der erkrankten Pferde. Bei
weniger massiv verlaufenden
Hufrehe Schüben trifft man auf
Pferde, bei denen die Symptomatik
weniger ausgeprägt ist,
hier bemerken wir lediglich eine
gewisse Unlust zur Bewegung,
Wendungsschmerz und
Steifheit. Die Hufrehe kündigt
sich in diesen Fällen schleichend
an, die Aussicht auf eine erfolgreiche
Therapie ist hier sehr gut,
wenn man sofort entsprechende
Maßnahmen zur Regulation
ergreift, was voraussetzt, dass
diese relativ harmlosen Veränderungen
des Gangbildes unmittelbar
vom Pferdehalter bemerkt
werden. Werden diese
Frühwarnzeichen übersehen
und/oder keine entsprechenden
Maßnahmen ergriffen, findet
man nach wenigen Tagen oft die
massive Symptomatik, da der
Hufrehe Schub auch bei diesem
weniger plötzlichen und
schmerzlichen Erscheinungsbild
seinen manchmal tödlichen Verlauf
nimmt!
Hufrehe kann eine tödlich verlaufende
Erkrankung sein, je massiver
und länger die Symptomatik
besteht, desto schlechter sind
die Heilungsaussichten. Daher
ist es so wichtig, wirklich sofort
zu handeln und alles Erdenkliche
zu tun, um den Heilungsprozess
zu fördern!
Wird der Pferdehalter mit der
Diagnose Hufrehe konfrontiert,
ist dieser meist völlig hilflos und
sucht bei verschiedenen „Fachleuten"
Rat und Hilfe. Dies führt
dann zu einer völligen Verunsicherung,
da jeder „Wissende"
andere Ratschläge, Tipps und
Tricks parat hält. Meist sind diese
Informationen absolut gegensätzlich
und am Ende steht
ein noch verunsicherterer Pferdehalter,
der mit seinem an Hufrehe
erkrankten Pferd völlig überfordert
ist. Diese Unsicherheit
führt dann dazu, dass entweder
genau das Falsche oder aber viel
zu viel getan wird und wertvolle
Zeit vergeht, bis den Pferden
– wenn dann überhaupt noch
möglich – geholfen werden kann.
Ich beschäftige mich seit 1999
eingehend mit der Hufrehe Erkrankung
- Ursache war die Hufrehe
Erkrankung meines Pferdes
- und machte in den vergangenen
6 Jahren sehr viele Erfahrungen
einerseits mit der Erkrankung selbst, andererseits mit
hilflosen Pferdehaltern, mit guten
und weniger guten Hufschmieden/
Hufpflegern und
Tierärzten. Da meinem eigenen
Pferd durch konventionelle Therapien
nicht geholfen werden
konnte, entwickelte ich in Folge
der Erkrankung meiner Stute
Sina Kräutermischungen, die
speziell auf die Hufrehe Erkrankung,
ihrer Ursache und Folgeerscheinungen
abgestimmt wurden.
Oft erlebe ich bei der Therapie
vieler Pferde wahre Wunder
und Pferde, die bereits zum
Tode geweiht waren gesunden
wieder völlig. Manchmal allerdings
verläuft die Hufrehe Erkrankung
so negativ, dass das
betroffene Pferd erlöst werden
muss, da der Schmerz qualvoll
und eine Aussicht auf Heilung
nicht mehr besteht. Auch kuriose
Fälle begegnen mir: So verläuft
die Hufrehe Erkrankung offensichtlich
nach keinem Prinzip,
denn selbst wenn Veränderungen
bei Röntgenbildern nicht
zu erkennen waren, war der
Schmerz oft derart quälend, dass
Pferde nicht überlebten. Ursache
hierfür war eine völlig negativ
verlaufende Therapie, entweder
durch falsche Medikamente,
grobe Fehler in Fütterung
und Haltung und/oder durch eine
Hufbearbeitung, die schlechter
für das Pferd nicht hätte sein
können. Andererseits gab es Fälle,
bei denen das Hufbein bereits
sichtbar war und das betroffene
Pferd innerhalb weniger
Monate symptomfrei war,
das Horn sehr gut nachwuchs
und gravierend negative Veränderungen
ausheilten.
Ich möchte aus meiner Sicht und
Erfahrung versuchen, ein wenig
Hilfestellung beim Umgang, bei
der Fütterung und Haltung der
akut an Hufrehe erkrankten Pferde
zu vermitteln:
Wichtigste Voraussetzung ist, sofort
zu handeln, das heißt, sobald
wir eine Veränderung des
Gangbildes unseres Pferdes feststellen,
welche auf eine Hufrehe
Erkrankung hinweist, muss
zwingend sofort der Tierarzt gerufen
werden. Des weiteren muss
selbstverständlich, sofern der
Auslöser bekannt ist, dieser sofort
abgestellt werden. Meist ist
der Auslöser des akuten Schubes
unklar, doch gibt es auch
Rehe Schübe, welche den oder
die Auslöser erkennen lassen,
beispielsweise Giftpflanzen, Medikamente,
Futtertonnenplünderung,
Weideausbrüche, Stress
oder die Aufnahme von Toxinen
mit dem Futter oder Wasser.
Veränderungen des Gangbildes/
Symptomatiken sind:
Steifheit, Wendeschmerz, warme/
heiße Hufe (in Verbindung mit weiteren Veränderungen, da
Wärme lediglich vermehrte
Durchblutung anzeigt, die anfangs
bei Hufrehe auftritt und
später eine verminderte ist),
klammer Gang, Pulsation (spricht
für Schmerz), Hinterextremitäten
stark unter den Schwerpunkt
gesetzt und somit kurze flache
Schritte, Verweigerung des Pferdes,
ein Bein zu heben (Weigerung
des Pferdes nur auf drei Beinen
zu stehen), häufiges Liegen,
Gangunlust (fühliges unlustiges
Gehen), schmerzverzerrtes Gesicht,
typische Reheentlastungshaltung
s. o., Gang besser
auf weichem Boden, schlecht
auf hartem Boden bzw. steinigem
Boden, diffuser Sohlenschmerz
bei Untersuchung mit
Hufzange, manchmal auch Appetitlosigkeit,
erhöhte Temperatur
(ausreichend ist, wenn wenige
der o. g. Veränderungen des
Gangbildes zutreffend sind).
Lieber einmal zu oft bzw. zu früh
den Tierarzt gerufen, als zu spät,
dies gilt ganz besonders bei Verdacht
auf Hufrehe. Nur das sofortige
Eingreifen verhindert in
diesem Fall Schlimmeres!
Lautet die Diagnose Hufrehe
bzw. Verdacht auf Hufrehe (in
leichteren Fällen ist ein Rehe-
Schub nicht immer sofort mit Sicherheit
diagnostizierbar) wird
der Tierarzt entweder einen
Aderlass durchführen zur Blutverdünnung
oder blutverdünnende
Mittel verabreichen (Acetalicylsäure,
Heparin). Ist das
Pferd mit blutverdünnenden Mitteln
vorbehandelt, sollte selbstverständlich
kein Aderlass mehr
durchgeführt werden!
Ist der Schmerz offensichtlich –
aber bitte nur dann – werden
Schmerzmittel zusätzlich verabreicht
(Phenylbutazon).
Im Gegensatz zur Blutverdünnung,
welche wohl von allen
Fachleuten als positiv beurteilt
wird, ist der Einsatz von Schmerzmitteln
umstritten:
Ist der Schmerz ausgeschaltet,
wird das Pferd sich bewegen,
diese Bewegung kann dann eine
Hufbeinsenkung bzw. Rotation
begünstigen. Weiterhin belasten
Schmerzmittel Leber, Nieren
und Darm, welche bei der
Hufrehe Erkrankung sowieso
schon in Mitleidenschaft gezogen
sind. Gerade bei Hufrehe ist
es häufig so, dass Schmerzmittel
überhaupt keine positiv wahrnehmbare
Wirkung erzielen, sie
sozusagen „nicht anschlagen".
Sollte sich also das Gangbild
nicht positiv durch den Einsatz
von Schmerzmitteln verändern,
sollte man unbedingt auf diese
verzichten. Wirken die Schmerzmittel
jedoch gegen den
Schmerz, darf das Pferd sich nicht
frei auf größeren Flächen bewegen
können (im Stall natürlich
schon), um Hufbeinsenkung/
Hufbeinrotation möglichst
zu verhindern und nicht noch
durch zu viel Bewegung (der
Schmerz wird ja ausgeschaltet
und der natürliche Instinkt/Reflex
des Pferdes, sich nicht zu
bewegen damit auch) zu begünstigen.
Beim Thema Schmerzmittel sollte
also abgewägt werden:
Selbstverständlich sollten wir unserem
Pferd keinesfalls Schmerzen
zumuten, die vermeidbar
sind, andererseits kann ein Pferd
jedoch auch ein gewisses Maß
– wie der Mensch ja auch –
Schmerzen aushalten, ohne dass
diese zur Qual werden. Vermeidbar
sind Schmerzmittel jedoch
unbedingt, wenn die erhoffte
Wirkung sichtbar nicht erzielt
wird, nämlich wenn der
Schmerz nicht unterdrückt wird,
was man natürlich erst durch
den Einsatz mit fehlender Wirkung,
d. h. keine Verbesserung
des Gangbildes, feststellt!
Der Veterinär hat bezüglich der
Hufrehe Erkrankung somit sein
Bestes getan, denn mehr gibt die
Veterinärmedizin – meines Wissens
– nicht her, was unserem
an Hufrehe erkrankten Pferd zur
Heilung verhelfen kann! Da Kortikoide
Hufrehe auslösen, was
wissenschaftlich bewiesen ist,
dürfen diese keinesfalls verabreicht
werden (Ursache hierfür
ist, dass die Gefäße in der Zehe
zusammengezogen werden und
das Krankheitsbild sich somit
weiter verschlechtert).
Im eigenen Stall erlebte ich im
vergangenen Jahr erstmals als
Auslöser eines sehr massiven
Hufrehe Schubes ein Breitbandantibiotikum.
Da mir Antibiotika
als Auslöser der Hufrehe bisher
nicht bekannt waren, fragte
ich diesbezüglich auch die bei
mir Rat suchenden Pferdehalter
und es stellte sich heraus, dass
mehrere akute Schübe nach Antibiotika
Gabe auftraten.
Es besteht zwar keinerlei wissenschaftliche
Erkenntnis für diese
These, doch möchte ich darauf
hinweisen. Da Ursache der
Hufrehe Erkrankung eine geschädigte
Darmschleimhaut ist
und Toxine des Darmraumes in
die Blutbahn gelangen, erscheint
mir allerdings logisch, dass Antibiotika,
welches ja bekannt für
eine Schädigung des Darmes ist,
Auslöser sein könnte. Natürlich sind dies seltene Fälle, wenn man
bedenkt, wie häufig Antibiotika
bei unseren Pferden eingesetzt
wird, doch die Gefahr scheint
durchaus zu bestehen. Es ist jedenfalls
ratsam, mit dem Tierarzt
zu besprechen, welche Injektionen
injiziert werden und
welche Medikamente verabreicht.
Im akuten Stadium ist über die
veterinärmedizinische Therapie
hinaus zu beachten:
Eine Erleichterung ist das
Kühlen und Wässern der Hufe,
da sich die Hornkapsel weitet
und der Schmerz etwas nachlässt
(man stelle sich vor, der
Schmerz bei Hufrehe ist ähnlich,
jedoch viel stärker, als
hätte man viel zu enge Schuhe
an, da die Hornkapsel sich
nicht dehnt). Auch die Durchblutung
wird positiv beeinflusst,
kalte Umschläge erleichtern
und setzen die Stoffwechselvorgänge
herab, so
dass der Huf leichter mit der
gestörten Durchblutung umgehen
kann.
Warme Umschläge sollen die
Durchblutung fördern, verstärken
aber meist die
Schmerzreaktion, daher rate
ich von diesen ab. Ideal ist ein
fließender Bach, dieser erleichtert
und massiert, wenn
wir das Pferd möglichst mehrmals
täglich über ca. 30 Minuten
hineinstellen. Ansonsten
gilt: Sinnvoll ist lediglich, die
Hufe mindestens 30 Minuten
zu wässern, da kurzes Abspritzen
die Hornkapsel nicht
weitet, im Gegenteil nach
Trocknen die Hornkapsel noch
mehr verengt.
Schmerzerleichternd wirkt
ebenfalls ein weicher Boden:
Egal ob im Stall oder draußen,
ideal ist tiefer und weicher Boden,
draußen in diesem Falle also
optimal ein tiefer Schlammboden,
in der Box sehr reichlich
Einstreumaterial, ob Späne, Hanf
oder Stroh: geradezu verschwenderisch
sollte die Einstreu
aussehen!
Zur Bewegung allgemein:
Ohne Schmerzmittel kann sich
das betroffene Pferd so viel bewegen,
wie es sich das zutraut,
unter Schmerzmittelgabe: unbedingte
Ruhigstellung des
Pferdes!
Darüber hinaus dürfen betroffene
Pferde – auch ohne
Schmerzmittelgabe – natürlich
nicht von anderen Herdenmitgliedern
gejagt werden, besteht
hier nur die Gefahr, dass
dies passieren könnte, sind die
Patienten zu separieren, jedoch
mit Sicht- und Schnupperkontakt.
Bekommt das Pferd
Schmerzmittel und steht dementsprechend
vorschriftsmäßig
im Stall – schön wäre natürlich
ein angeschlossenes kleines
Paddock – sollte auch das
psychische Wohl unbedingt
beachtet werden: Man stelle
hier ein befreundetes Pferd –
evt. im Wechsel – als Nachbarn
zur Seite.
Die Psyche beeinflusst stark die
Heilungschance!
Fütterung:
Erlaubt ist Rauhfutter in einer
Menge, wie diese andere und
gesunde Pferde auch benötigen:
Stroh beispielsweise zur freien
Aufnahme, Heu 1 – 2 KG pro
100 KG Pferdegewicht. Darüber
hinaus bis 2 KG Möhren
pro Tag, Ponys bis 1 KG.
Bei Äpfeln streiten sich die Geister:
Es wird die Auffassung vertreten,
dass der enthaltene
Fruchtzucker schadet und die
Hufrehe so durch den Zuckergehalt
begünstigt. Ich kann das
nicht bestätigen: Ich vertrete die
Auffassung, dass das reichlich
in Äpfeln enthaltene Pektin eine
positive Wirkung auf die
Darmschleimhaut ausübt und
somit empfehle ich Pferden pro
Tag bis 4 Äpfel zu füttern und
Ponys auch hier die Hälfte.
Aufgrund der Hufrehe Erkrankung
meines eigenen Pferdes
entwickelte ich die getrocknete
Kräutermischung in DABQualität
Rehe-Ex und die flüssige
Pflanzenmischung Biologische
Hufkur. Seither durfte
ich erleben, dass sie nicht nur
die Ausheilung der Hufrehe Erkrankung
stark unterstützen,
sondern nach Auffassung vieler
meiner Kunden, ihren Pferden
das Leben gerettet haben.
Ich empfehle daher bei einem
akuten Hufrehe Schub beide
Kräutermischungen gemeinsam
zu füttern, da wir mit dem
Einsatz allerbeste Erfahrungen
machen durften!
Um positive Wirkungen und
eine Unterstützung des Bewegungsapparates
zu erzielen,
können zusätzlich Kräuter gefüttert
werden, die sich hier
bewährt haben (Ingwer, Teufelskralle,
Gingko, Beinwell,
Weidenrinde beispielsweise).
Da Ingwer stark positive Wirkungen
auf den Darmraum hat,
erzielt man mit der Fütterung
von Ingwer gleich zwei gute
Wirkungen bei der Hufrehe Erkrankung.
Darüber hinaus sollte dem erkrankten
Pferd kein Futter zugeführt
werden! Weidegang ist
selbstverständlich tabu, wie es
dann – auch bezüglich der
Weidehaltung – nach dem akuten
und im glücklichsten Fall
ausgeheilten Hufrehe Schub
weitergeht, steht in der nächsten Ausgabe des Pferdeanzeigers.
Ein häufiger Fehler ist die weitere
Fütterung von Getreidemischungen,
aber auch strengste
Diät. Strikter Nahrungsentzug
kann bei stark verfetteten
Ponys die gefürchtete Hyperlipämie
(Störung des Fettstoffwechsels)
auslösen, die
meist tödlich endet.
Da der Darm unseres Patienten
stark geschädigt ist, sollte
die Rauhfuttergabe keinesfalls
extrem eingeschränkt werden,
Rauhfutter ist für das Funktionieren
des Pferdedarmes unerlässlich!
Die Bedürfnisse bestimmt
immer das Individium:
So gibt es zahlreiche abgemagerte
Pferde, die an Hufrehe
erkranken. Hier kann zusätzlich
Schwarzkümmelöl eingesetzt
werden, damit die Pferde
bei Futterzustand bleiben
und nicht zusätzlich geschwächt
werden.
Sehr schlanke Pferde dürfen
selbstverständlich auch Heu
zur freien Aufnahme erhalten,
in diesen Fällen muss die Menge
nicht auf 2 KG begrenzt werden.
Im Umkehrfall gibt es
zahlreiche verfettete Ponys,
die an Hufrehe erkranken, hier
sollte das Futter allgemein
gekürzt und die Pferde auf Diät
gesetzt werden. Doch sollte
das Futter langsam über längere
Zeit vermindert werden
und nicht von jetzt auf gleich
eine strenge Diät eingeführt
werden!
Hufbearbeitung/Hufkorrektur/
Hufbeschlag:
Schlechte Erfahrungen machte
ich grundsätzlich mit dem
Eingipsen der Hufe. Ob dies
nun daran liegt, dass nur in
sehr schweren Fällen ein Gipsverband
zum Zuge kam oder
am Eingipsen selbst, vermag
ich nicht zu beurteilen. Ich rate
jedenfalls davon ab!
Ein orthopädischer gut ausgeführter
Beschlag – möglichst in
Absprache von Tierarzt/Tierklinik
und Hufschmied angefertigt
nach Röntgenbildern – ist häufig
eine sehr hilfreiche Sache und
im günstigsten Falle wird dem
Pferd unmittelbar nach Ausführung
große Erleichterung geschaffen.
Das Nageln an sich sollte auch
nicht so dramatisch beurteilt werden,
wie oft geschehen. Meist
vertragen betroffene Pferde die
Nagelung besser, als man zu denken
wagt. Leider ist aber auch
der beste orthopädische Beschlag
nicht immer hilfreich,
manchmal läuft das Pferd danach
weder besser noch schlechter.
Im ungünstigsten Falle läuft
es danach noch schlechter. Ich
denke jedoch, man sollte einen
orthopädischen Beschlag – es
gibt verschiedene Varianten, die
für das betroffene Pferd optimale
wird anhand der Veränderungen
des Röntgenbildes ermittelt
– ausprobieren, wenn eine
Besserung der Symptomatik
nach ca. 2 Wochen Therapiezeit
nicht einsetzt.
Einige Meinungen gehen dahin,
bei beschlagenen Pferden den
Beschlag zu entfernen, dies halte
ich nur für sinnvoll, wenn ein
auf die Erkrankung abgestimmter
Hufbeschlag statt dem vorhandenen
ausgeführt wird, da
seit Jahren beschlagene Pferde
ohnehin große Schwierigkeiten
haben bei der Umstellung auf
das Barhufgehen und die Symptomatik
sich so eher verschlechtert,
da dauernd beschlagene
Pferde grundsätzlich
erst einmal sehr schmerzempfindlich
sind, wenn die Eisen abgenommen
werden.
Bei Pferden, die ihr Leben lang
barhuf gehen, sollte auch bei der
Hufrehe Erkrankung auf einen
Beschlag verzichtet werden,
meist reicht es aus, die Zehe dünner
zu raspeln und somit ein wenig
Druck zu nehmen. Aber auch
hier sollte abgewägt werden:
Wenn der Pferdehalter das Gefühl
hat, dass ein Beschlag Positives
bewirken könnte, was sicher
nach ca. 2 Wochen der Hufrehe
Symptomatik ohne sichtbare
Besserung des Zustandes
spätestens der Fall sein sollte,
sollte ein Hufbeschlag ausprobiert
werden, denn einen Versuch
ist dieser alle Male wert,
dem Pferd Erleichterung zu verschaffen!
Falls der Versuch scheitert, kann
man die Eisen ja jederzeit wieder
abnehmen lassen. Man heilt
mit einem noch so gut ausgeführten
Hufbeschlag zwar in keiner
Weise die Hufrehe Erkrankung,
doch verschafft man den
Pferd im günstigsten Falle wieder
ein unbeschwertes Gehen,
vielleicht auch Laufen!
Wichtig erscheint mir noch darauf
hinzuweisen, dass man sich
nicht auf Experimente einlassen
sollte. Es ist unglaublich, welche
Manipulationen am Huf des
Pferdes ausgeführt werden, dies
gerade bei der Hufrehe Erkrankung,
da die Überforderung hier
wohl auch oft beim Hufschmied/
Hufpfleger liegt und er
sich da so seine Gedanken
macht..
Fazit der Hufbearbeitung: Absprache
mit Tierarzt und Hufschmied
und wenn man das Gefühl
hat, das Pferd dient waghalsigen
Experimenten, lieber
noch einmal eine bzw. zwei weitere
Meinungen einholen und
sich dann aus allem Gehörten
die eigene Meinung bilden!
Ganz klar für mich:
Besser keine Hufbearbeitung, als
die falsche, denn diese schadet
mehr, als den Huf in seiner natürlichen
Form zu belassen.
Ein Pferd, welches einmal an
Hufrehe erkrankt ist – die Ursache
bzw. der Auslöser ist sekundär
- behält ein Leben lang
die Disposition. Wird unser Pferd
wieder ganz gesund, was glücklicherweise
bei fast allen mir bekannten
Patienten der Fall war,
sind ein Pferdeleben lang einige
Faktoren zu beachten, um erneute
Schübe so weit wie nur
möglich zu vermeiden!
Ohne Veränderungen der Fütterung
und Haltung erkranken
fast alle Pferde in unregelmäßigen
Abständen an erneuten Hufrehe
Schüben.
Daher lesen Sie im nächsten Heft:
Homöopathische und phytotherapeutische
Therapie der akuten
Hufrehe sowie die zukünftige
Haltung und Fütterung des
einmal an Hufrehe erkrankten
und damit lebenslang disponierten
Pferd.
Zentrum für ganzheitliche
Tierheilkunde,
THP C. Nehls,
Tel.: 05648/963335,
Fax: 05648/963334,
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de,
www.tierheilkundezentrum.de
(dort finden Sie umfangreiche
Informationen zur Hufrehe, viele
Erfahrungsberichte und weitere
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