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Erfolgreiche internationale Premiere
der Löwen Classics mit 16.500 Zuschauern Bevor Piet Raymakers beim
Highlight in Braunschweig, dem
Großen Volkswagen Preis, als
strahlender Sieger ein nagelneues
Auto in Empfang nehmen
durfte, lagen schon gut drei Tage
aufregender und hochklassiger
Reitsport hinter den Teilnehmern.
Der erste Veranstaltungstag
stand dabei ganz im
Zeichen des VW Cup und der
Grenzland Tour.
VW Cup-Finale in Braunschweig
vor 2500 Zuschauern
Die Dressursiegerin kommt aus
Braunschweig, der schnellste
Springreiter aus Belgern bei Leipzig.
Nicole Dollega-Cissee sicherte
sich mit dem Sieg in der Dressurprüfung
Kl. M/B auf Sea Cloud den
Gewinn des Volkswagen Cup Finales
bei den Löwen Classics in
Braunschweig. Thorsten Schroth,
Jugendtrainer des RFV Belgern,
jumpte mit Calimero zum Finalsieg
in den Springkonkurrenzen
und darf nun zum Trainingsaufenthalt
nach Homberg zu Lars Nieberg
reisen.
Die dritte Auflage der Breitensportserie
VW Cup mit 100 Qualifikationsturnieren
bundesweit
und fünf Regionalausscheidungen
beeindruckte mit rasanten Zuwächsen
und hoher Akzeptanz.
„Wir hatten uns ursprünglich die
100 als Messlatte gelegt und schon
2004 schoss es darüber hinaus,"
so Rainer Brensing, Leiter des Handels-
und Eventmarketing Volkswagen
und: „Dass die Resonanz
der Reiter so groß ist, macht schon
stolz."
Eine stolze Zahl konnten auch die
Turnierleiter Axel Milkau und Hans
Günter Winkler vermelden, denn
immerhin 2500 Zuschauer kamen
bereits zum Auftakt in die Volkswagen-
Halle nach Braunschweig.
Und die sahen spannenden Sport.
Das VW Cup-Finale der
Springreiter wurde im Stechen entschieden.
Mit 35.91 Sekunden war
Torsten Schroth mit seinem Calimero
am schnellsten und dabei
auch fehlerfrei. Der 29 Jahre alte
Jugendtrainer „kann es noch gar
nicht richtig realisieren", dass er
nun zum Training zu Lars Nieberg
fahren darf. Der Mannschafts-
Olympiasieger des Jahres 2000 besah
sich seinen Trainingsgast im
Parcours schon ganz genau.
Nicole Dollega-Cissee erlebte die
größte Aufregung schon am frühen
Morgen. Da fieberte die 27-jährige
mit ihrem Lebensgefährten in
der S-Dressur mit. „Ich war dann
nicht mehr ganz so aufgeregt beim
Finale," so die Siegerin, die mit
807 Punkten gewann.
Torsten Ritter gewinnt Finalprüfung
der Grenzland Tour
Grenzland Tour, das ist die Serie
für Springreiter in Sachsen-Anhalt,
Altmark und Niedersachsen und
Torsten Ritter aus Salzwedel ist der
Erste, der die Finalprüfung in Braunschweig
bei den Löwen Classics
gleich zweimal gewinnen konnte.
Mit seinem Kolibri-Sohn Kevin
sicherte sich der Reiter, der für den
RFV Mahlsdorf startet, 750 Euro Siegprämie und den Startplatz bei
weiteren Prüfungen. Die schnelle
Runde des Salzwedelers im Stechen
des Preises der ALBA
Niedersachsen GmbH rundete zudem
die Ausbeute der springreitenden
Abordnung aus Sachsen-
Anhalt ab. Gemeinsam mit Hans-
Joachim Schwarz (Klötze) auf Cora
und Hans-Günter Stürze (Etingen)
mit Happy-Boy gewann Ritter auch
den Teamwettbewerb der Grenzland
Tour. „Es läuft so gut, mehr
kann ich mir nicht wünschen," so
Ritter, der seinem Kevin jetzt eine
Pause gönnt.
„Die Hallensaison ist für ihn vorbei,
er hat es verdient," so der
Springreiter, der im Januar bereits
das Finale des Partner Pferd Cups
in Leipzig gewann. In der Gesamtwertung
der Tour hatte Marcel
Buchheim aus Gänsefurth in
Sachsen-Anhalt die Nase vorn. Ein
sechster Rang mit Kalypso Lady im
Finale der Serie genügte Buchheim,
um seine Spitzenposition zu etablieren.
Insgesamt haben 130 Springreiterinnen
und –reiter an der Grenzland
Tour, die über fünf Turnierstationen
führte, teilgenommen.
Holger Wulschner gewinnt
Preis der Volkswagen Bank
Der Passiner Nationenpreisreiter
Holger Wulschner hat mit dem
Hannoveraner Wallach Dublin den
Preis der Volkswagen Bank GmbH
am Freitag gewonnen. „Ich hab`
nicht soviel raus genommen für
Sonntag und wusste ja auch, dass
noch gute Reiter kommen in der
winning round", so der 41 Jahre
alte Sportprofi. Gleich nach dem
Sieg rief er den Pferdebesitzer Siegfried
Kludt in Spanien an. Stolz und
glücklich war auch der Niederländer
Piet Raymakers, der mit Now
or Never den zweiten Platz in dem
schwierigen Springen belegte:
„Now or Never ist eigen und schon
mit mir rumgerannt, aber das war
heute ein Vorteil, oder?" - am Sonntag
sollte er dann noch mehr strahlen
... Dritter wurde Rudolf Könemund
aus Burscheid mit dem
Holsteiner Wallach Colino.
Insgesamt 3500 Zuschauer waren
am 2. Turniertag dabei, als internationale
Top-Reiter wie der Brasilianer
Rodrigo Pessoa, Mannschafts-
Europameister Marcus
Ehning (Borken) oder der Mannschafts-
Olympiasieger Otto Becker
aus Albersloh um Weltranglistenpunkte
kämpften. Die Reiter lobten
vor allem die freundliche und
familiäre Atmosphäre bei der internationalen
Premiere der Löwen
Classics. „Also ich habe vorher ja
wohl schon viele Jahre verpasst",
so Raymakers.
Holger Wulschner nutzte die Gelegenheit,
einen Dank an das Team
Braunschweig los zu werden, denn
die Veranstalter der 4. Löwen Classics
in der Volkswagen-Halle organisierten
zusätzliche Heizungen
für die Pferdezelte. Wulschner: „Es
gibt nicht so viele Veranstalter, die
das einfach schnell machen und
uns damit natürlich sehr entgegen
kommen."
Candela siegte zum 111. Mal
Mit einer Extraportion Streicheleinheiten
belohnte ein sichtlich
stolzer Heinrich Hermann Engemann
seine westfälische Stute Candela
nach dem Gewinn des PROTEGO-
Preises der Leinemann Firmengruppe
bei den Braunschweiger
Löwen Classics. Und diese besondere
Zuwendung ihres Reiters
hatte sich die 14-Jährige auch verdient,
denn die beiden feierten am
Freitag in der Volkswagen-Halle
ihren 111. gemeinsamen Erfolg bei
einem S-Springen. Damit wurden
die "rasante Lady" und der 45 Jahre
alte Pferdewirtschaftsmeister aus
Bissendorf bei Osnabrück ihrem
Ruf als eingespieltes Team mal wieder
gerecht. Engemann hat Candela
jung gekauft, selbst ausgebildet
und kann jetzt die Früchte seiner
Arbeit mit der Rekord-Stute genießen.
Ausruhen wird er sich darauf
aber freilich nicht.
Auch die Löwen Classics nahmen
zum Start ins Wochenende weiter
an Fahrt auf. Nachdem der ehemalige
britische Springreiter Stephen
Pritchard den inzwischen
rund 4000 Zuschauern mit Coverversionen
von Hits von Queen, Joe
Cocker und - beim überwiegend
weiblichen Publikum besonders
beliebt - Robbie Williams eingeheizt
hatte, begann mit dem Mächtigkeits-
Springen der sportliche
Höhepunkt des Freitagabends. "Jetzt
geht''s los", skandierten die Zuschauer
im Chor und spornten so
die Reiter im Parcours zu Höhenflügen
an - bis auf 2 Meter. Bei dieser
Hindernishöhe einigten sich die
beiden nach dem 2. Stechenverbliebenen
Teilnehmer Ralf Litz aus
Schlaitz und Michael Aabo
(Dänemark) auf ein Unentschieden,
um ihre Pferde Long Island
bzw. Leviathan zu schonen. Denn
das Mächtigkeitsspringen, das nach
dem Ausscheidungs-Prinzip funktioniert,
gilt als eher rustikale Disziplin,
die den Pferden viel abverlangt,
aber bei den Zuschauern wegen
der einfachen Regeln und der
immer weiter steigenden Spannung
besonders beliebt ist.
Nach dem Mächtigkeitsspringen
übernahm wieder Steve Pritchard
das Mikrofon und machte zum Abschluss
eines langen Wettkampftags
bei der Party im Okerfoyer der
Volkswagen-Halle nahtlos dort weiter,
wo er in der Arena aufgehört
hatte.
Meredith Michaels-Beerbaum
gewinnt BS Energy Derby
„Ich glaub` es geht noch schneller,"
spekulierte Meredith Michaels-
Beerbaum (Thedinghausen)
nach ihrem 36.73 Sekunden schnellen
und fehlerfreien Ritt im Stechen
des BS Energy Derbys am Samstagmittag.
Die springreitenden Kollegen
straften die quirlige Amazone
jedoch „Lügen", denn schneller
als die 35 Jahre alte Amazone
war keiner im schweren Springen.
Michaels-Beerbaum hatte in Braunschweigs
Volkswagen-Halle erneut
den 10 Jahre alten Hannoveraner
Wallach Checkmate gesattelt, der
sich hochmotiviert an die Arbeit
machte. Immerhin 5000 Euro Preisgeld
„verdiente" der schnelle Braune.
Sie habe nicht das Gefühl gehabt,
das sie im Stechen ganz ideal geritten
sei, erklärte Michaels-Beerbaum.
Da konnte der zweitplazierte
Florian Meyer zu Hartum
(Herford) nur lächeln, denn der
westfälische Profi kam mit seiner
Stute Waldrose nach 38.04 Sekunden
ins Ziel. Ein klein wenig
gelassener ließ Lars Nieberg (Homberg)
die Sache angehen. Mit seiner
Weltcup-Stute Lucie drehte der
Pferdewirtschaftsmeister, der im
niedersächsischen Wittingen aufgewachsen
ist, eine sichere fehlerfreie
Runde in 40.93 Sekunden.
Nieberg, der zu den Publikumslieblingen in Braunschweig zählt,
hatte sich für den Großen Volkswagen
Preis am Sonntag noch einiges
vorgenommen.
Für pure Begeisterung auf den Rängen
sorgten am Abend Heinrich
Hermann Engemann und seine Stute
Candela NRW. Die Rekordhalterin
in Sachen S-Springen schaffte
in der 2. Qualifikation der mittleren
Tour den 112. S-Sieg, nachdem
sie bereits freitags auftrumpfte.
Die Carte d`Or-Tochter sauste in
25.82 Sekunden ins Ziel und ließ
damit Markus Fuchs und seinen
Royal Charmers fast drei Sekunden
hinter sich.
Isabell Werth gewinnt Grand Prix
Special und schlägt sich selbst
Der vierte Besuch von Isabell
Werth bei den Braunschweiger
Löwen Classics endete mit einem
kleinen Triumph: nachdem die
deutsche Vorzeigefrau in Sachen
Dressursport bereits im Grand Prix
am Sonnabend mit Satchmo und
Warum Nicht dominierte, gewann
die Juristin aus Rheinberg auch
den Grand Prix Special mit Top-
Pferd Satchmo und belegte mit
ihrem Nachwuchspferd (auch
„Hannes" genannt) den zweiten
Platz. Für Werth eine Standortbestimmung.
Nachdem Satchmo im
vergangenen Jahr seiner Reiterin
einiges „Kopfzerbrechen" bereitet
hat, präsentiert sich der hübsche
11 Jahr alte Hannoveraner jetzt
wesentlich ausgeglichener.
Hinter der Doppelsiegerin ritt
Martina Hannöver-Sternberg
(Lütjensee) auf den dritten Platz
mit ihrer Holsteiner Halbblutstute
Inara. Die temperamentvolle
Pferdedame fordert ihrer Reiterin
stets viel Einfühlungsvermögen ab.
„Ich glaube heute in der Galopptour
war ich nur Co-Pilot," kommentierte
die Pferdewirtschaftsmeisterin
vergnügt ihren Auftritt
mit Inara in der hervorragend besetzten
Volkswagen-Halle. Der
Grand Prix Special lockte etliche
tausend Zuschauer in die Arena.
Hallenchef Stephan Lemke meldete
zudem, dass um elf Uhr nur
noch 280 Tickets für den Veranstaltungstag
der Löwen Classics
zur Verfügung standen. Isabell
Werth machte den Löwen Classics
ein großes Kompliment: „Ich
habe schon beim ersten Turnier
gesagt, dass die Veranstaltung ein
großes Potential hat und ich glaube
das immer noch."
Piet Raymakers gewinnt
feuerroten Golf GTI
Piet Raymakers ließ bei den Löwen
Classics im Großen Volkswagen
Preis Worten Taten folgen. Der 47
Jahre alte Mannschafts-Olympiasieger
von 1992 gewann mit dem
10 Jahre alten Wallach Now or
Never den leuchtend roten Golf
GTI im Wert von 30.000 Euro. „Im
Herzen weiß man, dass es gehen
könnte," so der glückliche Sieger
über seinen Triumph im Großen
Preis. Gleich darauf „sang" der Nationenpreisreiter
ein Loblied auf
sein Pferd: „Er ist ein etwas mauliges
Pferd, er weiß am Sprung genau
was und wie er es will, und
er nimmt mich einfach mit. Ich
kann ihm nicht sagen, `du sollst`,
ich kann immer nur sagen, komm
wir versuchen es so und so. Er ist
vorsichtig, er hat Vermögen und
Qualität, ich habe ein so gutes Gefühl
bei ihm."
Der „Hymne" folgte gleich eine
zweite aus dem Mund von Dirk
Demeersmann. Der Belgier platzierte sich mit dem eigenwilligen
Schimmel Clinton als Zweiter.
Wenn Demeersmann mit dem riesigen
Holsteiner Hengst im Parcours
ist, sieht es immer aus, als
steige ein Flugzeug auf. „Ich glaube,
dass sieht schlimmer aus, als
es sich für mich anfühlt," so Demeersmann.
„Ich habe Clinton vor
sieben Jahren das erste Mal geritten
und wusste, dass er das Pferd
meines Lebens ist."
Bester Deutscher wurde der
Vorjahressieger Tjark Nagel mit
seinem Holsteiner Wallach Cash
auf dem vierten Rang hinter Albert
Zoer (Niederlande) mit Okidoki
und war rundum zufrieden: „Ich
werde lieber international Vierter,
als national Erster," erklärte der
Dithmarscher aus Friedrichskoog
augenzwinkernd.
Hans Günter Winkler und Axel
Milkau – Initiatoren und Leiter der
Braunschweiger Löwen Classics –
konnten am Sonntag erstmals ein
ausverkauftes Haus in der vierjährigen
Geschichte der Löwen
Classics vermelden. 5.500 Besucher
fieberten beim Großen Volkswagen
Preis mit, insgesamt kamen
16.500 Zuschauer zur internationalen
Premiere der Löwen Classics.
Nicht nur das tolle Publikum,
sondern auch die Reiterinnen und
Reiter sowie die geladenen Gäste
und Sponsoren, alle waren voll des
Lobes über die zwar inzwischen
internationale, aber immernoch
gemütliche und familiäre Atmosphäre
des Turniers. Einige der Stars
sicherten bereits zum Abschied zu,
auch 2006 wieder in Braunschweig
anzutreten - merken auch Sie sich
den Termin am Besten schon mal
vor:
Auf Wiedersehen bei den Löwen
Classics vom 02. bis 05. März
2006!
Text und Fotos:
Kerstan MediaNetworking /
Lars Tjaden |
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