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| Pferdegesundheit
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Textversion:
Homöopathische und phytotherapeutische Therapien bei akuter Hufrehe sowie die zukünftige Haltung und Fütterung des einmal an Hufrehe erkrankten und damit lebenslang disponierten Pferdes Zu Beginn der Therapie der
akuten Hufrehe steht zwingend
eine Darmsanierung
und Herstellung einer Darmsymbiose
= Lebensgemeinschaft
der Darmbakterien
(bei einer Hufrehe-Erkrankung
gelangen Endotoxine
des Darmraums durch eine
geschädigte Darmschleimhaut
in die Blutbahn). Wirksame
Vorbeugung sowie
Therapieschwerpunkt der
akuten Hufrehe muss also im
Darmraum (dort befinden
sich 80 % der Immunzellen)
ansetzen. Ein optimal funktionierender
Intestinal- und
Digestionstrakt (Verdauungssystem)
ist der beste
Schutz vor der Hufrehe-Erkrankung!
Weiterhin steht die Entgiftung
und Ausscheidungsförderung
im Vordergrund
der Therapie, damit Toxine
abgebaut werden können.
Darüber hinaus legt der
ganzheitlich arbeitende Tierheilpraktiker
seine Therapie
aus auf die Durchblutung,
die Unterstützung des Gesamtstoffwechsels,
das Herzund
Kreislaufsystem sowie
die Blutverdünnung und Unterstützung
der Funktionalität
des gesamten Bewegungsapparates.
Hufrehe ist eine multifaktorielle
Erkrankung. Multifaktoriell
bedeutet, dass in
der Regel zu den Veränderungen
am Huf ein hoher
Blutdruck, Herz- und Kreislaufprobleme,
Durchblutungsstörungen,
Gerinnungsstörungen
und Veränderungen
der Fließeigenschaften
des Blutes auftreten.
Toxine verursachen
Störungen der Nieren und
der Leber. Weiterhin entsteht
die oben geschilderte Darmdysbiose
und Endotoxämie.
Muskeln, Knochen und Bänder
werden durch die typische
Schonhaltung und veränderte
Belastungssituation
der Extremitäten ebenfalls in
Mitleidenschaft gezogen.
Stehen hormonelle Imbalancen
in Verdacht, Mitverursacher
der Hufrehe zu sein, so sollte eine Regulation des
Hormonhaushaltes in die
Therapie miteinbezogen
werden. Findet man Gründe
in der Psyche, da das Pferd
beispielsweise vor der Erkrankung
erhöhten Stressfaktoren
ausgesetzt war,
müssen diese unmittelbar
ausgeschaltet werden.
Selbstverständlich müssen
lokal an den Hufen durch
fachgerechte Arbeiten des
Hufschmiedes/Hufpflegers
alle Maßnahmen getroffen
werden, welche sich heilungsfördernd
auswirken
können. Erleichterung für
das betroffene Pferd schafft
das Kühlen und Wässern der
Hufe, ideal wäre ein
Schlammauslauf oder das
täglich mehrmalige ca.
halbstündige „in einen
Bach" oder „in Eimer stellen"
der betroffenen Hufe. Darüber
hinaus dürfen sich Pferde
– wie bereits in Teil 1 geschildert
– nur auf weichem
Boden bewegen.
Naturheilkundlich
stehen uns verschiedene
Therapieformen
zur Verfügung:
Homöopathische Mittel:
Homöopathische Mittel regen
die Selbstheilungskräfte
des Organismus an und lösen
bei gesunden Pferden die
Krankheitssymptome aus,
die das kranke Pferd aufweist.
Voraussetzung einer
homöopathischen Therapie
ist also, dass ausreichende
Selbstheilungskräfte zur
Verfügung stehen. Weiterhin
dürfen homöopathische
Mittel nicht prophylaktisch
gegeben werden, da eine
Wirksamkeit nur gegeben ist,
wenn die Krankheitssymptome
vorhanden sind, denn
würde man gesunden Pferden
das auf die Krankheit
passende Mittel mit all seinen
Symptomatiken verabreichen,
würde das gesunde
Pferd genau diese Krankheitssymptome
entwickeln!
Homöopathische Mittel eignen
sich demnach ausschließlich
für den akuten
Fall und dürfen nicht als Vorbeugung
vor erneuten Reheschüben
verabreicht werden.
Im akuten Fall haben sich
vielerlei Einzel- und Komplexhomöopathika
bewährt,
je nach Symptomatik, auslösenden
Faktoren und Konstitution
beispielsweise:
Nux vomica, Apis, Traumeel,
Zeel, Beladonna, Aconitum,
Bryonia und Arnica, um nur
einige aufzuzählen.
Die zu wählende Potenz der
Homöopathika richtet sich
nach Dauer der Erkrankung.
Isopathische Mittel/-
Nosoden:
Sind homöopathisch hergestellte
Mittel, die aus Krankheitskeimen,
Bakterien und
organischem Material bestehen.
So besagt die Isopathie:
Aufgetretene, verschiedene
höhere Entwicklungsformen
von beispielsweise Pilzen,
Parasiten und Bakterien werden
in niedere Phasen zurückgeführt,
welche über die
Ausscheidungsorgane den
Körper verlassen. Isopathische
Mittel und Nosoden
sind bei Hufrehe im akuten
Stadium ebenfalls gut einsetzbar,
wenn beispielsweise
im Blut mittels der Dunkelfeldmikroskopie
ein Befall
durch die parasitäre Phase
festgestellt wurde.
Phytotherapie:
Der große Vorteil der Phytotherapie
(Pflanzenheilkunde)
liegt darin, dass diese sowohl
im akuten Stadium der
Hufrehe, als auch dauerhaft
zur Prophylaxe einsetzbar ist.
Ein weiterer Vorteil ist, dass
durch die Zusammenstellung
verschiedener Kräuter
eine speziell auf die Ursache
sowie auch Symptomatik der
Hufrehe-Erkrankung abgestimmte
Kräutermischung
zum Einsatz kommen kann.
Aus diesem Grunde therapiere
ich die Hufrehe-Erkrankung
grundsätzlich mit
der Phytotherapie. Reicht das
Wirkungsspektrum der
Phytotherapie im Einzelfall
einmal nicht aus, dann setze
ich zusätzlich homöopathische
und/oder isopathische
Mittel ein! Das Einsatzspektrum
von Kräutern ist sehr
vielfältig, so haben viele
Kräuter grundsätzlich eine
sehr positive Wirkung auf
den Intestinal- und Digestionstrakt,
da die in den Kräutern
enthaltenen Mineralstoffe
und Spurenelemente
vom Darmraum essentiell
benötigt werden, um eine
Symbiose aufrechtzuerhalten
bzw. wiederherzustellen.
Wird die Kräutermischung
komplettiert durch entgiftende,
entwässernde, blutreinigende,
entzündungshemmende
und durchblutungsfördernde
Kräuter, so
ist dies eine gute Basis, im
akuten Fall auf den Heilungsverlauf positiv Einfluss
zu nehmen, sowie auch vor
weiteren Hufrehe-Schüben
eine gute Prophylaxe zu erzielen.
Ein weiterer Vorteil
ist, dass getrocknete Kräutermischungen
pur gefüttert
werden können sowie auch
jeglichem Futter, auch Saftfutter,
was für die meisten
Hufrehe-Kandidaten die einzige
Krippennahrung ist, beigemischt
werden können,
ohne an Wirksamkeit zu verlieren,
wie bei homöopathischen,
isopathischen Mitteln
und auch bei Nosoden bekannt.
Kräuter verlieren –
dies ist zumindest meine Erfahrung
und die vieler betroffener
Pferdehalter – auch
nicht an Wirksamkeit bei
Dauergebrauch!
Auch die Individualität ist
bei einer Kräutermischung
weniger zu berücksichtigen,
als bei homöopathischen
Mitteln. In der Homöopathie
arbeiten wir oft mit sogenannten
Konstitutionsmitteln,
die das Tier mit all seinen
Eigenarten, Symptomatiken,
Erkrankungen, seinem
ganzen Wesen und Charakter
berücksichtigen. Grundsätzlich
ist bei Wahl der richtigen
Homöopathika immer
auf das Individium zu achten,
bei Kräutern, die im Gegensatz
zur Homöopathie,
die mit Informationen arbeitet,
Materie sind, berücksichtigt
man Ursachen und
Symptome der Hufrehe und
kann so mit einer Mischung
speziell abgestimmt auf die
Erkrankung selbst und nicht
auf das individuelle Tier, arbeiten.
Beim Kauf von Kräutern sollte
unbedingt auf die Deutsche
Arzneibuch Qualität geachtet
werden, da diese dafür
bürgt, dass die Stoffe, die eine
positive Wirkung erzielen,
auch in der erforderlichen
Menge enthalten sind.
Eine speziell für die Hufrehe-
Erkrankung entwickelte
getrocknete Kräutermischung
in Deutscher Arzneibuch
Qualität sowie eine
flüssige Pflanzenmischung,
welche im akuten Fall beide
gleichzeitig gefüttert werden
sollten, finden Sie z.B. auf
meiner Homepage.
Die zukünftige Haltung
und Fütterung des
disponierten Pferdes:
Die Rückfallquote der einmal
an Hufrehe erkrankten
Pferde ist immens hoch; aus
diesem Grunde sollte man
zukünftig einige Faktoren
beachten:
Weidegang:
Während der akuten Phase
einer Hufrehe strengstes
Weideverbot! Nach Ausheilung
der akuten Hufrehe und
einer Wartezeit von ca. drei Wochen mit völliger Symptomfreiheit
können die betroffenen
Pferde wieder
langsam angeweidet werden.
Voraussetzung ist, dass die
Weide überständig, das heißt
hoch und mit möglichst kargen,
durch die Überständigkeit
bräunlichen Gräsern bewachsen
ist.
Es hat sich in keiner Weise
bewährt, Pferde auf abgegrasten,
kurzen Weiden zu
halten: Es liegt daran, dass
kurze Gräser grundsätzlich
über mehr Nährstoffe (Protein,
Fruktane, Energie) verfügen,
als verblühte, lange.
Die Weidezeit sollte, beginnend
mit zehn Minuten, weiter
langsam über mehrere
Wochen gesteigert werden.
Im Regelfall können Pferde
mit ausgeheilter Hufrehe –
wie ihre Artgenossen auch –
24 Stunden Weidegang genießen.
Ideal ist gerade für
Pferde mit Disposition zur
Hufrehe – allerdings auch für
andere Pferde – eine Offenstallhaltung
mit ganzjährigem
Zugang zur Weide. Der
Pferdeorganismus kann sich
langsam auf die beginnende
Vegetation einstellen und hat
keinerlei Probleme beim
Übergang zur Vegetation der
Weide, das lästige Anweiden
entfällt und die Pferde leben
– wie ursprünglich – im Einklang
mit der Natur, was ihnen
am besten bekommt!
Eine weitere Voraussetzung
ist, dass möglichst wenig
Nährstoffe im Gras sind, was
eine Düngung (außer mit
Kompost) ausschließt. Das so
sehr für Pferde angepriesene
Weidelgras enthält leider
auch den höchsten Fruktan-,
Energie- und Proteingehalt!
Sinnvoll ist also, bei Nachsaat/
Neusaat auf Weidelgras
zu verzichten und weniger
gefährliche und somit kärgere
Gräser, wie Wiesenfuchsschwanz,
Wiesenlieschgras,
Knaulgras, Rotschwingel,
Wiesenrispe und Wiesenschwingel
einzusäen.
Nicht nur der Fruktangehalt
ist bei diesen Gräsern reduziert
im Vergleich zum Weidelgras,
sondern auch Protein
und Energie, was nicht nur
unserem Hufrehe-Pferd, sondern
auch den anderen ehemaligen
Steppenbewohnern
zu Gute kommt. Überständige braune Gräser
werden leider leicht zur Utopie,
wenn man bedenkt, wie
wenig Fläche dem einzelnen
Pferd aufgrund von Mangel
an Weidefläche zur Verfügung
steht. Wie dieses Problem
im Einzelfall zu lösen
ist, bleibt individuell!
Als Grundsatz sollte man jedoch
beachten, dass die besten
Chancen zur Vermeidung
von erneuten Schüben
auf ungedüngten und extensiv
bewirtschafteten Weideflächen
bestehen. Extensiv
heißt ebenso, nicht mehr
als ein Pferd pro Hektar Weidefläche
zu halten (der genaue
Maßstab lautet nicht
mehr als 1,4 Großvieheinheiten
pro Hektar), eine
Überweidung ist somit ausgeschlossen
und ebenfalls
etliche Geilstellen sowie allzu
viel wucherndes Unkraut!
Zu bedenken ist weiterhin,
dass Pferde von Natur aus gewohnt
sind auf kargen
Flächen zu grasen und nicht
auf ursprünglich auf Mast
angelegten Hochleistungsweideflächen,
wie man sie
allzu häufig antrifft.
Der Einsatz von Pestiziden
ist auf unseren Pferdeweiden
selbstverständlich tabu!
Fütterung
Während der Weidezeit und
ausreichendem Futterangebot
durch die Weide sollte
keinerlei Getreide gefüttert
werden.
Erlaubt sind lediglich Rauhfutter,
Kräuter und Saftfutter!
Während der Stallperiode
sollte größter Wert auf eine
naturgemäße Fütterung gelegt
werden unter Verzicht
synthetischer Zusätze. Das
betroffene Pferd sollte weder
zu dick, noch zu dünn
sein. Die Fütterung ist individuell
auszurichten. Wird
aufgrund von Abmagerung
Getreide benötigt, so sollte
beispielsweise Hafer oder eine
Mischung aus Hafer/Gerste/
Mais gefüttert werden.
Auch Heucobs und Rübenschnitzel
(in Maßen) oder
natürliche Müslis ohne Zusätze
sind erlaubt. Für
schwerfuttrige Pferde empfehlen
sich Vollkorn-Bits.
Saftfutter bis 2 kg Möhren
und 4 Äpfel täglich sind
ganzjährig erlaubt.
Rauhfutter sollte je nach Futterzustand
ohne Begrenzung
bzw. 1,5 kg Heu pro 100 kg
Gewicht gefüttert werden. Zur Aufwertung des Futters
bei schwerfuttrigen Pferden
eignet sich bestens Schwarzkümmelöl.
Empfehlenswert
ist auch der Einsatz von Ingwer
in der Fütterung (nähere
Informationen bei:
www.pferdeglueck.de).
Bei der Fütterung sind individuelle
Faktoren zwingend
zu berücksichtigen, da nicht
nur – wie häufig angenommen
– kleine fette Ponys an
Hufrehe erkranken, sondern
häufig auch abgemagerte
Warmblüter, Vollblüter mit
bester Figur und alle anderen
Rassen bei unterschiedlichem
Futterzustand!
Pferde, welche eine Disposition
zur Hufrehe aufzeigen,
reagieren auf sämtliche äußeren
und inneren Einflüsse
sehr sensitiv und häufig wird
ein erneuter Schub durch
Faktoren ausgelöst, an die der
Pferdehalter in keiner Weise
denkt, da ein Zusammenhang
auf den ersten Blick
nicht erkennbar ist!
Pferdehalter von betroffenen
Pferden sollten gut abwägen,
ob Impfungen und Medikamente
unbedingt notwendig
sind; regelmäßige Wurmkuren
sind erforderlich, auf unbekannte
Entwurmungspasten
sollte verzichtet werden.
Man sollte sich auf bewährte
Präparate auch weiterhin
verlassen, welche das betroffene
Pferd bisher gut vertragen
hat.
Auch der Einsatz von synthetischen
Mineralstoffen,
Vitaminen und Spurenelementen
sollte möglichst vermieden
werden zugunsten
natürlicher Nährstoffe.
Ebenso sollten Heu und
Stroh jährlich vom Vertragsbauer
eingekauft werden,
denn auch hier lauert
eine Gefahr infolge von Pestiziden,
Düngemitteln und
eventuellen Giftpflanzen im
Futter.
Einmal bewährte Futtermittel,
Weiden, Medikamente,
Wurmkuren und alles Weitere
sollten unbedingt beibehalten
werden, vor Experimenten
– egal in welcher
Form – muss gewarnt werden!
Weniger ist oft mehr und
Experimente schaden meist
mehr, als sie nutzen!
Prophylaktisch hat sich die
ganzjährige Fütterung der getrockneten
Kräutermischung
in DAB-Qualität Rehe-Ex bewährt
sowie die mindestens
zweimal jährliche Fütterung
im Frühjahr und Herbst der
Biologischen Hufkur.
Beide Produkte sind aus der
Praxis und Therapie von Hufrehe-
Pferden entwickelt
worden und sind ausschließlich
im Tierheilkundezentrum
erhältlich.
Soweit die oben genannten
Faktoren eingehalten wurden,
haben wir bisher – trotz
Weidegang und häufig praktizierter
Offenstallhaltung
mit ganzjährigem Zugang
zur Weide – keinerlei Rückfälle
verzeichnen können:
Zentrum für ganzheitliche
Tierheilkunde,
C. Nehls,
Bad Driburg,
Tel.: 0173/5157633,
Fax: 05648/963334,
www.tierheilkundezentrum.
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(Erfahrungen und vieles
mehr zum Thema Hufrehe)
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.
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