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Friesen-Hengstkörung 2005 - Vom 4. bis 6. März im Hessischen Landgestüt in Dillenburg Der Friesenpferde-Zuchtverband (FPZV) gab
sich wieder sein alljährliches „Stell-dich-ein"
im Landgestüt zu Dillenburg. Das Wetter begrüßte
die Teilnehmer mit einer saftigen Wintereinlage.
Neuschnee und Glatteis erschwerten
die teilweise doch sehr weite Anreise
der Akteure, die mit Pferdeanhängern
aus allen Teilen Deutschlands anreisten, um
entweder das begehrte Prädikat „gekört" für
ihre Junghengste zu erhalten, oder um die
Althengstprämierung möglichst erfolgreich
zu absolvieren und ihre Deckerlaubnis für
das kommende Deckjahr zu erhalten. 27 Friesenhengste
unterschiedlicher Altersklassen
an einem Ort, das bedeutet 27 mal Mähnenspray,
Huffett, Wässerchen und Döschen,
Lappen und Putzzeug in den Stallgassen des
Landgestüts. Denn glänzen sollen sie, die imposanten
Rappen, die Mähne weich fallen,
sich bestmöglich präsentieren. Dazu kommen
mindestens noch 54 stolze Besitzer...
Ein ganz anderer Wind weht in Dillenburg,
wenn die Friesen kommen. Der Samstag
morgen begann mit einem Friesenturnier.
Waren in der Ausschreibung noch zwei Fahrprüfungen
vorgesehen, mußten diese leider
wegen des vereisten Fahrplatzes gestrichen
werden. Mit dem Reiten war es in der Halle
leichter. Dressur der Klasse A und L für
Friesenpferde war das Motto und wurde mit
zahlreichen Nennungen auch gut angenommen.
Souverän konnte beide Prüfungen
ein Hengst aus dem Norden für sich entscheiden.
Der 14-jährige FPZV-Deckhengst
„Woodstock", geritten von Janina Koeppel,
konnte vor den Augen des Richters, Herrn
Daum, die A-Dressur mit einer Wertnote
von 8,0 und die L-Dressur mit einer Note
von 7,7 für sich entscheiden. „ Eine tolle Leistung,"
so Daum zu der Vorstellung des Paares
(Ergebnisse siehe Tabelle). Fünf Junghengste
im Alter von 3- bis 8-jährig wurden
an insgesamt zwei Tagen drei mal der Eintragungskommission
vorgestellt. Das Vortraben
auf hartem Boden, sowie freilaufend
in der Reithalle gehörten ebenso zum Prozedere,
wie die Identifikation, das Messen
und der Gesundheitscheck. Alle Junghengste
waren ihrem Alter entsprechend gut vorbereitet
und die Vorführer hatten alle Hände
voll zu tun, die ungeduldigen und aufgeregten
jungen Herren in Szene zu setzen.
Lediglich einer dieser Reihe konnte das Rennen
schließlich für sich entscheiden. Der 4-
jährige „Filou" von FPZV-Deckhengst „Oetze"
aus der Sterstute „Berendje", gezüchtet
und im Besitz der Familie Martens aus Schleswig
Holstein, konnte im Exterieur und im
Gangpotental die Jury überzeugen. Mit viel
Charme und Ausdruck darf sich dieser Hengst
nun „gekört" nennen und seinen Weg zur
nachfolgenden 50-tägigen Leistungsprüfung
antreten.
Zwei weitere Hengste erreichten ihre Anerkennung
im FPZV. Bereits eingetragen in anderen
Pferdeverbänden und ordnungsgemäß
leistungsgeprüft, wurden „Adel 357" von Familie
Vanderlocht aus Belgien, und „Veyth
L." von Familie Loy aus Straelen nun auch
beim FPZV eingetragen und dürfen die Zucht
aufnehmen. Nachfolgend an die Junghengste
gaben sich nun die Althengste des FPZV die
Klinke in die Hand. Eine Augenweide für
die trotz der Wettermisere zahlreich angereisten
Besucher, die natürlich auf die „alten
Hasen" des Verbandes gewartet haben.
So hielt es bei zahlreichen Akteuren keinen
mehr auf den Bänken, zeigten sich die meist
showerfahrenen Alten doch gerade beim Zuschauergetöse
von ihrer besten Seite. Es gab
zahlreiche erste und zweite Prämien, wobei
die 1. Prämie-Hengste zum Abschluß
noch um das Prädikat „Tgaessieger" gegeneinander
antraten. Tagessieger wurde, nach
dem Applauspegel der Zuschauer gemessen,
der fünfjährige „Baghera", Sohn des
„Douwe B.". Vater und Sohn sind im Besitz
der Famile Helke aus Michelstadt im Odenwald.
Vize-Tagessieger wurde der im Turnier
schon so erfolgreiche „Woodstock" im
Besitz von Sabine Mehl aus Soltau in der
Lüneburger Heide. Althengst-Champion wurde,
nachdem Zucht- und Leistungspunkte
aller FPZV-Hengste in einem Notenschlüssel
erfaßt worden sind und es danach nur
einen Sieger geben kann, ein Hengst aus
Hessen. Wie schon im letzten Jahr konnte
keiner an das Ergebnis von FPZV-Deckhengst
„Keimpe Jan fan Bommelsteyn" anstoßen,
die begehrte Trophäe ging wieder in das
Haus von Sylvia Schädlich nach Oberurff.
Vize-Champion wurde, nachdem der Sohn
schon als Tagessieger aus dem Ring gehen
konnte, „Douwe B" von Familie Helke aus
Michelstadt.
Das abschließende Schauprogramm umfasste
die Bandbreite des Friesenpferdes. Vor
der Sportkutsche, der historischen Sjees, an
den Langen Leinen und natürlich unter dem
Sattel zeigten die Friesen ihr Potential. Eine
Kür auf S-Niveau wurde von dem frischgekörten
„Adel 357" mit Peter Spahn im Sattel
präsentiert und es gab wohl niemanden
unter den Zuschauern, der nicht verstehen
konnte, weswegen dieses Paar auch auf internationaler
Ebene so erfolgreich im Dressursport
ist---eine Augenweide. Der FPZV
bedankt sich bei allen Teilnehmern, dem
Landgestüt und allen Zuschauern, die trotz
Kälte und Glatteis den Friesenpferden beigewohnt
haben und laden alle ein, am 5. Juni
diesen Jahres wieder einen Tag bei uns zu
verbringen, beim Friesenfest 2005 in Dillenburg.
Text und Foto: Sabine Mehl, FPZ |
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