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| Parasiten - Ein Gebot des Tierschutzes
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Blut saugende Parasiten gefährden das Pferd Im Gegensatz zu Hunden, hier wird immerhin
jeder fünfte vor Blut saugenden Parasiten,
wie Zecken, Flöhen, Stechmücken
oder andere Parasiten, geschützt, denken
Pferdebesitzer kaum oder gar nicht an den
Schutz ihrer Tiere. Das wäre aber notwendig,
denn die Parasiten nehmen in Deutschland
in den letzten Jahren zu und belasten
immer häufiger die Tiere.
Die Ursache hierfür ist die Veränderung des
Klimas, die steigenden Temperaturen und
die milden Winter. Bei Pferden wird diesen
Parasiten in der Regel keine oder nur wenig
Beachtung zuteil, obwohl von diesen nicht
nur erhebliche Belastungen für das Pferd ausgehen,
sondern auch schwere bis tödliche
Krankheiten übertragen werden können. Die
Parasiten zu bekämpfen, ist eine Sache des
Pferdeschutzes, des Tierschutzes.
Das sagte kürzlich Professor Dr. Eberhard
Schein vom Institut für Parasitologie und
Internationale Tiergesundheit der FU-Berlin.
Dennoch zeichnet sich bei den Pferdebesitzern
noch kein Umdenken ab. Nur
weniger als fünf Prozent denken an den
Schutz ihrer Pferde, meist allerdings nur,
wenn sie selbst ausreiten. Hier sei die Frage
erlaubt, ob sich die Liebe zum Pferd nur
auf deren Rücken abspielt.
Speichelgifte der Mücken
können für Pferde tödlich sein
Bei den Mücken wird das Pferd insbesondere
durch zwei Gruppen geschädigt, zum
einen durch die Kriebelmücken, zum anderen
durch die Gnitzen. Die Kriebelmücken
befallen die Pferde und schädigen mit ihrem
Speichelgift die Gefäßwände der Pferde.
Schwellungen unter der Haut, in den inneren
Organen und sogar im Gehirn sind die
Folge. Jährlich sterben durch die Kriebelmücken
immer wieder Pferde.
Todesfälle sind aus dem Raum Hannover,
Braunschweig, Celle und dem Edertal bekannt
geworden. Eine Zunahme der Kriebelmücke
wird aber auch an der Donau und
Isar sowie in Österreich und der Schweiz beobachtet.
Unter den Stichen der Gnitzen haben
besonders Islandpferde, aber auch viele
andere Rassen zu leiden.
Sie verursachen allergische Reaktionen, die
durch den Speichel dieser Mücken ausgelöst
werden und zu einem extremen Juckreiz
führen. Ständiges Scheuern führt zu schweren
Hautverletzungen, dem bekannten Sommerekzem,
meistens im Bereich der Mähne
und des Rückens.
Bremsen und Fliegen -
für Pferd und Reiter gefährlich
In Deutschland gibt es etwa 20 Bremsenarten.
Aufgrund ihrer großen Mundwerkzeuge
haben die Pferdebremsen als Blutsauger
eine besondere Bedeutung. Der Stich der bis
zu zwei Zentimeter großen Tiere ist besonders
schmerzhaft. Schwere Reitunfälle können
die Folge sein.
Die Bremsen können die Pferde in ihrem Verhalten
aber auch schwer schädigen, sodass
man sie tagsüber gar nicht mehr ausreiten
oder auf die Koppel führen kann. In warmen
Ländern spielen die Bremsen als Überträger von Krankheitserregern eine große Rolle. Ein
Beispiel hierfür ist die infektiöse Anämie der
Pferde. Zurzeit werden in Mitteleuropa diese
Erreger noch nicht übertragen. Anders
verhält es sich mit dem Infektionsrisiko durch
Fliegen. Die Fliege Musca autumnalis, die
mit unserer Stubenfliege eng verwandt ist,
befällt die Augen, Nüstern und das Maul
der Pferde. Sie verursacht mit ihrer Rüsselspitze
eine Reizung der Schleimhäute, insbesondere
an den Augen.
Dort leckt sie Tränenflüssigkeit und überträgt
gleichzeitig winzig kleine Würmer, die
in die Augenhöhlen eindringen. Schwere
Augenentzündungen können die Folge sein.
Besonders unangenehm sind die Fliegen auf
Wunden, z.B. bei Bremsenstichen. Hier lecken
sie das Wundsekret und verzögern dadurch
die Wundheilung. In den warmen Monaten
Juli und August sind hundert oder mehr dieser
Fliegen an einem einzigen Pferdekopf
keine Seltenheit.
Leishmaniose –
eine tödliche Gefahr
In Deutschland ist erstmals bei einem Pferd
ein Fall von Leishmaniose bekannt geworden.
Die Leishmaniose wird durch Sandoder
Schmetterlingsmücken übertragen.
Diese sind bereits, wie Professor Schein betont,
am Oberrhein bis in den Frankfurter
Raum nachgewiesen. Das heißt, die Gefahr
ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch
in Deutschland zukünftig mehr Pferde an
dieser extrem gefährlichen Leishmaniose
erkranken, die trotz Behandlung tödlich
verlaufen kann. Die Erreger befallen Knochenmark,
Leber und Milz, sodass die
Krankheit für das Tier einen echten Leidensweg
darstellt. Der bisher dokumentierte
Fall, so sagte Professor Schein, sollte
für uns ein Warnsignal sein.
Wirkungsvoller Schutz vor
Ektoparasiten auch für Pferde
möglich.
Die wirkungsvolle Abwehr, z.B.
von Zecken, Gnitzen, Bremsen,
Fliegen und Sandmücken, ist auch
beim Pferd möglich, allerdings
noch nicht in der perfekten Form
wie beim Hund. Zum Schutz der
Hunde vor den Blut saugenden
Parasiten haben sich Spot on Produkte
mit einer starken Repellentwirkung
durchgesetzt, insbesondere
die Permethrinpräparate,
die z.B. unter exspot® im Handel sind.
Diese Produkte bewirken, dass die Insekten
die Tiere erst gar nicht mehr befallen
oder wenn sie sich doch einmal auf ihm verirren,
panikartig die Flucht ergreifen. Spot
on-Produkte mit fehlender Repellentwirkung
hingegen, wie das Fipronil, sind nur
bedingt gegen die Insekten wirksam. Sie
wirken nicht gegen Bremsen, Gnitzen, Kriebelmücken,
Fliegen, und Sandmücken und
töten die Zecken meist erst nachdem sie gestochen
und Blut gesaugt haben.
Pferdehalter sind im Gegensatz zu Hundebesitzern
gar nicht oder nur unvollkommen
über einen wirksamen Parasitenschutz
informiert. So werden von ihnen vielfach
nur Wirkstoffe mit zu kurzer Wirkdauer genutzt.
Beispiele hierfür sind das DEET, das
Diethyl-m-toluamid oder biologische Substanzen,
wie Minze, Eukalyptus, Lavendel-
, Teebaum-, Nelken- und Pfefferminzöl. Da
sie die Blut saugenden Parasiten durch ätherische
Öle abgewährt werden, die sehr
schnell verdunsten, lässt auch ihre Repellentwirkung
nach etwa vier Stunden nach.
Das heißt, für einen Ausritt von einigen
Stunden kann man die Pferde mit diesen
Stoffen schützen, für einen längeren Schutz
reichen diese Stoffe aber nicht aus. Im Gegensatz
dazu hätte man, wie Professor
Schein betont, mit der Wellcare® Emulsion,
einer Kombination von Zitronenöl mit
Permethrin, eine Wirkung von etwa 7 bis
14 Tagen, je nach Ektoparasitendruck und
Belastung der Pferde. Erst danach ist eine
Auffrischung erforderlich. Hierbei ist allerdings
zu beachten, dass die Emulsion
sorgfältig aufgetragen werden muss.
Lässt man ein Körperteil aus, so wird das
ungeschützte Fell sehr schnell von Parasiten
befallen. Wellcare® Emulsion ist als einziges
Repellent für Pferde zugelassen und
kann nur über den Tierarzt bezogen werden.
Nebenwirkungen für Pferd und Reiter
sind bei diesem Wirkstoff nicht bekannt. Bei
den nicht zugelassenen Wirkstoffen hingegen
besteht immer eine Gefahr, dass bei Intoxikationen
der Tierarzt oder Pferdehalter
ein Risiko eingeht, das nicht abzuschätzen
ist.
Da die Pferde unter den Parasiten erheblich
leiden und schweren Krankheiten ausgesetzt
sind, ist es, wie Professor Schein herausstellte,
allein aus Tierschutzgesichtspunkten
erforderlich, die Tiere dauerhaft
vor den Ektoparasiten zu schützen und das
nicht nur beim Ausritt. |
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