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| Pferdegesundheit
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Haltung und Fütterung von
Pferden mit Sommerekzem Zunächst bilden sich sogenannte
Papeln, Erhebungen im
Durchmesser von Stecknadelkopf
bis maximal drei Zentimeter,
unter der Haut von Mähnenkamm,
Schweifrübe, Kruppe,
Widerrist, Schopf und unter
dem Bauch an der
Bauchnaht. Hieraus folgen die
Kardinalsymptome Juckreiz
und Unruhe. Alle Folgesymptomatiken
entstehen durch
das Scheuern infolge des
Juckreizes. Dieser bleibt auch
kennzeichnend für den gesamten
Krankheitsverlauf. Die
gleichzeitig auftretenden papulösen
oder papulovesikulären
Effloreszenzen werden
meist nicht wahrgenommen,
weil durch das ständige Scheuern
das Bild verändert wird und
durch das Ausschwitzen seröser
Flüssigkeit Borken entstehen.
Die Mücke fliegt auf ihrer
Suche nach Blut bevorzugt
Stellen des Pferdekörpers an,
an denen die Haare senkrecht
stehen. Der Speichel der blutsaugenden
weiblichen Insekten
wird für die Sensibilisierung
verantwortlich gemacht.
Das Sommerekzem ist keine
reine Kontaktallergie vom Typ
IV, da auch spezifisches IgE im
Blut nachgewiesen wird. Auslöser des Sommerekzems
ist der Speichel der Cullicoides
Arten, welcher eine überschießende
Reaktion des Immunsystems,
eine allergische
Reaktion, auslöst. Bedenkt
man hierbei, dass etwa 80 %
der Immunzellen im Darm angesiedelt
sind, so wird der Zusammenhang
zwischen Darm
und Allergie schnell deutlich.
Ist der Intestinal- und Digestionstrakt
(Verdauungssystem)
unseres Pferdes in einem
ausgeglichenen Zustand, bilden
die Bakterien des Darmes
eine Symbiose (= Lebensgemeinschaft)
und besitzt unser
Pferd ein ausgeglichenes Säure-
Basen Verhältnis, so hat eine
allergische Reaktion hier
wohl kaum eine Chance.
Ein spezielles Problem ist die
Übersäuerung des Pferdeorganismus,
welche durch
falsche Fütterung entsteht. Der
Organismus hat verschiedene
Regulationsmechanismen, die
in den Säure-Basen-Haushalt
eingreifen. Wenn diese Regulationsmechanismen
überlastet
sind, kommt es zu Krankheitserscheinungen.
Durch
Zusammenwirken der Fließfähigkeit
des Blutes, des Basengehaltes
und der peripheren
Durchblutung entsteht ein
negatives Herdgeschehen.
Auch Hufrehe beispielsweise
kann als Durchblutungsproblem
durch Übersäuerung entstehen.
Wir gehen heute davon aus,
dass Allergien vom Gesamtstoffwechsel
beeinflusst werden
und somit wird das Sommerekzem
durch Übersäuerung
stark begünstigt. Mineralstoffmangel
begünstigt wiederum
die Übersäuerung.
Betrachtet man dies, so wird
deutlich, dass sowohl bei der
Hufrehe Erkrankung wie auch
beim Sommerekzem die
Ernährung wohl die wichtigste
Rolle spielt!
Ein intakter und widerstandsfähiger
Darmraum unseres
Pferdes ist allein von Fütterung
und Haltung abhängig,
vorausgesetzt, spezifische Erkrankungen,
beispielsweise
Infektionskrankheiten sowie
weitere ernsthafte Erkrankungen
sind ausgeschlossen.
Grundsätzlich braucht das
Pferd als Flucht- und Steppentier
ausreichende freie Bewegung
ganzjährig und dies
auf weiträumigen Weideflächen.
Der Aufenthalt im geschlossenen
Stall ist sowohl
für das äußerst empfindliche
Verdauungssystem des Pferdes
sowie auch das gesamte
Wohlbefinden kontraproduktiv.
Eine Stärkung des Verdauungssystems
erreichen wir
darüber hinaus mit bedarfsgerechter
Rauhfutterfütterung,
denn nichts ist für den Pferdedarm
essentieller als Rohfaser,
welche ausreichend allein
im Rauhfutter sowie in
überständigen Gräsern vorhanden
ist.
Ein überhöhtes Maß an Protein
ist für das an Sommerekzem
erkrankte Pferd unbedingt und ganzjährig zu
vermeiden. Die Fütterung
sollte eher knapp und karg
gestaltet werden. Eine restriktive
Fütterung ist dauernd
zu beherzigen, nicht nur
während der kritischen Ekzemzeit:
Überwiegend erkranken
Pferde, die jahrzehntelang
an karges Futter
gewöhnt waren und mit einer
Eiweißüberversorgung und
viel zu viel "gutem" Futter
krank werden!
Vitamin- und Mineralstoffmangelzustände
entstehen
häufig bereits in den Wintermonaten.
Dabei wäre es gerade
bei Ekzemern wichtig, diese
bereits im Winter zu unterstützen
und bestmöglich auf
die kritische Ekzemzeit vorzubereiten.
Eine optimale und
natürliche Mineralstoff-/Vitamin-
und Spurenelementversorgung
sollte zwingend
ganzjährig erfolgen, nicht erst
dann, wenn bereits die ersten
Hautläsionen entstanden sind,
denn dann ist es meist für dieses
Jahr zu spät. Doch immer
noch früh genug, um endlich
mit einer bedarfsgerechten
Versorgung zu beginnen, welche
dann sicher im nächsten
Jahr ihre "Früchte tragen
wird". Unbedingt zu vermeiden
ist ein Mangel an Mineralstoffen,
da dieser sowohl
das Verdauungssystem massiv
beeinträchtigt, sowie auch
den Hautstoffwechsel und darüber
hinaus sämtliche anderen
Erkrankungen fördert. Das
Mineralstoff- und Spurenelementangebot
sollte weder zu
hoch, noch zu niedrig gestaltet
werden. Beides ist negativ
zu bewerten!
Eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung
lässt sich ausschließlich
aus Naturprodukten
herleiten, nicht aus synthetisch
zugesetzten Mineralstoffen,
welche generell zu Imbalancen
führen müssen, da Pferde
diese nicht optimal verstoffwechseln
können. Eine Mineralstoffversorgung
sollte
demnach durch Grünfutter,
Rauhfutter, Kräuter und Pflanzen
sichergestellt werden.
Benötigt unser Sommerekzemer
Kraftfutter, was von Arbeitsleistung
und individuellem
Pferd abhängig ist (erkennbar
auch am Futterzustand),
gibt es glücklicherweise
Firmen, welche das individuell
auf das betreffende Pferd
abgestimmte Futter mit unterschiedlichem
Nährstoffgehalt
in natürlicher Form anbieten
(Adressen nenne ich Ihnen gerne)!
Auch wenn uns häufig das
Gegenteil suggeriert wird: Ein
Pferd benötigt keine Mengen
Mineralstoffe, Vitamine und
erst recht nicht der Spurenelemente,
sondern optimal verwertbare.
Sehr gute Erfahrungen
machte unser Tierheilkundezentrum
bei Sommerekzemern
mit der ganzjährigen
Zufütterung als Ergänzungsfuttermittel
der speziell für Ekzemer
entwickelten Kräutermischung
Allergosan-Kräuter.
Dies hat verschiedene Gründe:
Kräuter enthalten viele Mineralstoffe
und Spurenelemente
(Kalium, Calcium, Phosphor,
Magnesium, Chlor, Eisen,
Kupfer, Zink, Mangan,
Selen, Schwefel etc.).
Die bedarfsgerechte Versorgung
mit Mineralien fördert,
unterstützt und aktiviert den
gesamten Stoffwechsel unserer
Tiere.
Mineralien wirken im Organismus
basisch. Sie gleichen
Übersäuerungszustände aus
und tragen zu einem ausgeglichenen
Säuren-Basen-Haushalt
bei. Ein unausgewogener Säure-
Basen-Haushalt ist Ursache
vieler Erkrankungen und Mitverursacher,
wenn nicht gar Verursacher,
des Sommerekzems.
Bei der Entgiftung neutralisieren
und helfen Mineralien,
das körpereigene Schutzsystem
aufzubauen und im
Gleichgewicht zu halten. Auch
enthalten Kräuter viele Vitamine,
so hat Vitamin C eine
ausgeprägte Radikalfängerfunktion,
gilt als natürliches
Antioxidant und stärkt die
Abwehr. Carotin und Vitamin
A unterstützen den so wichtigen
Zellstoffwechsel.
Die Kieselsäure ist ein wichtiger
Nähr- und Aufbaustoff
für die schnell wachsenden
Zellen der Haut, des Fells und
der Hufe. Kräuter enthalten
darüber hinaus Flavonoide,
Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherische
Öle, Schleimstoffe und
Chlorophyll. Auch versorgen
Kräuter unsere Pferde und
Ponys mit den so wichtigen
Mikronährstoffen.
Mikronährstoffe sind für die
physiologischen Funktionen
einzelner Organe und Organsysteme
unerlässlich.Während
den sogenannten Makronährstoffen
schon in der Vergangenheit
viel Bedeutung zugemessen
wurde und deren Gehalt
in Futtermitteln geregelt
ist, gilt dies für die wichtigen
Mikronährstoffe nicht. Bewährt
haben sich in der Fütterung
auch Öle, die durch ihr
Fettsäurenmuster die Allergieneigung des Organismus
verringern, beispielsweise
Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl
und Fischöl (Dorschöl
ist wegen seines hohen Vitamin
A Gehaltes jedoch nicht
zu empfehlen).
Auch die Fütterung von Ingwer
(siehe www.pferdeglueck.
de) fördert eine optimale
Darmflora. Jedoch sollte
auch die Fütterung von Ingwer
dauernd stattfinden,
nicht erst beginnend mit der
Ekzemzeit! Positive Erfahrungen
wurden auch mit der
kurweisen Zufütterung von
speziellen Blütenpollen gemacht,
welche zusätzlich in
der Fütterung des Ekzemers
über einige Monate eingesetzt
werden (Lieferant nenne
ich Ihnen gerne).
Ingwer, Blütenpollen und lokal
einzusetzende Mittel sind
positiv zu bewerten, grundsätzlich
ist eine natürliche und
optimale Versorgung und Fütterung
unseres Pferdes aber
unbedingt ganzjährig zu praktizieren,
damit positive Wirkungen
sich entfalten können!
Da auch das an Sommerekzem
erkrankte Pferd in erster Linie
Pferd ist, sollte auf eine artgerechte
Haltung nicht verzichtet
werden:
Weiden sollten unbedingt
trocken sein, auch bei starkem
Regen sollten diese schnell abtrocknen.
Diese Beschaffenheit
finden wir vorwiegend
bei felsigen steinigen Böden,
welche auch den Vorteil meist
kargen Bewuchses mitbringen,
welcher ein vertretbares
Maß von Protein, Energie und
wohl auch Fruktanen beinhaltet.
Wind sollte unbedingt
Zugang haben. Ideal sind sehr
windige hochgelegene Weiden,
Bergweiden und Deiche
an der Küste. Ein stehendes
Gewässer sollte natürlich nicht
in unmittelbarer Nähe (ca. 10
km) sein!
Ungeeignet sind "fette Weiden",
da diese durch hohe
Nährstoffgehälter Überschüsse
von Protein und Energie hervorrufen.
Die Weide für unseren Ekzemer sollte – übrigens ähnlich
wie bei einem Pferd mit Disposition
zur Hufrehe – extensiv
sein, d. h. Bewuchs mit kargen
Gräsern statt Weidelgras,
genügend Fläche (ca. 1 Hektar
pro Pferd) aufweisen und weder
mit Pestiziden, Herbiziden
noch Dünger (Ausnahme
natürliche Düngemittel) behandelt
sein.
Schutz vor Insekten:
Unbedingt sollte ein dunkler,
trockener Stall/Unterstand zur
Verfügung stehen, indem die
Pferde Schutz vor den lästigen
Insekten finden. Eingänge
sollten mit Planen oder Streifenbändern
versehen sein, so
dass für Mücken der Eintritt
uninteressant ist!
Falls erforderlich, sollte der
Stall mit natürlichen Repellents
zusätzlich behandelt werden.
Möglichkeiten zum Kratzen
sollten gegeben sein, jedoch
ohne Verletzungsgefahr, gut
geeignet sind beispielsweise
Besen und Bürsten, welche an
den Stallwänden befestigt
werden können. Scheuerstellen
mit Verletzungsgefahr
sind unbedingt auszuschließen!
Zu beachten ist auch, dass
das von Sommerekzem geplagte
Pferd unter einem gewissen
Gewöhnungseffekt
leidet. Das Scheuern wird irgendwann
zur geliebten Gewohnheit,
dieser Kreislauf
sollte ebenfalls unbedingt
unterbrochen werden! Wir
reden hier von einer Erkrankung,
welche ganz unterschiedlich
ausgeprägt ist, daher
ist es schwierig, allgemein
die Empfehlung zu geben,
den Pferden zumindest
stundenweise einmal keine
Scheuermöglichkeit einzuräumen.
Was bei dem einen
Pferd zur Qual wird, da
der Juckreiz unerträglich ist,
kann dem anderen Pferd sehr
gut bekommen, weil das
Scheuern in diesem Fall mehr
Gewohnheit geworden ist.
Soweit man dies beim eigenen
Pferd vertreten kann und
oben Gesagtes über mehrere
Monate umgesetzt hat (somit
ist in den meisten Fällen
eine gewisse Regulation eingetreten)
sollte zumindest
versucht werden, das Pferd
stundenweise vom Scheuern
gänzlich fernzuhalten.
Dabei sollte das Pferd jedoch
im Auge behalten und beobachtet
werden, ob die Situation
für`s Pferd noch erträglich
ist. Ist das betroffene Pferd unruhig
und fühlt sich sichtlich
unwohl, muss diese Situation
selbstverständlich sofort beendet
werden. Die Umsetzung
erfolgt hier auf sicher eingezäunten
Weiden ohne Scheuermöglichkeiten,
wie Bäume,
Selbsttränken etc. Meine Erfahrung
geht dahin, dass dies
bei einigen Pferden eine gute
Möglichkeit ist, den Kreislauf
zwischen Gewohnheit und
Juckreiz zu unterbrechen und
nach einiger Zeit das Scheuern
an den eigens eingerichteten
Scheuerplätzen sichtbar
eingeschränkt wurde!
Weiteres Wissenswertes zum
Sommerekzem lesen Sie in der
nächsten Ausgabe:
Zentrum für ganzheitliche
Tierheilkunde
Diplom-Tierheilpraktikerin
Claudia Nehls
www.tierheilkundezentrum.de,
E-Mail:
tierheilpraxis1@t-online.de |
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