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| Shire Horses
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... auf dem Vormarsch Immer größerer Beliebtheit
erfreut sich das Shire Horse
heute in Deutschland. Wurde
in den 80ern noch nicht einmal
über die sanften Riesen
gesprochen, die meisten Pferdeleute
hatten noch nie eines live
gesehen. Es gab wenig Informationen
über diese Rasse.
Die Meinung, dies sind doch nur
riesige englische Brauereigäule,
schreckte den Interessierten meist
dann sofort ab. Eine Hand voller
enthusiastischer Züchter und
Shirefreunde liessen sich nicht
abhalten, im Ursprungsland England
das ein oder andere Zuchttier
zu erwerben, um sie dann
nach Deutschland zu holen. Anfangs
hatte man als Shirefreund
eher einen harten Stand und
wurde müde als Spinner bespottet.
Bei den Fahrern galten
die grossen Tiere als zu schwer
und nicht wendig genug, bei den
Reitern wurden sie eher beschmunzelt.
Kein Dressurreiter
hätte einen Gedanken daran verschwendet,
die über 1,85 cm
Stockmass und eine Tonne Lebendgewicht
in der Bahn zu gymnastizieren.
Bei den Freizeitreitern
war die Meinung verbreitet,
Shires seien viel zu anspruchsvoll
in Unterhalt und Pflege. Ausserdem
faul und träge.
Daß man dem sanften Riesenoder
"gentle giants", wie sie der
Engländer liebevoll bezeichnet,
damit sehr unrecht tat, war das
Resultat einer über Jahre hinweg
hartnäckigen enthusiastischen
Entwicklungsarbeit der Shirefreunde.
Das sehr vielseitig einsetzbare
Potential des Shire Horses
wurde erkannt und gefördert.
Bezeichnend für die grossen
Tiere, ist ihr sanftmütiger
Charakter. Das Shire Horse ist
ein fleissiger und williger Lerner
und im Prinzip für jede Schandtat
zu haben. Ob Gross oder Klein
mittlerweile findet er überall unzählige
Freunde. Das optimale
Familienmitglied, das vom Kutscheziehen,
ins Gelände reiten
bis zur Dressurarbeit in der Bahn
alles zu bieten hat. Der etwas
ängstliche Reiter fühlt sich auf
dem Rücken des mächtigen Shire
Horses, nach Überwindung
der Grösse, sehr wohl, denn diese
gehen ruhig und brav an allen,
für andere Rassen wie Katastrophen
wirkende, Geschehnisse
vorbei. Neugierig wird alles
benaselt und begrüsst.
An der Kutsche angespannt ist
das Shire Horse nicht an Eleganz
und kraftvollem Zug zu schlagen.
Ausdauernd ziehen sie unermüdlich
durchs Land.
Ursprung der Rasse Wilhelm
der Eroberer brachte im Jahr 1066
Great Horses mit nach Britannien.
Gute Hengste von etwa 150
cm Schulterhöhe, eher wie kleine
Percherons als Shires, wurden
in einem langsamen, alles
niederwalzenden Trab gegen den
Feind geritten. Die weniger guten
Vertreter und die Stuten dienten
als Arbeitspferde. Mit dem
Verschwinden der Ritter wurde
aus diesen Tieren vollends das
Zug- und Arbeitspferd. Geschwindigkeit
war nicht mehr
wichtig, jetzt zählten Größe und
Stärke. In den östlichen Gebieten Englands entstand, gefördert
durch Importe aus den Niederlanden,
im 17. Jahrhundert ein
Zugpferd, das Black Horse - von
dunkler Farbe, derb und schwerfällig.
Von den Schülern Robert
Blakewells (1725-1795) aus der
Region Midlands in seiner Qualität
wesentlich verbessert, wurde
es allgemein als Blakewell
Black bekannt. Im Jahr 1760
tauchte das "Blinde Pferd von
Packington" auf, ein Schwarzer,
der zu einem der Urväter des Shire
Horse wurde. In diesem Jahr
beginnt die belegte Geschichte
des Shire Horse.
Handel und Transport spielten
ab dem 18. Jahrhundert eine bedeutende
wirtschaftliche Rolle,
die ohne die großen Pferde kaum
möglich gewesen wäre. Besonders
in den Häfen wetteiferten
die Fahrer mit der Größe und
Kraft ihrer Pferde.
Das 19. Jahrhundert war durch
steigenden Bedarf an Arbeitspferden
für öffentliche Verkehrsmittel
wie Busse und
Straßenbahnen gekennzeichnet.
Gleichzeitig setzte eine für die
Rasse unheilvolle Entwicklung
ein: Nach den Napoleonischen
Kriegen war eine große Zahl der
besten Pferde auf den Kontinent
verkauft worden, die Depression
in der Landwirtschaft erteilte
der Zucht einen weiteren
Schlag. Um 1850/1860 wurden
beste Stuten zu Hunderten nach
Schottland verkauft und formten
dort den neuen Clydesdale.
Am Ende war vom alten Black
nicht einmal mehr die Farbe
übrig. Im Jahr 1878 wurde die
Englische Shire Horse Society gegründet,
deren wichtigstes Ziel
die allgemeine Qualitätssteigerung
und Konsolidierung der
Wagen- und Zuchtpferde war,
die fortan als "Shire Horse" bezeichnet
wurden.
Die industrielle Revolution und
die damit einhergehende zunehmende
Mechanisierung in
Landwirtschaft und Transportgewerbe
zusammen mit den Verlusten
durch die beiden Weltkriege
führten jedoch schließlich
in den 50er und 60er Jahren des
20. Jahrhunderts fast zum Aussterben
dieser für ihren Arbeitseifer
und ihre Kraft so
berühmten sanften Riesen. Es ist
den engagierten Züchtern und
Shirefreunden zu verdanken, daß
uns diese liebenswerte Rasse erhalten
blieb.
Heute ist die Zahl der Shire Horses
in Deutschland deutlich geklettert.
Der Zuchtbestand in
Deutschland ist am 31.12.2004
mit 928 Shires insgesamt zu beziffern,
wobei es sich hier um Shires
mit und ohne Abstammungsnachweis
handelt.
Zu Fragen aller Art rund um das
Shire Horse gibt es seit 16 Jahren
den deutschen Shire Horse Verein.
Wie das Shire Horse an sich
ist auch hier die Mitgliederzahl
kontinuierlich gewachsen. Es
sind 430 Mitglieder, davon 52 im
Ausland. Eine Gemeinschaft von
Shire Freunden und Züchtern.
Weitere Infos sind auf der
Homepage www.dshv.de zu ersehen.
Daneben werden immer häufiger
kleinere Landesschauen und
Veranstaltungen rund um das
Shire Horse angeboten. Auf der
Bundeszuchtschau sieht man alle
Altersklasse, vom Fohlen bis
zum Senior. Die verschiedenen
Züchter aus ganz Europa präparieren
die sanften Riesen in englischer
Tradition. Es werden
Fähnchen in die Mähne eingeflochten,
die weissen Puschelfüsse
gewaschen und mit Holzmehl
getrocknet. Babypuder flimmert in der Luft, denn damit
fliegen die eh schon weissen
Behänge noch weisser und duftiger
um die Beine.
Mit Hockern und Leitern lehnt
der Shire Horse Züchter an seinem
Roß und stylt es von Kopf
bis zum Huf. Nach dieser Prozedur
werden sie dann den aus
England eingereisten Richtern
vorgeführt. Sie werden an der
Hand ihres Vorführers ihre Eleganz
in Schritt und Trab zeigen.
Auch sich ruhig aufstellen und
rückwärts richten gehört zur Vorführroutine.
Unter den Gewinner der verschiedenen
Klassen wird von den
jeweiligen Siegerpferden der Bundessieger
für die Stuten, Hengste,
Wallache und Fohlen ermittelt.
Nach dem Zuchtziel und Kriterien
der englischen Shire Horse
Society werden die Tiere gerichtet.
Nicht nur der Gesamteindruck
und Grösse sind entscheidend,
nein, auch gesundheitliche
Aspekte werden nicht
vernachlässigt, spürbare Mängel,
wie Verknöcherungen, etc,
spielen eine Rolle zur Platzierung.
Hier wird sich viel Mühe gegeben,
denn die beiden Richter
fassen jeweils jedes Shire an, heben
die Behänge und schauen
auch "hinter den Kulissen"
gründlich nach.
Das Exterieur des Shire Horse hat
sich seit Gründung des Zuchtverbandes
im Jahr 1878 den Anforderungen
und der Mode entsprechend
immer wieder gewandelt.
Heute erwartet man von
einem guten Shire-Hengst einen
männlichen Kopf, eine gute Halslinie
und schräge, nicht zu steile
Schultern, die harmonisch in die
Rückenlinie übergehen.
Diese soll kurz sein mit einem
gleichmäßigem Übergang in die
Lendenpartie. Der Schweif wird
hochangesetzt und die Rippenbögen
werden gut gewölbt gewünscht.
Ein Deckhengst muß
gute Hufe und gute, klare Gelenke
haben. Bevorzugt wird das
Pferd mit klaren Beinen und feinem,
glattem, seidigem Kötenbehang
auf der Rückseite der
Röhren.
In der Bewegung soll er mit einem
korrekten gradlinigen Bewegungsablauf
Aktion zeigen.
Ein guter Shire-Hengst hat einen
starken Charakter. Von einer guten
Shire-Stute wird eine weibliche,
mütterliche Ausstrahlung
und eine genügende Rumpftiefe
erwartet. Ein Wallach soll hochaufgerichtet
gehen und kalibrig,
gut proportioniert, sehr aktiv und
bewegungsfreudig sein. Er soll
mutig sein, wie ein Arbeitspferd
aussehen und einen vollen Arbeitstag
bewältigen können.
Farbe: Braun, Rappe oder Schimmel.
Nicht zulässig bei Hengsten:
Farbschimmel/ starke Stichelhaarigkeit
(roan) oder Fuchs; der
Körper sollte keine großen weißen
Flecke aufweisen. Bei Stuten und
Wallachen wird auch die Farbe
roan akzeptiert.
Mindeststockmaß für Hengste
und Wallache 16.2 hands (168 cm),
für Stuten 16 hands (163 cm).
Durchschnitt der Rasse 178 cm.
Langer und schlanker Ramskopf,
zum Körper passend. Tief und
schräge Schulter, breit genug als
Auflage für ein Kummet. Langer,
leicht gebogener und gut aufgesetzter
Hals.
Brustumfang zwischen 180 und
240 cm. Kurz, stark und gut bemuskelter
Rücken; darf bei Stuten
länger sein als beim Hengst.
Vorhand: breite Brust, Beine gut
unter den Körper gesetzt und gut
bemuskelt. Klare Gelenke. Hinterhand:
lang und geschwungen,
breit und gut bemuskelt, klar und
harmonisch in die Oberschenkel
übergehend.
Hoch angesetzter Schweif. Keine
schwammigen Gelenke und keine
Sichelbeine. Röhrbeinumfang
beim Hengst 28 cm, gelegentlich
bis 32 cm, bei Stuten und Wallachen
23 bis 28 cm, mit klar gezeichneten
Sehnen. Ausgewachsen
hat das Shire zwischen 800
und 1.200 kg.
Aber nicht nur Züchter und Shireinteressierte
kommen auf der
Zuchtschau auf ihre Kosten. Am Nachmittag im Anschluß an die
Zuchtschau bekommen die Zuschauer
die volle Vielfalt des Shire
Horses zu sehen. Das bunte
Schauprogramm bietet für Jedermann
etwas. Vom Baumstämme
schleppen, Kutschen,
Reitvorführungen, Spiel und
Spaß, Zirkuslektionen, Sonderbares,
was sie vielleicht noch nie
erleben durften. Das Shire Horse
ist immer wieder für eine Überraschung
gut. Auch das Schlendern
durch die Stallzelte verschafft
dem Betrachter einen einmaligen
Eindruck. Sanfte Riesen,
die sich eher gelangweilt von aufgeregten
Menschen von Kopf bis
Fuß befummeln lassen.
Der deutsche Shire Horse Verein
würde sich freuen, Sie auf
dieser Veranstaltung begrüssen
zu dürfen.
Geschäftsstelle des DSHV
Thomas Schipplick
Am Bruchweiher 14
53809 Ruppichteroth
Th.schipplick@dshv.de
www.dshv.de |
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