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4. Esperstofter Fahrsporttage vom 1.- bis 3. Juli 2005 -
"Fahren wie durch Gedankenübertragung" - DM der Einspänner und behinderten Fahrer Der aktionreiche Abschluss der
4. Esperstofter Fahrsporttage
vom 1.- bis 3. Juli 2005 war für
hunderte Fahrsportbegeisterte in
ganz Schleswig-Holstein Grund
genug, am Sonntagmorgen, dem
3. Juli, den Wecker früh zu stellen.
Besonders die rasanten Vierspänner,
die nicht umsonst die
"Königsklasse des Fahrsports"
genannt werden, begeisterten
während des viertägigen Turniers
in der 300-Seelen-Gemeinde
bei Schleswig insgesamt rund
7.500 Zuschauer. In einem spannenden
Zweikampf schlug Christoph
Sandmann, Deutscher Meister
der Vierspännerfahrer, trotz
einiger Patzer in der Gesamtwertung
– die der Turniersprecher
vor allem der durchfeierten
Nacht zuschrieb – seinen
stärksten Konkurrenten, den
Schweden Fredrik Persson, in der
Kombinierten Wertung, die sich
aus Dressur, Gelände und Hindernisfahren
an den drei Tagen
zusammensetzte.
Das sportliche Highlight der Veranstaltung
waren die Deutschen
Meisterschaften der Einspänner.
Hier siegte Dieter Lauterbach.
"Es wird ganz schön knapp. Jetzt
entscheidet vor allem, wer die
besten Nerven hat", hatte der Titelverteidiger
noch kurz vor der
letzten Teilprüfung befürchtet.
Doch dann konnte Lauterbach
den Newcomer des Turniers,
Thorsten Zarembowicz, mit einer
schnellen und fehlerfreien
Hindernisfahrt überholen. Zarembowicz,
der als Stallmeister
bei dem amtierenden Weltmeister
der Vierspännerfahrer Michael
Freund arbeitet, hatte nach
einem Sieg in der Dressur und
dem dritten Platz im Gelände die
kombinierte Wertung angeführt.
Den dritten Platz der kombinierten
Wertung belegte Lauterbach
mit seinem zweiten Pferd
Rheinprincess. Da jeder Fahrer
zwar mehrere Pferde nennen
darf, sich aber schon vor der Dressur
entscheiden muss, mit welchem
er in der Wertung für die
Deutsche Meisterschaft fährt,
ging der dritte Platz der deutschen
Meisterschaft an Beate Kramer,
Vierte der Kombinierten
Wertung.
Zarembowicz’ Chef, Michael
Freund aus Neu-Isenburg, siegte
mit dem Zweispänner-Gespanns
seines Bruders Fred, der
mit einem noch nicht ganz auskurierten
Rippenbruch von der
Tribüne zuschauen musste. Landesmeister
der Zweispänner
Pferde wurde Sönke Hansen.
Der Schleswig-Holsteiner Lokalmatador
Stephan Koch aus
Trittau verteidigte bei den Pony
Zweispännern seinen Titel als
Landesmeister.
Besonders groß war der Applaus
für die herausragenden Leistungen
der sieben behinderten
Einspännerfahrer, die ebenfalls
um den Deutschen Meistertitel
kämpften. "Es hat riesigen Spaß
gemacht, hier zu fahren. Und der
Sieg ist natürlich noch mal eine
besondere Bestätigung", freute
sich der frischgebackene Deutsche
Meister der Fahrer mit Behinderungen,
Werner Borgmann,
dessen rechter Arm komplett
gelähmt ist. "Was die behinderten
Fahrer leisten ist wirklich
enorm. Viele Teilnehmer haben
durch gesundheitliche Beeinträchtigungen
so wenig Kraft
in Armen und Beinen, dass sie
ihre Pferde allein mit der Stimme
lenken müssen. Da muss ein
extrem enges Verhältnis zwischen
Mensch und Tier bestehen,
damit das Pferd auch wirklich
das tut, was es soll. Manchmal
sieht es aus wie Gedankenübertragung",
sagte Trainer Ludger
Schmeing, der Ulrich Hängemuhl,
Bundestrainer der Fahrer
mit Behinderungen, vertrat.
Infos zur Veranstaltung gibt es
auch unter
www.nordfahrsport.de
Fotos: M. Ermel, www.ermel.com |
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