Paso Peruano

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Paso Peruano
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"fortaleza – nobleza – beleza" (Stärke, Edelmut, Schönheit) - Paso Peruanos zauberten südamerikanisches Flair nach Herford / Bünde.
Die europäische Vereinigung "Paso Peruano Europa e.V." hatte für ihr diesjähriges Paso Peruano Turnier vom 29.-31.07.2005 einen idealen Veranstaltungsort gefunden. Die Reitanlage "River Lane Stable" der Familie Wellmann in Bünde verwandelte sich für drei Tage in ein BRIO-geladenes Turnierareal. Gar nicht südamerikanisch war dagegen das Wetter. Heftige Gewitter und sintflutartige Regenfälle haben die Abreithalle und Außenreitplätze regelrecht überflutet. Die Turnierteilnehmer hatten nur eingeschränkt Möglichkeiten, ihre Pferde auf die Prüfungen vorzubereiten. Und auch die zahlreichen Einsteller der Anlage konnten nur vor oder nach den Turnierprüfungen mit ihren Pferden arbeiten, da keine Ausweichmöglichkeiten vorhanden waren und die Regenfälle nicht nachlassen wollten. Aber man hat sich gut arrangiert und an dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an Familie Wellmann und ihre Einsteller. Den Zuschauern bot sich ein exotisches Bild. Die in dieser Region sehr selten vorkommenden Caballos Peruanos de Pasos bezauberten nicht nur durch ihre charismatische Erscheinung. Ihr rassetypischer Gang, der Paso Llano, verbunden mit dem einzigartigem Termino, dazu die traditionelle Ausrüstung der Pferde und Kleidung der Reiter/ innen zog die Zuschauer in den Bann. Der Gang der Paso Peruanos ist ein angeborener genetisch fixierter Tölt, den schon Fohlen in den ersten Tagen ihres Lebens freilaufend auf der Weide zeigen. Dazu kommt der Termino, ein mehr oder minder stark ausgeprägtes seitliches Ausschwingen der Vorderhand, die Zuschauer immer wieder verwundert. Diese Gangmechanik macht den Paso Peruano unverwechselbar und zum bequemsten Reitpferd der Welt. Nach dem Motto "denn sie können mehr als tölten" stellten die Reiter und Reiterinnen ihre Pferde in den verschiedenen Trail- Rittigkeits- und Gangprüfungen vor. Je nach Anforderung der Prüfungsordnung präsentierten sich die Reiter/innen in weißer Reitkleidung oder traditionell mit Poncho oder Reitrock und Sombrero. Bei den traditionellen Prüfungen stellten sie ihre Pferde mit peruanischem Show- oder Arbeitssattel, Hintergeschirr und peruanischer Zäumung vor. Das Turnier begann am Freitag mit dem 1. Teil der Prueba de Trabajo (Arbeitsprüfung). Dies ist die Königsdisziplin des Paso Peruano , sie soll die Vielseitigkeit, Ausdauer und Leistungsbereitschaft dieser Pferde zeigen. Sie setzt sich zusammen aus einem Streckenritt, einer Gangprüfung und wahlweise aus einer Rittigkeitsprüfung oder einer Trailprüfung. Um 14:00 Uhr starteten die Teilnehmerinnen bei schwül-warmer Witterung zu ihrem 25 km Streckenritt für die Prueba de Trabajo Bronze. Die zulässige Zeit wurde eingehalten und die tierärztliche Verfassungskontrolle haben alle Pferde bestanden. Durch ihre guten Leistungen in den nachfolgenden Rittigkeitsund Gangprüfungen haben Sabine Steffens mit Picara KSS, Regina Lennartz mit Cristal MK und Claudia Bulau mit Minerva MK die Prueba de Trabajo in Bronze bestanden. Am Samstagmorgen begann das Turnier mit der Trailprüfung. Diese sollte die Vielseitigkeit des Paso Peruano und seine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Reiter demonstrieren. Mit einer hervorragenden Leistung und einer dementsprechend hohen Wertnote konnte Claudia Bulau mit Minerva MK diese Prüfung für sich entscheiden. Insgesamt fanden 3 Rittigkeitsprüfungen statt. Hierbei soll die Harmonie zwischen Pferd und Reiter deutlich werden. Die Rittigkeit soll durch Losgelassenheit und Durchlässigkeit des Pferdes demonstriert werden. Der Gang soll dabei ruhig, gleichmäßig und taktklar sein. In der Rittigkeit E2 siegte Anke Smits mit MLM Napoli, die sich selbst in dieser Dressurprüfung im traditionellen Outfit präsentierte. Die Rittigkeit A2 konnte Claudia Bulau mit Minerva MK für sich entscheiden. Bei der Rittigkeit L2 sicherte sich Katharina Diesner mit Brioso HB den Sieg. Dieses Paar zeigte die in dieser Prüfung geforderten Seitengänge in hervorragender Ausführung. Seitengänge fallen dem Paso Peruano schwerer als einem trabenden Pferd, weil ihnen die Schwebephase zum Kreuzen der Beine fehlt. Durch den Termino, das seitliche Ausschwingen der Vorderbeine, muss der Paso in der Traversale zunächst mit einem Vorderbein nach außen ausholen und dann über das andere Vorderbein kreuzen. Dadurch sehen Seitengänge eines Paso Peruano sehr spektakulär aus. In der Dreigangprüfung soll der Paso Peruano die Gangarten Schritt, Paso Llano und Galopp zeigen, um seine Eignung als Freizeitpferd zu demonstrieren. Auch diese Prüfung konnte Claudia Bulau für sich entscheiden. Ihre Stute Minerva MK zeigte neben einem guten Schritt und einem taktklaren Paso Llano einen harmonischen und klaren Drei- Takt-Galopp. Nach der Mittagspause folgte am Samstag die Gangprüfung "Paso Llano Natural". Hierbei starteten alle Teilnehmer in einer Gruppe. Jedes Pferd wurde in seiner ihm am besten liegenden Geschwindigkeit vorgestellt und es stand die dauerhafte Qualität des Paso Llano im Vordergrund. Gewonnen hat diese Prüfung die jüngste Teilnehmerin des Turniers: Antonia Estor mit ihrem Wallach Antonio KRE. In der Paso Llano Natural für Einsteiger siegte Richard Oré mit seinem 4-jährigen Hengst Zingaro GG. Ganz besonders hinreißend war die Teilnahme der erst 6-jährigen Sofia Estor mit der Stute Julieta HB. Der Applaus des Publikums war ihr gewiss und sie hat ihn sich redlich verdient. In der Paso Llano Performance werden zunächst Schritt und Paso Llano in der Gruppe geritten. Anschließend werden auf Anweisung der Richterin Einzelaufgaben verlangt. In dieser Prüfung konnte Sabine Steffens mit ihrer Stute Picara KSS den 1. Platz belegen. Die Paso Llano Puro verlangt u. a. eine Vorstellung der Pferde am langen oder hingegebenen Zügel. Bewertet werden auch hier die Natürlichkeit und Qualität des Ganges. Auch diese Prüfung konnte Antonio KRE mit seiner jungen Reiterin Antonia Estor für sich entscheiden. Die letzte Gangprüfung dieses Turniers war die sog. "Pisos-Prüfung". Auch hier starteten alle Teilnehmer in einer Gruppe. Hierbei soll die Variabilität in der Ausführung des Paso Llano gezeigt werden und es wird die Vorstellung der Pferde im Arbeitstempo, versammeltem Tempo und verstärktem Tempo gefordert. Maßgebend ist hier nicht die absolut erreichte Geschwindigkeit, sondern die deutliche Erkennbarkeit der Unterschiede der drei geforderten Tempi. Gewonnen hat diese Prüfung Georges Smits aus Belgien, der sein Pferd El Regalo de GG ausdrucksstark vorgestellt hat und seine Freude über seinen Sieg bei der Ehrenrunde zur Freude der Zuschauer deutlich zeigte. Bei der Gehorsamsprüfung für Freizeitreiter siegte Frau Sabine Steffens mit Picara KSS. Im Rahmen dieser Prüfung wurde auch das jüngste Pferd dieser Veranstaltung vorgestellt. Yvonne Towndrow- Stenau präsentierte erstmals ihre erst 2-jährige Palominostute Castinera de Dios MB. Die eindrucksvolle Präsentation am langen Zügel/Doppellonge gewann Anke Smits mit MLM Napoli. Für die Zuschauer waren sicherlich die Prüfungen am interessantesten, die man nicht so häufig zu sehen bekommt: die Show-Prüfungen "Copa de Champan" und Conjuntos". Bei der Copa de Champan wird die Weichheit und Bequemlichkeit des Paso Peruano demonstriert. Die Reiterinnen mussten nach einigen Runden Paso Llano ein fast bis zum Rand gefülltes Sektglas möglichst voll wieder abliefern. Hier ist die Entscheidung der Richterin äußerst schwierig gewesen: Christine Bender und ihre Stute Creola MK sowie Miranda Böhringer mit ihrem Wallach Arquero Siempre MB als auch Antonia Estor mit Antonio KRE hatten ihre Aufgabe super gemeistert. Gewonnen hat mit einem knappen Vorsprung Kerstin Estor mit Julieta HB. Dafür legte Frau Estor bei der Ehrenrunde zur Begeisterung der Zuschauer "noch einen drauf". Sie ritt mit einem Tablett und 4 gefüllten Sektgläsern, ohne den edlen Tropfen zu verschütten! Das möge mal jemand mit einem trabendem Pferd versuchen… Bei der "Conjuntos" werden 3 oder mehr Pferde in einer Gruppe (Barrida) einheitlich und traditionell peruanisch vorgestellt. Bewertungskriterien sind der Gesamteindruck, die Ausrüstung und die rassetypische Vorstellung. Hier entscheidet allerdings nicht die Turnier-Richterin, sondern das Publikum durch Applaus. Diese Prüfung war sicherlich die rassetypischste und für die Zuschauer die exotischste Vorstellung. Sehr eindrucksvoll präsentierten sich in Gruppe 1: Anke Smits mit MLM Napoli, Georges Smits mit El Regalo de GG und Gerda Smits-de Ridder mit GG Caribe. Die Gruppe 2 begeisterte nicht nur durch ihre Pferde, sondern auch durch die Vorstellung "im Reitrock": Sandra Eggert mit Calimero MK, Gudrun Landwehr mit Calimera und Ines Grotheer mit Paloma HB. Perfekt abgerundet wurde dieses herrlich traditionelle Bild durch die Gruppe 3: Regina Lennartz mit Cristal MK, Claudia Bulau mit Minerva MK und Katharina Diesner mit Brioso HB. Das Publikum hat sich mit heftigem Applaus für die Gruppe 1, Familie Smits aus Belgien, entschieden. Gerichtet wurde dieses Turnier von Frau Ellen Vierhaus aus Borken. Mehrfach griff sie selbst zum Mikrofon um ihre kompetenten und souveränen Entscheidungen zu erläutern. Als Richterschreiber fungierten die Paso-Peruano-Züchterin Sabine Steffens und die Gangpferdetrainerin Petra Krämer, die mit ihrer Stute Maya MK erfolgreich an diesem Turnier teilgenommen hatte. Die letzte Entscheidung für Frau Vierhaus war die "Wahl" des Champion of Champions. Alle Sieger aus allen Prüfungen stellten ihre Pferde noch einmal im Paso Llano vor. Die Richterin entschied sich eindeutig für Antonia Estor und ihren Wallach Antonio KRE. Vor der Ehrenrunde hat Herr Georges Smits (2. Vorsitzender der PPE) das Wort ergriffen. Er sprach (englisch) über den kürzlichen Tod eines der bedeutensten Züchter der Rasse "Caballos de Paso Peruano", Senior José Risso Matellini. Herr Smits kannte ihn persönlich und lobte seine Menschlichkeit und seine Verdienste im Sinne der Rasse Paso Peruano. Er bat darum, die Ehrerunde im Gedenken an diesen großartigen Züchter zu reiten. Zu peruanischer Musik folgten die Reiterinnen und Reiter seiner Bitte und es war eine sehr ergreifende Abschlussbarrida. Nachdem sich alle Teilnehmer/ innen zum Abschluss des Turniers aufgestellt hatten, ergriff der 1. Vorsitzende der PPE, Herr Achim Feyrer, das Wort. Er ehrte Antonia Estor, die sich als einzige Jugendliche mehr als erfolgreich gegenüber den erwachsenen Teilnehmern behaupten konnte. Turniersiegerin wurde Claudia Bulau mit ihrer Stute Minerva MK. Herzlichen Glückwunsch! Herr Feyrer stellte zum Schluss noch einmal 3 Pferde vor, die bereits ein hohes Alter aufzuweisen haben und an diesen 3 Turniertagen sehr erfolgreich gewesen sind: ● 16 Jahre Sanson im Besitz von Mireille van Meer (Gangpferdezüchterin) ● 17 Jahre Paloma HB im Besitz der Züchtergemeinschaft Klaus und Sabine Steffens ● 17 Jahre Julieta HB im Besitz von Kerstin Estor. Nach dieser erfolgreichen Turnierveranstaltung beginnen die Vorbereitungen für die Europameisterschaft für Paso Peruanos, die im Jahre 2006 in Kreuth stattfinden wird.  
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