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Das amerikanische Miniaturpferd
Eine ganz neue Rasse weckt seit einiger Zeit das Interesse der Pferdeliebhaber. Das amerikanische Miniaturpferd. Nicht zu verwechseln sind diese mit den englischen Minishetlandponys. Wie der Name schon sagt, es sind Pferde und keine Ponys! Und genauso wie es verschiedene Typen von Pferden gibt, so gibt es auch unterschiedliche Miniaturpferdetypen: ein kleiner Araber, ein kleines Vollblut, ein kleines Quarter Horse etc. Wie bei jeder anderen Rasse auch, ist das Miniaturpferd das Ergebnis von langen Jahren selektiver Zucht und Kombination verschiedner Kleinpferde- und Ponyrassen. Trotzdem ist es kein Shetland-Pony oder ein anderer Ponytyp: Das Miniaturpferd hat einen anderen Körperbau und andere Proportionen: Das Miniaturpferd ist klein von Statur, hat einen klaren Kopf mit spitzen Ohren, einen gut bemuskelten schlanken Körper und lange, schlanke Beine mit feinen Gelenken. Das Miniaturpferd ist elegant und athletisch im Erscheinungsbild. Aber nicht nur die Schönheit und die kleine Statur, sondern auch der Charakter fasziniert viele am Miniaturpferd. Sie sind freundliche Begleiter, haben eine sanfte Natur und sind perfekt geeignet als Freunde für Jung und Alt. In der Haltung sind sie nicht schwieriger als andere Rassen. Eine reine Stallhaltung entspricht nicht dem Naturell eines Pferdes, auch wenn es noch so klein ist. Sie benötigen regelmäßig Auslauf und können nicht im Haus oder Vorgarten gehalten werden, was doch oft die Meinung der Leute ist, die diese Pferde zum ersten Mal sehen. Auch ganzjährige Offenstallhaltung ist kein Problem. Sie sind verträglich mit allen Rassen, sollten aber doch ein Pferd oder Pony ihrer Größe um sich haben. Sie haben eine angeborene Neugier und können deshalb die unterschiedlichsten Disziplinen erlernen. Gewöhnlich können sie leichte Einachser ziehen und manche glänzen durch außergewöhnliches Sprungvermögen. Kindern gefallen vor allem Hindernisparcours und Erwachsene genießen es, ihre Pferde im Show Ring zu zeigen oder sie als Freund zu halten. Entgegen anders lautender Theorien sind Miniaturpferde keine alte Rasse, die sich mit der Zeit entwickelt hat. Vor einigen Jahrzehnten begann ein Züchter mehrere Rassen zu kreuzen, um eine verkleinerte Ausgabe eines Reitpferdes zu züchten. Um die kleine Statur zu erreichen, wurden neben den Shetlandponys auch Falabellas zur Zucht herangezogen. Für die Feingliedrigkeit wurden Welshponys und Arenosas benutzt. Es gibt in den USA zwei Verbände; den AMHA und den AMHR. Der 1888 gegründete ASCP (American Shetland Pony Club) öffnete 1971 als Unterorganisation ein Stutbuch für diese Rasse, die AMHR (American Miniature Horse Registry). Der Name Amerikanisches Miniaturpferd (American Miniature Horse) wurde hier deshalb gewählt, um herauszustellen, dass es sich hierbei um eine inzwischen eigenständige Rasse handelt, die im Grunde genommen mit Shetlandponys und anderen klein gezüchteten Ponys nichts mehr zu tun hat. Der AMHR hat bis heute Bestand und registriert Pferde mit einem Stockmaß bis 86 cm in der A-Kategorie und bis zu 97 cm in der B-Kategorie. Der AMHA wurde 1978 gegründet. Bis heute sind 160.000 eingetragene Pferde und 11.500 Mitglieder verzeichnet. Er registriert Pferde bis zu einem Stockmaß von 86 cm. Wegen ihrer kleinen Statur sind sie nah am Boden und können unglaubliche Kräfte entwickeln, wenn es um den Fahrsport geht. Einen leichten Einachser zu ziehen, belastet ein Miniaturpferd nicht, ganz im Gegenteil: die meisten Pferde freuen sich an der Freiheit, die ihnen dadurch gegeben wird. Eine weitere interessante Klasse sind die Springklassen. Der Halter führt sein Miniaturpferd durch einen Parcours, bei dem das Pferd Hindernisse überspringen muss, durch Wasser waten, durch Stangenlabyrinthe laufen muss usw. Ein Hindernisparcours ist eine gerngesehene und herausfordernde Sportart für Pferd, Halter und Publikum. Die Zuchtklasse ist die Klasse, in der die Pferde nach ihrem Körperbau, ihrer Qualität, ihrer Präsenz, ihren Gangarten und ihrem Typ beurteilt werden. Diese Klasse ist die wichtigste für die Züchter. Die Ergebnisse in diesen Klassen zeigen ihnen die Qualität ihrer Pferde und geben Anregungen, in welche Richtung das Zuchtprogramm verbessert werden sollte. Es gibt nun schon einige Schauen in Europa (Belgien, Holland, Frankreich), um diese Rasse weiter bekannt zu machen. In Deutschland sind ungefähr 80 Pferde vertreten. Eine noch kleine Population, die jedoch durch ständige Importe wächst. Ein Satz, den man oft in Verbindung mit dieser Rasse hört: "Miniaturpferde sind wie Kartoffelchips, man kann nie genug davon bekommen." Text und Fotos: Gestüt Moritzberg  
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