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Ein Mann der "ersten Stunde" - Joh. H. Schäble Stud. Direktor im Ruhestand Wer in Bayern kennt ihn nicht,
den Welshpony Fachmann, der
wohl zu den ersten gehörte, der
Welshponys in Bayern erst bekannt
machte?
Als ein Russenpony im Krieg
ihm das Leben rettete, war für
ihn klar, diesen Geschöpfen seine
Verbundenheit zu zeigen.
Wieder in der Heimat zurück,
und einige Jahre später, begründete
er den Wemdinger
Reitverein mit einigen seiner
Schüler und anderen Pferdeenthusiasten.
Nach einem Haflinger folgten
Shettys. Und nach einem seiner
Sommerurlaube in Holland sah
er zum ersten mal Welshponys,
und ohne es noch zu wissen,
nahm das Schicksaal seinen
Lauf.
Herr Schäble konnte nicht anders,
und erwarb,- für damalige
Verhältnisse zu einem sehr
hohen Preis, was diese Rasse anging,
seine erste Welshpony-Stute.
Das war 1960. Leider hatte
diese eine ungenügende Abstammung,
wie viele dieser
Ponys zu Anfang.
Doch schon 1964 holte er sich
direkt aus Holland die Stute
"Faire Joy", die über eine
100jährige Abstammung verfügte,
was zu dieser Zeit nicht
alle Welshponys aufweisen
konnten, da das Stutbuch in England
1960 erst geschlossen wurde.
(Danach konnten keine Tiere
mehr registriert werden, ohne
eine komplette Abstammung.)
"Faire Joy" führte die
heute noch so bekannten alten
Linien wie z.B. Coed Coch, Criban,
Glyndyr. Damals waren die
Zollformularitäten und der
Transport eine große persöhnliche
und finanzielle Herausforderung,
auch einen Hänger
hatte kaum jemand, auch mussten
Helfer her, um diese Aufgabe
zu bewältigen.
Diese große Herausforderung
wurde aber gemeistert, es tat der
Begeisterung für die Schönheit
dieser Tiere keinen Abbruch. Damals
gab es in Bayern noch keinen
Kleinpferde-Zuchtverband.
Ponys wurden im besten Fall
belächelt, im schlimmsten verachtet.
Es gab zu dieser Zeit nur
ganz wenig A Ponys, Hengste
noch weniger, so war die Bedeckung
der "Joy" das nächste
Problem.
Also kaufte Fam. Schäble den
Hengst "Dyrin Brom" ein, der
schon gute Nachzucht hatte.
1966 erwarb man dann die zweite
Welsh Stute "Weißrose". Diese
beiden wurden beim Zentral
Landwirtschaftsfest 1966 in
München erstmals einem breiten
Publikum vorgestellt. Die
Menschen waren begeistert, als
sie den Adel und die tollen Gänge
dieser Ponys erstmals sahen.
Das war Ansporn für die
Schäbles. In Franken kamen nun
die Welshzüchter wie z.B. Herr
Betz, in Niederbayern Herr Dr.
Wimmer, und in Oberbayern
Frau v. Redwitz (1972) dazu.
Fair Joy wurde fast 38 Jahre alt.
Sie hat viel Eis gebrochen und
beste Werbung gelaufen für die
Welshponys. Sie brachte gekörte
Sohne und prämierte Töchter,
die wiederum mehrmalige
Siegerstuten wurden. Man erkannte
mit der Zeit, dass man
größere Welshponys brauchte.
So kam die Sektion B hinzu, was
in Bayern der Hengst "Jason"
war. Die Ponyleute lernten sich
näher kennen, und so wurde nun
der Kleinpferdezuchtverband
gegründet, denn auch andere
Ponyrassen hielten nun Einzug.
Herr Schäble wurde Vorsitzender
des Schwäbischen Ponyverbandes.
Und nun begann auch
die ganze eigentliche Arbeit, wie
Zuchtschauen ausrichten, Teilnahme
an ZLF und DLG, die
sehr beschwerlich war, galt es
doch, neue Türen aufzumachen,
Klinken zu putzen für die Ponys.
Ein großer Kampf war es auch,
Ponys zu Turnieren zuzulassen.
Es war nicht leicht, und wir
sollten nicht in Vergessenheit
geraten lassen, wem wir es zu
verdanken haben, dass es nun
selbstverständlich geworden ist,
dass Ponys überall gleichberechtigt
mit dabei sind! Auch
die ersten Schwierigkeiten bei
der Rasse Welsh und ihren fünf
einzelnen Sektionen, die wir
heute ja gut kennen, die aber damals
die Beamten im Zuchtverband
nicht auseinanderhalten
konnten.
Nun kam es zur Gründung der
IG Welsh (Interessengemeinschaft
Welshpony). Herrn
Schäble ist es am meisten mit zu
verdanken, dass man in
Deutschland heute das Welshpony
gut kennt, und es in keinem
Zuchtverband fehlt.
In seiner Freizeit studierte er Abstammungen
und Blutlinien bis
ihm der Kopf glühte, besuchte
die Schauen und Körungen in
Holland ( neben England bis
heute das tonangebende Zuchtgebiet
für Welshponys), in Irland
und England, und war auch
im Richtergremium in Bayern
jahrelang mit dabei.
Jahrzehntelang galt sein
Bemühen der Rasse Welsh, und noch heute kann man einen interessanten
Erfahrungsaustausch
mit ihm halten, denn obwohl
in seinem Stall nun leider
kein Pony mehr steht, ist er doch
noch immer mittendrinn in der
Szene. Über 40 Jahre Erfahrung
in Sachen Welsh kann er aufweisen,
und viele Interessante
schöne und weniger schöne Geschichten
gibt es zu erzählen.
Was für eine Leistung.
Noch heute gibt es in Holland
ehem. Züchterkollegen, die auch
teilweise immer noch Welshponys
züchten. Und vergessen
ist er lange noch nicht! Im September
diesen Jahres trafen sich
die drei Züchterfamlien
Schäbele, Kurda (Gestüt Frankenhöhe)
und Fam. Hillen aus
den Niederlanden ( Gestüt
Breeton) zu einem angeregten
Erfahrungsaustausch. Was wäre
die Welshzucht in Bayern ohne
den Mann der ersten Stunde?
Sicher um einiges Schöne
ärmer. Denn was ihn am meisten
auszeichnet, ist, dass er immer
für Harmonie in den Ponyreihen
und zwischen dem Kleinpferdezuchtverband
bemüht
war, was heute leider nicht mehr
so selbstverständlich zu sein
scheint. Es gebührt ihm Dank
und Anerkennung, sowie Achtung
für seine Pionierarbeit für
die Rasse Welsh!
In diesem Sinne wünsche ich mir
noch mehr solche Idealisten, die
weiterhin für eine positive Entwicklung
mit und um das
Welshpony bemüht sind. Ich
meine, es zahlt sich aus; nicht in
barer Münze, sondern im positiven
Fortbestand dieser herrlichen
Tiere! |
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