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Die Bedeutung der Niederländischen
Zuchtprädikate beim Welshpony Dieses mal nehmen wir uns der
Zuchthengste an, nachdem wir
in der letzten Ausgabe über die
Stuten und ihre Prädikate lesen
konnten.
Die Selektion der Hengste
ist wie folgt:
Ins Stambuch/Hengstbuch werden
Hengste eingeschrieben, die
dreijährig in der Qualität eines
1.Prämienhengstes stehen. Mindere
Qualität hat keine Chance
dort eingeschrieben zu werden.
Die Junghengste, die es an der
Körung schaffen durchzukommen,
werden im Ring plaziert
und prämiert. Die Körung geht
über zwei Tage. Am ersten Tag
werden alle gemeldeten Hengste
in einem Ring je Sektion vorgestellt.
Hier werden nun also bereits
die ersten herausgelesen und
aus dem Ring entlassen, die absolut
keine Chance haben, als
Zuchthengst eingetragen zu werden.
Sei es durch fehlende Qualität,
Typmangel, Charakterfehlern
oder anderer Mängel, wie
z.B. Gebäudemängel, die die Körkomission
feststellt. Die im Ring
verbliebenen werden angewiesen,
den Veterinärcheck zu
durchlaufen.
Hoden oder Gebissmängel werden
hier gecheckt und vermerkt.
Als nächstes erfolgt die
Vorstellung auf hartem Boden im
Freien. Hier geht es vor allem um
Dinge wie z.B. Taktreinheit, Stellungsfehler
etc.Wer auch hier erfolgreich
bestanden hat, darf am
2. Tag zur 2. Besichtigung wiederkommen
und noch einmal in
den Ring.
Auch hier werden noch einmal
einige Hengste den Ring verlassen
müssen. Nun sind es nicht
mehr die schlechtesten, sondern
die, die in den Augen der Komission
nicht in die momentane
Zuchtphilosophie des Zuchtverbandes
hineinpassen, sei es durch
nicht gewünschte Blutlinien,
durch allzu große oder allzu kleine
Tiere, oder natürlich auch aus
–manchmal für den Zuschauer
nicht immer nachvollziehbarenanderen
Gründen. Wenn auch
hier der Ring geschlossen wird,
sind ca. nur noch 25% der ehemals
vorgestellten Hengste übrig.
Diese dürfen nun vier Jahre züchten.
Danach müssen sie eine Auswahl
ihrer Nachzucht der Stammbuch-
Komission an einem vorgegebenen
Termin zeigen. Wird
die Nachzucht positiv bewertet,
darf der Hengst in der Zucht verbleiben.
Sieht die Komission aber
die Nachzucht als ungenügend
in ihrer Qualität an, wird der
Hengst aus dem Hengstbuch wieder
herausgenommen und gilt
dann nicht mehr als anerkannter
Zuchthengst.
Aufgrund der Qualität ihrer
Nachzucht können die Deckhengste
folgende Prädikate erhalten:
PREFERENT:
Stammbuchhengste können drei
Jahre nach der Nachzuchtbeurteilung
in Betracht für dieses Prädikat
kommen, wenn sie eine positive
Nachzucht gezeigt hatten.
Folgende Kriterien muß ein solcher
Hengst einbringen: er muß
sich durch seine Nachkommen
deutlich verbessert und einen
positiven Stempel auf diese gedrückt
haben.
Minimal 50% seiner Nachkommen
mußte auf Zuchtschauen eine
erste Prämie erhalten haben.
Kommt ein Sohn von ihm bis zur
2. Besichtigung auf der Körung,
so gilt dies soviel wie ein 1.Prämien
Nachkomme.
Stambucheinschreibungen von
männlichen Nachkommen und
Auszeichnungen von anderen
Nachkommen von ihm werden
positiv vermerkt. Fohlenprämien
zählen hierbei nicht.
ELITE:
An überragende Vererber kann
das Prädikat ELITE vergeben
werden, wenn dieser Hengst bereits
PREFERENT Söhne oder
Töchter hat.
Wenn ein Sohn bzw. Tochter in
deren Nachzucht, sowohl in Vater-
wie auch Mutterlinie, einen
besonders auffallenden positiven
Stempel aufzudrücken vermag,
kann der Hengst für ELITE vom
Stambuch vorgemerkt werden.
Nur dieses alleine entscheidet
darüber.
Und wie zu ersehen ist, ist dies
nur einem älteren Zuchthengst
möglich, da er ja schon Kindeskinder
vorweisen muß. Auch
zählen immer nur Tiere, die im
Niederländischen Zuchtbuch aktiv
sind,- also keine Nachkommen
außerhalb der Niederlande.
Wie man also auch bemerken
kann, ist die Laufbahn eines
Hengstes mit dem Titel "gekört"
noch nicht zu Ende. Hier beginnt
erst seine große züchterische
Laufbahn, in der er sich und seine
Nachzucht Jahr für Jahr wieder
unter Beweis stellen muß.
Anders wie in Deutschland, wo
ein Hengst mit dem Titel "gekört"
einen Freibrief für sein Leben erhält,
ganz egal, wie er sich "vermehrt"
oder wie er imstande ist,
die Rasse Welsh zu verbessern.
Durch das EU-Recht können seit
einigen Jahren auch Hengste, die
nicht eine Körung durchlaufen
haben, im HB 2 eingetragen werden.
Diese werden jedoch gleichberechtigt
wie die gekörten HB1
Hengste.
Dies wurde möglich, da das Mutterland
England keine Körung
vorsieht und betreibt. Somit
musste sich die EU diesem Reglement
anpassen. Es ist ein zweischneidiges
Schwert. Einerseits
kann nun jeder Hengst, der den
TA Check besteht und volle Papiere
hat, als Deckhengst registriert
werden, ohne die HLP danach
ablegen zu müssen, was ja
auch eine Kostenfrage für den Besitzer
ist, andererseits wird hier
nicht durch eine Zuchkommission
qualitativ ausgelesen, und so
dem Stutenbesitzer die Vorauswahl
evtl. erleichtert.
Züchten aber heißt immer SELEKTIEREN.
Sei es durch eine
Kommission, sei es mit eigenen
Augen, oder sei es durch die
Nachzucht eines Hengstes. Keine
Prämie, kein Schauergebnis,
keine noch so gute Propaganda kann mehr für oder gegen einen
Hengst sprechen, wie seine eigene
Nachzucht !
Doch auch der beste Hengst kann
sich nur mäßig vererben, wenn
er nicht ebensolche qualitativ
hochwertigen Stuten erhält, die
nicht nur im Schauring glänzen,
sondern auch zu züchten vermögen.
Dies sind nämlich zwei
paar Stiefel. Nicht jedes hochdotierte
Schaupony kann sich in seiner
Nachzucht wiederfinden.
Hier macht uns die Genetik oft
einen Strich durch die Rechnung;
nicht automatisch jedes Siegerpony
ist auch automatisch ein erfolgreiches
Zuchttier! Dies nur
kurz als Anmerkung, denn bald
beginnt ja wieder die neue Zuchtsaison,
und damit die Suche nach
dem "besten Hengst" oder DER
Zuchtstute, nicht wahr? Eine
glückliche Hand dabei! |
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