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Reitsportforum Baltic Horse Show – "Dressur muss sich erneuern" Das Reitsportforum der Baltic
Horse Show offenbarte Überraschungen
- Ideen gibt es viele,
jetzt müssen sie auch umgesetzt
werden. Die Unzufriedenheit ist
genauso groß wie das Problembewusstsein
– es soll sich was tun
im Turniersport Dressur. Im
vollbesetzten "Oberhaus" der
Kieler Ostseehalle wurde über
mehr als zwei Stunden diskutiert
zum Thema "Ist die Dressur noch
zu retten?". Mit dabei Mannschafts-
Olympiasiegerin Heike
Kemmer (Winsen), EM-Retter Ulrich
Kasselmann (Hagen a.T.W.),
Margit Otto-Crepin, Frankreichs
Dressur-Ikone und Präsidentin
des internationalen Dressurreiter-
Clubs, Hans Wallmeier von
der Deutschen Reiterlichen Vereinigung,
Pferdezüchter Harm
Thormählen und Reiter Revue
Redakteurin Patricia Tietje.
"Es muss mehr Pepp in die Sache,"
fordert Heike Kemmer und
hat dabei durchaus konkrete Vorstellungen
so wie auch Ulrich Kasselmann.
Identifikationsfiguren
und Idole fehlen dem Sport zur
Zeit, und genau das ist es, was
Menschen anzieht, so Patricia Tietje,
die zudem die deutsche Tendenz
der Fehlerguckerei kritisierte.
Eine Prise mehr Show, Prüfungen,
die nicht nur dem klassischen
Programm der Dressur entsprechen
und Highlights, die
Show und Sport verknüpfen. Ulrich
Kasselmann: "Warum kann
man nicht bei einem Turnier nach
dem Grand Prix on top eine Vorstellung
reiten lassen. Zum Beispiel
die besten Vier?" Und der
Mann hat eine konkrete Idee: "Heike
Kemmer z.B.im Sissi-Kostüm
– steht ihr bestimmt hervorragend."
Die Mannschafts-Olympiasiegerin
hat wenig Probleme mit neuen
Anforderungen: "In spätestens
20 Jahren müssen wir uns dringend
neuen Trends öffnen, da
könnten wir genauso gut jetzt
schon anfangen." Etwa mit verkürzten,
neuen Aufgaben auf der
Basis eines Grand Prix. "Wenn
man aber fragt, ob das geht, wird
gern auf die Reglements und die
klasssichen Aufgaben verwiesen,"
so Kemmer. Was alles möglich
ist, hat die Diplom-Betriebswirtin
bei Gala-Auftritten mit
Bonaparte bemerkt: "Wir sind im
Spotlicht geritten, die Zuschauer
durften mittendrin auch klatschen
und ihrer Begeisterung freien
Lauf lassen und das hat Boni
nicht geschadet, im Gegenteil."
Deutlich wurde, dass es höchste
Zeit ist, neben die "alten Zöpfe"
ein paar neu geflochtene "junge
Zöpfe" zu hängen. Der Ausbildung
und der klassischen Dressur,
in der insbesondere die Deutschen
so hocherfolgreich sind,
wird das nicht schaden – möglicherweise
aber nützen. |
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