 |
| Veranstaltungen
|
 |
Vollständigen Artikel mit Bildern als PDF herunterladen: Veranstaltungen |
 |
 |
Textversion:
Hengst - Parade Celle 2005 Strahlenstes Spätsommerwetter
lockte in diesem Jahr viele Zuschauer
zu den Hengstparaden
in die malerische Residenzstadt
Celle. Zum ersten Mal eröffnete
HSM Fred Müller Punkt 13 Uhr
die Parade mit dem Reigender
Tandemcarts . Rasanz und Tempo
sind das Markenzeichen der
ungarischen Post. Mut und Körperbeherrschung
sind gefordert
, wenn die Gestütsoberwärter
Siegfried Meyer und Eirik
Erlingsen , ein junger Norweger
, freistehend auf ihren Hengsten
um den Paradeplatz preschen.
Takt, Geschmeidigkeit und
Raumgriff kommen bei der Traberkarrenquadrille
besonders
gut zur Geltung. Noch heute werden
die jungen Hengste vor der
Schleppe und den Traberkarren
ausgebildet, bevor sie angeritten
werden. Bei dieser vielseitigen
Form der Ausbildung erhält man
wichtige Hinweise über die Charaktereigenschaften
der jungen
Pferde.
Drei Mal treten im Laufe der Parade
die jungen Hengste aus
Adelheidsdorf auf, um sich erstmalig
in der Öffentlichkeit zu
zeigen. Für das Fachpublikum
sicher von Interesse
und in diesem Jahr
durch ein gemeinsames
Auftreten
in Quadrilleform
sehr harm
o n i s c h .
Auch die für
Einzelvorstellungen
ausgesuchten
Spring -
u. Dressurhengste
erledigten gelassen die
Aufgaben, die an sie gestellt wurden.
Besonders begeisterte der
elegante Körungssieger 2004
Dancier v. De Niro , der auch unter
dem Sattel seine außergewöhnliche
Qualität unterstrich.
Ein Bild voll Eleganz und Gehorsam
ist immer wieder die Arbeit
am langen Zügel. Wenn White
Star , Lavauzelle AA, Laptop
und Welser zu den Klängen des
Riverquaimarsches in der Passage
aus der Bahn tanzen, das
hat schon was!
Seit fast 70 Jahren bilden die vier
Sechserzüge vor Hofwagen einen
festen Programmpunkt. In
mühevoller Kleinarbeit der gestütseigenen
Wagnerwerkstatt(
der letzten in Niedersachsen) in
Verbindung mit den Schmieden
, dem Sattler und dem Maler des
Gestüts wurden die Krönungswagen
restauriert. Diese Wagen
werden stilecht in den Uniformen
der königlich hannoverschen
Hofkutscher gefahren (roter
Kragenmantel mit doppelten
goldenen Tressen), dazu entweder
der schwarze Montierungshut
von 1815 oder der goldbetresste
Dreispitz.
Eine Augenweide sind die schon
weiter ausgebildeten Dressurhengste
Don Crusador und Don
Frederico, die mit Sattelmeister
Wolfhart Witte und Obersattelmeister
Ole Köhler Kostproben
ihres Könnens
geben. In einem Pas
de deux steppten
die lackschwarzen
Beschäler in
a b s o l u t e m
Gleichmaß um
die Bahn.
Vom Sattel
aus wird
anschließend
ein zweiter
Hengst "gefahren".
Besonders
gelungen ist diese
zweifache Fahrschule,
wenn man von vorne
vermutet, dass es sich nur um
ein Pferd handelt.
Seit Juli ist OSM Ole Köhler für
die Reitabteilung im Landgestüt
zuständig. Zur Hengstparade erweckte
er das seit fast zwanzig
Jahren nicht mehr gezeigte
Schaubild "Traber neben Galopper"
zu neuem Leben. Mit viel
Engagement und reiterlichem
Fingerspitzengefühl setzten
OSM Albrecht , GHW Ahlvers
und GOW Feldhus ihre Hengste
in Szene. Der imposante Earl steigerte
sich von Parade zu Parade,
bis er schließlich nur noch zu
schweben schien. Dieses aktionsreiche
Bild riss die Zuschauer
zu Begeisterungsstürmen hin.
Für das Mehrspännerschaubild
(zwei 10 Spänner und ein 8 Spänner)
wird zwei und vierspännig
trainiert, höchstens ein Mal
10spännig. Bärenkräfte sind für die Leinenführung erforderlich,
doch auch im Vorfeld muss jeder
Handgriff sitzen. Es ist immer
wieder faszinierend zuzusehen,
wie schnell die Wagen hinter
den Kulissen angespannt sind.
Die erfolgreich vom Bundeschampionat
heimgekehrten
Rotsponsöhne Royal Blend und
Rascalino unterstrichen durch
besonders rittige Vorstellungen
ihre hervorragenden Reitpferdeeigenschaften.
Mit mehr als 1000
Bedeckungen, die diese beiden
für die letzte Saison vorzuweisen
haben, darf man die kommenden
Fohlenschauen mit
Spannung erwarten.
Ein weiteres Traditionsbild
schließt sich mit der Freiheitsdressur,
die es in Celle bereits
seit 1933 gibt , an. Obwohl mehrere
Hengste für diesen Auftritt
trainiert werden, ist der absolute
Star heute der geniale Rapphengst
Escudo II. Seinem Ausbilder
, GOW Heinz Müller fällt
immer wieder Neues ein. So hat
seit zwei Jahren sein Rauhaardackel
Armick immer wieder
die Lacher auf seiner Seite,
wenn er in die Bahn flitzt und
auf dem am Boden liegenden Escudo
herumhüpft. Die total verregnete
5. Parade ließ Heinz Müller
morgens kurzfristig überlegen,
ob es angesichts des strömenden
Regens nicht angebracht
sei , mit einem Schirm aufzutreten.
Die Mittagspause wurde
zum Üben genutzt, denn Escudo
hatte zuvor noch nie mit einem
Schirm geübt. Doch kein
Problem für diese beiden Tausendsassas,
abends trabte Escudo
völlig frei neben seinem Herrn
und Meister her, alle paar Meter
unter den Schirm schauend, ob
sein Chef noch da ist. Und anstatt
öde im Kreis zu laufen , entdeckte
Escudo am Rand zahlreiche
Zuschauer mit Schirmen , die
es zu deren Begeisterung schnell
einmal nach Lekkerlis abzusuchen
galt!
War das schon ein Superauftritt,
so steigerte man sich zur letzten
Parade in 2005 noch einmal.
Heinz Müller fuhr auf dem Motorroller
ein , im Fußraum der
ein wenig skeptisch blickende
Dackel. Nebenher galoppierte
Escudo und war immer nur bedacht,
dem Roller zu folgen.
Ein besseres Aushängeschild für
Lernvermögen und Nervenstärke
von Hannoveranern als Escudo
II kann es eigentlich nicht
geben und man darf gespannt
sein, mit welch Überraschungen
das Dreierteam im nächsten Jahr
aufwartet.
Vor kurzem feierte die auf S Niveau
nur mit Füchsen gerittene
Schulquadrille ihr 25 jähriges Jubiläum.
Wenn sechs imposante
Füchse sich mit tänzerischer
Leichtigkeit in der Passage auf
die Haupttribühne zu bewegen
- das ist Gänsehautfeeling pur !In
der Zwischenzeit strömen die 24
Reiter der großen Quadrille in
ihren roten Röcken mit dem
schwarzen Zweispitz aus allen Ecken des Gestüts auf den Abreiteplatz
. OSM Ole Köhler, der
die Quadrille leitet , lenkt seinen
imposanten Schimmel Santini zu
den anderen. Mit ihm an der Spitze
reitet die Quadrille ein und
führt Figuren vor, die so seit Beginn
der 50iger Jahre geritten
werden.
Die Choreografie schrieb der damals
für die Reitausbildung im
Gestüt zuständige General a. D.
Horst Niemack (Leiter der hann.
Reitschule) An sonnigen Tagen
blitzt und blinkt das Messinggeschirr
auf den dunklen Pferde
und die roten Unifomen leuchten
vor dem satten Grün der Bäume.
Da ist man ganz berauscht
von der Schönheit der Farben.
Schon kündigt dumpfes Grollen
das letzte Highlight der Parade
an - die Römerwagen kommen.
In atembraubendem Tempo umrunden
die Wagen die Bahn und
manch einer hält die Luft an,
wenn auf der Schlussgeraden
noch einmal so richtig "Gas" gegeben
wird.
"Werden die Hengste sich wieder
durchparieren lassen?" , fragte
sich GOW Elmar Sicke bei seiner
ersten Fahrt beklommen ,als
seine 4 Braunen beschlossen,
pfeilschnell wie ein Rennauto
den Platz der Vorführung zu verlassen.
In der Regel kennen die
Hengste ihren Job, vorher erscheinen
sie wild und voller Temperament,
doch sowie sie die
Bahn verlassen haben sind sie
die Ruhe selbst. Am Abreiteplatz
wartet bereits eine Kinderschar.
Da strahlen die Augen , wenn
man einen der begehrten Plätze
auf dem Römerwagen ergattert
hat und zum Ausspannen mitfahren
darf.
Vielleicht möchten auch Sie im
nächsten Jahr dabeisein und
hautnah alles miterleben ,wenn
es wieder heißt: Hengstparade
in Celle?
Termine: 16. / 17. 9 . ; 23. / 24.
und 30. 9. / 1. 10. 2006
Kartenservice
Niedersächsisches
Landgestüt Celle
Tel: 05141 / 929415
Fax: 05141 / 929431
e mail:
Landgestuet.celle@t-online.de
Internet:
www.landgestuetcelle.de
Text und Fotos: M. Schwöbel |
 |
 |
Nächste Artikel dieser Ausgabe: Veranstaltungen, Veranstaltungen, Von Rechts wegen, Weidesaison |
 |
| zurück |
 |
|
|