Urlaub im Sattel

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Die Lüneburger Heide eines der schönsten Ausreitgelände
"Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an" sang die Band Truckstop im Jahr 1980. Damit ist es auf den Punkt gebracht. Eines der schönsten Ausreitgelände finden Sie zwischen Hamburg, Hannover und Bremen in der Lüneburger Heide. 300 Kilometer Reitwege erwarten Ross und Reiter im Naturschutzgebiet. Autos dürfen schon seit 1912 nicht mehr in dem mittlerweile 230 qkm großen Naturschutzpark fahren. Nur mit dem Pferd, der Kutsche, dem Rad oder zu Fuß dürfen die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas erkundet werden – sogar die Polizei führt ihre Patroullien hier Hoch zu Ross durch. 450 km beschilderte Reitwege verbinden die Orte rund um den Naturschutzpark Lüneburger Heide. Das Reitwegenetz lässt unterschiedlichste Streckenplanungen von klein bis zu richtigen Wanderritten zu. Vielerorts findet der Reiter Anbindestellen vor, sodass Sie unterwegs auch mal ein Picknick einplanen können oder ihr Pferd sorglos anbinden können, um die einheimische Küche zu genießen. Hier haben sehr viele Einheimische ihre Pferde am Haus stehen. Es gibt Friesen-, Vollblut- und Islandzuchten. Sogar ein arabischer Scheich lässt seine besten Turnierpferde in der Lüneburger Heide pflegen. Neben Kutschfahrern, Dressurund Freizeitreitern nehmen die Western und Gangpferdereiter begeistert zu. Das Gebiet ist groß genug und man trifft sich höchstens an den 14 Anbindestationen zu einem kleinen Klönschnack. Die Gemeinde Bispingen liegt direkt im und am Nat u r - schutzg e b i e t L ü n e - b u r g e r Heide, im Pferdeland Niedersachsen. Mehrere Reit- und Kutschbetriebe bieten Gästen und Einheimischen vom Dressurlehrgang bis hin zu geführten Ausritten alles, was das Reiterherz begehrt. Schon ab 20,- Euro pro Person bekommen Sie in der Gemeinde Bispingen ein modernes Zimmer mit einem reichhaltigen Frühstück. Ferienwohnungen sind sogar noch preiswerter zu mieten. Der Preis für eine Pferdebox beginnt bereits bei 6,-- Euro inkl. Heu und Stroh. Und wenn Sie mal eine Ruhepause vom Reiten brauchen, dann wird es Ihnen hier gewiss auch nicht langweilig. Viele verschiedene Attraktionen liegen in der Gemeinde und der nahen Umgebung. Da ist z.B. das verrückte Jagdschloss Iserhatsche, das Greifvogelgehege, eine echte Ralf Schumacher Kartbahn & Bowl Center, die berühmte Soltauer Therme, den Vergnügungsland Heidepark mit Delphin und Seelöwenshow, Wildpark Nindorf und natürlich nicht zu vergessen das einzige deutsche Pferdemuseum in Verden - wobei wir wieder beim Thema Pferd sind! Eine Reitroute möchten wir Ihnen hier gerne vorstellen, um Sie neugierig zu machen auf dieses vielfältige, wundervolle Fleckchen Erde. Corinna, Elke und Simone erkunden die Heide Wir reiten heute mit unseren Pferden Mahatma (15 Jahre), Tin Tin (23 Jahre) und Irish Tinker Wallach Janosch (8 Jahre). Unser ca. 14 km Ritt beginnt in Behringen (1000 Einwohner), einem kleinen Heideort mit 3 Reithallen und vielen Pensionsbetrieben. Wir folgen dem auf der Reitwegekarte eingezeichneten Reitweg in Richtung Naturschutzgebiet. Am Rande einer kleinen Teerstraße kommen wir vorbei an Feldern, Wiesen und einer Sandkuhle. Nach dem überqueren einer Straße sind wir auch schon im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Ein sandiger Reitweg führt uns einladend in die schöne weite Heidelandschaft. Wir biegen bei der ersten Möglichkeit nach rechts ab. Ein s c h ö n e r Grasweg, links Wald und rechts Heide, liegt vor uns. Da lassen wir uns nicht lange bitten. Ein Blick noch, ob Wanderer oder Fußgänger in der Nähe sind, und als wir uns sicher sind, niemanden zu erschrecken, geben wir Gas. Im Galopp geht es den Weg entlang, um eine sanfte Kurve und dann den Tütsberg hinauf. Oben angekommen bleiben wir stehen und genießen zusammen mit unseren Pferden den traumhaften Blick in eine der wunderschönsten Heideflächen. Weiter geht es! Wir lassen den Tütsberg mit seinem Schnuckenstall hinter uns und reiten rechts den Kutschen- und Reitweg in Richtung Oberhaverbeck. Der sandige Weg führt uns durch die weiten Heideflächen. Hin und wieder sehen wir ein paar urige Felssteine und überall einmal wieder Wacholder. Unsere Pferde heben die Köpfe. Sie werden aufmerksam auf das, was da kommt. Aber was ist das? Eine große Herde Heidschnucken mit Schäfer und Hunden kommt auf uns von weitem zu. Neugierig schauen unsere Pferde zu den Schnucken hinunter, die mit ihrem hellgrauen, langen Fell kaum von der Heide zu unterscheiden sind. Der Schäfer erzählt uns, dass er auf dem Weg zum Stall ist, indem die Schnucken die Nächte verbringen. Wir bewundern seine beiden Hunde, die wie instinktiv die Schnucken zusammenhalten und in die richtige Richtung treiben und nicht zulassen, dass eine Schnucke zu dicht an uns herankommt. Der gemütliche Schäfer erzählt uns etwas über Schnucken, Hunde und seine Arbeit. Das ist echt sehr interessant und die Pferde genießen die Verschnaufpause. Nun müssen wir aber weiter. Wir reiten bei der nächsten Möglichkeit rechts auf dem weichen Heideboden und traben an. Große Ginsterbüsche säumen den Pfad. Und dann sind wir plötzlich in der Wüste. Tatsächlich liegt rechts von uns ein großes Stück Sandwüste, eine fast dünenartige Landschaft. Wir reiten weiter und gelangen nach diesen ersten 6,5 Kilometern über eine Straße in den Mischwald. Wir folgen dem blau/weißen Reitgebotschild und entdecken mal wieder eine wunderschöne, lange Galoppstrecke. Ein herrlicher Waldgeruch umgibt uns, der Waldboden federt unter den Pferdehufen. Kilometerweit scheinen wir galoppiert zu sein, als uns ein Schild den Richtungswechsel anzeigt. Nach Behringen geht es rechts ab. An den Wegkreuzungen, an denen wir vorbeikommen, stehen jeweils Holzschilder mit den Ortsnamen und Kilometerangaben. So sind wir sicher, auf dem richtigen Weg zu sein und kommen nun durch ein wunderschönes Stückchen Buchenwald. Die Blätter sind herbstlich verfärbt u n d der Wald bietet unseren Augen das schönste Farbenspiel, während die Hufe unserer Pferde im Laub rascheln. Wir traben, bis wir am Waldrand ankommen. Nun müssen wir uns laut Karte links halten. Wir reiten den Feldweg entlang. Behringen können wir nun schon sehen. Immer geradeaus, über eine Straße und dann rechts ab in den Ort. Nun kommen wir am Friesengestüt vorbei, bei dem jährlich das größte Friesenpferdetreffen Deutschlands stattfindet. Unsere Pferde wiehern erfreut den Stuten mit ihren Fohlen zu. Die schwarzen Perlen begleiten uns ein Stück am Koppelzaun. "Zuhause" angekommen sind wir überwältigt von den vielen Eindrücken, die wir am heutigen Tag gesammelt haben. Beim Absatteln und Pflegen unserer Pferde sind wir bereits am Wegeplanen für den nächsten Tag. Wir sind überrascht, wie vielfältig und reizvoll diese Lüneburger Heide ist. Übrigens, bestellen Sie doch vorab schon eine Reitwegekarte. Dann können Sie sich selbst von dem langen Reitwegenetz überzeugen und für Ihren Heideurlaub schon mal eine Streckenplanung vornehmen!  
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