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Die Pferdezähne Beim täglichem Umgang mit
unseren Pferden ist man ja stets
darauf bedacht ihnen alles an
Pflege zukommen zu lassen was
sie brauchen. Der Schmied kommt
alle 8-12 Wochen, sie werden
regelmäßig entwurmt, auf die
regelmäßige Impfung wird geachtet
usw. Doch das man mindestens
jährlich von einem Spezialisten
die Zähne nachschauen
lassen sollte, wird von vielen Pferdebesitzern
vergessen.
Das Gebiss des Pferdes ist so angelegt
das es kontinuierliche
Nahrungsaufnahme über den
ganzen Tag gewohnt ist. Dabei
wurde ,als das Pferd noch ein
Steppentier war, strukturiertes,
recht hartes Futter zerkaut. Die
Zähne des Steppentieres Pferd
sind aufgrund der Evolution auf
harte Gräser ausgelegt. Diese
muss es mit den Schneidezähnen
abbeißen und mit den Backenzähnen
gründlich zermahlen, bis
sie herunter geschluckt werden
können. Zusätzlich zum Gras
wird auch Rinde, Blätter, und etwas
Erde mit aufgenommen Diese
Nahrung stellt hohe Ansprüche
an die Zähne.
Der Kaudruck ist groß, und die
Zähne werden kontinuierlich abgerieben.
Die Natur hat es daher
so eingerichtet, dass die Pferdezähne
ein Leben lang immer weiter
aus dem Kiefer herauswachsen.
So wird zwischen Abrieb und
Nachwachsen ein Gleichgewicht
hergestellt. Sehr wichtig ist dabei
der gleichmäßige Abrieb aller
Zähne über die gesamte Breite der
Kaufläche. Der Unterkiefer des
Pferdes ist schmaler als der Oberkiefer,
und die unteren Backenzähne
sind schmaler als die Oberen.
Daher liegen im Ruhezustand
die Backenzähne nicht gerade übereinander,
sondern berühren sich
nur zum Teil. Wenn das Pferd korrekt
kaut, bewegt es den Unterkiefer
in einer weiten Kreisbewegung,
so dass die Backenzähne
sich gegenseitig in der vollen Breite
abnutzen.
Die Schneidezähne nutzen sich
beim Abbeißen der harten Gräser
in der Natur ebenfalls ab. Dabei
bleibt das wichtige Gleichgewicht
zwischen dem Abnutzen und
Nachwachsen zwischen Backenzähnen
und Schneidezähnen erhalten.
Durch unsere Stallhaltung,
und durch unsere viel weicher geworden
Gräser, werden die
Schneidezähne viel weniger abgenutzt
und es kommt zu einem
Hohlraum zwischen Oberkiefer -
und Unterkieferzähnen. Siehe
Abb.1.
Da unsere Pferde im Stall meistens
auch Getreide und oft auch
Pellets zu fressen bekommen,
müssen die Backenzähne nicht
mehr so intensiv mahlen, wie beim
Steppengras. Daher entstehen
häufig scharfe Ecken und Hacken
an den Backenzähnen, welche sich
dann in die Backe oder auch in
die Zunge bohren.
Woran erkennt man also
ob ein Pferd evt. Probleme
mit den Zähnen hat.
- Oft frisst es erst das Heu und
dann erst Kraftfutter
- Kleckert während der Nahrungsaufnahme
- Hält den Kopf während des
Fressens schief
- Bildet beim Heu fressen "Futterballen"
in den Backen
(Hamsterbacken)
- Die Verdauung beginnt im
Maul:
- Unverdaute Futterreste im Kot
- Abmagern
- Erhöhte Kolikanfälligkeit
Beim Reiten können
folgende Dinge auf
Zahnprobleme
hinweisen:
- Unkonzentriertes Verhalten
- Schwierigkeiten beim Aufund
/ oder Abtrensen
- Kopfschlagen
- Zungenstrecken, keine
konstante Anlehnung an das
Gebiss
- Schlechte Links- oder Rechtsbiegung
- Verwerfen im Genick
- vermeintliche Rückenprobleme
bis hin zur Unreitbarkeit
(Bocken, Steigen)
- Bei Zahnfrakturen oder
Wurzelvereiterungen kommt
es zu übel riechendem gelben
Nasenausfluß, oft mit Schwellung
im Kopfbereich.
- Faulig riechender Mundgeruch
deutet ebenfalls auf
Zahnprobleme hin.
Die regelmäßige Kontrolle der
Zähne gehört also genauso zur
Pflege wie der Hufschmied
oder die Impfung.
Cornelia Bergmann. |
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