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Erfolg durch gezieltes Marketing - ohne geht’s auch für Pferdebetriebe nicht! Was fällt Ihnen ein, wenn Sie
die Namen Monty Roberts oder
GaWaNi-Ponyboy hören?
Ganz gleich, ob Sie »Szene-
Gurus« positiv oder eher
kritisch gegenüberstehen: In
punkto Marketing lässt sich
einiges von ihnen abschauen.
Ob Reitverein, Rennstall, Zuchtbetrieb
oder Reitferienanbieter
- ohne gezieltes Marketing
kommt heute auch der Pferdebetrieb
nicht mehr aus. Wer
Marketing betreibt, der hat ein
Ziel: Umsatzsteigerung. Dies
wird über zwei Wege erreicht:
1. Neukundengewinnung
2. Customer Share
Customer Share bedeutet, dass
Bestandkunden fest an den Betrieb
gebunden werden und
deren Umsatzanteil erhöht
wird.
Im Folgenden sind
einige Anregungen
für den Start in Ihre
erfolgreiche
Vermarktung zusammengestellt.
Marketing – Gut,
wenn das Produkt
stimmt.
Zunächst ist klar:
Selbst das beste Marketing
hat nur dann
langfristig eine Chance,
wenn das dahinter stehende
Produkt stimmt.
Wird eine zugesagte
Leistung nicht eingehalten, kann
ein möglicher Imageschaden nur
schwer korrigiert werden.
Produkttransparenz: Der
Kunde honoriert nur, wovon
er weiß.
Der erste Schritt für Ihr Marketing:
Verschaffen Sie sich
und Ihren Kunden Klarheit
über das Produkt. Machen Sie
Ihrem Einsteller, Reitschüler
oder Besucher deutlich, was
Sie alles zu seiner Zufriedenheit und Bequemlichkeit
und zum Wohle des Pferdes
unternehmen. Wichtig dabei
ist: Der Kunde honoriert weniger
die einzelne Leistung
als solche, sondern den »Nutzen
«, den er daraus hat. Stellen
Sie diesen heraus.
Dazu dient z.B. die bebilderte
Produktbroschüre, in der
Sie einzelne Dienstleistungen
genau erklären. Aber auch in
der Rechnung sollen die einzelnen
Leistungen deutlich
werden, statt lediglich eine
Pauschale zu berechnen.
Branding: Wiedererkennungswert
und Kommunizierbarkeit.
Situation: Sie haben 30 Sekunden
Zeit, einem Fremden
zu erklären welche Produkte
Sie genau anbieten. Wie
gut glauben Sie, könnten Sie
sich und Ihren Betrieb auf den
Punkt bringen? Könnte dieser
Mensch dann anderen etwas
über Sie erzählen? Würde
er es wollen?
Sich ein klares und sympathisches
Profil mit hohem
Wiedererkennungswert zu
geben, ist eine entscheidende
Grundlage für Kundenbindung
und -gewinnung.
Kommunizierbar werden Sie
und Ihr Angebot durch
- Ihren Namen
- Ihr Logo
- Ihren Slogan
Diese müssen Ihre unternehmerische
Philosophie und Ihre
Werte wiedergeben. Der
Prozess, sich zur Marke zu
machen, beginnt also bei Ihnen
selbst: »Was macht mich
und meinen Betrieb aus? Was
macht unseren Pferdebetrieb
einzigartig?«
Holen Sie zu Ihrem Selbstbild
auch ein Fremdbild ein,
d.h. fragen Sie Einsteller und
Reiter nach deren Bild von
Ihnen und Ihrer Dienstleistung.
Werten Sie die Informationen
aus, und begeben
Sie sich dann an die Grundelemente
für das Branding.
In jedem Fall werden Sie Ihre
Entwürfe von Name, Logo
und Slogan einem Copytest
unterziehen, um die
richtige Wahl zu treffen.
Kundenorientierung: Fragen
Sie Ihren Kunden, was er will
und dann geben Sie es ihm.
Statt zu versuchen, sich in die
Kunden hineinzuversetzen
oder viel Geld in Marktforschung
zu investieren, fragen
Sie Ihre Kunden einfach.
Erkundigen Sie sich danach,
was Ihren Kunden gefällt,
was verbessert werden kann
und was diese für sich und
ihre Pferde wünschen. Dies
kann mittels eines professionellen
Fragebogens oder mit
etwas Fingerspitzengefühl
und Intuition im Gespräch
geschehen – je nach Größe Ihres
Betriebes und Kundenkreises.
Erproben Sie Neuerungen im
Kleinen, und setzen Sie diese
erst bei Erfolg im Großen
um.
Solch nachhaltige Kundenorientierung
wird nicht nur
von Bestandskunden honoriert,
sondern zieht auch Neukunden
an.
Kundenbindung: Bauen Sie
eine gute Beziehung zu Bestandskunden
auf.
Marketing der Neuzeit richtet
sich nicht nur auf Neukunden,
sondern setzt zugleich
auf »Customer-Share«.
Das Ziel: Einen möglichst hohen
Anteil der Kundenbedürfnisse
langfristig zu befriedigen
und mehr Umsatz
mit dem bestehenden Kundenstamm
zu erzielen.
Neben dem herzlichen
Lächeln und dem guten Gespräch,
gibt es eine Reihe von
Möglichkeiten, die Kundenbeziehung
zu festigen. Folgend
sind vier Beispiele angeführt:
A) Vertrautheit bindet.
Halten Sie Ihren Einsteller auf
dem laufenden. Wie erfährt
er, wenn der Veterinär vor
Ort war, die Futtermischung
umgestellt wurde und wenn
Sie in neue Gerätschaften und
die Anlage investiert haben?
Informieren Sie Ihre Reiter
regelmäßig über Neuerungen
– z.B. mit einem monatlichen
Rundbrief. Gewähren
Sie auf diese Weise Einblick
in den Alltag Ihres Betriebes.
Damit stärken Sie die Verbundenheit
zu ihrem Betrieb,
haben Gelegenheit Ihre Entscheidungen
zu erläutern
und machen Ihre Preisgestaltung
nachvollziehbar.
B) Von vielen Einzelkunden
zur Kundengruppe.
Schaffen Sie Gelegenheiten,
damit Begegnung der Reiter
und Einsteller, sowie ihrer
Angehörigen und Freunde
untereinander und mit Ihnen
geschehen kann - in entspannter
Atmosphäre.
Ob hier ein regelmäßiges
»kleines Event« oder eine fest
eingerichtetes Reiterstübchen
der bessere Ansatz sind, wird
sich jeweils aus Ihrer Kunden-
und Betriebsstruktur ergeben.
Ermöglichen Sie den
Kunden, untereinander ein
Netzwerk zu bilden.
C) Kleine Präsente.
Machen Sie Ihren Kunden ein
überraschendes Präsent – einfach
mal so, ohne Grund. Senden
Sie zum Geburtstag von
Ross und Reiter ein Kärtchen,
etc.
So zeigen Sie, dass Sie Ihren
Kunden persönlich Wertschätzen
– das zahlt sich auch
langfristig aus.
D) Nutzen Sie »Merchandising
«.
Hinter dem Begriff Merchandising
steckt der Gedanke,
dem Kunden Gegenstände
zu verkaufen, die ihn
im Alltag an Ihren Betrieb erinnern
und so die persönliche
Bindung festigen. Beispiele
sind Tassen, T-Shirts
und Satteldecken mit Ihrem
Signet darauf. Neben der
Kundenbindung betreiben
Sie so auch ein wenig »bezahlte
Werbung«.
Added Service =
Added Earnings.
Verbinden Sie den Gedanken
von Service und Umsatz. Fragen
Sie sich, wo Sie Ihren
Kunden Arbeit abnehmen
und weiteren Service bieten
können. Eine Möglichkeit
von vielen ist zusätzlicher
Verkauf auf dem Hof.
Bieten Sie ihrem Kunden ein
überschaubares Produktsortiment,
so dass er alles Wesentliche,
was er rund ums
Pferd benötigt, direkt bei Ihnen
beziehen kann.
Damit neben dem Mehr an
Aufwand auch ein Mehr an
Umsatz entsteht, folgend
zwei Anregungen:
1. Bilden Sie mit anderen Betrieben
eine Einkaufsgemeinschaft,
um günstigere
Bezugspreise zu erzielen.
Kaufen Sie direkt beim Hersteller
ein, so sparen Sie Handelsmargen.
2. Teilen Sie Ihr Produktangebot
in Bestandssortiment
(Pflegemittel, etc.) und Aktionssortiment
(Reitzubehör,
etc.). Das Aktionssortiment
soll nur kurzzeitig – als Aktion
– bestehen. So wird ein
zusätzlicher Kaufreiz durch
den Knappheitseffekt ausgelöst.
Erwägen Sie auch eigene Produkte
unter Ihrem Label zu
entwickeln und anzubieten.
Vertriebswege: Die Mischung
macht’s.
Nutzen Sie verschiedene Vertriebswege
für Ihre Angebote
und variieren Sie je nach
Zielgruppe, die Sie erreichen
wollen. Folgend sind drei typische
Vertriebswege ein wenig
näher beschrieben.
Klassische Werbung
Werbung im klassischen Sinne
fängt mit der Handreichung
bzw. mit dem Plakat
an, geht über Anzeigen in der
Lokal-, Tages-, Fach- und Verbandspresse
und mündet
schließlich in Funk- und Fernsehwerbung.
V.a. letztere
sind in aller Regel für kleinere
Betriebe unbezahlbar.
Hier bietet sich gute Pressearbeit
als Alternative an.
Bei der Gestaltung von Werbemitteln,
wie Visitenkarte,
Werbeblatt, Infobroschüre
und Plakat, muss nicht immer
eine teure Agentur
bemüht werden. Wenn Sie
sich selbst an die Gestaltung
begeben, sollten Sie jedoch
die Regeln der Werbemittelgestaltung
achten. Eine Erste
Hilfe bieten hier die Regeln
AIDA und KISS (vgl. Infobox
II)
Pressearbeit: Sie können viel
interessanter sein, als Sie
glauben!
Doch nicht nur mit Werbung
lässt sich eine breite Zielgruppe
erreichen. Die Medien
sind oft an guten Themen
zu Pferdesport, Pferdehaltung
oder Tierschutz interessiert.
Der NDR bietet dazu
z.B. eine eigene Sendung:
Pferd TV.
Wenn Sie etwas wirklich Gutes
anbieten, sei es ein Produkt
oder ein neues Konzept, hat
die Öffentlichkeit ein Recht
dies zu erfahren.
Scheuen Sie sich nicht, bei lokaler
und Fachpresse anzuklopfen
und zu fragen, ob
man dort nicht einmal über
Sie berichten möchte. In jedem
Fall sollten Sie sich zuvor
eingehend mit dem Thema
»Presse« beschäftigen, um
eine angemessene und reibungslose
Zusammenarbeit
bieten zu können.
Internet: WWW – Wer wird’s
wollen?
Eine eigene Website gehört
heute zum guten Ton, ein Garant
für mehr Umsatz ist diese
allein jedoch nicht.
Zu warnen ist vor allzu
designlastigen Vorhaben.
»Form follows function«, lautet
die Devise. Das ist auch
erfolgreicher bei Suchmaschinen.
Wenn Sie auf ein Content-
Management-System setzten
(schon ab ca. 150,- Euro), können
Sie ohne großen Aufwand
und mit EDV-Grundkenntnissen
eine eigene Website
gestalten und selbst Texte
ändern.
Auch wenn Sie eine Webpräsenz
in Auftrag geben,
sollten Sie sicherstellen, dass
Sie Inhalte später selbst ändern
und ergänzen können.
Tatsächlich sinnvoll ist eine
eigene Website jedoch nur,
wenn sie in ein ganzheitliches
Webmarketingkonzept eingebunden
wird. Das heißt, sie
soll genutzt werden als
- Instrument zur Kundenbindung
(differenzierte
Produktinfo,
Newsletter,
etc.)
- Neukundengewinnung
(z.B. Produktauktionen
via Ebay,
mit Verweis auf die eigene
Homepage)
- Umsatzsteigerung (z.B.
durch ein Onlineshop-System)
- Brand-Marketing (Verbreitung
Ihres Namens,
z.B. durch Fachbeiträge,
Service zum Thema)
- etc.
Wettbewerb versus
Netzwerk!
Eine alte Regel sagt: »Wenn
Du einen Wettbewerber nicht
schlagen kannst, verbünde
Dich mit ihm!«
Ich rate Ihnen noch einen
Schritt weiter zu gehen: Verbünden
Sie sich auch mit jenen,
die gar nicht zu Ihren direkten
Wettbewerbern
zählen, sei es der Reitsportfachhandel
oder der Nachbarbetrieb
mit anderer Leistungsorientierung.
Neben
dem Mehrwert für den Kunden,
hat ein
Netzwerk insbesondere für das Marketing
zwei wesentliche
Vorteile:
- Kundengewinnung durch
gegenseitige Empfehlung
- Erschwinglichkeit kos-
0tenintensiverer Werbeformen,
wobei jeder Netzwerkpartner
nur einen kleinen
Beitrag leisten muss.
Eine gemeinsame Idee ist
auch interessanter für die Öffentlichkeit.
Ein nach vielen
Marketinggesichtspunkten
gutes Beispiel bietet das Konzept
»Eifel zu Pferd«, in dem
sich verschiedene Höfe über
die Idee, den »schönen Landstrich
Eifel« zu Pferd zu erkunden,
gemeinsam vermarkten.
Blick in die Zukunft!
Wer Pferdekunden halten
und neue gewinnen will,
wird seine Angebote zunehmend
in ein ganzheitliches
Erlebniskonzept einbinden
und neben der Realität auch
Illusionen bieten müssen.
Menschen wollen aus ihrer
zunehmend virtuellen Alltagswelt
entfliehen und mit
allen Sinnen etwas erleben –
vielleicht sogar ein kleines
Abenteuer und sei es nur in
der Phantasie.
Sowohl die kleine Pferdepension
als auch der große
Reitsportbetrieb wird die
klassischen Angebote um erlebnisreiche
Elemente erweitern
und, wenn er den künftigen
Wettbewerb überstehen
will, sich in die Breite orientieren
müssen.
Hier greifen Themenkonzepte,
wie das Westernreiten,
das Rittergelage im alten
Schloss mit Ausritt oder das
romantische Reiterwochenende
für Verliebte.
Auch das Verbinden verschiedener
Freizeitaspekte
bietet Möglichkeiten für innovative
Ansätze: Der Beritt
von Weinbergen mit anschließender
Weinprobe, historische
Führungen zu Pferd,
etc.
Reitställe werden Turniere zu
Events ausbauen müssen, um
mit Nebenangeboten und
Added Earnings das Geschäft
nachhaltig zu sanieren und
die Attraktivität für Neukunden
zu steigern.
Eine artgerechte Haltung der
Pferde wird daneben von
Pferdebesitzern zunehmend
nachgefragt. Ob die Pferde
freizeitmäßig genutzt oder im
Hochleistungssport eingesetzt
werden, ausreichend
Frischluft und Bewegungsmöglichkeiten
für jedes Pferd,
auch ohne dass der Besitzer
sich selber kümmern muss,
sind gewünscht.
In der Kölner Pferde-Akademie
findet zum Thema Marketing
für Pferdebetriebe am 11. und
12. Oktober ein Workshop mit
Karrierecoach Tom Ullrich statt.
Die Teilnehmerzahl ist auf 10
begrenzt.
Info und Anmeldung:
Tel. 0221 4064824
oder
www.koelnerpferdeakademie.d |
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