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Hufrehe als Indiz für eine latente Primärerkrankung - Teil 2 - Das Metabolische Syndrom und das Equinen Cushing Syndrom
Immer wiederkehrende, scheinbar grundlose Hufreheschübe lassen Pferdebesitzer oft verzweifeln. Keine Therapie schlägt an und der gesundheitliche Zustand des Tieres verschlechtert sich von Tag zu Tag. In dem ersten Teil in der vorherigen Ausgabe lieferten wir Informationen über Hufrehe auslösende Primärerkrankungen wie die Borelliose. Weitere Erkrankungen, in deren Verlauf eine Hufrehe auftreten kann, sind das Thema dieser Fortsetzung. Bestimmte äußerliche Merkmale des Pferdes, die oft zunächst nicht wahrgenommen werden, weil sie schleichend auftreten, oder auf andere Ursachen geschoben werden, können ein Indiz für eine solche Krankheit sein. Besonders leichtfuttrige Rassen (z.B. Ponyrassen, Araber),die zum allgemeinen Übergewicht Fettdepots an Mähnenkamm, über den Augen, vor dem Euter bzw. dem Schlauch und um die Schweifwurzel herum bilden, zudem häufig saufen und Harn lassen und einen gesteigerten Appetit zeigen ,können an dem Metabolischen Syndrom erkrankt sein. Diese auch oft als "Wohlstandskrankheit" bezeichnete Veränderung, äußert sich im weiteren Verlauf durch eine Veränderung der Hufe wie ein Abflachen der Sohle, eine Verbreiterung der weißen Linie sowie Ringbildung, die zunächst eine schleichende Hufrehe ankündigen und sich später in wiederkehrenden Hufreheschüben manifestieren. Besteht nun der Verdacht, dass das Pferd an dieser Krankheit leidet, können verschiedene Tests Klarheit schaffen. Zum einen sollte durch eine Blutuntersuchung der Insulinund Glukosewert bestimmt werden. Pferde, welche am Metabolischen Syndrom leiden haben auch eine Prädisposition zur Insulinresistenz. Hierbei wird vom Körper vermehrt Insulin produziert, da die Stoffwechselvorgänge nicht mehr korrekt ablaufen. Eine Insulinbestimmung über das Blut verschafft hierzu Klarheit. Den Pferden ist meistens nur mit einer guten Diät und Bewegung geholfen. Auch sollte ein Glukosetoleranztest durchgeführt werden. Um auszuschließen, dass das Pferd am Equinen Cushing Syndrom leidet, ist zudem ein Cushingtest (Dexametasontest, ACTH) sinnvoll. Das Equine Cushing Syndrom entsteht durch ein Adenom an einem Vorlappen der Hirnanhangdrüse, der die Nebennierenrinde reguliert, in der das Cortisol produziert wird. Der Cortisolgehalt ist durch diesen Defekt insgesamt zu hoch und beeinflusst zahlreiche Stoffwechselfunktionen wie das Herz-Kreislaufsystem ,das Immunsystem, den Proteinstoffwechsel und den Blutzuckerspiegel. Cushingpferde haben oft (aber nicht immer!) ein dickes langes Winterfell, das auch lockig sein kann und auch im Sommer nicht vollständig ausfällt. Das Fell wirkt oft struppig und kann auch durch Parasiten befallen werden, was das räudeartige Erscheinungsbild verstärkt. Wunden heilen schlecht und es können wunde Stellen auf der Mundschleimhaut auftreten. Erkrankte Pferde zeigen häufig vermehrten Durst, magern trotz reichlichem Futterangebot ab und verlieren Muskeln vor allem im Rückenbereich. Trotzdem können sich Fettpolster am Mähnenkamm und am Bauch bilden. Diese massiven Stoffwechselentgleisungen führen zudem zu Futterverweigerungen oder schwerwiegenden Kreislaufproblemen, Durchfällen, Lethargie, vor allem abendliches Schwitzen ohne Grund und Kreuzverschlag ähnlichen Symptomen. Verschiedene Lahmheiten entstehen durch Hufabzesse, Huflederhautentzündungen, Sehnentzündungen, Osteoporose und letztendlich durch schwere Hufreheschübe. Das Equine Cushing Syndrom ist eine schwere und unheilbare Erkrankung, die jedoch durch die Gabe des Medikaments Pergolid, das langsam eingeschlichen werden sollte, die Symptome oft verschwinden lässt und dem Pferd ein beschwerdefreies Leben ermöglicht. Ohne Behandlung steht einem Cushingpferd ein qualvolles Siechtum bevor. Mitglieder des Forums www.hufrehe.org/info deren Pferde an Hufrehe, Borreliose, Equinen Cushing oder am Metabolischen Syndrom erkrankt sind, stehen jederzeit zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung und tragen weiterhin die neusten Forschungsergebnisse zusammen. So konnten z.B. Mitglieder beobachten, dass einige Patienten das Futter verweigern, wenn unmittelbar vor der Fütterung das Medikament verabreicht wurde. Daher empfehlen wir an dieser Stelle, dass die Medikamentengabe nicht unmittelbar vor der Fütterung erfolgen sollte. Viele weitere wichtige Tipps erhalten interessierte Pferdebesitzer auf unserer Seite. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das sich kostenlos registrieren lässt. Des weiteren gibt es ein großes Angebot an Serviceleistungen: So sind beispielsweise die Pferdebesitzer rund um die Uhr mit kompetenter Futterberatung durch www.bestes-futter.de versorgt. Ferner gibt es Informationen zu diversen biologischen Unterstützungsmöglichkeiten, deren Anwendung inkl. Bezugsquellen. Seit einiger Zeit ist sogar eine telefonische Hufrehe-Notfall- Hotline Tel.: 04365/97930 eingerichtet, um verzweifelten Pferde-Besitzern nach der niederschmetternden Diagnose Hufrehe die wichtigsten Fragen schnell und aus erfahrenem Munde beantworten zu können.  
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