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| Das Shire-Crossbred
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Textversion:
Ein Allrounder unter den Pferden Das Shire-Crossbred, auch "Hunter" genannt, erfreut sich in
Deutschland immer größerer Beliebtheit. In England werden diese
Shirekreuzungen schon seit Jahrzehnten gezüchtet und hauptsächlich
für die Jagd verwendet. Aus dieser Verwendung leitet
sich auch der schon häufiger bekannte Name "Hunter"
(= Jagdpferd) ab. Diese Pferde zeigen ihre Qualitäten schon in
frühen Jahren, wenn sie im Alter von vier Jahren schon kleine
Jagden mitlaufen, oftmals nur auf einfacher Trense gezäumt. Sie
begreifen schnell ihre Aufgabe, sind trittsicher, ausdauernd und
springfreudig.
Anpaarungen entstehen in aller
Regel zwischen Shire Horses und
Warmblütern, Arabischen Pferden,
Vollblütern der Rennbahnen
und ganz selten auch schon
mal mit englischen Ponyrassen.
Diese Pferde haben aber nicht
nur jagdliche Qualitäten, sondern
können auch ganz hervorragend
in der Freizeit eingesetzt
werden. Oftmals wählen große
und schwere Reiter vernünftigerweise
ein Pferd, das ebenfalls
großkalibrig ist. Und ganz häufig
ist dann ein Shire Horse das
Pferd der Wahl.
Allerdings gibt es unter diesen
Reitern selbstverständlich viele,
die gern sportlicher reiten möchten.
Ein Shire ist zwar durchaus
in der Lage ein flottes Tempo im
Gelände zu gehen, auch zu galoppieren,
aber lange Galoppaden
(z. B. am Strand oder auf langen
Heidewegen) sind nicht unbedingt
die Domäne dieser sanften
Riesen. So wünscht sich der
Reiter eventuell ein großes Pferd
mit mehr Ausdauer und Temperament.
Doch warum entscheidet man
sich für ein Shire-Crossbred?
Zunächst aus gesundheitlichen
Gründen. Jeder weiß, dass Mischlinge
gesünder, lernwilliger und
robuster sind. Das liegt vor allem
daran, dass es hier keine Inzucht,
Spezialzucht (größer, weiter,
höher usw.) oder Reinzucht gibt.
Man schleppt nicht die schlechten
Eigenschaften einer Rasse
mit, nur weil sie doch auch über
sehr viele gute Eigenschaften verfügt.
Es entsteht hier aus zwei
genetisch völlig verschiedenen
Pferderassen ein neues Geschöpf.
Dieses Pferd ist eine ganz exzellente
Mischung mit dem sanften
Charakter und der Nervenstärke
eines Shires und der Ausdauer
und Wendigkeit eines Vollblüters.
Mit ein wenig züchterischem Glück vererbt das Shire Horse
auch noch den üppigen Behang
und die begehrten Puschelfüße.
Die Shire-Crossbreds sind hervorragende
Partner, sowohl im
großen Sport, als auch im Freizeitbereich.
Momentan tummeln
sich einige Exemplare in England
in den hohen Klassen des "Showjumpings"
(Springen).
In England wird diese Kreuzung
meist mit einer Shirestute und
einem andersrassigen Hengst gezüchtet.
Es fehlte der Shirehengst
in der Künstlichen Besamung,
um z. B. eine Vollblutstute mit
einem Shire-Horse-Hengst zu bedecken.
Es gibt ein paar Shirehengste
in England, die sich im
Gefrierspermaeinsatz befinden. Diese Art der Besamung ist allerdings
sehr aufwändig und kostenintensiv.
Die Bedeckung einer
Warm- oder Vollblutstute mit
einem Shirehengst im Natursprung
ist für die Stute zu gefährlich.
Bei der Bedeckung kann
es zu schweren inneren Verletzungen
und durch das hohe Gewicht
des Shirehengstes zu bleibenden
Schäden im Rücken kommen.
In Deutschland stehen seit drei
Jahren zwei Shirehengste in der
Künstlichen Besamung mit
Frischspermaversand zur Verfügung.
Somit kann heute auf
ganz einfache Art und Weise zum
Beispiel eine Trakehnerstute von
einem Shirehengst gedeckt
werden.
Das Zuchtziel soll hier immer ein
rahmiges, gesundes und flottes
Freizeitpferd sein. In England ist
diese Zucht etwas völlig Normales.
Es gibt auf fast jeder Shire
Horse Show eigene Sportklassen
für die Pferde – z. B. die Klasse
"Hunter under Saddle".
Hier werden die Pferde von den
Reitern vorgeritten, anschließend
abgesattelt und vorgeführt und
dann von einem Fremdreiter
nachgeritten. Ein erstklassiges
Gebrauchspferd mit gutem Charakter
und starken Nerven ist
hier erwünscht.
Bei der Prüfung "Ridden Dressage
Test for Shire Crossbreed"
gingen in Peterborough 2005
dreizehn Pferde an den Start.
In Deutschland steckt die Zucht
dieser Pferde noch in den Kinderschuhen.
Eines der ersten vielversprechenden
Exemplare ist
der jetzt einjährige Aragon, dessen
Mutter eine Traberstute und
der Vater der Shirehengst
"Frettholt?s Joseph" ist.
Seine Ausstrahlung und Bewegung
lassen ein ganz wunderbares
Pferd erwarten. Aragon ist
ein kurzer und kompakter Typ
mit einer sehr schönen runden
und gut bemuskelten Hinterhand.
Edler als der Shire, aber
kräftiger und kompakter als der
Traber. Die anderen Fohlen sind
auf der Internetseite des Gestütes
zu bewundern.
Mittlerweile häufen sich die Anfragen
für Bedeckungen mit Shirehengsten
auf dem Gestüt im
Münsterland. So auch von Tinkerbesitzern,
die sich nicht von
ihrer wunderbaren Stute trennen
möchten, aber auf Grund der eigen
Körpergröße ein größeres
Reitpferd wünschen. Und mal
ehrlich, wer möchte nicht so ein
wunderbares, großes, buntes
"Drumhorse" besitzen wie "Galway
Warrior" (Shire x Tinker).
Fotos zu diesem Hengst kann
man sich unter
www.gypsyhorses.com anschauen.
Text und Fotos: Andrea Schneider
www.pferdefoto-schneider.de |
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