Weidesaison

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Pferdeweiden richtig düngen!
Spätestens am Ende des Winters ist es Zeit, die Pferdeweiden für die neue Saison auf vordermann zu bringen. Damit sich in den nächsten Wochen wieder eine dichte und strapazierfähige Grasnarbe bildet, müssen die Gräser und Kräuter mit ihren Wurzeln ausreichend Mineralstoffe aufnehmen können. Deshalb ist es ratsam, fehlende Nährstoffe durch eine Düngung auszugleichen, noch bevor das Wachstum der Pflanzen auf der Weide in Fahrt kommt. Nur ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis im Boden führt auch zu einem ausgewogenen Mineralstoffgehalt im Futter. Um festzustellen, welche Nährstoffe tatsächlich benötigt werden, sollten Pferdehalter etwa alle drei Jahre eine Bodenprobe ihrer Weiden auf den Gehalt an den Grundnährstoffen Phosphor, Kalium und Magnesium sowie auf den Kalkzgehalt (pH-Wert) untersuchen lassen. Nur so lassen sich Düngungsfehler und damit einhergehende unausgewogene Mineralstoffgehalte im Futter vermeiden. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich gerade auf Pferdeweiden die Nährstoffe oftmals in einem krassen Missverhältnis befinden: Während ein oder mehrere Nährstoffe im Übermaß vorhanden sind, gibt es gleichzeitig einen Mangel anderen Nährstoffen. Der unüberlegte Einsatz von Volldüngern (NPKDünger) kann dieses Ungleichgewicht noch weiter verstärken. Deshalb ist es unerlässlich, zumindest alle drei Jahre eine Bodenuntersuchung machen zu lassen. Die Kosten von ca. 15 Euro werden durch das Einsparen überflüssiger Düngergaben schnell wieder hereingeholt. Die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) in Münster bietet diesen Service für Pferdehalter jetzt bundesweit an. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter www.landwirtschaftskammer. com/lufa. Mit dem Ergebnis der Bodenuntersuchung erhält jeder Pferdehalter eine detaillierte Düngeempfehlung. Ist der Bedarf der Weide mit den oben genannten Grundnährstoffen abgedeckt, kommt dann noch die "Kür" der Weidedüngung, die Düngung mit Stickstoff. Von allen Elementen hat Stickstoff die unmittelbarste und deutlichste Düngewirkung. Man nennt den Stickstoff deshalb auch den "Motor des Pflanzenwachstums". Auf Pferdeweiden geht es allerdings nicht darum, möglichst schnell große Futtermengen zu erzeugen. Wichtiger ist es, eine dichte, strapazierfähige Grasnarbe aufzubauen und dem Steppentier Pferd gesundes, das heißt nicht zu fettes Gras anzubieten. Deshalb sollten auf Pferdeweiden am besten nur langsam und gleichmäßig wirkende Stickstoffdünger zum Einsatz kommen. Ein idealer Pferdeweidendünger ist deshalb der Kalkstickstoff. Seine gleichmäßige und lange anhaltende Wirkung fördert vor allem die wertvollen narbenbildenden Untergräser. Doch das ist noch nicht alles: In den ersten Tagen nach dem Ausstreuen reagiert der Kalkstickstoff an der Bodenoberfläche mit der Tauund Bodenfeuchte. Dabei entsteht vorübergehend ein Abbauprodukt, das sowohl die gerade keimenden Unkräuter als auch die Eier und Larven diverser Eingeweideparasiten dezimiert. Aus diesem Grund wirkt eine Kalkstickstoffdüngung im Frühjahr wie eine Reinigung der Weide. Sie verhindert, dass die vor dem Weideaustrieb entwurmten Pferde sich beim Grasen nicht gleich wieder massiv neu infizieren. Auf diese Weise unterstützt die Kalkstickstoffdüngung den Erfolg der medikamentösen Entwurmung. Bereits nach wenigen Tagen hat sich der Kalkstickstoff im Boden vollständig in langsam wirkenden Düngerstickstoff umgewandelt. Damit ist die bodenreinigende Phase abgeschlossen. Nun wirkt der Kalk gegen die Bodenversauerung und der Stickstoff wird nach und nach von den Wurzeln aufgenommen. Die Kombination aus verbesserter Weidehygiene, Unkrautunterdrückung und bedarfsgerechter Stickstoffwirkung unterscheidet Kalkstickstoff von allen anderen Düngern und macht ihn für Pferdeweiden besonders wertvoll. Autor: Dr. Hans-Jürgen Klasse, Degussa AG Trostberg  
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