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Textversion:
Die Geschichte der
Pony of the Americas Die Geschichte der Pony of the Americas, kurz POA genannt,
begann 1954 mit der Geburt von Black Hand. Les Boomhower, ein
Shetlandponyzüchter aus Iowa, kaufte eine Appaloosastute, die
von einem Shetlandponyhengst gedeckt war. Das kleine Hengstfohlen,
das aus dieser Anpaarung entstand, war weiß mit schwarzen
Punkten, verteilt von der Schulter über die Kruppe bis zur
Hinterhand. Am beeindruckendsten waren die Flecken an der Flanke
des Hengstfohlens, die deutlich eine schwarze Hand formten.
So kam der kleine Kerl zu seinem Namen. Kurz darauf gründete
Les Boomhower mit seinen Freunden den Pony of the Americas
Club, Black Hand wurde das POA#1. Die Richtlinien zur Registrierung
eines POA waren sehr streng, das
Pony musste ein Stockmass
zwischen 1,12 m und 1,32 m aufweisen,
der Kopf sollte klein und
wie bei einem Araber geformt
sein, aber der Körper sollte wie
bei einem Quarter bemuskelt
sein. Die Farbmuster des POA
sollten denen der Appaloosas
entsprechen und von 12 m aus
erkennbar sein. Das wichtigste
aber: Es musste sanft und leicht
zu trainieren sein, da es ja für Kinder und Jugendliche angedacht
war. Diese Standards gelten
auch heute noch, nur die Endgröße
hat man 1986 auf 1,42 m
angehoben.
In den ersten Jahren der Zucht
wurden amerikanische Shetlandponies,
Welshponies, aber
auch kleine, oft mexikanische Appaloosas
eingekreuzt. Später
wurde auch das Quarter Horse
zur POA-Zucht eingesetzt.
Paint Horses, Schecken und
Gangpferde sind zur Zucht nicht
zugelassen. Wer aber denkt, er
könne jetzt eine Appaloosastute
von einem Shetlandponyhengst
decken lassen und hätte dann ein
POA, der irrt sich.
Das POA, so wie wir es heute
kennen, ist durch jahrzehntelange
Zucht entstanden. Das
Hauptzuchtziel ist bei aller Farbzucht
ein ausgeglichenes Pony,
das sich durch seine Ruhe und
Nervenstärke besonders für Kinder
und Jugendliche eignet.
Der Pony of the Americas Club
Germany e.V. hat es sich zur Aufgabe
gemacht, diese besondere
Rasse in Deutschland bekannt zu
machen und zu fördern.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten,
die sich aus dem Zeitpunkt
des Imports und der
schlechten Wirtschaftlichen Lage
ergaben, haben wir mittlerweile
in Deutschland einige
Züchter, die mit echtem Idealismus
und Liebe zum POA ihre
Zucht betreiben. Wir helfen bei
der Beantragung der Papiere,
stellen Inspektoren, wenn die Papiere umgetragen werden müssen,
und halten engen Kontakt
zu unserem Mutterverband, dem
POAC Inc., dem wir seit dem Jahr
2000 offiziell als Foreign Affiliate
angehören. Zurzeit sind wir
der einzige anerkannte Verein in
ganz Europa.
Hans D. Dossenbach schreibt in
seinem Buch König Pferd (Bechtermünz,
Augsburg, 1999, S.34):
"Mit dem POA, dem Pony of the
Americas, haben die Americaner
ein Reittier für Kinder und Jugendliche,
um das wir sie nur beneiden
können, und zwar durchaus
nicht nur wegen der aparten
Farben.”
Die im Durchschnitt mit 1,30 m
hohen Ponies gelten als sehr willig
und anhänglich, anspruchslos,
hart und ausdauernd und
verfügen über weit ausgreifende,
fördernde Bewegungen in allen
Gangarten.
Von gefleckten spanischen Pferden
züchteten die Nez-Perches-
Indianer in Idaho systematisch
die Appaloosarasse, die heute
mit über 150.000 eingetragenen
Exemplaren ihre große Beliebtheit
beweist. Das Bestreben, ein
Kinderpony von gleicher Art zu
züchten, gelang den Amerikanern
vollkommen. Wir müssen
die Amerikaner nicht mehr um
ihre außergewöhnliche Rasse beneiden,
wir haben die Möglichkeit,
aus Kanada und den USA
zu importieren und haben mittlerweile
sehr gute Nachzucht hier
in Deutschland.
Das Pony of the Americas hat
ganz bestimmte äußere Merkmale.
Gewünscht werden Farbmuster
wie z. B. Leopard (Tigerschecke),
Blanket (Decke mit
Tupfen), Snowcape (Decke ohne
Tupfen), Snowflake (Schneeflocken),
Roan (Stichelhaare) Und
Marbleized (Marmoriert). Die
Hufe sollen gestreift sein und das
Maul und die Genitalien gefleckt.
Auffällig ist das Menschenauge
als ein weiteres Merkmal eines
POA.
Wenn ein Fohlen geboren ist, bekommt
es auf Antrag seine Tentative
Papers, das sind zeitlich
begrenzte Papiere. Erst in dem
Jahr, in dem das POA 6 Jahre alt
wird, bekommt es seine Permanent
Papers. Dieses Verfahren ist
üblich, da viele POAs in den ersten
5 – 6 Jahren ihre Farbe verändern
oder sogar vollkommen
wechseln.
Oft passiert es, dass einfarbig geborene
Fohlen in den ersten beiden
Jahren farbig werden. Für
einfarbige POAs und solche, die
ein Stockmaß über 142 cm haben,
gibt es gesonderte Papiere. Einfarbige
und zu große POAs sind
zur Zucht zugelassen, dürfen
aber an eingetragenen POAShows
nicht teilnehmen.
Das Pony of the Americas eignet
sich besonders für die Westerndisziplinen,
aber auch beim Distanzreiten
und klassischen Reiten
hat es sich in den USA bewährt. Da es in Deutschland zurzeit nur
wenige gerittene POAs gibt,
muss man schon großes Glück
haben, sie auf Turnieren oder
Wettkämpfen zu sehen. Aber
nicht nur in den Wettkampfdisziplinen
macht es Freude, mit einem
POA zu arbeiten.
Auch im therapeutischen Reiten
werden sie eingesetzt und natürlich
als unser Freizeitpartner. Ein
Pony, auf das man sich verlassen
kann. Sie vertrauen nicht nur
ihrem Kind ein Pony an, viel
wichtiger ist doch, dass sie einem
Pony ihr Kind anvertrauen!
Kinder und POAs entwickeln besondere
Verbindungen zueinander,
die den Jugendlichen später
eine fundierte Grundlage liefern,
wenn sie langsam erwachsen
werden. Sie lernen sowohl
von den sozialen Kontakten als
auch von der Verantwortung, die
sie als Besitzer und Reiter eines
POA haben. Aber auch als Erwachsene
können sie ihr Pony
noch weiter reiten oder sie geben
es an kleinere Geschwister
weiter. Gut gerittene POAs sind
sehr begehrt, aber im Moment
noch schwer zu bekommen. Auch leichte Erwachsene haben
ihre Freude beim Reiten dieser
gut bemuskelten, wendigen kleinen
Pferde. Sie werden sehen,
wenn sie es erst kennen gelernt
haben, möchten sie es nie wieder
hergeben. So haben wir es
schon oft erfahren, und auch
mancher Züchter trennt sich nur
schwer von seiner Nachzucht.
Leider bieten immer wieder unseriöse
Verkäufer bunte Ponies
als Pony of the Americas oder
Pony of America an. Sie hoffen,
so mit ihren bunten Ponies gute
Preise zu erzielen.
Die echten Pony of the Americas
haben Papiere des Pony of the
Americas Club, Inc. Indianapolis.
Falls ihnen ein buntes Pony angeboten
wird und sie unsicher
sind, ob es sich um ein echtes
POA handelt, beraten wir sie gerne
und helfen ihnen weiter.
POAC Germany e.V.
Tel: 07755 1744
Erfahrungsbericht:
Vor etwa 10 Jahren stand in
unserem Stall ein Pony –
Appaloosa-Mix, ca. 1,40 m groß,
die genaue Abstammung war
leider nicht bekannt. Damals
schon fiel mir Nemo besonders
auf. Sein unwiderstehlicher
Charakter, seine weichen
Bewegungen und seine praktische
Größe machten ihn zu einem
echten Spaßpferdchen.
2004 erschien ein Rassebericht
über die echten Pony of the Americas
und ich verliebte mich neu
in diese außergewöhnlichen kleinen
Pferde.
Ich ging auf Suche nach Informationen
und Verkaufspferden
und erstand stolz unser erstes
POA, eine 1 1/2 Jahre alte Stute
aus der Schweiz. Mit JR Ima
Dazzy sprang der POA-Virus nun auch auf den Rest der Familie
über.
Im Frühjahr 2005 konnten wir
zwei tragende Zuchtstuten aus
den Spitzenvererbern Santee Admiral
und His Fancy Carabine
erwerben.Ein bewährter Zuchthengst,
Santee Rustler Bill, kam
kurze Zeit später noch hinzu.
Die POAs begeistern uns jeden
Tag aufs Neue. Die Zuchtstuten
werden problemlos geritten, die
Fohlen erfreuen uns mit ihrem
neugierigen Wesen. Wir bilden
unsere POAs nach den Grundsätzen
des Natural Horsemanship
aus.
Es ist ein Genuss, mit diesen Pferdchen
zu arbeiten. Sie sind schlau
und lernen sehr schnell. Mit
Spannung erwarten wir unsere
diesjährigen Fohlen, da durch die
Vielfalt der Farbgebung kein
Pony dem anderen gleicht.
Sabine Wendland,
Siegfried Siedow,
Bienwald-Ranch,
Tel: 07277 919141
Erfahrungsbericht:
Normalerweise halte ich meine
Pferde am Haus, aber um sie weiter
auszubilden bzw. anzureiten,
brachte ich meine Araberstute
Dunjazade und meinen POAWallach
FOR Samuel zu einem
nahe gelegenen Reiterhof mit
Halle. Schon bei der Ankunft
kamen die ersten Fragen. Was ist
das den für eine Rasse? Der ist
aber knuffig! Die Beiden gewöhnten
sich schnell an den neuen
Ort und Sam genoss die vielen
Streicheleinheiten, die ihm
zuteil wurden. Der beißt ja gar
nicht, kam dann des Öfteren als
Kommentar.
Nein, das tut er nicht und auch
sonst benimmt er sich für sein
Alter sehr diszipliniert. Er lernt
schnell; natürlich probiert er auch
mal kurz den Aufstand, aber das
ist für einen dreijährigen Halbstarken
ganz normal. Aber er
meint es nicht so furchtbar ernst
mit dem Ausprobieren. Nach
dem zweiten Mal aufsitzen lässt
er sich problemlos anhalten und
auch schon einen Schritt rückwärts
richten. Aber das Schönste
ist: wenn ich mit dem Arbeitshalfter
und Strick zur Koppel
komme, galloppiert er auf
mich zu; er weiß genau, jetzt wird
gearbeitet und er tut es gerne.
Seine Bewegungen sind weich
und harmonisch, und auch seine
Größe von 1,35 m ist für mich als
kleine, zarte Frau sehr angenehm.
Ich freue mich sehr auf die
weitere Arbeit mit meinem POA.
Heike Gähwiler,
1. Vorsitzende POACG e.V.
www.poac-germany.de |
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