Ponyland

Pferde-Anzeiger > Magazin > 4/2006
DeineTierwelt | Pferde
Deutschlands größte Tier-Community
Ponyland  
Vollständigen Artikel mit Bildern als PDF herunterladen:
Ponyland
Textversion:

Die Geschichte der Pony of the Americas
Die Geschichte der Pony of the Americas, kurz POA genannt, begann 1954 mit der Geburt von Black Hand. Les Boomhower, ein Shetlandponyzüchter aus Iowa, kaufte eine Appaloosastute, die von einem Shetlandponyhengst gedeckt war. Das kleine Hengstfohlen, das aus dieser Anpaarung entstand, war weiß mit schwarzen Punkten, verteilt von der Schulter über die Kruppe bis zur Hinterhand. Am beeindruckendsten waren die Flecken an der Flanke des Hengstfohlens, die deutlich eine schwarze Hand formten. So kam der kleine Kerl zu seinem Namen. Kurz darauf gründete Les Boomhower mit seinen Freunden den Pony of the Americas Club, Black Hand wurde das POA#1. Die Richtlinien zur Registrierung eines POA waren sehr streng, das Pony musste ein Stockmass zwischen 1,12 m und 1,32 m aufweisen, der Kopf sollte klein und wie bei einem Araber geformt sein, aber der Körper sollte wie bei einem Quarter bemuskelt sein. Die Farbmuster des POA sollten denen der Appaloosas entsprechen und von 12 m aus erkennbar sein. Das wichtigste aber: Es musste sanft und leicht zu trainieren sein, da es ja für Kinder und Jugendliche angedacht war. Diese Standards gelten auch heute noch, nur die Endgröße hat man 1986 auf 1,42 m angehoben. In den ersten Jahren der Zucht wurden amerikanische Shetlandponies, Welshponies, aber auch kleine, oft mexikanische Appaloosas eingekreuzt. Später wurde auch das Quarter Horse zur POA-Zucht eingesetzt. Paint Horses, Schecken und Gangpferde sind zur Zucht nicht zugelassen. Wer aber denkt, er könne jetzt eine Appaloosastute von einem Shetlandponyhengst decken lassen und hätte dann ein POA, der irrt sich. Das POA, so wie wir es heute kennen, ist durch jahrzehntelange Zucht entstanden. Das Hauptzuchtziel ist bei aller Farbzucht ein ausgeglichenes Pony, das sich durch seine Ruhe und Nervenstärke besonders für Kinder und Jugendliche eignet. Der Pony of the Americas Club Germany e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese besondere Rasse in Deutschland bekannt zu machen und zu fördern. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die sich aus dem Zeitpunkt des Imports und der schlechten Wirtschaftlichen Lage ergaben, haben wir mittlerweile in Deutschland einige Züchter, die mit echtem Idealismus und Liebe zum POA ihre Zucht betreiben. Wir helfen bei der Beantragung der Papiere, stellen Inspektoren, wenn die Papiere umgetragen werden müssen, und halten engen Kontakt zu unserem Mutterverband, dem POAC Inc., dem wir seit dem Jahr 2000 offiziell als Foreign Affiliate angehören. Zurzeit sind wir der einzige anerkannte Verein in ganz Europa. Hans D. Dossenbach schreibt in seinem Buch König Pferd (Bechtermünz, Augsburg, 1999, S.34): "Mit dem POA, dem Pony of the Americas, haben die Americaner ein Reittier für Kinder und Jugendliche, um das wir sie nur beneiden können, und zwar durchaus nicht nur wegen der aparten Farben.” Die im Durchschnitt mit 1,30 m hohen Ponies gelten als sehr willig und anhänglich, anspruchslos, hart und ausdauernd und verfügen über weit ausgreifende, fördernde Bewegungen in allen Gangarten. Von gefleckten spanischen Pferden züchteten die Nez-Perches- Indianer in Idaho systematisch die Appaloosarasse, die heute mit über 150.000 eingetragenen Exemplaren ihre große Beliebtheit beweist. Das Bestreben, ein Kinderpony von gleicher Art zu züchten, gelang den Amerikanern vollkommen. Wir müssen die Amerikaner nicht mehr um ihre außergewöhnliche Rasse beneiden, wir haben die Möglichkeit, aus Kanada und den USA zu importieren und haben mittlerweile sehr gute Nachzucht hier in Deutschland. Das Pony of the Americas hat ganz bestimmte äußere Merkmale. Gewünscht werden Farbmuster wie z. B. Leopard (Tigerschecke), Blanket (Decke mit Tupfen), Snowcape (Decke ohne Tupfen), Snowflake (Schneeflocken), Roan (Stichelhaare) Und Marbleized (Marmoriert). Die Hufe sollen gestreift sein und das Maul und die Genitalien gefleckt. Auffällig ist das Menschenauge als ein weiteres Merkmal eines POA. Wenn ein Fohlen geboren ist, bekommt es auf Antrag seine Tentative Papers, das sind zeitlich begrenzte Papiere. Erst in dem Jahr, in dem das POA 6 Jahre alt wird, bekommt es seine Permanent Papers. Dieses Verfahren ist üblich, da viele POAs in den ersten 5 – 6 Jahren ihre Farbe verändern oder sogar vollkommen wechseln. Oft passiert es, dass einfarbig geborene Fohlen in den ersten beiden Jahren farbig werden. Für einfarbige POAs und solche, die ein Stockmaß über 142 cm haben, gibt es gesonderte Papiere. Einfarbige und zu große POAs sind zur Zucht zugelassen, dürfen aber an eingetragenen POAShows nicht teilnehmen. Das Pony of the Americas eignet sich besonders für die Westerndisziplinen, aber auch beim Distanzreiten und klassischen Reiten hat es sich in den USA bewährt. Da es in Deutschland zurzeit nur wenige gerittene POAs gibt, muss man schon großes Glück haben, sie auf Turnieren oder Wettkämpfen zu sehen. Aber nicht nur in den Wettkampfdisziplinen macht es Freude, mit einem POA zu arbeiten. Auch im therapeutischen Reiten werden sie eingesetzt und natürlich als unser Freizeitpartner. Ein Pony, auf das man sich verlassen kann. Sie vertrauen nicht nur ihrem Kind ein Pony an, viel wichtiger ist doch, dass sie einem Pony ihr Kind anvertrauen! Kinder und POAs entwickeln besondere Verbindungen zueinander, die den Jugendlichen später eine fundierte Grundlage liefern, wenn sie langsam erwachsen werden. Sie lernen sowohl von den sozialen Kontakten als auch von der Verantwortung, die sie als Besitzer und Reiter eines POA haben. Aber auch als Erwachsene können sie ihr Pony noch weiter reiten oder sie geben es an kleinere Geschwister weiter. Gut gerittene POAs sind sehr begehrt, aber im Moment noch schwer zu bekommen. Auch leichte Erwachsene haben ihre Freude beim Reiten dieser gut bemuskelten, wendigen kleinen Pferde. Sie werden sehen, wenn sie es erst kennen gelernt haben, möchten sie es nie wieder hergeben. So haben wir es schon oft erfahren, und auch mancher Züchter trennt sich nur schwer von seiner Nachzucht. Leider bieten immer wieder unseriöse Verkäufer bunte Ponies als Pony of the Americas oder Pony of America an. Sie hoffen, so mit ihren bunten Ponies gute Preise zu erzielen. Die echten Pony of the Americas haben Papiere des Pony of the Americas Club, Inc. Indianapolis. Falls ihnen ein buntes Pony angeboten wird und sie unsicher sind, ob es sich um ein echtes POA handelt, beraten wir sie gerne und helfen ihnen weiter. POAC Germany e.V. Tel: 07755 1744 Erfahrungsbericht: Vor etwa 10 Jahren stand in unserem Stall ein Pony – Appaloosa-Mix, ca. 1,40 m groß, die genaue Abstammung war leider nicht bekannt. Damals schon fiel mir Nemo besonders auf. Sein unwiderstehlicher Charakter, seine weichen Bewegungen und seine praktische Größe machten ihn zu einem echten Spaßpferdchen. 2004 erschien ein Rassebericht über die echten Pony of the Americas und ich verliebte mich neu in diese außergewöhnlichen kleinen Pferde. Ich ging auf Suche nach Informationen und Verkaufspferden und erstand stolz unser erstes POA, eine 1 1/2 Jahre alte Stute aus der Schweiz. Mit JR Ima Dazzy sprang der POA-Virus nun auch auf den Rest der Familie über. Im Frühjahr 2005 konnten wir zwei tragende Zuchtstuten aus den Spitzenvererbern Santee Admiral und His Fancy Carabine erwerben.Ein bewährter Zuchthengst, Santee Rustler Bill, kam kurze Zeit später noch hinzu. Die POAs begeistern uns jeden Tag aufs Neue. Die Zuchtstuten werden problemlos geritten, die Fohlen erfreuen uns mit ihrem neugierigen Wesen. Wir bilden unsere POAs nach den Grundsätzen des Natural Horsemanship aus. Es ist ein Genuss, mit diesen Pferdchen zu arbeiten. Sie sind schlau und lernen sehr schnell. Mit Spannung erwarten wir unsere diesjährigen Fohlen, da durch die Vielfalt der Farbgebung kein Pony dem anderen gleicht. Sabine Wendland, Siegfried Siedow, Bienwald-Ranch, Tel: 07277 919141 Erfahrungsbericht: Normalerweise halte ich meine Pferde am Haus, aber um sie weiter auszubilden bzw. anzureiten, brachte ich meine Araberstute Dunjazade und meinen POAWallach FOR Samuel zu einem nahe gelegenen Reiterhof mit Halle. Schon bei der Ankunft kamen die ersten Fragen. Was ist das den für eine Rasse? Der ist aber knuffig! Die Beiden gewöhnten sich schnell an den neuen Ort und Sam genoss die vielen Streicheleinheiten, die ihm zuteil wurden. Der beißt ja gar nicht, kam dann des Öfteren als Kommentar. Nein, das tut er nicht und auch sonst benimmt er sich für sein Alter sehr diszipliniert. Er lernt schnell; natürlich probiert er auch mal kurz den Aufstand, aber das ist für einen dreijährigen Halbstarken ganz normal. Aber er meint es nicht so furchtbar ernst mit dem Ausprobieren. Nach dem zweiten Mal aufsitzen lässt er sich problemlos anhalten und auch schon einen Schritt rückwärts richten. Aber das Schönste ist: wenn ich mit dem Arbeitshalfter und Strick zur Koppel komme, galloppiert er auf mich zu; er weiß genau, jetzt wird gearbeitet und er tut es gerne. Seine Bewegungen sind weich und harmonisch, und auch seine Größe von 1,35 m ist für mich als kleine, zarte Frau sehr angenehm. Ich freue mich sehr auf die weitere Arbeit mit meinem POA. Heike Gähwiler, 1. Vorsitzende POACG e.V. www.poac-germany.de  
Nächste Artikel dieser Ausgabe:
Ponyland, Ponyland, Ponyland, Reitsportanlagen, Spiel & Spaß, Spiel & Spaß
zurück
Memopad ansehen
Pferde-Anzeiger
Home
Anzeigen aufgeben
Anzeigen lesen
Magazin
7/2008
6/2008
5/2008
4/2008
3/2008
2/2008
1/2008
12/2007
11/2007
10/2007
9/2007
8/2007
7/2007
6/2007
5/2007
4/2007
3/2007
2/2007
1/2007
12/2006
11/2006
10/2006
9/2006
8/2006
7/2006
6/2006
5/2006
4/2006
3/2006
2/2006
1/2006
12/2005
11/2005
10/2005
9/2005
8/2005
7/2005
6/2005
5/2005
4/2005
3/2005
12/2004
11/2004
10/2004
8/2004
7/2004
5/2004
3/2004
2/2004
1/2004
Impressum
dhd24 Foren
Hundeforum
Katzenforum
Pferdeforum
Haustierforum
dhd24 Hilfeforum
you were served by blade121k.front.dhd.de | © Pferde Anzeiger: Ponyland & mehr