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Erste Hilfe beim Pferd Die häufigsten Erkrankungen, ihre Symptome und was man tun kann, bis der Tierarzt kommt!
Kolik (Sammelbegriff für Magen- und Darmerkrankung des Pferdes): Die Symptome sind Unruhe, Scharren mit den Vorderbeinen, Schweifschlagen, Wälzen, umschauen zum Bauch und Treten mit den Hinterhufen gegen den Bauch. Das Pferd frisst nicht mehr, außerdem bekommt es Schweißausbrüche, einen schnellen Atem und einen hohen Puls (60 – 100 Schläge). Maßnahmen:Der Tierarzt ist sofort zu verständigen, bei geringeren Kolikanzeichen und einem Puls von unter 60 Schlägen das Pferd führen. Puls und Atmung kontrollieren, bei kalter Witterung das Pferd eindecken. Schlundverstopfung (Verstopfung der Speiseröhre durch Futtermittel): Symptome: Speichel und Futterteile quellen aus Maul und Nüstern heraus, das Pferd würgt und hustet bei gestrecktem Hals. Maßnahmen: Der Tierarzt ist sofort zu verständigen, der ein krampflösendes Mittel spritzt und die Verstopfung mit Hilfe einer Nasenschlundsonde beseitigt. Einschuss (Phlegmone): Die Symptome sind starke Anschwellungen an den Hintergliedmaßen, nach manchmal nur ganz kleinen Verletzungen, sowie eine dort auftretende Wärme und Lahmheit. Maßnahmen:Der Tierarzt ist sofort zu verständigen. Bis dieser eintrifft, sollte man das Bein kühlen und als vorbeugende Maßnahme genau auf kleine Wunden achten und sie immer desinfizieren. Gegebenenfalls kann man die Wunden durch einen Verband abdecken. Wichtig ist es, auf regelmäßige Tetanusimpfungen zu achten. Kreuzverschlag (Plötzlich eintretender Muskelschmerz im Bereich des Rückens und der Kruppe): Die Symptome sind ein unsicherer und steifer Gang, eine verhärtete Muskulatur im Kruppen und Lendenbereich. Muskelzittern, starkes Schwitzen sowie ein erhöhter Puls und eine auffällig schnelle Atmung. Es kann zu dunkelbrauner Verfärbung des Harns kommen. Eine häufige Ursache ist eine zu hohe Leistungsanforderung nach Ruhetagen. Maßnahmen:Der Tierarzt ist sofort zu verständigen, das Pferd darf nicht mehr bewegt werden und muss warm eingedeckt werden. Es besteht die Gefahr des Festliegens. Wenn das Pferd nicht mehr aufstehen will, gibt es nur geringe Heilungschancen. Influenza (Husten): Die Symptome sind Temperaturanstieg, ein klarer Nasenausfluss und Husten. Die Lymphknoten können geschwollen sein. Im Fall einer Influenza besteht Ansteckungsgefahr. Wer diese Symptome nicht ernst nimmt, hat schnell ein chronisch krankes Pferd. Der Husten wird, wenn man ihn nicht sofort intensiv behandelt, zur Dämpfigkeit. Maßnahmen:Der Tierarzt ist zu verständigen, Schonung des Pferdes, das Pferd darf bewegt werden, aber es sollte nicht schwitzen. Die wichtigste Maßnahme ist eine vorbeugende Schutzimpfung. Die Normalwerte von Puls, Atmung und Temperatur: Puls: Der Puls eines gesunden Pferdes beträgt in der Ruhe zwischen 28 und 40 Schläge pro Minute, beim Fohlen 60 bis 80 Schläge. Die höheren unmittelbar nach der Arbeit müssen bei einem durchtrainiertem Pferd nach zirka 15 Minuten wieder auf normal gesunken sein. Den Puls fühlt man mit den Spitzen von Zeigefinger und Mittelfinger mit etwas Druck an der Unterseite des Unterkiefers (siehe Foto). Atmung: In der Ruhe sind beim Pferd 8 bis 16 Atemzüge pro Minute zu beobachten. Je nach Belastung kann der Wert auf 50 bis 100 Atemzüge pro Minute ansteigen, welche bei einem gut trainierten Pferd aber nach der Arbeit rasch wieder absinken sollten. Die Atemzüge sind zählbar an der Flankenbewegung oder Nüsternbewegung. Temperatur: Die Normaltemperatur beim Pferd beträgt 37,5 bis 38 Grad Celsius, beim Fohlen auch bis 38,5 Grad Celsius. Gemessen wird die Temperatur mit einem Fieberthermometer im Darm. Aus Sicherheitsgründen sollte man sich seitlich neben das Pferd stellen und an das Thermometer noch ein Band binden damit es bei einem unruhigen Pferd nicht im Darm verschwindet. Wenn man das Thermometer noch mit etwas Fettsalbe einschmiert, ist das Einführen leichter. Cornelia Bergmann  
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