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Reiten kann man tatsächlich lernen
Es gibt gute Gründe dafür, das irdische Paradies für Pferdefreunde in Deutschland zu suchen. Die Reiternation schlechthin kann mit einer Menge Superlative punkten, nicht nur mit einer jahrhundertelangen Tradition in der Zucht und Ausbildung von Pferden. Deutschland hat weltweit die meisten sportlichen Erfolge bei internationalen Championaten und Olympischen Spielen aufzuweisen. Die deutsche Pferdezucht stellt die Weltspitze der vierbeinigen Sportler in den klassischen Disziplinen Dressur und Springen. Das hierzulande überlieferte Know-how in Sachen Pferdeausbildung wird weltweit anerkannt und kopiert. Auf die deutsche Reittradition berufen sich erfolgreiche Sportreiter aller Disziplinen, auch aus Übersee und sogar im noch vergleichsweise jungen Western-Reitsport. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es ein so umfangreiches Angebot an sportlichen Wettbewerben im Freizeit-, Breiten- und Leistungssport und so viele ausgebildete Turnierfachleute (Richter, Parcoursbauer) wie in Deutschland. Und wer reiten lernen will, findet ein flächendeckendes Angebot an Vereinen und Betrieben, die Ausbildung im Reitsport anbieten. Vielfältiges Pferdeland Nur hierzulande gibt es anerkannte Lehrberufe rund um das Pferd (Berufsbezeichnung Pferdewirt oder Pferdewirtschaftsmeister mit unterschiedlichen Schwerpunkten). Um die große Nachfrage nach Ausbildung im Pferdesport zu decken, wurde zusätzlich zum System der hauptberuflichen Pferdefachleute ein System qualifizierter Amateurausbilder (analog zu den Trainerqualifikationen C, B, A im Deutschen Sportbund) geschaffen. Aber trotz der unangefochtenen führenden Stellung der überlieferten klassischen Reitlehre finden sich nirgendwo sonst auf der Welt auf dichtestem Raum so viele unterschiedliche Institutionen, Reitweisen und Pferderassen; so viele selbst ernannte Reitlehrer und Gurus; so viele Kurse, Seminare, Lehrmeinungen zum Thema "Pferd und Reiten”. Nirgendwo gibt es so viele Bücher, Zeitschriften, Ratgeber zum Thema Reitsport mit seinen unterschiedlichsten Facetten. Einsteiger sehen sich eher mit einem Überangebot als mit einem Mangel an Informationsmöglichkeiten konfrontiert. Mehr Fragen als Antworten Ganz wie in der Realität bildet sich im Internet die Vielfalt, aber auch Widersprüchlichkeit der Reitsportszene ab. Beim Surfen durch einschlägige Diskussionsforen sticht eine Gemeinsamkeit ins Auge: Die Probleme sind in der Überzahl – statistisch gesehen jedenfalls. Im Schutz der Anonymität schütten hier Pferdeleute ihr Herz offener aus als je im heimatlichen Stall. Fragen und Sorgen rund um das Thema Pferd finden in der Regel mehr Interessenten als zum Beispiel die sonst in diesem Medium so beliebten Kontaktgesuche. Einer Fülle von Informationsmöglichkeiten stehen wahre Leidensgeschichten gegenüber: Probleme mit dem unberechenbaren und sturen Verhalten von Pferden, Probleme mit dem fehlenden Gehorsam der Pferde beim Reiten, Berichte von Angst, Unfällen, scheinbar unlösbaren Konflikten und scheinbar unüberwindliche Hindernissen für das eigene Reitenlernen. Es scheint, als würde die Beschäftigung mit dem Pferd in der Regel mehr offene Fragen als befriedigende Antworten provozieren. Mangelware Fortschritt? Wer sich eine x-beliebige Anfänger- Reitstunde in einem so genannten Schulbetrieb (also auf zur Verfügung gestellten Pferden) anschaut, dem können auch als Reitsport-Laien ernste Zweifel daran kommen, ob sich das Reiten für einen durchschnittlichen Reitschüler denn überhaupt erlernen lässt. Noch desillusionierender wird dieser Eindruck in so mancher Stunde mit angeblich fortgeschrittenen erwachsenen Reitern. Selbst jahrelange Reiterfahrung oder die Anschaffung eines eigenen Pferdes können anscheinend vor gravierenden Mängeln in der Übereinstimmung mit dem Pferd nicht generell schützen. Noch schlimmer, wenn man selbst einer der Betroffenen ist – seit vielen Jahren erfolglos auf der Suche nach dem versprochenen Paradies auf dem Pferderücken. Am mangelnden Engagement und finanziellen Einsatz liegt der Lern-Misserfolg in der Regel nicht. Die rund 1,6 Millionen Reiter hierzulande lassen sich dabei ihren Sport was kosten: Jeweils vier der insgesamt rund eine Million Pferde und Ponys sichern gar einen Arbeitsplatz. Ein Buch mit sieben Siegeln? Einerseits wird gerade im Reitsport der Slogan vom Lifetime- Sport groß geschrieben – andererseits bleiben viele Reiter ihr Reiterleben lang mit scheinbar unüberwindlichen Basisproblemen beschäftigt. Einerseits ist lebenslanges Ausüben einer Sportart überhaupt nur möglich, wenn die körperlichen Anforderungen an Gelenkbeweglichkeit, Muskelkraft und Ausdauer nicht im extremen Bereich liegen – andererseits scheint es für das Reitenlernen doch viele Hindernisse zu geben. Man muss kein überaus bewegliches Kind, kein auffallend sportlicher Jugendlicher sein, um reiten zu lernen oder auch gut reiten zu können. Aber wer im Erwachsenenalter einsteigt, hat dennoch mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wer als Kind reiten lernt, hat die größten Chancen für eine beneidenswerte Selbstverständlichkeit auf dem Pferderücken. Talent zum Reiten – was ist das? Welche geheimnisvollen Fertigkeiten überhaupt den Ausschlag geben für reiterliches Talent, darüber streiten sich die Fachleute ohne Aussicht auf Einigkeit. Die klassischen Reitsportdisziplinen gehören nämlich zu den wenigen Sportarten, in denen Männer und Frauen mit gleichen Chancen gegeneinander antreten können. In Dressur, Springen und Vielseitigkeit hat es jeweils mal männliche, mal weibliche Weltmeister gegeben. Zwar dominieren seit einiger Zeit in der Dressur die Damen und im Springsport die Herren, aber es gibt immer wieder überzeugende Gegenbeispiele von Vertretern des anderen Geschlechtes. In vielen anderen Sportarten sind die körperlichen Voraussetzungen für Spitzenleistungen klar abgesteckt. Kein Sprinter mit kurzen Beinen hat Siegeschancen, kein Basketballer darf klein sein; dafür werden Damen mit dem Gardemaß von 1,80 Metern vielleicht im Hochsprung, bestimmt aber nicht beim Turnen außergewöhnliche Erfolge sammeln können. Anders als in vielen anderen Sportarten existieren offenbar keine eng gesteckten körperlichen Grenzen als Voraussetzungen für reiterliches Talent: Auf den vorderen Plätzen im Spitzensport tummeln sich Reiter beiderlei Geschlechts mit den unterschiedlichsten Größen, Figuren und Proportionen. Viel mehr als in anderen Sportarten scheinen innere Eigenschaften für den Erfolg im Sattel den Ausschlag zu geben. Trainingsfleiß und mentale Stärke können über körperliche Schwächen in erstaunlichem Maß hinweghelfen. Und mit langjähriger Erfahrung lässt sich das unvermeidliche Nachlassen der körperlichen Fähigkeiten erstaunlich gut kompensieren – Spitzensportler jenseits der 40-Jahre-Grenze sind beim Reiten keine Seltenheit. Kein Spitzensport ohne Trainingsfleiß Dennoch scheint das Reiten so kompliziert zu erlernen zu sein, dass viele Reitschüler trotz großen Engagements nicht über holprige Anfangsgründe hinauskommen. Mit solchen Selbst- Erfahrungen im Hintergrund lassen sich die Darbietungen im Spitzensport – gleich welcher Disziplin – nur mit großen, verwunderten Augen betrachten. Es scheint für viele Reiter trotz – oder gerade wegen? – der eigenen Erfahrungen ein unbegreifliches Rätsel zu bleiben, wie die scheinbar mühelose Übereinstimmung mit dem Pferd auch in höchst anspruchsvollen Bewegungsabläufen zustande kommen kann. Allerdings vergessen Hobbyreiter manchmal gern, dass sich Spitzenreiter wie alle Spitzensportler von jungen Jahren an viele Stunden am Tag mit ihrem Sport beschäftigen. Perfektion hat in allen anspruchsvollen sportlichen Disziplinen einen hohen Preis. Hier Turnierreiter, da Freizeitreiter Da kann es nicht verwundern, dass die Reitsportszene in zwei große Lager zerfällt: die so genannten Turnierreiter und die Freizeitreiter. Wie alle schematischen Klassifizierungen ist diese Zuordnung künstlich und geht am Kern der Problematik vorbei. Denn die erdrückende Überzahl aller Reitsportler reiten mehr oder weniger intensiv in ihrer Freizeit – nur mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Turniere sind ein Angebot zur Überprüfung der eigenen Leistung, denn die Anforderungen im Turniersport sind an der klassischen Reitlehre ausgerichtet. In den sportlichen Wettbewerben in der Einstiegsklasse wird bei der Beurteilung durch die Richter immer ein besonderer Schwerpunkt auf Sitz und Einwirkung des Reiters gelegt. Ein gutes Pferd allein ist daher noch kein Garant für den erfolgreichen Einstieg in eine Turnierkarriere – man muss auch selbst genügend "Sportler” sein. Im Leistungssport dagegen wird das Können des Reiters hauptsächlich an der Leistung des Pferdes gemessen – allerdings auf einem Niveau, das ohne solide reiterliche Kenntnisse gar nicht erst zu erreichen ist. Dennoch kann eine einseitige Ausrichtung auf den Turniersport den Blick dafür trüben, dass gutes Reiten auch in den Anfangsgründen und auch auf Pferden möglich ist, die nicht im Leistungssport mithalten können. Entscheidend ist es, für das eigene Reiten die passenden Ziele zu finden. Die attraktiven Alternativen Die Anforderungen im Turniersport - mit Ausnahme von spielerisch geprägten Wettbewerben, die zunehmend an Beliebtheit gewinnen - setzen da ein, wo viele Reiter gar nicht erst hinkommen. Die in den Leistungsabzeichen – selbst auf unterstem Level – definierten Anforderungen sind vom reiterlichen Alltag vieler begeisterter Reiter und Pferdebesitzer so weit entfernt, dass die Suche nach alternativen Lehren – vor allem mit schnell erreichbaren konkreten Zielen – nahe liegt. Die Bedarfslücke wird gefüllt von alternativen Reitweisen, Liebhabern exotischer Pferderassen und Gurus mit erfolgreichem Marketing. In unserer Zeit ist die Begegnung mit Pferden nicht mehr selbstverständlich. Zeit und Gelegenheit, mit unseren größten Haustieren in Ruhe vertraut zu werden, sind rar. Ein großer Teil der Probleme mit Pferden spiegelt mangelnde Erfahrung und Unkenntnis der Besitzer und/oder Reiter wieder. Sie machen die gelegentlich frustrierende Erfahrung, dass Pferdeliebe allein nicht genügt, um Pferde zu angenehmen Partnern zu erziehen. Aber diese Liebe zum Pferd öffnet auch dem Missbrauch Tür und Tor. Für die von der wachsenden Zahl von Gurus in der Reitsportszene angepriesenen Patentlösungen kann man viel Geld loswerden – mit zweifelhaftem Erfolg. Denn nur auf der Basis solider eigener Erfahrungen lassen sich solche Anregungen auf ihre Tauglichkeit im Einzelfall hin abklopfen und auf die Dauer erfolgreich umsetzen. was, bitteschön, ist das? Die klassische Reitlehre ist eine Art Ursprache der Verständigung zwischen Reiter und Pferd. Sie beruht nicht auf Tipps und Tricks, nicht auf angelernten Kunststückchen, sondern auf einer besonders guten Kenntnis des physischen und psychischen Zusammenspiels zwischen Pferd und Reiter. Die Grundlagen dieses Systems sind artspezifisches Pferdeverhalten, Anatomie und Bewegungsmöglichkeiten von Mensch und Pferd, Gleichgewicht, rhythmische Strukturen, Bewegungsdynamik und Reflexe. Es ist schließlich die Summe all dessen, was Pferdeleute jahrhundertelang überliefert, erfahren, ausprobiert, erarbeitet und weitergegeben haben – von den alten Griechen bis zum heutigen Reglement der Olympiade. Die klassische Reitlehre hat als höchstes Ziel ein perfekt "gymnastiziertes” Pferd, dessen Muskulatur so ausgebildet ist, dass es nicht nur seinen Reiter mühelos tragen, sondern auch seinen individuellen Bewegungsspielraum voll ausschöpfen kann. Die Übungen – in der Fachsprache Lektionen – der klassischen Reitlehre sind keine Kunststückchen, sondern sie knüpfen an das natürliche Bewegungsverhalten der Pferde an. Viele Lektionen aus dem hohen Dressursport sind aus dem Imponierverhalten der Pferde gewonnen. So ist die Behauptung nicht übertrieben, dass Pferde im Verlauf einer guten klassischen Ausbildung immer schöner und selbstbewusster werden. Basis für viele Arten der Reiterei Gleichzeitig ist die klassische Reitlehre eine gute Grundlage für eine völlig alltagstaugliche Reiterei: Sie hat als Ziel ein Pferd, das in jeder denkbaren Situation von einem Reiter mit leichten Hilfen kontrolliert werden kann. Daher ist die dressurmäßige Arbeit zwar das zentrale Kernstück der klassischen Ausbildung, aber nicht die einzige Arbeitsweise. Ebenso unverzichtbar ist die Arbeit im Gelände, im natürlichen Bewegungsumfeld eines Pferdes. Ergänzt werden diese beiden Trainingsaspekte durch die Arbeit an Hindernissen. Letztere müssen nicht unbedingt aus bunten Stangen gebaut sein – aber Stangen sind hilfreiche Instrumente, um Pferde Schritt für Schritt zu lehren, weiterzugehen, wenn ihr Instinkt ihnen Ausweichen oder Umdrehen empfiehlt. Es ist eine verblüffende Einsicht aus einer großen unabhängigen Studie über den Reitsport, dass auch die Mehrzahl der nicht in Vereinen organisierten Reiter überwiegend Anhänger der klassischen Reitlehre sind. Unabhängig vom Turniersport versuchen sie, sich und ihre Pferde gemäß den seit Generationen überlieferten Grundsätzen auszubilden. Klassische Reitlehre wie kann man sie lernen? Denn wenn auch die ersten Schritte auf dem Weg zum Reitenkönnen klein sind, so müssen sie doch in die richtige Richtung führen, damit das individuelle Ziel überhaupt erst einmal ausgeguckt werden kann – das Erreichen hängt natürlich noch von anderen Bedingungen ab. Natürlich kann nicht jeder Reitanfänger ein guter Reiter werden – Talent, passende Bedingungen einschließlich eines guten Lehrers, Trainingsfleiß und in nicht zu unterschätzendem Maße auch das persönliche Engagement (Selbstdisziplin, Ausdauer) geben jeweils ein individuelles Ende der Fahnenstange vor. Aber wenn die ersten Schritte auf dem Pferderücken in die falsche Richtung gehen, rückt das Ziel in unerreichbare Ferne. Das heißt, werden Grundfertigkeiten auf dem Pferderücken von Anfang an nicht richtig gelehrt und gelernt, bleibt das reiterliche Handwerkszeug unbefriedigend. Die mit solchen Mitteln erreichbaren Ziele bleiben auf Dauer hinter den eigenen Möglichkeiten zurück – und es wird ein Stück weit verständlicher, warum Gurus in der Reiterszene ein so leichtes Spiel haben. Strategien für den Anfang Als Kenner der Szene möchte man jedem willigen Reitsportinteressenten raten, sich vorab gründlich kundig zu machen. Wer mit präzisen Erwartungen und konkreten Lernzielen in die Startlöcher geht, dessen Chancen auf einen guten Start erhöhen sich natürlich beträchtlich. Aber das Gegenteil ist die Regel: Die Motivationen für das Reitenlernen sind vielschichtig und liegen oft im Unterbewusstsein verborgen. Schließlich locken unsere größten Haustiere vielfältige Emotionen hervor. Pferde sind groß, schnell, stark, sanft, freundlich, selbstbewusst, ängstlich und vertrauensvoll – anziehende, manchmal betörende Gegensätze. Entscheidungen werden in diesem Umfeld sehr oft sozusagen aus dem Bauch heraus getroffen. Den konkreten Anstoß für das Hineinschnuppern in den Reitsport geben in den meisten Fällen Pferdenarren im persönlichen Umfeld – in der Familie, unter Nachbarn und Freunden, in der Partnerschaft. Bei der Auswahl eines konkreten Ausbildungsbetriebes regiert König Zufall. Mund-zu-Mund-Empfehlungen oder günstige Gelegenheiten (gute Erreichbarkeit, Urlaubsangebot) geben den Ausschlag für die Wahl eines Reitbetriebes oder Vereines. Wer Glück hat, gerät an ein kompetentes Gegenüber; wer kein Glück hat, muss Lehrgeld zahlen. Mitunter wird man erst aus Schaden klug Eine gründliche kritische Runduminformation im Voraus wäre natürlich die bessere Strategie. Leider gewinnen Reitanfänger erst die nötigen Kenntnisse für das richtige Management der eigenen Karriere im Sattel, wenn sie endlich rückblickend erkennen können, wann die Weichen falsch gestellt wurden: bei der Wahl der Ausbildungsstätte, des ersten Ausbilders und – besonders häufig – beim Kauf des ersten eigenen Pferdes. Die beste Voraussetzung für eine Erfolgsstory im Sattel ist es, in eine Reiterfamilie hineingeboren zu werden: Unter den Spitzensportlern aller Reitsportdisziplinen sind Söhne und Töchter von Turnierreiten, Züchtern, Reitausbildern bei weitem überrepräsentiert. Wer bei der Wahl seiner Eltern nicht auf diese Karte gesetzt hat, wird günstigstenfalls noch im direkten Umfeld auf das nötige Know-how zurückgreifen können, das heißt die Familienmitglieder, Partner oder Freunde haben, bei denen sie kompetenten Rat und vielleicht sogar Anleitung finden können (letzteres führt in Partnerschaften allerdings erfahrungsgemäß zu hohem Reibungsverlust). Ansonsten braucht man die nötige Portion Glück, um sich nicht in den vielen für Lernwillige im Reitsport ausgelegten Fallstricken zu verheddern. Besser reiten lernen In meinem Buch geht es um eine zentrale Frage: Wie kann ich besser reiten lernen? Die Doppeldeutigkeit der Frage ist dabei durchaus so gemeint, nämlich: Wie kann ich besser lernen? Wie kann ich besser reiten? Dieses Anliegen verbindet Anfänger und Fortgeschrittene, Jugendliche und Erwachsene, Kinder und Spät-Einsteiger, Sportreiter und die so genannten Freizeitreiter. Aber während das Training für den Leistungssport mehr oder weniger ein "Selbstfahrer" ist - je höher übrigens das Leistungsniveau, desto umfangreicher und intensiver die Förderungskonzepte -, lassen Förderungsangebote im Basisbereich oder gar für Turnierabstinenzler zu wünschen übrig. Entweder gibt es sie gar nicht, oder sie sind nicht auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten. Theoretisch sollten FN-geprüfte Ausbilder in der Lage sein, die Erkenntnisse und Anforderungen der klassischen Reitlehre auf jedem Level in die Praxis umzusetzen. Aber in der Praxis wissen die meisten sehr viel mehr über die anspruchsvolle und schwierige Ausbildung eines Pferdes Bescheid als über den Ausbildungsweg eines Reiters. Die allermeisten unter ihnen können ein Pferd unter dem Sattel ausbilden, einen talentierten Jugendlichen fördern oder einen sportlich engagierten Reiter weiterbringen. Das Know-how für die kleinen Schritte, die ein erwachsener Einsteiger braucht, ist dagegen (noch) keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Frage des persönlichen Engagements (auf der Grundlage von persönlichen Vorlieben, speziellen Fortbildungen und praktischen Erfahrungen). Ihre eigene Karriere im Sattel steht und fällt mit einer guten Anleitung von Anfang an. Nehmen Sie sich die Zeit dafür, diese Anleitung zu suchen und zu finden. Es gibt sie!Wenn Ihnen diese Anleitung gefehlt hat: Versuchen Sie, so viel wie möglich nachzuholen! Wer besser reiten lernen will, muss sein eigenes Lernen schon selbst in die Hand nehmen. Das ist leichter gesagt als getan, denn es setzt die Bereitschaft voraus, sich und das eigene Reiten durch eine kritische Brille zu sehen – mit dem Risiko wenig schmeichelhafter Erkenntnisse. Und es setzt die Bereitschaft voraus, sich intensiv mit den Bedürfnissen, Möglichkeiten, Problemen und Grenzen der Pferde zu beschäftigen – mit dem Risiko, manchen Traum begraben zu müssen. Der Lohn für diese Anstrengungen kann den Preis allemal wettmachen: ein Zipfelchen von der Harmonie mit dem Pferd zu erhaschen, von der schließlich alle träumen, die vom Pferdevirus befallen sind. Mir ist im Grunde genommen eines wichtig: Ich möchte vermitteln. Zwischen Pferden und Reitern, Reitschülern und Reitlehrern, Turnier- und Freizeitreitern, Seit-Kindesbeinen-Reitern und Spät-Einsteigern, Organisierten und Nicht-Organisierten, Pferdebesitzern, Privatpferdeund Schulpferdereitern, Warmblutpferde- Anhängern und Fans sogenannter Freizeitrassen – weitere Gegensatzpaare bleiben der Phantasie des Lesers überlassen. Zur Autorin Isabelle von Neumann-Cosel ist Amateurreitlehrerin FN und Turnierrichterin FN, im Hauptberuf Journalistin und Autorin. Mit ihren drei reitenden Töchtern lebt sie in der Nähe von Mannheim. Aus ihrer Feder stammen zahlreiche Artikel, Bücher und Filme für alle Altersstufen rund um das große Thema "Pferde und Reiten". Seit vielen Jahren gibt sie mit Begeisterung Reitunterricht für Kinder und Jugendliche. Kann man reiten tatsächlich lernen? Ja, lautet die eindeutige Antwort, die uns die Autorin mit ihrem Buch gibt und auch gleichzeitig Wege aufzeichnet, wie man es denn angehen soll. In drei Teilen veröffentlichen wir Auszüge aus ihrem Werk, indem Isabelle von Neumann-Cosel vielfältige Probleme zwischen Reitern, Pferden und Reitlehrern aufführt und mit Witz und Wärme auf deren Belange eingeht. Das Buch zur Serie: "Reiten kann man tatsächlich lernen" von Isabelle von Neumann-Cosel FN-Verlag, Warendorf ISBN 3-88542-393-6 Preis 22,00 Euro Quelle: Mediendienst Wienkamp  
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