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Koppelbau
Das Pferd von heute braucht mehr denn je tägliche freie Bewegung. Das Pferd ist ein Steppentier mit einem ruhigen Bewegungsbedarf von ca. 16 Stunden in der Steppe. Da es heute keine offene Steppe mehr gibt und die Pferde viel zu wertvoll geworden sind, um Sie frei herumlaufen zu lassen, zäunt man eine Koppel ein. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, Pferde einzuzäunen. Wir möchten Ihnen heute einen Überblick darüber verschaffen, welche Faktoren für Ihre Koppel eine Rolle spielen können und wie man auch als Laie eine Materialbeurteilung vornehmen kann. Bodenbeschaffenheit Wenn Sie beschließen eine Koppel auf der grünen Wiese zu erstellen, sollten Sie zunächst eine Probebohrung vornehmen. Dies geht ganz einfach mit einem Handbohrer oder einem Erdbohrer am Trecker. Dies dient dazu, festzustellen, in wie weit der Boden tragfähig ist. Der Pfosten soll ja schließlich ein paar Jahre halten. Am einfachsten verhält sich da der gewachsene Naturboden, danach der Lehmboden und am schlechtesten eignet sich der Felsboden. 1 a. Naturboden Den gewachsenen Naturboden behandelt man mit einem Erdbohrer oder man schlägt den Pfosten in den Boden ein. Denken Sie aber daran, dass Sie eine Hülse auf den Pfosten stecken, sonst spleißt er oben aus. Das Einschlagen ist hierbei die bessere Alternative, da der Pfosten in den Boden gerammt wird und somit viel stärker hält. 1 b. Lehmboden Der Lehmboden lässt sich nur mit einem Erdbohrer bewältigen, wobei die Pfosten danach auch sehr fest stehen. 1 c. Felsboden Bei Felsboden bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, die Löcher auszugraben und gegebenenfalls mit Beton aufzufüllen. Eine sehr langwierige und teure Angelegenheit. Pfosten Das Material, aus dem der Pfosten besteht, richtet sich sowohl nach dem Boden als auch nach dem Zaunmaterial selbst. 2 a. Holzpfosten Sie sollten bei Holzpfosten auf folgendes achten: Die Pfosten sollten angespitzt, der obere Rand sollte genutet (abgeschrägt) und der Pfosten gehobelt sein. Kaufen Sie keinen Holzpfosten, der nicht kesseldruckimprägniert ist, da die Haltbarkeit bei ca. zwei Jahren liegt. Holzpfosten, die kesseldruckimprägniert sind, halten ca. 5 – 10 Jahre, was auch am Boden liegt. In einem trockenen Boden halten die Pfosten ca. zehn Jahre, in einer Wiese mit relativ hohem Grundwasser halten die Pfosten ca. fünf Jahre. Der Durchmesser des Pfostens sollte an den Ecken und am Tor bei ca. 12 cm liegen. Die Pfosten dazwischen sollten zwischen 8 und 10 cm haben. 2 b. Recyclingpfosten Sie sollten bei Recyclingpfosten auf folgendes achten: Die Pfosten sollten mindestens 10 cm Durchmesser haben. An den Ecken möglichst noch dicker. Die dünneren Pfosten haben sich nicht bewährt, da Sie sich bei schlechten Witterungsbedingungen sehr stark verbiegen. Sollte Ihnen ein Anbieter dennoch versprechen, dass die Pfosten Ihre Form nicht verändern, lassen Sie sich eine Garantie geben. Diese Pfosten lassen sich aber nicht einschlagen, da sie beim Schlagen wie Gummi wirken und den Schlag absorbieren. 2 c. Plastikpfosten Da gibt es die ganz Einfachen mit einem ca. 15 cm langen Metallspieß und vorgefertigten Isolatoren. Finger weg, wenn Sie eine Außenkoppel erstellen wollen. Als Abtrennung sind Sie auch nur bedingt geeignet. Dann gibt es Plastikpfosten in allen Varianten als Stecksystem. Das heißt, die Pfosten und Riegel sind aus Plastikrohren zusammengesteckt. Eine sehr wackelige Angelegenheit und gefährlich, wenn das Pferd ein Rohr kaputt tritt; die Kanten sind meist messerscharf. Nach einiger Zeit hängt der Zaun durch, da Kunststoff sich nun leider verändert, ausdehnt und unweigerlich der Schwerkraft folgt. 2 d. Metallpfosten Metallpfosten sind grundsätzlich geeignet. Es bedarf allerdings eines Betonsockels, um eine stabe Stütze für die Metallpfosten zu gewährleisten. Die Stärke kann in diesem Fall beliebig sein, nur verzinktes Material sollten Sie schon verwenden. Zaunmaterial Es sind eine Vielzahl von Bändern, Kordeln und Drähten am Markt, die man auch als Laie sofort unterscheiden kann. Hier einige Hilfen: 3 a. Gewicht und Stärke Anhand des Gewichtes der Rolle kann man schon die Qualität unterscheiden. Wenn die angegebenen Längen gleich sind, aber eine Rolle nur halb so dick ist, so können Sie hier von einer schlechteren Qualität ausgehen. Es gilt: Je mehr Material bei der Produktion verwendet wurde, desto stärker ist das Material und um so dicker und schwerer die Rolle. Die Reißfestigkeit sollte nicht über 300 kg liegen, da sonst die Gefahr besteht, dass es bei einem Ausbruch nicht reißt. Das Band sollte eine Breite von 4 – 6 cm haben. Merke: Elektroband, das nicht reißt, ist lebensgefährlich, weil die Pferde meistens im Band hängen bleiben. Die Pferde verenden aber meistens nicht durch das Band, sondern durch den elektrischen Impuls, der beim panischen Pferd zu einem Herzkollaps führt. 3 b. Elektrodraht im Elektroband Je mehr Elektrodrähte im Elektroband vergewoben sind, desto höher ist die Leitfähigkeit. Wenn ein Draht nämlich einmal bricht, bleiben die anderen Drähte meist unbeschadet und leiten den Strom weiter. Sie zählen also einfach einmal durch. Die Richtzahl liegt bei ca. 10 Drähten beim Elektroband. Hier bitte darauf achten, dass es sich um Edelstahldrähte handelt, da alles andere rostet und die Leitfähigkeit zerstört. Edelstahl ist zwar witterungsbeständig, leitet aber nicht so gut wie z. B. Kupfer. Kupfer allerdings bricht sehr schnell durch. Dafür hat man heute Kupferleitungen mit einer Zinnlegierung, die die beiden Komponenten, nämlich Leitfähigkeit und Festigkeit, in sich vereinen. 3 c. Knicktest Das Band sollte nach dem Knicken wieder in die ursprüngliche Form zurückspringen. Wenn der Knick deutlich sichtbar ist, ist das Band von minderer Qualität und dreht sich somit im Wind selbst kaputt. 3 d. Kordeln Es gibt auch eine Vielzahl von Kordeln auf dem Markt. Grundsätzlich gilt: Bitte nicht als Außenzaun verwenden. Nur zu verwenden in Verbindung mit einem Holzzaun, um das Anknabbern zu verhindern. Die Kordel als Einzäunung allein wird auch von der Versicherung nicht akzeptiert. Zum Material ist zu sagen: Wenn es als Abtrennung installiert ist, sollte es bitte die Farbe weiß haben, damit es immer für das Pferd gut sichtbar ist. Im Winter sollten Sie das Band zusätzlich kennzeichnen. Des Weiteren empfehlen wir, nicht unter 6 mm Kordelstärke zu verwenden. Die Drähte um die Kordel sollten ca. 0,4 mm Durchmesser haben. Blanker Elektrodraht ist viel zu gefährlich, da das Pferd ihn nicht sehen kann, und wenn Sie einmal Fotos von Pferden gesehen haben, bei denen die Vorderbeine durch Elektrodraht glatt durchgetrennt sind, werden Sie dies niemals verwenden. Wir setzen uns jeden Tag dafür ein, dass solche Unfälle nicht mehr vorkommen. Dass man kein Stacheldraht verwenden sollte, versteht sich von selbst und ist in diesem Jahr auch in Deutschland bereits verboten worden. 3 e. Holzriegel Holzriegel sehen nicht nur stabil und schön aus, Sie halten auch gut. Der einzige Haken ist, dass Pferde Holz lieben und jede Gelegenheit nutzen, um an Holz zu fressen. Dies kann man nur mit einem vorgelagerten Elektroband oder einer Kordel verhindern. Preislich ist diese Variante die teuerste Möglichkeit Pferde einzuzäunen. Stromgeräte Das Gerät sollte auf die Länge des Zaunes abgestimmt werden, da die Spannung am Ende der Koppel stark nachlässt. Zur Überprüfung sollten Sie ab und zu ein Messgerät einsetzen, das es schon ab 10 Euro zu kaufen gibt. Als Erdung bitte immer drei Erdungsstäbe verwenden mit einer Länge von 1 m im Abstand von ca. 3 m. Es bildet sich um das Elektroband ein elektromagnetisches Feld von ca. 10 – 20 cm, je nach Voltstärke. In diesen Bereich gehen die Pferde nie! Wenn also ein Pferd sehr nahe an das Elektroband herangeht oder es womöglich anknabbert, ist kein Strom mehr auf dem Zaun. Übrigens: Ab einer Spannung von ca. 6000 Volt verhält sich das Gras unter dem Band wuchshemmend, was auch an der elektromagnetischen Strahlung liegt. 4 a. Elektrogerät Am besten ist ein Netzgerät, das am Hausstrom angeschlossen ist, da hier der Strom gleichbleibend fließt. 4 b. Batterie- oder Akkugerät Sollte kein Strom auf ca. 50 m in der Nähe sein, sollte man sich für ein Batterie- oder Akkugerät entscheiden. Wobei man bei dem Batteriegerät die leere Batterie nicht mehr Aufladen kann. Beim Akkugerät kann man die Batterien wieder aufladen. Sie brauchen einen zweiten Akku, wenn der eine Akku gerade geladen wird. Preislich tut sich nicht viel, da das, was Sie beim Akkugerät sparen, für einen zweiten Akku und ein Ladegerät draufgeht. Sie sollten auf jeden Fall auf der Koppel ein gut sichtbares Kontrolllämpchen haben, damit Sie jederzeit den Stromfluss überprüfen können. 4 c. Solargerät Von Solargeräten raten wir ab, da eine fortwährende Funktion nicht gegeben ist. Leider ist die Technik noch nicht so weit, dass man Sonnenenergie speichern kann. Auch werden die Sonnenkollektoren sehr oft gestohlen. 5. Tore Sie können ein Tor aus Elektroband mit Torgriffen oder Metalltoren, die den Strom weiterleiten, verwenden. Bitte keine so genannten Torfedern oder Spannfedern vewenden, die sich bis zu 25 m lang ziehen lassen, zurückfliegen und jemanden verletzen können. 6. Versicherung Was verlangt eigentlich die Versicherung für einen Zaun, wenn das Pferd einmal doch ausgebrochen ist und schlimmstenfalls etwas beschädigt hat? Hier ein Auszug: Der Zaun selbst sollte so stabil gehalten sein, dass ein Ausbruch theoretisch verhindert werden kann. Ganz auszuschließen ist dies sicher nicht, und deshalb gibt es ein paar wichtige Bedingungen der Versicherungen: Der Zaun muss eine Mindesthöhe bei Pferden von 1,20 m haben. Bei Hengsten muss der Zaun eine Mindesthöhe von 1,40 m haben. Es müssen sich mindestens 4000 Volt zum Zeitpunkt des Ausbruches auf dem Zaun befunden haben. Der Zaun muss einen absolut soliden Eindruck machen. Durchhängendes Band und brüchige Pfosten werden nicht akzeptiert. Zweifach gespanntes Elektroband mit je 2 cm Breite ist viel zu schwach und wird nicht akzeptiert. Die Akzeptanz fängt bei Elektroband dreifach mit 4 cm breite oder Elektroband zweifach mit 6 cm breite an. Um versicherungstechnisch keine Probleme zu bekommen, empfehlen wir 3-fach-Elektroband 4 cm oder 6 cm oder 3 Holzriegel oder gemischt. Zur Installation des Elektrozaunes gilt folgendes: Der Abstand der Pfosten sollte nicht über 3,50 m liegen. Die Verbindungen am Ende und am Anfang eines Bandes sollten immer fachgerecht mit Spezialklammern verbunden werden. Bitte auf keinen Fall einen Knoten machen, da die Leitfähigkeit dann stark abnimmt. Die Verbindung vom Gerät zur Koppel muss fachgerecht sein, damit Ihnen dabei nicht der Strom verloren geht. Krokodilklammern aus Plastik mit Metallhaken sind ungeeignet. Zu den Isolatoren ist folgendes zu sagen: Entscheiden Sie sich für ein System, das leicht zu installieren ist und fü das auch einzelne Teile nachzubestellen sind. Meiden Sie Firmen, die ohne Gewissen auch dünnen Elektrodraht für Pferde anbieten, ohne auf die Gefahren hinzuweisen. Fragen Sie nach der UV-Beständigkeit der Isolatoren, sonst sind Sie nach dem ersten heißen Sommer brüchig. Fordern Sie ein Muster an und versuchen Sie den Isolator durchzubrechen. Der Isolator sollte das Band auf keinen Fall starr festhalten, da das Band durch den Wind immer ein wenig arbeitet und dies auch so sein muss. Das Band muss bei Gefahr aus dem Isolator herausspringen können. Abschließend noch ein Hinweis: Lassen Sie sich Referenzadressen und eine Garantie auf das Band geben. Fragen Sie auch, wie lange die Firma schon am Markt ist. Fragen Sie nach der Bauanleitung oder lassen Sie sich ein Angebot über den Bau Ihrer Koppel geben. Seriöse Firmen haben mit Kundenfragen kein Problem. Sabine Börner Gestüt Drainoflex Fink Handels GmbH Im Wittensiek 2 D-32699 Extertal Tel. 05262 3222 Fax 05262 844 www.drainoflex.com  
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