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Internationaler Kampf um den Erhalt der Lipizzaner
Anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Gestüt Dakovo" (Kroatien) und "200 Jahre Lipizzanerzucht Dakovo", fand die Jubiläumsversammlung der LIF am letzten Juniwochenende im kroatischen Lipizzanergestüt statt. Das durch Initiative des Pferdegönners Bischof Strossmayer bis vor 50 Jahren unter bischöflicher Obhut geführte Gestüt gehört zu den ältesten Europas. Auch heute noch wirft man ein aufmerksames Auge auf die Zucht, was der Bischof von Dakovo in einer Audienz mit den LIF-Mitgliedern deutlich machte. Die LIF ist vordergründig eine als politisch anzusehende Organisation, die bei dem Erhalt des Kulturgutes Lipizzaner und der internationalen Zusammenarbeit aller führenden Gestüte und Zuchten hinsichtlich einer genetisch möglichst breiten Blutbasis eine wichtige Rolle spielt. Die Ausarbeitung des LIF-Zentralregisters, einer öffentlichen Liste aller LIF-registrierten Pferde, machte bei der diesjährigen Versammlung große Fortschritte, sodass Lipizzanerkäufer bald auf der offiziellen Homepage der Dachorganisation der Lipizzaner nachschauen können, ob das "anvisierte" Pferd eine internationale LIF-Anerkennung besitzt (www.lipizzaninternationalfederation. eu.com). Zuchtziel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: das klassisch-barocke Pferd Die Typfrage ist sicherlich eines der heikelsten Themen, nicht nur in der Lipizzanerzucht. Das Lager ist demzufolge gespalten: während die einen am traditionellen, klassischen, betont barocken Typ festhalten, sind die anderen für eine deutliche Modernisierung und Anpassung an den heutigen Zeitgeschmack. Die Frage ist, in wie weit das sinnvoll ist. Bei einer kleinen, exklusiven Pferderasse ergibt sich zwangsläufig nicht das Problem, größere Mengen von Pferden absetzen und den Geschmack einer großen Allgemeinheit treffen zu müssen. Vielmehr wird bei den Lipizzanern der Individualist angesprochen, der an der Rasse und ihren Besonderheiten Gefallen findet und nicht unbedingt ein einheitlich genormtes, mittelgroßes, weißes Reitpferd haben möchte. Insofern kann es sich die Lipizzanerrasse durchaus leisten, ein gewisses "museales" Dasein zu führen, zumal sie auch die wichtige Aufgabe einer Erhaltungszucht hat. Es gibt genügend Konkurrenz bei Pferden für den Sport. Dieser Konkurrenz kräftig nacheifern zu wollen, wäre bei dieser kleinen Population mit ihren begrenzten Selektionsmöglichkeiten kaum realistisch und der Erfolg dürfte im Endeffekt wohl recht mäßig sein. Ein Bekenntnis zum alten, klassischen Barocktyp heißt letztlich ein mittelgroßes Pferd, das stark bemuskelt, abgedreht und rund ist, einen hochaufgesetzten, mächtigen, mittellangen Hals hat, wenig Widerrist, eine teilweise etwas steile Schulter, einen elastischen Rücken, eine starke, muskulöse, oftmals horizontale Kruppe mit relativ hoher Schweifhaltung. Dazu ein kräftiges, trockenes Fundament mit kleinen, harten Hufen (Karst!), einen trockenen, manchmal geramsten, nicht zu großen Kopf mit großen Augen. Die Bewegungsmanier zeichnet sich häufig durch hohe Knieaktion aus, die Gänge sind also mehr steppend, teilweise sogar fuchtelnd, als Ausdruck der spektakulären Gangmanier eines Prunk- und Paradepferdes. Die Leichtfuttrigkeit und die Üppigkeit dürfte für ein Barockpferd eine Selbstverständlichkeit sein. Das Temperament des alten Typs ist teilweise, zumindest in manchen Familien, überschäumend, die Entfaltungsbereitschaft groß. Die Schulen auf und über der Erde. Gerüchteküche brodelt um Lipica Wie der Leiter des Gestütes Lipica offiziell erklärte, entsprechen kursierende Gerüchte hinsichtlich kritischer Zustände in Lipica absolut nicht der Wahrheit. Die slowenische Pferdezucht bleibt weiter in staatlicher Hand, dem Ausbau des Golfplatzes fallen in keinster Form Wiesen zum Opfer, die den Pferden in der jüngsten Vergangenheit als Nahrungsgrundlage und Auslauf dienten: "Den Pferden geht es bestens, wovon sich jeder gerne selbst überzeugen kann. Alle Besucher sind uns herzlich willkommen", so wörtlich die neue Gestütsleitung bei der LIF-Generalversammlung. Infos: Lipizzaner Zuchtverband Deutschland e.V. Kirchstr.6 D-76879 Essingen Telefon: 06347-2616 www.lipizzanerzuchtverband.de Texte und Fotos: Dr. Karl-Heinz und Ilona Kirsch  
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