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Elektrozäune
meistens falsch geerdet Wirkungslos trotz voller
Batterie
Elektrozäune gelten heute als
probates Mittel, um Weidetiere
in Schach zu halten – vorausgesetzt
allerdings, der Bauer hat
nichts falsch gemacht.
"80 Prozent der Erdungen in
Deutschland, die es irgendwo an
Weidezaungeräten gibt, sind katastrophal”,
schätzt Agraringenieur
Günther Herkert, ein Spezialist
für Elektrozäune. Doch ohne
Erdung kann ein elektrischer
Weidezaun nicht funktionieren.
Unterbrochener
Stromkreislauf
Bei der Berührung eines Elektrozauns
fließt Strom aus dem
geladenen Draht durch den Tierkörper
in den Boden.
Von dort sucht er sich über so
genannte Erdungsstäbe den Weg
zurück in das Weidezaungerät.
Die Rolle der Stäbe wird beim
Bau eines Zauns häufig unterschätzt,
stellt Herkert oft fest.
Fehlen sie, kann sich der Stromkreislauf
nicht schließen.
Die Erdungsstäbe sollten ein bis
zwei Meter lang sein, möglichst
feuerverzinkt und gegen Rost geschützt.
Je nach Zaun empfehlen
Fachleute ein bis drei solcher Stäbe,
die im Boden versenkt werden
müssen.
Einen Universalzaun gibt es
nicht. Wie effektiv ein Zaun
wirkt, hängt von weiteren Faktoren
ab.
Berührt zum Beispiel Gras oder
anderer Bewuchs den Draht, geht
dadurch Energie verloren – daraus
folgt: Je mehr Kontakt der
Zaun zu Gräsern hat, umso stärker
sollte die "Impulsenergie”
des so genannten Weidegeräts
sein.
Ebenso eine Rolle spielt die Länge
des Zauns und für welche Tiere
er gedacht ist. Als leicht zu
halten gelten zum Beispiel Rinder
und Pferde. Mehr Leistung
ist nötig, um Schafe, Ziegen oder
Wild im Zaum zu halten.
Hochspannung
auf der Weide
Der Elektrozaun sollte auf seiner
ganzen Länge eine Spannung
von mindestens 2.000 Volt
besitzen, an keiner Stelle aber
mehr als 10.000 Volt.
Dass diese Anforderungen
erfüllt werden, dafür sorgen
moderne "Elektrozaungeräte”.
Diese werden durch eine
geeignete Energiequelle
gespeist.
"Es gibt prinzipiell drei Möglichkeiten”,
sagt Fachmann
Günther Herkert. Die günstigste
Variante ist eine normale
230-V-Steckdose mit Wechselstrom.
Teurer kommt den Landwirt
ein Zaun, der mit 12-V-Akkus
betrieben wird.
Der Energiepreis lässt sich allerdings
langfristig durch die Anschaffung
von Solarzellen senken,
die den Akku an Sonnentagen
speisen.
Am unrentabelsten ist der Betrieb
mit Einwegbatterien, die
nach dem Gebrauch als Sondermüll
entsorgt werden müssen.
Auf jeden Fall zahlt es sich aus,
vor dem Kauf einen Fachmann
zu befragen.
Gefährlich
für den Menschen?
Die Spannung an einem Elektrozaun
kann stellenweise bis zu
10.000 Volt betragen. Die Stromstärke
und die Dauer des Stromimpulses
sind aber so berechnet,
dass sie gesunden Menschen
normalerweise nicht schaden.
Trotzdem sollten gerade Kinder
nicht direkt mit dem Zaun in
Berührung kommen. Gefährlich
kann es werden, wenn sie auf einem
gut leitenden Untergrund
stehen und an den Zaun fassen
– auf Metall etwa oder durchnässtem
Boden.
Warnschilder müssen an Elektrozäunen
überall dort angebracht
werden, wo sie an öffentlichen
Wegen entlangführen.
Pressemitteilung Bundesverband
Deutscher Landwirte e. V. |
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