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Hannoversche Stutenschau in
Bruchhausen
Vilsen mit
neuem
Konzept Um der Schaumüdigkeit vieler Züchter zu begegnen, präsentierte
sich die Stutenschau in Bruchhausen-Vilsen in diesem Jahr in neuem
Gewand. Das Forum junger Züchter, eine Gruppe von sieben
engagierten jüngeren Züchtern, hat gemeinsam dieses neue Konzept
erarbeitet, wie Sprecherin Dorothee Heitmüller betonte. Dieses
Pilotprojekt soll allen Züchtern gerecht werden und ihnen auf den
Schauen eine reelle Chance auf eine gleichwertige Beurteilung
geben. In den Klassen erfolgte eine Trennung
nach dressurbetonten Stuten,
Stuten aus dem Springpferdeprogramm
und Halbblutstuten.
Gesamt wurden drei Siegerstuten
gekürt. Damit soll ein
Beitrag geleistet werden, die Resignation
der Züchter der Sonderklassen
abzubauen.
Dieses Konzept ging voll auf: Mit
einem Rekordergebnis von 130
(Vorjahre: 60 bis 70) gemeldeten
Stuten erreichte die Schau gigantische
Ausmaße und wurde
tatsächlich gut angenommen. So
kann der Schaustandort Bruchhausen-
Vilsen zu seiner alten
Blüte zurückkehren und die
züchterische Bedeutung der Region
untermauern. Ist doch die
Besamungsstation Süstedt nach
Celle die derzeit am zweitstärksten
frequentierte Station.
Bis in den Oldenburger Raum
hinein ragt das Einzugsgebiet der
Züchter. In den Sonderklassen
der springgezogenen Stuten und
der Halbblutstuten war die Ausschreibung
bezirksverbands
offen.
Organisiert wurde die Schau von
der AG Süstedt, einem Zusammenschluss
von sieben Pferdezuchtvereinen
unter Leitung von
Hermann von Hollen, Bassum
und der Besamungsstation Süstedt
in Verbindung mit dem Forum
junger Züchter. Dr. Werner
Schade, Geschäftsführer des Verbandes
hannoverscher Warmblutzüchter,
der mit dem Forum
im Vorfeld bereits eng zusammenarbeitete,
begrüßt das neue
Konzept, trägt es doch einem
Zentralisierungstrend Rechnung.
Sicher ist es nicht an allen
Standorten umzusetzen, doch
möchte man diese Form der
Schau vielen anderen nahebringen.
Gerade für die Stuten der
Sonderklassen werden hier gute
Chancen gesehen.
Offen und positiv steht auch das
Landgestüt diesem Projekt gegenüber,
hat man von dort als
Ehrenpreis einen Freisprung des
englischen Vollblüters Watermill Rolex xx für den Sieger der Halbblutklassen
erhalten. Landstallmeister
Dr. Bade sieht diese
Schau pragmatisch – wenn sie
der stärkeren Nutzung von Vollbluthengsten
dienlich ist, sei sie
eine gute Sache. Eine sehr positive
Begleiterscheinung aus der
Sicht der Züchterschaft war, dass
durch die Trennung der Klassen
nun auch viele qualitätvolle
Halbblut- und Springstuten verbesserte
Chancen auf Staatsprämienanwartschaften
hatten, die
auch genutzt wurden.
Bei der zahlenmäßig stärksten
Schaugruppe, der dressurbetonten
Hannoveraner konnte 38-mal
eine 1a-Prämierung und 37-mal
eine Staatsprämienanwartschaft
vergeben werden, da eine Stute
bereits die Bedingungen zur
Staatsprämie erfüllt hat. Neunmal
1a und achtmal die Staatsprämienanwartschaft
(eine Stute
war zu alt) gab es in den Klassen
der Halbblutstuten. Und last
but not least 13 1a-Prämierungen
und Staatsprämienanwartschaften
heimsten die springbetonten
Stuten ein. Gerichtet wurde
mit zwei Kommissionen auf
zwei Ringen (I: Dr. Bade, Landgestüt
Celle, Jürgen Rump, Norddrebber,
Jürgen Kusel, Visselhövede;
II: Dr. Werner Schade,
Verband, Hartmut Wilking,
Stemwede, Edda Kröner, Emsland).
Bei den dressurbetonten Stuten
gelang es einer erst zweijährigen
Waterford MV: Prince Thatch xx
Fuchsstute sich ganz an die Spitze
zu setzen. Sie entstammt der
Zucht von Hermann v. Hollen
und steht jetzt im Besitz von Maike
von Hollen, Bassum. Eine umgängliche
junge Stute mit guter
Sattellage und enormen Bewegungsqualitäten,
dabei den Takt
optimal haltend.
Eigenschaften für die auch ihr
Vater Waterford berühmt war,
der sich in der Zwischenzeit als
Vererber und Sporthengst in den
USA beweist. Den Endring erreichte
ein weitere Waterfordtochter.
Diese gut entwickelte
typschöne 4-Jährige führt auf der
Mutterseite das Blut des Hengstes
Carbid und steht im Stall bei
Friedrich Meyer in Hilgermissen.
Bei den Halbblutstuten überzeugte
eine dunkelbraune Stute
aus der Zucht von Frank Hake,
Sulingen, die sehr deutlich die
Handschrift ihres Vaters, des leider
in der Zwischenzeit von der
züchterischen Bühne abgetretenen
Prince Thatch xx, trägt. Der
Höhepunkt in der Bewegung
wurde untermauert durch die
Weltmeyerblutführung in der
mütterlichen Abstammung. Besitzer
dieser typvollen Stute ist
Carsten Kuls, Borstel.
In den Endring kam aus dem gleichen
Stall eine erst 2-jährige, mittelrahmige
Stute v. Prince Thatch
xx MV: Weltmeyer, deren guter
Typ, Ausdruck und eine ansprechende
Bewegung für sie
einnahm.
Mit großem Rahmen beeindruckte
die mächtige Siegerin in
der Klasse der Springbetonten
Stuten. Evian la Jolie v. Escudo
I MV: Laptop wusste sich zudem
sehr schwungvoll und raumgreifend
zu bewegen. Sie stammt
aus der Zucht von Alfred Brönnemann,
Burgdorf, Besitzer: Barbara
Borchert, Bochum. Meisterhaft
vorgestellt wurde diese
Stute von Jan Frieling, Behlinger
Mühle, der an diesem Tag selbst
ein beachtliches Laufpensum zu
absolvieren hatte und zahlreiche
Stuten in die Platzierungsränge
führte.
Ebenfalls in den Endring kam eine
dunkelbraune Stute aus der
Zucht von Friedrich Hunte, Landesbergen.
Diese qualitätsvolle
Le Primeurtochter, MV: Carbid
wusste durch weiblichen Charme
zu überzeugen und bewegte
sich locker und schwungvoll.
Dabei trat sie gut unter den
Schwerpunkt. Besitzerin dieser
schönen Stute ist Uta Dieckert,
Asendorf.
Zwei Familien wurden den Kommissionen
vorgestellt. Hier setzte
sich die qualitätvolle Familie
der Carina v. Calypso II mit ihren
beiden Töchtern Red Chili v.
Rotspon und einer Fürst Heinrichtochter
(B: Fernand Wetz,
Hoya) des Züchters Hannes Brüning,
Süstedt an die Spitze und
avancierte mit einer 8,4 in der Bewertung
zusätzlich zur Elitefamilie. |
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