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Die Fütterung von Pferdesenioren und schwerfuttrigen Pferden
Die Fütterung von älteren und schwerfuttrigen Pferden ist grundsätzlich keine andere als die Fütterung von Fohlen, heranwachsenden, erwachsenen Pferden und Ponys oder auch die trächtiger Stuten. Die Grundbedürfnisse von Pferden und Ponys an eine artgerechte Ernährung sind immer die gleichen, der Mengenbedarf der verschiedenen Nährstoffe eines Pferdes allerdings ein unterschiedlicher. Der Bedarf setzt sich aus sehr vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen, wie beispielsweise Rasse, Alter, Stoffwechsel, Verwertung, Erkrankungen und Arbeitseinsatz. Grundsätzlich sollte bei der Ernährung des Pferdes Wert auf Naturbelassenheit gelegt werden, und zwar was das Grundfutter wie auch die Ergänzungsfuttermittel betrifft. So haben ältere Pferde und Pferde mit Verwertungsproblemen in der Regel einen höheren Bedarf an vielen Nährstoffen, benötigen jedoch keine speziellen Futtermittel, sondern lediglich eine höhere Menge Futter. Bezüglich der Menge von Futtermitteln gibt es zwar Tabellen, die nach Bedarfswerten ermittelt wurden, jedoch sind diese in der Praxis lediglich grobe Anhaltspunkte, da individuelle Faktoren nicht berücksichtigt werden können. So gibt es von Natur aus eher leichtfuttrige Rassen, die Extensivrassen wie beispielsweise Haflinger, Norweger/Fjord, Isländer, Kaltblüter, Tinker und Shettys, die häufig einen eher niedrigen Futterbedarf haben und manchmal zur Fettleibigkeit neigen. Bei diesen extensiven Rassen steigt der Futterbedarf bei zunehmendem Alter oder Verwertungsproblemen natürlich ebenso wie bei zehrenden Erkrankungen. Daher sollte man sich statt auf Tabellen und Messwerte hier lieber auf das Auge und die eigene Wahrnehmung verlassen. Bestehen Erkrankungen wie beispielsweise allergische Reaktionen von Haut und Schleimhaut, so sind diese bei der Fütterung unbedingt zu berücksichtigen. So gibt es auch bei naturbelassenen Futter- und Ergänzungsfuttermitteln bestimmte Inhaltsstoffe wie beispielsweise verschiedene Kräuter, die das Erkrankungsbild stark verschlimmern können. Bestimmte Inhaltsstoffe stehen nicht nur in Verdacht, verschiedene Erkrankungsbilder zu begünstigen, ich beobachte dies auch regelmäßig in der Praxis. Erkrankungen und Dispositionen zu Erkrankungen müssen, sowohl was die Menge als auch die Inhaltsstoffe betrifft, bei der Fütterung berücksichtigt werden. So wird ein Pferd, das einmal an Hufrehe erkrankt ist, lebenslang anders gefüttert als ein Pferd, das an chronischer Atemwegserkrankung leidet, in diesem Fall sowohl von den Inhaltsstoffen als auch von der Menge her. Das Gleiche gilt für Pferde, die lahmheitsbedingt längere Zeit keine Bewegung haben dürfen; hier ist der Bedarf stark zu reduzieren, um beispielsweise die Gefahr einer Hufrehe zu reduzieren. Bestehen Erkrankungen, die mit großer Unruhe, Schmerzen oder Verwertungsproblemen (beispielsweise Durchfall) einhergehen, kann der Futterbedarf während der Krankheit zunehmen, weil die Verwertung des Futters nachlässt bzw. der Bedarf an Nährstoffen vorübergehend ansteigt. Wie ausschlaggebend für die Gesundheit die Fütterung sein kann und welche negativen Auswirkungen auf das Erkrankungsbild ungünstigen Einfluss nehmende Inhaltsstoffe haben können, zeigt das Beispiel aus der Praxis der Pferdeseniorin Astrit, geschildert von ihrer Besitzerin Frau Rinkens: Vom Fohlen zum Pferde-Senior Auch Pferde-Senioren, wenn sie denn überhaupt zu solchen werden, haben eine Vorgeschichte: Meine Halb-Trakehner-Stute Astrit wurde im April 1974 geboren. Glücklicherweise war sie von Natur aus mit einer sehr guten Konstitution und Gesundheit ausgestattet. So verbrachten wir viele Jahre lang wunderbare gemeinsame Stunden, während ihrer Fohlenzeit, im Dressurviereck, im Gelände und bei den herbstlichen Fuchsjagden. Eines Tages, Astrit war im 17. Lebensjahr, hustete sie plötzlich heftig und trocken, als wir wieder einmal gemeinsam durch die Felder streiften. Ich parierte sofort vom Galopp durch und streichelte nachdenklich ihren Hals. Was hatte das nun zu bedeuten? Erfahrung hatte ich damals bereits mit dem Thema Pferdehusten, hatte mich doch Astrits dämpfige Stallkameradin schon gemeinsam mit verschiedenen Tierärzten in dieser Hinsicht erprobt. Im Schritt traten wir nun, nach diesem Schock, den Heimweg an. Damals – ich wusste es leider nicht besser – glaubte ich, klopfe zum ersten Mal das Alter bei meiner geliebten Stute an. Ich beschloss, sie von nun an zu schonen und verabschiedete mich von unseren gemeinsamen Ausritten. Es war das letzte Mal, dass ich meine Stute geritten habe! Zu dieser Zeit – es gab noch kein Internet, kein Google, das alle Fragen beantworten konnte – hatte ich so gerade für die dämpfige Stallgefährtin einen Pferdehustentee ausfindig gemacht. Ansonsten blieben damals üblicherweise nur die chemischen "Cocktails". So bekam auch Astrit das nach vielen Kräutern duftende Gebräu. Lange Zeit hustete sie nun nicht mehr und ich glaubte, die generelle Schonung und der Tee habe dazu beigetragen. In ihrem 23. Lebensjahr verlor Astrit dann plötzlich ihre Stallkameradin. Nicht nur für mich, sondern insbesondere um ein vielfaches mehr für Astrit ein Schock. Sie trauerte, baute körperlich ab und hustete nun im Stall und auf der Weide häufiger. Die Bemühungen, ein geeignetes Beistellpferd zu organisieren, schlugen sechs Wochen lang fehl, bis ich schließlich zusagte, einen eigentlich viel zu jungen 9-jährigen Wallach aufzunehmen. Es zeigte sich, das Astrit sich über den Stallgenossen zunächst freute, aber sie erholte sich nicht so recht von dem herben Verlust. Zudem konnte sie der übermäßigen Vitalität des 14 Jahre jüngeren Grandos nicht viel entgegen setzen. Es zeigten sich gravierende Konditions- und Konstitutionsverluste. Der damals nur noch mögliche Weidegang von maximal 1 bis 1,5 Stunden belastete sie erheblich, sie pumpte nach Luft, auch oftmals in absoluter Ruhe, hustete immer häufiger, manchmal in derartigen Attacken, dass ich ihre Qualen weder mit ansehen noch anhören mochte. Sie alterte damals zusehends. Zudem zeigte sie große Unruhe auf der Weide und neigte deutlich zum Sommerekzem. In dieser Zeit erfuhr ich zum ersten Mal über einen Zeitungsausschnitt von Pferdekräutern als Ergänzungsfutter, die nun viele " Problemchen" zu heilen versprachen. Tatsächlich bekamen diese Astrit zunächst ganz ausgezeichnet. Sie nahm wieder zu, ihr Fell glänzte und sie hustete seltener. Sommerekzem und Unruhe waren dann mit vielen kleinen Bemühungen irgendwie zu verkraften. So ging bis zum Sommer 2004 alles ganz gut – glaubte ich zumindest! In der Absicht, meinem Pferd noch mehr Gutes zu tun - ganz im Sinne des Zeitgeistes der Anti-Aging-Möglichkeiten, stieg ich auf Empfehlung des Kräuterversandes nun auf spezielle Senioren-Kräuter, die das Immunsystem alter Pferde unterstützen sollten, um. Wie ich kurze Zeit später wusste, eine eklatante Fehlentscheidung: Astrit reagierte gravierend allergisch! Ihr Fell stellte sich ab und der zu Rate gezogene Tierarzt sprach von desolater, hoffnungslos spastischer Atmung, die vielleicht, wenn überhaupt noch einmal, durch eine hohe Cortisongabe für kurze Zeit zu lindern sei. Damals sprach er mit Rücksicht auf Astrits Alter auch ein gnädiges Einschläfern an! Dies konnte und wollte ich aber nun wirklich nicht so schnell akzeptieren. Mein geliebtes Pferd so einfach abschreiben, aufzugeben, nach 30 gemeinsamen Jahren, lag nicht innerhalb meiner Gedankenwelt. Also recherchierte ich selbst, aber die Zeit drängte ungemein. Es ging meinem Pferd wirklich nicht gut. Innerhalb von 24 Stunden hatte ich dann aber ein Ultraschall- Vernebelungsgerät erworben, per Blitzzustellung erhalten und schließlich eingesetzt. Die Herstellerfirma machte mir Mut; die Tierärzte glaubten ein hochdämpfiges Pferd zu sehen. Nach dem ersten Inhalieren war das spastische Pfeifen glücklicherweise vorbei und im Zuge der weiteren Behandlung verbesserte sich ihr Allgemeinzustand. Mein Vertrauen in Kräuter war nun getrübt, dennoch – wie ich ja inzwischen wusste, welche Bedeutung diese nun generell haben – versuchte ich ganz vorsichtig wieder die ursprünglich gut vertragene Mischung beizufüttern. Ein weiterer Fehlschlag in jeder Hinsicht: Astrit reagierte erneut extrem allergisch, die Versandfirma erklärte, manche Pferde könnten eben von heute auf morgen keinerlei Kräuter mehr verwerten. Also suchte ich nach Alternativen und landete letztlich beim Hersteller eines milchsauervergorenen Getreideproduktes, das ich selber bereits kannte und von dem ich über verschiedene Fernsehsendungen wusste, dass es auch erfolgreich im großen Pferdesport eingesetzt wurde. Nach einem netten telefonischen Beratungsgespräch mit dem Hersteller bekam Astrit diesen Trunk nun täglich zum Walzhafer. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Sie bekam wieder Muskulatur, das Fell glänzte und ihr Allgemeinzustand, vor allem die Hufe – die schon angefangen hatten zu bröckeln – verbesserten sich aus meiner damaligen Sicht kolossal. Ich atmete wieder einmal durch … bis zum Frühjahr 2005: Innerhalb weniger Stunden verlor Astrit erneut, aber diesmal ihren um so viele Jahre jüngeren Stallkameraden. Sie trauerte erneut, suchte lange Zeit nach ihm und ihr körperlicher Zustand spiegelte ihre Not und seelischen Leiden wieder. Meine Fürsorge, meine stundenlange Begleitung im Stall oder auf der Weide – trotz unseres innigen Verhältnisses – reichten nicht aus, den geschädigten Organismus zu stützen. Während meiner erneuten Suche nach einem geeigneten Beistellpferd stieß ich dann auf einen Bericht von Frau Nehls über die Zusammenhänge von Fütterung, Haltung und Sommerekzem. Am Ende des Aufsatzes gab es tatsächlich eine Telefonnummer und die Möglichkeit, mit der Autorin in Kontakt zutreten. Im Rahmen unseres ersten Telefonats schilderte ich die aktuelle Situation und die wichtigsten Eckpunkte der Vorgeschichte. Frau Nehls hörte aufmerksam zu und empfahl die Kräutermischungen Husta-Mix und Allergosan- Kräutermischung. Meine Sorge hinsichtlich der Verträglichkeit teilte sie nicht und überzeugte mich letztlich, vorsichtig mit der Beifütterung zu beginnen. Tatsächlich traten – trotz aller Befürchtungen meinerseits – keine allergischen Reaktionen auf. Ganz kritisch beobachtete ich mein Pferd, aber es geschah nichts – jedenfalls nichts Negatives. Mit Frau Nehls sprach ich in diversen Telefonaten und E-Mail- Kontakten die weitere Vorgehensweise ab. Zur besseren Diagnostik schlug sie schließlich die Haaranalyse vor. Die Werte hinsichtlich der Vitamine, der Mineralien sowie die Konstitutionswerte ließen alle sehr zu wünschen übrig. So musste der gesamte Stoffwechsel aktiviert, die Organe entlastet und unterstützt werden. Die bereits genannten Kräutermischungen wurden mit Lauf- Fit zur Unterstützung des Bewegungsapparates ergänzt und die Hufe sollten mit der Biologischen Hufkur aufgebaut werden. Frau Nehls empfahl weiterhin eine auf Astrits spezielle Situation abgestimmte homöopathische Therapie, u. a. zur zusätzlichen Entgiftung/Stärkung der Organe. Während der gesamte Organismus nun entlastet wurde, machte Frau Nehls mir Mut, den damals auf 1 Stunde reduzierten Weidegang wieder langsam auszudehnen. Voller Sorge ließ ich mich auf dieses Wagnis ein, wieder aber geschah nichts Negatives. Meine Befürchtungen, meine Seniorin "klappe" mir nun regelrecht zusammen, erwiesen sich als unbegründet. Astrit baute allmählich wieder Kondition auf und fühlte sich auch wieder auf der Weide wohl. Mit Hilfe der Allergosan- Kräutermischung, die ich in Verbindung mit speziellen Ampullen – auf Empfehlung von Frau Nehls – verabreichte, ließ auch das Sommerekzem allmählich nach. Im Spätsommer des Jahres 2005 führte ich dann auch zum ersten Mal die bereits erwähnte biologische Hufkur durch, nachdem auch der Hufschmied den einen und anderen kleinen Feuchtigkeitsmangel am Strahl entdeckt hatte. Im Nachhinein ein voller Erfolg: Bereits beim nächsten Termin mit unserem Fachmann stellte dieser mit Erstaunen völlig gesunde Hufe fest. Im Dezember des vergangenen Jahres, Astrit konnte bereits stundenlanges Weiden genießen, erkrankte sie dann leider an den Nebenhöhlen, wie die erneut eingesetzte Haaranalyse zeigte. Die anderen bereits beschrieben Werte hatten sich jedoch innerhalb der halbjährigen Behandlung deutlich verbessert! Älter geworden war jedoch ihr Herz- und Kreislaufsystem. Die Erkrankung der Nebenhöhlen erwies sich als ausgesprochen hartnäckig, es schloss sich eine mehrmonatige homöopathische Behandlung an. Während der Therapie löste sich viel eitriger Schleim über die Nüstern, aber irgendwie kurierte sich die Angelegenheit nicht vollständig aus und im Juni dieses Jahres gesellte sich auch noch ein akuter, durch Streptokokken verursachter Infekt hinzu. Astrit fraß nicht mehr, wollte nicht aufstehen, geschweige denn, wenn sie stand, zur Weide spazieren. In Absprache mit Frau Nehls zog ich dann eine Tierärztin, auch wegen des hohen Fiebers, hinzu. Die erste Ladung des notwendigen Antibiotikums vertrug Astrit noch ganz gut. Wegen der Hartnäckigkeit der Erreger sollte ich nach 5-tägiger Gabe und mehrtägiger Pause nochmals ein stärker dosiertes Antibiotikum verabreichen. Nach fast drei Tagen setzte ich dieses jedoch auf eigene Verantwortung ab, da sich Astrits Allgemeinzustand drastisch verschlechterte. Frau Nehls bestärkte mich im Nachhinein in dieser Entscheidung. Sie schlug die nochmalige Untersuchung eines Abstriches vor und die Erstellung eines Antibiogramms in einem Labor, das spezielle Schluckvakzine zur Weiterbehandlung herstellt. Hierdurch konnten dann auch evtl. Resistenzen der Erreger überwunden werden. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, dass durch die tierärztliche Untersuchung eine ganz ordentlich funktionierende Lunge bescheinigt wurde. Inzwischen geht es meiner Seniorin wieder richtig gut! Sie freut sich über ihr eigenes Dasein, und seitdem sie die von Frau Nehls zusammengestellten Herz- und Kreislaufmittel erhält, zeigten sich trotz der extremen Sommerhitze (immerhin der heißeste Juli seit 100 Jahren) keine analogen Schwierigkeiten. Für uns beide, mit Rücksicht auf die vergangenen Jahre, in denen Weidegang vor 22.00 Uhr im Sommer undenkbar gewesen wäre, ein Wunder! Meine Fürsorge und Bemühungen dankt Astrit mir täglich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Facetten und es erfüllt mich mit großer innerer Freude, sie nochmals im Alter von nun 32 Jahren so natürlich vital und artgerecht erleben zu dürfen. Wie lange Astrit noch bei mir sein wird, ist sicher ungewiss, sicher ist jedoch, dass sie heute in körperlich besserer Verfassung ist und über eine wesentlich höhere Kondition verfügt, als dies vor 10 Jahren der Fall war. Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen, Frau Nehls für ihre unermüdliche und fachlich kompetente Hilfe zu danken. Die vielen verständnisvollen und Mut machenden Telefonate und ihre geduldigen Hinweise auch über die Notwendigkeit der naturgemäßen Fütterung, insbesondere auch hinsichtlich der Krippenfütterung, haben – neben meinen eigenen Bemühungen, die Bedürfnisse meiner Seniorin adäquat aufzufangen – zu diesem Erfolg geführt. Der von Frau Nehls vertretene ganzheitliche Ansatz, was die artgerechte Haltung und die naturgemäße Fütterung (auch im Rahmen ihrer Basisfutterempfehlung) anbelangt, wird aufgrund meiner, wenn auch erst einjährigen, aber doch sehr intensiven Erfahrung, uneingeschränkt unterstützt. Vielleicht gelingt es durch die beiliegenden Fotos nun auch die letzten Skeptiker zu überzeugen und macht dem einen oder anderen Seniorenhalter Mut, seinem alternden Kameraden eine Chance zu geben. Im August 2006 Esther Rinkens Kontakt E-Mail: Esther.Rinkens@t-online.de  
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