 |
| Der PFERDEANZEIGER-Praxistest
|
 |
Vollständigen Artikel mit Bildern als PDF herunterladen: Der PFERDEANZEIGER-Praxistest |
 |
 |
Textversion:
Über die Art und Weise,
per Automat zu füttern
Wir testeten das Kraftfutter-Dosiergerät von Weinsberger Diesen Vorgang kann man allüberall beobachten: Ein Futterwagen
wird auf die Stallgasse geschoben, und siehe da, die Pferde
werden aufgeregt. Sie stoßen mit den Hufen gegen die Boxenwände
und sind alles andere als gut vorbereitet für die ruhige Aufnahme
des Futters. Warum ist das so? Ganz einfach:
Die Pferde haben Hunger. Seit
der Domestizierung vor rund
zweitausend Jahren ist der
Mensch dafür verantwortlich,
den Pferden in ausreichendem
Quantum Futter zukommen zu
lassen. Nach gängiger Einschätzung
werden die Pferde dreimal
pro Tag gefüttert. Und da kommen
dann noch Hungergefühle
auf?
Ja, denn das Pferd ist von Natur
aus ein Dauerfresser. Das lässt
sich ideal auf einer Weide beobachten.
Das gesunde Pferd hat
meist den Kopf unten, das suchende
Maul am grünen Halm.
Ein Pferd ist also ständig auf der
Futtersuche, rund zwölf bis 14
Stunden pro Tag.
Der Futtervorgang ist immer der
gleiche: Ein Pferd nimmt stets
nur kleinste Futtermengen auf,
kaut lange und gründlich und
verdaut deshalb auch gut. Der
gesamte Organismus des Pferdes
hat sich auf dieses Fressverhalten
eingestellt: Im Verhältnis
zu seinem Körper besitzt das
Pferd einen kleinen Magen und
einen angepassten Darmtrakt.
Aber Pferde leben ja längst nicht
mehr in freier Wildbahn. Sie sind,
wie bereits beschrieben, domestiziert.
Das heutige Ideal ist ein
williges, 'fühlbares' Pferd, das
sich menschlichem Einfluss nicht
mehr entzieht.
Seit der Domestizierung werden
naturgemäß die Pferde von Hand
gefüttert. Der Alltag: Man schüttet
ihnen neben Raufutter auch
Kraftfutter in den Trog; dieser
Vorgang wird in der Pferdeszene
als "Schüttfütterung" bezeichnet.
Futterkritische
Anmerkungen
Pferdeleute, die sich wissenschaftlich
mit der Materie beschäftigt
haben, sind häufig von
dieser Verfahrensweise nicht
sehr angetan. Ihre Kritik: Bei der
Schüttfütterung beißen die Pferde
buchstäblich in die Futterportionen
hinein. Das dann viel
zu volle Maul verhindert das
gründliche Kauen. Oftmals falle
auch, so die Kritiker, beträchtliche
Futtermengen ungenutzt
auf den Stallboden, weil
die Pferde, dem angeborenen
Futterneid folgend, den Kopf
hochreißen, um sich zu überzeugen,
dass ihnen kein anderes
Pferd Futter wegnimmt.
Weitere Negativpunkte
Mit der Zeit stellt sich Fressgier
ein, es kommt auch zu Verdauungsproblemen,
ja sogar zu Koliken,
und insgesamt gesehen ist
zwei- bis dreimaliges Verabreichen
von Futter auch nicht artgerecht,
weil das Pferd zwischen
den Mahlzeiten Hunger verspürt
und es zu den oben angeführten
Problemen kommen kann.
Die Lösung:
Das Füttern per
Kraftfutter-Dosiergerät
Ein Grund für uns, im aktuellen
PFERDEANZEIGER-Praxistest
ein Kraftfutter-Dosiergerät der
Firma Weinsberger zu testen. Bei
diesen Geräten wird die Futterausgabe
nach der so genannten
"Trippelfütterung" vollzogen.
Auf artgerechte
Weise verteilt
Im Klartext: Mit diesem Kraftfutter-
Dosiergerät kann das Futter
auf artgerechteste Weise über
den gesamten Tag verteilt angeben
werden. Bis zu zwölf Mal
‚trippelt’ das Futter kaum hörbar
aus dem Vorratsspeicher in
den Futtertrog. Das heißt: die einprogrammierte
Einzelgabe wird
nochmals in kleine Mengen aufgeteilt.
Also immer nur so viel,
wie das Pferd mit den Lippen
aufnehmen kann.
Das Pferd wird daher praktisch
gezwungen, die Nahrung
gründlich durchzukauen und
einzuspeicheln.
Fütterungsversuche haben ergeben,
dass sich die Futtermenge
– je nach Füttrigkeit der Pferde
– zum Teil um bis zu über dreißig
Prozent verringern lässt. Vorteile
- Der Verdauungstrakt wird entlastet,
das Gebiss unterliegt einer
natürlichen Abnutzung.
- Das Pferd ist ständig beschäftigt,
zufriedener und ausgeglichener
- Es gibt kein ‚Theater’ mehr im
Stall, wie es beim Hereinfahren
des Futterwagens häufig
der Fall ist.
Der nahezu sechs Monate
dauernde Praxis-Test in
einem Lehr- und Teststall
hat diese Thesen bestätigt.
Die Pferde gewöhnten sich
schnell an die Anlage, waren ausgeglichener
und ruhiger, fraßen
nach entsprechender Anlaufzeit
langsamer und zeigten auch keine
Symptome für Hungernervosität.
Futterneid wurde kaum
konstatiert.
Schnell
angefreundet
Wir als Pferdehalter konnten uns
schnell mit dem Dosiergerät anfreunden:
Wir mussten keine
starren Zeiten mehr beachten.
Also weniger Stress, da sich niemand
"abzuhetzen" brauchte,
um pünktlich zum Füttern im
Stall zu sein. Was nicht nur für
alle Langschläfer ein Vorteil ist.
Unser Test überzeugte uns von
den Vorteilen und bestätigte die
Hersteller-Angaben. Die Dosiergeräte
arbeiteten zuverlässig
und waren von bester Qualität.
Sie "fütterten" in der ganzen Zeit
wartungsfrei und brauchten
nicht einmal gereinigt zu werden.
Fünf Jahre
Garantie
Wir hielten einen halbjährigen
Test für ausreichend, wohl wissend,
dass die Firma Weinsberger
ein störungsfreies Arbeiten
für einen weiten Zeitrahmen verspricht
und darauf eine Werksgarantie
von fünf Jahren gibt. Das
patentamtlich geschützte Produkt
ist übrigens eine Gemeinschaftsentwicklung
der Bundesforschungsanstalt
und der Firma
Weinsberger, die sich unter
anderem auch einen Namen mit
Pferdebesonnungsanlagen gemacht
hat.
Inwieweit und ab welcher Tierkopfzahl
ein Pferdehalter den
Kauf dieser Kraftfutter-Dosiergeräte
für wirtschaftlich sinnvoll
hält, muss ein Stallbesitzer von
Fall zu Fall und je nach Halter-
Situation beurteilen und abwägen.
Preisbeispiele
Anschaffungspreise
Kraftfutter-Dosiergeräte:
bei einem Pferd 885,00 €
bei zwei Pferden 1.427,00 €
bei vier Pferden 2.555,00 €
bei acht Pferden 5.088,00 €
bei 20 Pferden 11.867,00 €
bei 40 Pferden 23.734,00 €
(alle Preise verstehen sich plus
Mehrwertsteuer)
Unser Testurteil:
Empfehlenswert
Kontakte
Weinsberger International
Sulmstraße 9
D-74189 Weinsberg
Telefon: 0049 7134 961500
Fax: 0049 7134 14317
E-Mail: info@weinsberger.de
Internet: www.weinsberger.de
von Ewald Ameln und Bernd Eilers |
 |
 |
Nächste Artikel dieser Ausgabe: Kurse & Lehrgänge, Marktplatz, Marktplatz, Marktplatz |
 |
| zurück |
 |
|
|