Sicherheit und Ausrüstung

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Schutzmaßnahmen rund um die Sattelkammer
So vermeidet man Beschädigungen, Diebstahl und Feuer Ob bäuerliche Pensionspferdehaltung, Westerntrainingsstall, Gangpferdezentrum oder konventioneller Reitbetrieb: ein besonderer Raum ist unverzichtbarer Bestandteil jeder Reitanlage – die Sattelkammer. In ihr lagern die wichtigsten Ausrüstungsteile, die wir für den gesamten Pferdesport benötigen – angefangen bei Sattel und Zaumzeug über Longierleine und -peitsche bis hin zum kompletten Fahrgeschirr. Trotz der Werte, die sie beinhaltet, wird sie dennoch in zahlreichen Betrieben wie ein vernachlässigtes Stiefkind behandelt und ähnelt eines Tages eher einer Rumpelkammer als einem praktischen, funktionalen und sauberen Wirtschaftsraum. Das muss nicht sein! Der PFERDEANZEIGER stellt Ihnen vor, wie eine Sattelkammer im Idealfall aussehen kann und welche Kniffe und Tricks Sie anwenden können, um eine schmuddelige Rumpelkammer in ein richtiges Schmuckkästchen zu verwandeln! Diebstahlvorsorge: Wie man den Langfingern die Arbeit erschweren kann "Mein Sattel ist weg!" Wenn der leere Holm in der Sattelkammer das unerklärliche Verschwinden des eigenen teuren Sattels signalisiert, lässt sich das Entsetzen des Betroffenen leicht nachfühlen. Traurig allerdings sollte uns Reiter stimmen, dass die überwiegende Zahl der Sattel- und Zaumzeugdiebstähle auf das Konto der Mitbenutzer der Reitanlage gehen. Denn während der meisten Zeit des Tages ist die Sattelkammer unverschlossen – in größeren Reitbetrieben gehen hier – vor allem in den stark frequentierten Zeiten am Nachmittag und frühen Abend – viele Menschen ein und aus. Hand aufs Herz: Wer achtet schon darauf, ob der Sattel, mit dem die freundlich grüßende Dame ans uns vorübergeht, wirklich ihr eigener ist? Muss eine Sattelkammer ständig unverschlossen bleiben? Während der Turniersaison gehört das Sattelzeug auch auf dem Parkplatz zum gewohnten Anblick. Während der Weidezeit fahren zahlreiche Pferdebesitzer gleich mit dem Sattel zur Koppel, um dort ihr Pferd für den Ritt ins Gelände fertigzumachen. Wer mit einem Sattel unter dem Arm die Reitanlage verlässt, macht sich also keineswegs verdächtig. Der so genannte einfache Diebstahl von Sattel oder Trensenzaum – beides im juristischen Vokabular "bewegliche Sachen" – aus der unverschlossenen Sattelkammer ist demnach im Sinne des Wortes eine "einfache Angelegenheit". Wie macht man es richtig? Leider gibt es vor allem in einem größeren Reitbetrieb kaum eine Möglichkeit, den Sattelkammerschlüssel tagsüber auf eine Weise aufzubewahren und zu verwalten, die einen Diebstahl ausschließt. Mit Gewalt ans Sattelzeug Doch selbst der Einbruchdiebstahl, bei dem der Täter gewaltsam in den verschlossenen Raum eindringt, ist keine Seltenheit. Denn was nützt das stärkste Vorhängeschloss, wenn sich die Trennwände leicht übersteigen lassen? Das ist in vielen bäuerlichen Pensionspferdebetrieben der Fall, wenn beispielsweise die Sattelkammer in eine Scheune integriert ist. Manchmal besteht die Tür sogar nur aus ein paar wackeligen Latten ... Der beste und umfassendste Schutz vor den berüchtigten Langfingern schließt daher gleich ein ganzes Kleeblatt mehrerer, verschiedener Maßnahmen ein. Vorsicht – Hehlerware: Käufer machen sich mitschuldig Auf lange Sicht – so kommentieren zuständige Polizeidienststellen das Thema Sattelklau – lässt sich die Zahl der Satteldiebstähle nur verringern, wenn den Hehlern der Absatz erschwert wird. Der gute Sattel ist ein erstklassiges Qualitätsprodukt – und damit seinen Preis wert. Aber eben nicht das, was man gemeinhin unter preiswert versteht. Nicht jeder junge reitbegeisterte Pferdefan kann sich gleich einen neuen Markensattel kaufen. Umso größer ist dann die Freude, wenn ihm sein Traummodell als "neuwertig, aber weit unter Neupreis" vom Bekannten eines Bekannten oder per Zeitungsannonce angeboten wird ... Nach Kaufbelegen fragen Halt! Hinter dem verlockenden Angebot könnte sich tatsächlich Hehlerware verstecken. Mitschuldig macht sich der leichtgläubige Käufer. Zudem muss er im Falle einer Aufklärung des Diebstahls die erstandene Ware wieder zurückgeben. Jeder Kaufinteressent ist daher gut beraten, anhand der oben genannten Merkmale und Markierungen genauestens die Herkunft des Sattels zu hinterfragen. Auch ist es durchaus recht und billig, nach den Originalkaufbelegen zu fragen. Leider hat sich mittlerweile in allen Reitsportbereichen ein florierender Markt mit gestohlener Sattlerware entwickelt. Ihm lässt sich nur mehr mit Wachsamkeit begegnen. Vor allem gilt: Besonders verführerische Sonderangeboten sind genauestens unter die Lupe zu nehmen! Brandschutz: Wenn es richtig brenzlig wird ... "Feuer!" Dieser Schreckensruf geistert jedem, der ihn einmal hörte, noch lange durch die Alpträume. Nach wie vor verlieren zahllose Tiere in den unterschiedlichsten Tierhaltungsanlagen auf grausamste Weise ihr Leben, weil durch Unachtsamkeit ganze Ställe niederbrennen. Ein einziger weggeworfener Zigarettenstummel genügt! Noch verabscheuenswürdiger ist böswillige Brandstiftung. Doch gerade vor ihr bleiben auch Pferdehaltungsbetriebe nicht verschont. Brandquelle Elektroleitung Von den in der Sattelkammer aufbewahrten Gegenständen selbst, die ja überwiegend aus Leder und Metall bestehen, geht dabei keine Gefahr aus. Doch diese Tatsache darf den Blick des Pferdehalters nicht für andere mögliche Brandquellen trüben. Leider sind in gar nicht wenigen Stallanlagen die elektrischen Leitungen Risikofaktor Nummer eins. Beispielsweise könnten bei einem Kurzschluss, hervorgerufen durch eine fehlerhaft montierte oder defekte Lampe, die dabei entstehenden Funken ein Kunstfaser- Sattelpad entzünden. telzeugs, sondern mehr oder weniger als Rumpelkammer benutzt, ist die Brandgefahr besonders groß. Wie schnell kann ein Zigarettenstummel, achtlos in gerade jene Ecke geworfen, in der ein mit einer alkoholhaltigen Substanz getränkter Putzlappen liegt, ein Feuer entzünden. Daher sollte sich – für jeden leicht zugänglich – in greifbarer Nähe ein Feuerlöscher befinden. Die Feuerwehr rät zu einem Pulverlöscher PG12. Er enthält 12 kg Pulver und ist auch in frostgefährdeten Räumen, in denen Wasser nicht zur Anwendung kommen kann, einsetzbar. Nebenräume absichern - Größte Gefahr jedoch droht der Sattelkammer, wenn vom Heuboden oder Stallbereich Brände auf die Nebenräume übergreifen. Doch auch hiergegen kann der Betreiber einer Stallanlage – sowohl beim Neubau als auch durch nachträgliche Maßnahmen – Schutzvorkehrungen treffen: - durch feuerbeständige, so genannte F-90-Wände, zum Beispiel aus Vollstein: Beim Bau ist darauf zu achten, dass Öffnungen – wie sie beispielsweise bei der Installation von elektrischen Leitungen entstehen – wieder fachmännisch verschlossen werden. - durch Feuer hemmende Türen: Diese Türen können sowohl aus Metall als auch aus dem allerdings wesentlich kostspieligeren feuerbeständig behandelten Holz bestehen. Der Feuerwehr- Expertentipp - Die Feuerwehr begeht so genannte brandschaupflichtige Objekte. Dazu zählen landwirtschaftliche Betriebe, Schreinereien oder große Verwaltungsgebäude. - Auch die Betreiber von Reitanlagen können gern mit der nächstgelegenen Feuerwehrdienststelle einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren. - Die zuständigen Beamten klären Sie kompetent und umfassend über alle empfehlenswerten Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Bränden auf. Informieren Sie sich: Zusätzlicher Versicherungsschutz Neben den Schutzmaßnahmen, die sowohl die Pferdehalter als auch die Betreiber einer Reitanlage selbst ergreifen können (und sollten!), bieten auch seriöse Versicherungsunternehmen eine Reihe zusätzlicher Absicherungsmöglichkeiten für Pferdehaltungsanlagen und Reitvereine – je nach Aufgliederung und Rechtsform – an. Für einige wenige traditionelle Versicherungsmakler gehören sogar Informationsveranstaltungen zu Versicherungsfragen rund ums Pferd zur Angebotspalette. Solche Gespräche können gezielt vereinbart werden. Mediendienst Wienkamp  
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