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Hengstparade in Celle attraktiv wie nie!
Mitte September fiel bei herrlichstem Spätsommerwetter der Startschuss zu fünf Hengstparaden in Celle. Dem Landgestüt ist es in diesem Jahr auf das Beste gelungen, attraktive neue Showelemente in die Hengstparade einzubauen, die auch den "Nur-Pferdefreund" unter den Zuschauern begeistern. Wenn sie kurz vor der Pause in die Bahn trabten, gab es beim Publikum kein Halten mehr. Die "Schweren Jungs" aus Niedersachsen und Hessen haben die Herzen aller im Sturm erobert. Die Idee, Kaltblüter des Stammbuches für Kaltblutpferde Niedersachsen, dem einzigen eigenständigen Kaltblutverband, in einem Schaubild auf der Hengstparade auftreten zu lassen, entstand spontan beim gemeinsamen Richten des Vorsitzenden Dieter Bösche und Dr. Axel Brockmann beim Jungzüchtertag des Ponyverbandes in Auhagen. Auch Landstallmeister Dr. Bade konnte sich sofort für diese Idee erwärmen, hatte er doch erlebt, welche Faszination diese Dicken auf Jung und Alt beim Sommerfest im letzten Jahr ausübten. Zudem ist es ein schönes Beispiel der positiven Zusammenarbeit zwischen dem Landgestüt und den Verbänden. Acht Hengste der Rassen Rheinisch- deutsch, Schleswiger Fuchs, Schwarzwälder Fuchs und Freiberger wurden dem Publikum präsentiert. Und wenn man in die strahlenden Gesichter der Gestütbeamten sah, die diese Hengste fuhren, dann weiß man: Die schweren Jungs waren sicher nicht zum letzten Mal dabei. OSM Ole Köhler erweckte bereits im letzten Jahr das dynamische Schaubild "Traber neben Galopper" aus seinem 20-jährigen Dornröschenschlaf und erntete dafür Standing Ovations des Publikums. Neben Earl und Robespierre debütierten hier in diesem Jahr der De Nirosohn De Janeiro und der Fuchs Lauscher v. Londonderry. Lauscher und Co steigerten sich in ihrer Trabaktion von Parade zu Parade, bis sie kaum noch den Boden zu berühren schienen. Erfolgreich aus Warendorf heimgekehrt, stellte Sattelmeister Klaus den Bundeschampion der Vierjährigen Locksley II v. Londonderry vor, dazu gesellte sich der Bronzemedaillengewinner Dancier v. De Niro, geritten von SM Wolfhard Witte. In einem Pas de deux begeisterten Locksleys Vater Londonderry und der Weltmeyersohn Worldly. In absolutem Gleichmaß schwebten die eleganten Füchse dahin. Ein Genuss, nicht nur für das dressurinteressierte Publikum. Als erster Landbeschäler hat sich der Donnerhallsohn Don Frederico mit seinem ständigen Reiter OSM Ole Köhler für den Nürnberger Burgpokal qualifiziert. In einer Einzeldressur spielte er seine Bewegungsstärke voll aus und gab als gereifter Dressurhengst Proben seines Könnens. Etwas umfangreicher wurden in diesem Jahr die einzelnen Stationen der Junghengstausbildung in Adelheidsdorf vorgestellt. OSM Ulrich Müller, Landestrainer und Leiter der Fahrabteilung im Landgestüt, präsentierte mit seinen Fahrern anspruchsvolle unterschiedliche Anspannungen wie Tandem, Vierspänner, Zehnspänner oder den eher selten zu sehenden ungarischen Fünferzug. Hier werden drei Pferde nebeneinander vor den zwei Stangenpferden gefahren. Ein elegantes Bild mit den schönen Schalankengeschirren, das GOW Dirk Finke als Fahrer den Zuschauern darbot. Aus der "Schatzkammer" des Landgestütes kamen viele wertvolle Wagen zum Einsatz. Mylord, Landauer oder Coupe wurden stilvoll vorgefahren und waren dekorativ mit Mitarbeiterinnen des Landgestütes in eleganten Kleidern der jeweiligen Epoche besetzt. Diese historischen Wagen werden von Olaf Schlote, dem letzten Stellmachermeister in Niedersachsen, jederzeit fahrbereit gehalten. GOW Heinz Müller, Dackel Armick und der Rapphengst Escudo II erfreuten einmal mehr das Publikum mit ihrer Freiheitsdressur. Von Parade zu Parade steigerte sich das Trio. Gern denkt man an den spektakulären Auftritt zurück, als der Hengst im letzten Jahr fröhlich neben Heinz Müller auf dem Motorroller einher galoppierte. Mit von der Partie waren in diesem Jahr auch wieder die Hengste Lavauzelle AA und Wanderkönig, die ihre Kunststücke zeigten, allerdings zur Freude des Publikums das Wort " Freiheit" manches Mal etwas zu wörtlich nahmen. Schön anzusehen bei diesem herrlichen Spätsommerwetter war wieder einmal die 24er Quadrille, die mit ihren blinkenden Messinggeschirren und den leuchtend roten Uniformen immer wieder aufs Neue beeindruckt. Zugaberufe waren ein Ausdruck, dass das Publilum in diesem Jahr rundum zufrieden war. Und als das Grollen der Römerwagen nach ihren waghalsigen Auftritten verklang, konnte man einhellig feststellen: Hengstparade in Celle sind nach wie vor ein spektakuläres Ereignis und für den Pferdefreund in Niedersachsen ein absolutes Muss! Rascalino und OSM Wolfhard Witte. Wehe, wenn sie losgelassen … … im nächsten Moment lammfromm! Text u. Fotos: M. Schwöbel  
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