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| Weidesaison
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Textversion:
Fütterung und Haltung
Weide- und Pferdepflege im Winter
Ross und Reiter müssen sich auf die Nässe und Kälte einstellen Wenn die kalte Jahreszeit hereinbricht, überlegt sich jeder, wie er
sich gegen Kälte und Nässe schützen kann. Was Pferde anbetrifft,
muss man da nicht so pingelig sein. Pferden wächst ein Winterfell,
das sie gegen die Wetterunbilden schützt. Dennoch ist es
ratsam, sie artgerecht auf die winterlichen Monate vorzubereiten. Wenn der Winter kommt:
Kälte, Schnee und
Minusgrade
Die Reiterei im Gelände wird in
der kalten Jahreszeit schwieriger.
Nicht die Kälte und auch
nicht der Schnee behindern den
Reiter in Feld und Wald ernstlich
– schon eher Schneematsch
und aufgeweichter Grund.
Und da sind wir schon mittendrin:
Wie bringe ich mein Pferd
am besten über den Winter?
Trockene Kälte kein Problem
Ein Punkt vorab, den man immer
wieder in seinen Überlegungen
berücksichtigen muss: Wenn der
Reiter friert, ist es dem Pferd noch
lange nicht zu kalt. Es kann für
die Gesundheit des Pferdes gefährlich
werden, menschliche
Maßstäbe anzulegen. Trockene
Kälte, sogar Frost bis zu vielen
Minusgraden, stört Pferde sehr
viel weniger als Menschen.
Das heißt: Pferde sind sehr viel
kälteunempfindlicher als Menschen.
Diese Unempfindlichkeit ist
allerdings abgestuft nach Rassen
und nach der Gewöhnung
des Pferdes.
Die so genannten Robustpferde
(viele Ponyrassen, Norweger,
Haflinger etc.) bekommen nach
den ersten kühleren Wochen ein
dichtes und dickes Winterfell.
Außerdem ist ihr ganzer Organismus
härter und widerstandsfähiger
als bei anderen Rassen.
Sie können ohne Schwierigkeiten
auch im Winter in einem Offenstall
gehalten werden. Dabei muss der
Halter aber darauf achten, dass dieser
Stall an drei Seiten geschlossen
ist, um die Pferde vor harten Winterstürmen
zu schützen.
Handfeste Erkältung
Sehr wichtig ist es, immer darauf
zu achten, dass die Grundlage im
Offenstall trocken ist. Ein Robustpferd,
das im nassen Stroh
lag und danach auf der verschneiten
Wiese unter dem
Schnee nach einzelnen Hälmchen
sucht, kann sich natürlich auch
sehr schnell eine handfeste Erkältung
holen.
Gleichfalls muss auf die Menge
und die Qualität des Futters geachtet
werden. Auch wenn mit
Robustpferden im Winter sehr
selten oder gar nicht gearbeitet
wird, darf das Futter nicht reduziert
werden. Die Pferde brauchen
im Winter genügend Nahrung,
um Wärmeenergie produzieren
zu können.
In sehr harten Wintern empfiehlt
es sich sogar, die Futtermenge
zu erhöhen. Dabei genügt es oft
nicht, einfach mehr Heu vorzulegen.
Oft ist es sinnvoll (und kaum viel
teurer), ein Kraftfutter zuzufüttern.
Dabei kann es sich um ein
Mischfutter, natürlich aber auch
um Hafer handeln. Weide ist nicht gleich
Weide
Will man eine Weide bestmöglich
nutzen, so ist es erforderlich,
wenigstens einige Grundsätze zu
beachten.
Einzäunung
Da ist zunächst die Einzäunung.
Der äußere Zaun zumindest sollte
ausbruchsicher sein. Es ist gut,
wenn der äußere Zaun durch Latten,
Bretter oder Ähnliches deutlich
sichtbar als Begrenzung gekennzeichnet
ist. Pferde, die bekanntlich
einen starken Bewegungstrieb
haben, erkennen
dann den Zaun rechtzeitig und
können noch abbremsen.
Ganz falsch ist es, den Außenoder
auch Innenzaun mit Stacheldraht
zu versehen. Die Verletzungsgefahr
ist zu groß. Wer
jemals erlebt hat, wie in einem
Dorf von sechs Halbblutfohlen
keines älter als zwei Jahre wurde
und diese viel versprechenden
Jungpferde alle dem Stacheldraht
und seinen Verletzungen
zum Opfer fielen, wird
niemals mehr diese Drahtart benutzen.
Düngung
Das Wachstum der Gräser und
der übrigen Weidepflanzen ist
neben dem richtigen Wasserzustand
des Bodens besonders stark
vom Düngezustand abhängig.
Da die mineralischen Düngemittel
relativ preiswert sind, ist
hier ein Sparen fehl am Platz.
Sechs Doppelzentner Thomasmehl
je Hektar (oder einen anderen
Phosphatdünger ), vier bis
fünf Doppelzentner Kali – wenn
möglich, sollte man niedrigprozentigen
Kalidünger nehmen –
und dazu zwei Doppelzentner
Stickstoffdünger bilden eine gute
Grundlage.
Es ist dann zweckmäßig, beispielsweise
ab Juni/Juli weitere
Stickstoffgaben in Höhe von jeweils
ein bis zwei Doppelzentner
je Hektar zu geben, die beim
nachlassenden spätsommerlichen
Weidewuchs die Weidepflanzen
zu erneutem Wachstum
anregen.
Mengenangaben
Insgesamt sollten mindestens
vier bis fünf Doppelzentner eines
20-prozentigen Stickstoffdüngers
je Hektar eingesetzt werden.
Wer Arbeit sparen will, kann
auch entsprechende Mengen eines
Mehrnährstoffdüngers verwenden.
Ein benachbarter Landwirt oder
landwirtschaftlicher Lohnunternehmer
ist sicherlich gern bereit,
den Handelsdünger auszustreuen.
Falls noch nicht erfolgt, sollte man
spätestens jetzt die über Winter
aufgeworfenen Maulwurfhaufen
mit einer Schleppe auseinander
ziehen. In kleinen Ausläufen kann
das auch gut mit einer Stallgabel
von Hand erfolgen.
Weide-Unterteilung:
Bitte nicht alles auf
einmal
Genau so wichtig wie eine gute
Grunddüngung ist für den Weideertrag
eine rechte Unterteilung
der zur Verfügung stehenden
Weideflächen. Man muss nämlich
wissen, dass das Weidegras
etwa drei bis fünf Tage nach dem
Abfressen wieder erneut ausschlägt.
Wird es in dieser Zeit noch einmal
abgefressen oder – viel häufiger
– zertreten, so erfolgt das
abermalige Austreiben der Weidepflanzen
natürlich wesentlich
später. Daraus ergibt sich, dass
man eigentlich nur fünf Tage lang
eine Fläche beweiden sollte.
Mit Hilfe des Elektrozauns wird
in der Landwirtschaft den Tieren
zum Teil jeden Tag eine frische
Weidefläche zugeteilt. Je
nach Weidewuchs kann man etwa
je Pferd und Tag mit einem
Flächenbedarf von 80 bis 150
Quadratmetern Weide rechnen.
Diese Fläche ist leider zu klein,
um dem Bewegungstrieb des
Pferdes gerecht zu werden. Kompromisse
Beschädigungen der Unterteilung,
also des Zaunes, gegebenenfalls
Verletzungen wären die
Folge. Der Privatpferdehalter ist
daher gezwungen, einen Kompromiss
zwischen den Forderungen
der Weide und denen des
Pferdes zu schließen. Er sollte
aber möglichst die Koppeln soweit
unterteilen, um wenigstens
nach achttägiger Beweidungszeit
die Koppel wechseln zu können.
Das kann durchaus mit Hilfe
eines gut markierten Elektrozauns
erfolgen
Die abgefressene Koppel sollte
dann absoluter Ruhe haben. Es
ist zweckmäßig, den Kot mit
Schleppe oder Gabel zu
verteilen.
So werden nicht nur die ungern
gefressenen Geilstellen vermieden,
sondern auch ein Beitrag
zur Weidehygiene geleistet.
Denn die verteilten Kothaufen
sind viel stärker der Austrocknung
und Sonnenbestrahlung
ausgesetzt, was sich günstig auf
die Verminderung ansteckender
Krankheitskeime auswirkt.
Bei reinen Pferdeweiden ist
nämlich die Gefahr der Verwurmung
besonders hoch.
Aus diesem Grunde ist es wünschenswert,
wenn man einen so
genannten gemischten Weidebesatz
erzielen kann. Auf diese
Weise werden die Weiden
nicht so rasch pferdemüde.
Stehen reichlich Weideflächen
zur Verfügung, so ist es unter allen
Umständen richtig, Rindvieh
zusätzlich aufzutreiben und nicht
noch weitere Pferde. Bei guter
Weidepflege ist es möglich, auf
zum Beispiel etwa einem halben
Hektar den Sommer über ein
Pferd gut zu ernähren.
Bei genügender Unterkoppelung
sollte man während des
starken Frühjahrsweidewuchses
einige Koppeln abzweigen
und sie zur Heuerwerbung oder
Silagebereitung benutzen.
Winterarbeit:
... hinaus an die gesunde,
frische Luft
Im Dezember und Januar ist es
kalt und im Februar meistens
auch. Darum wird in diesen Wochen
vernachlässigt, was im
Frühjahr, Sommer und Herbst
zu den angenehmsten Beschäftigungen
gehört: Sein Pferd im
Sport oder in der Freizeit zu bewegen.
Wenn es auch schwer sein wird,
exakte, dressurmäßige Lektionen
durchzuführen, so wird dennoch
nicht unter Strafe gestellt,
sein Pferd draußen zu gymnastizieren.
Nicht nur Reiter, auch Pferde
müssen hin und wieder an die
gesunde, frische Luft. Dass es dabei
automatisch zur Schrittarbeit
kommt, ist ebenso selbstverständlich
wie vorteilhaft.
Stangenarbeit
Stangen lassen sich meistens
überall auslegen. Mit fünf davon
können Sie ein Schlüsselloch auf
den Boden legen, und schon ist
der Reiter in der Lage, mit seinem
Pferd den Gang hinein und auch wieder hinaus zu reiten. Bei
dieser Übung darf keine Stange
weggerollt oder übertreten werden.
Diese Gymnastizierung ist simpel,
aber schon vollkommen
ausreichend. Vom Reiter und
vom Pferd wird viel Geschick
verlangt. Außerdem lernt das
Pferd, sorgfältig geradeaus zu
gehen.
Geübt werden in diesem Schlüsselloch
auch Vor- bzw. Hinterhandwendungen;
im Sattel lässt
sich so prüfen, ob Sie die Zügel
geschickt führen, ständig wechselnde
Schenkelhilfen geben können,
und dies alles kombiniert
mit entsprechenden Gewichtsverlagerungen.
So trainieren Sie auf spielerische
Art. Und Sie sind all jenen
voraus, die ihr Pferd in diesen
kalten Wochen nur füttern, aber
ansonsten weitgehend sich
selbst überlassen.
Winterpflichten:
Jetzt rücken die "Untermieter"
an
In einer Hinsicht sind Pferde
verwöhnte Tiere. Für ihr Futter
ist gesorgt; im letztjährigen Ernteeinsatz
sind die Heu- und Hafervorräte
entsprechend aufgefüllt
worden.
Ein gefülltes Futterlager hat
schon immer die Begehrlichkeiten
anderer geweckt. Freilebende
Tiere werden normalerweise
vom Pferdebesitzer nicht mitversorgt,
und so müssen sich die
kleinen Nager und Schmarotzer
ihr Futter auf unkonventionelle
Art und Weise beschaffen.
Da Sie als Pferdebesitzer allerdings
nicht zur Nächstenliebe in
Bezug auf Ratten und Mäuse verpflichtet
sind, sollten Sie alles Erdenkliche
tun, um Ihre Futtervorräte
vor der Fressgier und
Zerstörungswut dieser kleinen,
aber fleißigen Fresser zu
schützen.
Regelmäßig kontrollieren
Deshalb sei jedem Pferdebesitzer
geraten, die eingelagerten
Futtermittel regelmäßig zu kontrollieren.
Prüfen Sie, ob die Folie
der Wickelballen noch überall
dicht ist, denn Vögel haben
oft einen sechsten Sinn für das,
was sich hinter glänzendem Plastik
verbirgt.
Wenn Sie offene Rundballen eingelagert
haben, sollten diese
möglichst rasch verfüttert werden.
Ist die Silage erst verklebt
oder gar schimmelig, sollte man
sie nicht mehr den Pferden zum
Fraß vorwerfen. Verkommene
Silage ist zum Wegwerfen nicht
zu schade.
Klettern Sie hin und wieder auf
den Heuboden. Herbstzeit ist
Sturmzeit, und nicht immer kann
man garantieren, dass nicht ein
Dachziegel heruntergefallen ist.
In einem solchen Fall bleibt kein
Heustock trocken. Aber oberstes
Gebot für Pferdebesitzer: Wer
schimmeliges Heu verfüttert, riskiert
die Gesundheit seiner
Pferde.
Lästige Untermieter
Lästige Untermieter sind Mäuse
und Ratten. Offen gelagerter Hafer
ist ein attraktiver Anziehungspunkt
für diese hartnäckigen und
unangenehmen Nagetiere. Wie
schnell ist ein Hafersack angefressen,
wie schnell sind Nester
in einer Kornkammer gebaut. Es
gibt Pferdebesitzer, deren kompletter
Wintervorrat durch Mäusekot
verdorben worden ist.
Nicht immer lässt sich vermeiden,
dass diese Untermieter bei
Ihnen in der Kornkammer Einzug
halten.
Aber im Sinne der Gesundheit
Ihrer Pferde ist regelmäßiges
Bekämpfen angesagt. Oberster
Rat: Schmutzecken sind Mäuseparadiese.
Dort, wo der Hafer gelagert ist,
sollten Fußboden und Wände regelmäßig
auf Risse und Spalten
kontrolliert werden. Wenn Sie
als Pferdebesitzer ein Katzenfreund
sind, erreichen Sie einen
doppelten Effekt. Die schnurrenden
Vierbeiner halten traditionell
jede Mäuseplage niedrig.
Sechsbeinige Schädlinge
Achtung: Weitere Invasionen
können bevorstehen. Die Schädlinge
können auch sechsbeinig
sein. Am meisten verbreitet ist
der Kornkäfer, ein zirka drei Zentimeter
kleines, schwarzes oder
braunes Insekt. Erkennbar ist dieses
kleine Ungeheuer an einem
nach vorne rüsselartig verlängerten
Schnabel.
Kornkäfer sind konservative
Tiere. Wenn Sie sich erst einmal
häuslich eingerichtet haben,
verspüren sie nie wieder
Lust, einen Wohnungswechsel
vorzunehmen. Wer lässt sich
auch gerne aus einem Schlaraffenland
vertreiben?
Mediendienst Wienkamp |
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