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Reiten bei Kälte und Schnee Es ist kalt. Der Wind heult. Der Schnee peitscht. Sie kennen dieses Szenario? Nun, sicher nicht jeden
Tag, und auch nicht immer in dieser Intensität, aber hin und wieder doch. Aber ein Ausritt muss
darunter nicht leiden. Ein altes bekanntes Sprichwort sagt nämlich: Es gibt kein schlechtes Wetter,
sondern nur unpassende Kleidung. Auf uns Pferdesportler, die wir
uns beim Kauf unserer Reitkleidung
auf alle Unbilden der
kalten Jahreszeit optimal
vorbereiten wollen,
wartet heute nämlich eine
breite Palette wärmender
und auch gegen Nässe und
Wind schützender Textilien.
Doch wissen Sie auf Anhieb, welche
Eigenschaften sich hinter den
verschiedenen Herstellerbezeichnungen
verstecken? Und welches
Produkt gegen was wirklich nachhaltig
schützt? Denken wir daran:
Wir Pferdesportler setzen
uns am und auf dem Pferd unterschiedlichen
Belastungen
aus.
Teilweise bewegen wir uns
angestrengt – produzieren
also Schweiß. Dann wieder
sitzen wir ruhig im
Sattel – und beginnen zu
frieren. Oder wir werden
im Gelände auf
dem freien Feld von einem
Eishagelschauer
überrascht...
Da "Petrus" in nächster Zeit gelegentlich
nicht mit sich "spaßen"
lassen wird, hat der PFERDEANZEIGER
die gängigen auf
dem Markt angebotenen Textilien
"unter die Lupe" genommen.
Hier wichtige Einzelheiten, die
Ihnen helfen werden, mollig
warm und trocken durch den
Winter zu kommen.
Reitkleidung und ihre
Zielsetzungen:
Sie soll wärmen, Nässe
ableiten und gegen
kalten Wind schützen
Bevor wir uns ins Reitsportgeschäft
stürzen und uns – von Farben
und weichem Griff der Stoffe
verführt – recht wahllos aus
den Regalen eine Jacke nach der
anderen hervorziehen, gilt es festzustellen:
Welche Funktionen soll
unsere Winterreitkleidung eigentlich
erfüllen? Tatsächlich sind
bei der Wahl der Kleidungsstücke
für die Winterarbeit am, mit und
auf dem Pferd nämlich drei wichtige
Zielsetzungen zu beachten:
■Die Kleidung soll Schweiß ableiten
und den Körper in jeder
Situation angenehm warm halten,
ohne dass Stauwärme entsteht.
■Sie soll uns rundum (also wirklich
von Kopf bis Fuß und bis
in die Fingerspitzen) gegen
Nässe schützen.
■Gleichermaßen soll sie winddicht
sein – denn in Verbindung
mit Kälte ist Wind ein gefährlicher
Erkältungsproduzent.
Jedes Material hat
Vorteile und Grenzen
Für die Winterbekleidung des
Reiters haben sich verschiedene
Materialien und Material-Kombinationen
durchgesetzt, die wir
Ihnen in ihrer Wirkweise, ihren
Vorteilen und ihren Grenzen vorstellen
möchten. Logischerweise
beginnen wir beim "Darunter" –
der ersten Schicht, die direkt auf
der Haut getragen wird.
Polypropylen (PP) – ein
Material, das toll isoliert
Diese neuartige Kunstfaser
nimmt, eng anliegend auf der
Haut getragen, kaum Wasser auf
(nur ein bis zwei Prozent), sondern
leitet es in die nächste Kleidungsschicht
weiter. PP isoliert
ausgezeichnet, ist preisgünstig,
relativ reißfest und scheuerbeständig.
Vorteilhaft ist auch, dass
die Faser ausgesprochen dehnbar
und wetterbeständig ist, dafür
ist sie jedoch empfindlich gegen
UV-Strahlung (eine Einschränkung,
die im Winter aber kaum
zum Tragen kommt).
PP ist ideal für
Sportunterwäsche
PP ist – das kann man ruhig so
ausdrücken – die Idealfaser für
Sportunterwäsche. Außerdem
werden aus diesem Material heute
weitere praktische Produkte
angeboten. Sehr empfehlenswert sind dünne Fingerhandschuhe,
die als Extrawärmeschicht unter
den normalen Reithandschuh gezogen
werden. Auch dünne PPSocken
– unter dem normalen
Reit- oder einem dickeren Trekking-
Strumpf getragen – sorgt für
eine Extraportion Wärme. Seit
neustem gibt es sogar auch Reithosen
aus diesem modernen
Material.
Polyester (PES)
PES weist ähnliche Eigenschaften
wie PP auf. Es besteht aus langen
Molekülketten mehrwertiger
Säuren und Alkohole. Polyestergewebe
bestechen durch Leichtigkeit,
Hitze- und Formbeständigkeit
sowie Reißfestigkeit.
Auch sie nehmen weniger als ein
bis zwei Prozent ihres Eigengewichtes
an Wasser auf. Polyesterware
ist zusätzlich oft noch
antibakteriell behandelt, sodass
die Entstehung Geruch bildender
Bakterien verhindert wird. Die
Faser ist also – genau wie PP –
ebenfalls für Sportunterwäsche
ideal. Ähnlich empfehlenswert
sind Mischungen aus PP- oder
PES-Kunstfasern mit Naturfasern
wie Wolle und Baumwolle.
Edel, anspruchsvoll und
dennoch robust: Seide
Seide galt lange Zeit als DAS Material
für anspruchsvolle Unterbekleidung,
zum Beispiel für den
Jäger. Grundstoff für dieses edle
und teure Naturprodukt ist der
Kokonfaden der Seidenspinnerraupe,
der zu einem leichten und
Temperatur regulierenden (im
Sommer kühlenden, im Winter
wärmenden) Stoff gewebt wird.
Leider ist er nicht auf Dauer resistent
gegen Schweiß (und UVStrahlung)
und nur in höchster
Qualität reißfest und waschbeständig.
Stabiler ist Seide mit
Kunstfaserbeimischung.
Extratipp vom
PFERDEANZEIGER
Ideal für Reitkappenträger,
die im Winter leicht frieren,
ist die Kapuzenmütze aus
dem Jagdmodengeschäft. Sie
lässt sich prima unter den
Reithelm ziehen, denn sie
trägt überhaupt nicht auf und
wärmt doch sehr angenehm.
Naturfaser Wolle:
Wolle ist das Wintermaterialmit
einer sehr
uralten Tradition
Wolle blickt auf eine Jahrtausende
lange Tradition zurück und
war bis vor gar nicht langer Zeit
DAS Material für Winterbekleidung
– gleich welcher Art. Wolle
besteht aus einer hornartigen
Eiweißverbindung tierischer Herkunft,
dem Keratin. Dehnbar und
elastisch, kann sie einen recht
hohen Anteil Feuchtigkeit aufsaugen.
Sogar im feuchten Zustand wärmt
sie noch, trocknet aber meist recht
langsam. Der Pullover aus Wolle
– ob in dünner Ausführung als
Unterziehrolli für die Reithalle
oder als derberes Modell für den
Geländeritt – ist für viele Reiter
traditionell das beliebteste Oberbekleidungsstück.
Manche mögen sogar
Unterwäsche aus Wolle
Wolle wird von einigen, vor allem
älteren Reitern, immer noch
gern für die Unterwäsche bevorzugt:
Das hierfür meist verwendete
Material – Angora – wird aus
den Haaren einer Kaninchenart
gewonnen. Es ist extrem weich,
wärmend und angenehm auf der
Haut. Anspruchsvoller ist dagegen
die Pflege, von Nachteil die
geringe Stabilität im nassen Zustand.
Über Jahrzehnte "der"
Renner – Lodenmäntel
Reine Schurwolle wird auch für
Reitmäntel und Sakkos verarbeitet
und schaut unter der Bezeichnung
Loden auf eine lange
Tradition zurück. Der Begriff bezeichnet
ein in Tuch- oder Köperbindung
hergestelltes Streichgarngewebe
für Wetter- und
Sportbekleidung. Der beliebte so
genannte Strichloden hat eine "in
Strich” gelegte Haardecke.
Mollig warm: konservative
Reithosen aus Schurwolle
Schurwolle ist auch Grundstoff
vieler Winterreithosen, die meist
mit Beimischungen zur Dehnbarkeit
versehen werden (sowie
mit Leder- und Kunstlederbesätzen,
auch auf der Hosenvorderseite
in Anlehnung an Chaps).
Zeigt her eure Strümpfe ...
Spezielle Reiterstrümpfe (alternativ
können auch Trekkingstrümpfe
gewählt werden) – knielang,
eng anliegend, rutschfest
und faltenfrei – sind entweder
aus Wolle mit Kunstfaserbeimischung
oder aus stabilen Kunstfaser-
Gemischen hergestellt. Sie
nehmen kaum Feuchtigkeit auf,
halten den Fuß warm, weil Sie
Verdunstungskälte verhindern
und trocknen sehr schnell.
Lammfell wärmt den Reiterpopo
Im Übrigen gehört natürlich auch
der Sattelsitz aus reinem Lammfell
in die Rubrik Wolle. Er zählt
zwar nicht zu den Kleidungsstücken des Reiters, ist aber eine
empfehlenswerte Zusatzanschaffung
für Pferdesportler, die
im Winter gern ausreiten.
Moderne Leichtmaterialien:
Fleece und Mikrofaser
sind die heutigen Renner
Die gebräuchlichste Bekleidung
für die Isolationsschicht zwischen
Unterwäsche und Überbekleidung
stellt heute die Gruppe der
Faserpelze dar. Als Oberbegriff
wird gern die Bezeichnung Fleece
verwendet, ursprünglich ein
aufgebürstetes Gewebe auf Polyesterbasis.
Faserpelze werden sowohl
zu Kleidungsstücken oder
als Innenfutter verarbeitet.
Einen wertvollen Hinweis auf die
Stärke der Ausfertigung von
Fleece und Faserpelzen liefert die
Zahl hinter den meisten Markennamen:
Je größer sie ist, desto
dicker ist das Material.
Die Faserpelz-
Produktpalette ist breit
Aus Faserpelz auf Polyamid- und
Polyesterbasis gibt es Jacken, für
Reiter speziell mit Pulswärmer
am Ärmelende und Rückenverlängerung
als Nierenschutz. Auch
Sweater, Langarmhemden,
Socken und Handschuhe beziehungsweise
Faserpelz-Fäustlinge
sind zu haben. Letztere haben
ein dickes Faserpelzfutter in
winddichtem und Wasser abweisendem
Außenmaterial.
Alle sind sehr leicht, warm,
schnell trocknend und stabil. Bei
den Neuentwicklungen auf dem
Markt tritt auch die unangenehme
Knötchenbildung (genannt
Pilling) nicht mehr auf. Auch
Thermo-Unterwäsche besteht
meist aus einseitig aufgerautem
Faserpelz, der durch eine Beimischung
– wie Lycra – dehnbar gemacht
wurde.
Ein Ratschlag:
Aufgepasst bei Faserpelz-Socken:
Wer sie trägt, muss das Schuhwerk
ein bis zwei Nummern
größer wählen.
Mikrofaser gehört zu den
beliebtesten Reithosenstoffen
Zu traditionellen hochwertigen
Reithosenstoffen wie Schurwolle
mit Beimischung, Baumwollcord
und Denim-Jeansstoff gesellen
sich heute Mikrofasergewebe.
Sie sind eng gewebt, fast
winddicht und stark wasserabweisend.
Da sie dennoch Wasserdampf
gut durchlassen, sind
sie auch für schweißtreibende
Tätigkeiten geeignet.
Prima für
Reiterreisende geeignet
Mikrofaserbekleidung ist sehr
leicht und klein zu verpacken und
packt daher in jeden Reisekoffer,
ist also prima für den Reiturlauber
geeignet. Für Nieselregen ist
die Wasser abweisende Wirkung
ausreichend, wenn es richtig
gießt, wird man ohne beinumschließenden
langen Reitmantel
allerdings nass. Dennoch haben
diese Fasern einen großen Vorteil:
Sie trocknen in extrem kurzer
Zeit. Aus Mikrofaser gibt es
auch Blousons und Longjackets.
Extra-Wärmeschutz:
Vliese und Daunen halten
ganz besonders mollig
warm
Zu Reit-Überhosen wird heute
gern ein mikrofeines Vlies – Thinsulate
– verarbeitet. Man trägt solche
Vlies-Überhosen entweder
über einer eng sitzenden Reithose,
aber auch über einer langen
Unterhose. Durch die Materialkombination
von 65 Prozent PP
und 35 Prozent PES erhält man
eine sehr schlanke Wärmefüllung.
Testergebnisse zeigen, dass zur
Daune vergleichbare Isolationswerte
schon bei zirka einem Drittel
des Volumens erreicht werden.
Als leicht nachteilig wird
von manchen der etwas "brettige”
Griff beurteilt.
Wenn Sie im Winter überwiegend
in der Halle reiten und nur normale
Stallarbeit verrichten, bleiben
Sie ruhig bei Ihrer gewohnten
Reithose, kombinieren diese
aber mit einer langen Unterhose
aus Polypropylen.
Falls Sie hingeben gern ins Gelände
gehen, empfehlen wir Ihnen
in eine Überhose aus Thinsulate
zu investieren.
Zählen Sie sich gar zu den echten
Wintertrekking-Fans, bietet
sich alternativ auch eine so genannte
Outdoor-Trekking-Hose
an (aus Fasermischungen wie
Baumwolle-Polyamid, Baumwolle-
Polyester, Mikrofaser oder
mit Membrane – siehe unten), wie
sie Wanderer und Bergwanderer
tragen. Diese Modelle bieten besonders
viel Bewegungsfreiheit
und sind übrigens auch für Arbeiten
im Freien (Weidezaunreparaturen, Longieren und Freilaufen
auf dem Außenplatz) prima
geeignet.
Hochbauschvliese werden für
Outdoor-Jacken bevorzugt
Auch so genannte Hochbauschvliese
werden heute zunehmend
in Wärmebekleidung – zum Beispiel
Outdoor-Reitjacken – eingenäht.
Bei Polyestervliesen werden
Polyesterfäden (die im Querschnitt
wie ein Schlauch mit Luftkanälchen
aussehen) in Teile geschnitten
und in einem ausgeklügelten
Verfahren zu Vliesmatten
übereinander gestapelt.
Um ein Ausfransen der Fasern zu
verhindern, werden die Vlieslagen
beim Einnähen mit einem
reißfesten Gewebe eingefasst.
Silikonummantelungen
dienen der Elastizität
Manche Hohlfasern werden zudem
mit einer Silikonummantelung
versehen, um den elastischen
Griff und die Bauschkraft
möglichst lange zu erhalten. Generell
ist die Wasseraufnahme der
von den verschiedenen Faserherstellern
angebotenen Marken
geringer als die der Daune.
Gänsedaune wärmt
mehr als Entendaune
Original-Daune von erwachsenen
Tieren (Gänsedaune ist in der
Regel qualitativ besser als Entendaune)
ist nach wie vor der wohl
wärmste Isolator im Verhältnis
zum Gewicht. Sie bindet Luft in
ihren feinen Verästelungen.
Durch Feuchtigkeit allerdings
verliert sie ihr Isolationsvermögen.
Der Komfort-Tipp vom
PFERDEANZEIGER
Daune ist ein ausgezeichnetes
Material für Ihr Reitwesten-
Wintermodell. Ziehen Sie
solch eine ärmellose Daunen-
Reitweste beim Ritt in der
kalten Reithalle über einen
dünneren Rolli an (Sie können
die Weste später ja ablegen,
wenn die Lektionen zu
schweißtreibend werden).
Auch für den kürzeren Ausritt
bei Wintersonnenschein
– in Kombination mit einem
wärmeren Pullover drunter
– ist die Daunen-Reitweste
das ideale Modell.
Membranen:
Gore tex und "Company"
haben die Allwetter-Mode
vollständig umgekrempelt
Bei der Überbekleidung (Reitblousons,
Reitmäntel, Outdoor-
Jacken), die gegen Wind und Regen
schützen soll, spielen die Naturfasern
inzwischen eine untergeordnete
Rolle. Sie kommen allenfalls
als imprägniertes Mischgewebe
zum Einsatz.
Den gesamten Outdoor-Bekleidungsmarkt
haben neue Materialien
umgekrempelt: Gore tex
ist eine aus "gerecktem" Teflon
bestehende Membrane mit stark
wasserabweisender Oberfläche.
Durch den Reckvorgang entstehen
kleinste Poren an der Oberfläche.
Diese Poren sind ungefähr
20.000-mal kleiner als ein Wassertropfen,
aber zirka 700-mal so
groß wie ein Wasserdampfmolekül.
Dadurch kann abgegebene Körperfeuchtigkeit
in einem gewissen
Umfang hindurch entweichen.
Gore Tex wird immer in
Verbindung mit einem Trägergewebe
verarbeitet und ist für
Reiter mit extremen Ansprüchen
empfehlenswert.
Wind- und wasserdichtes
Material
Sympatex ist eine hauchdünne
Kompaktmembran auf Polyesterbasis.
Der Feuchtigkeitstransport
geschieht auf chemischelektrischem
Weg: Ein Teil der
langen PES-Molekülketten zieht
Wassermoleküle an (hydrophil),
der andere Teil stößt sie ab (hydrophob).
Über die hydrophilen
Teile werden die Wassermoleküle
nach außen transportiert. Als völlig
geschlossene Membran ist
Sympatex absolut winddicht und
wasserdicht.
Texapore ist keine Membran, sondern
eine hochwertige mikroporöse
Beschichtung, die – wie
manche Anbieter feststellen – sowohl
in der Wasserdichtigkeit als
auch im Feuchtigkeitsdurchgangswert
geringfügig schlechter
abschneiden soll als Membranen.
Mikroporöse Beschichtungen
werden direkt auf das Trägergewebe
aufgetragen. Nach
dem Aushärten entstehen durch
das Herauslösen einer Komponente
Poren.
Extratipp vom
PFERDEANZEIGER
Übrigens: Auch Handschuhe
mit Membrane gibt es
mittlerweile – und das heißt:
Endlich beim Winterausritt
keine nassen, klammen Finger
mehr.
Beschichtungen:
Von der Nylon-Jacke
bis zum Waxed-Cotton-
Mantel
Als preiswerter Wetterschutz sind
Jacken, Ponchos und Überhosen
mit Polyurethan-Beschichtung
(Nylon-PU) zu empfehlen. Sie
lässt zwar keine Schwitzfeuchtigkeit
nach außen dringen, ist
aber auch wind- und wasserdicht.
Generell ist Nylon (wie auch Perlon)
ein sehr beliebtes Außenmaterial
und wird gern zu Reitjacken
(die dann zum Beispiel mit
einem hautfreundlichen Baumwoll-
Jersey-Futter versehen sind)
verarbeitet. Nylon und Perlon
sind versponnene Polyamid-
Fasern, sehr biege-, scheuer- und
reißfest. Bei starker UV-Bestrahlung
altern sie allerdings vorzeitig.
Silikon konnte sich
nicht durchsetzen
Die in manchen Bereichen der
Outdoor-Bekleidung verwendete
Silikon-Beschichtunhat sich gegenüber
der gewachsten Baumwolle
(waxed cotton) bei Reitmänteln
und -jacken nicht durchgesetzt.
Silikone sind Polymere,
die aus Silizium-Sauerstoff-Ketten
mit Alkyl- oder Aryl-Seitengruppen
aufgebaut sind. Mit ihnen
werden – bei Bekleidungsstücken
– Stoffe erst nach dem
Weben beschichtet, um sie wasserdicht,
Kälte- und UV-resistent
zu machen. Hochwertige Elastomere – zum Teil mehrfach aufgetragen
– erhöhen die Reißfestigkeit
und UV-Beständigkeit
noch um ein Vielfaches.
Sind nach wie vor der große
Renner: Waxed-Cotton-Produkte
Die beliebten Waxed-Cottonoder
Oilskin-Produkte haben sich
tatsächlich zu den Klassikern unter
den Outdoor-Regenmänteln
und -jacken gemausert. Sie bestehen
bei hochwertigen Modellen
aus schwerem Tuch aus langstapeliger,
meist australischer
Baumwolle mit 22 Schuss- und
Kettenfäden je Zentimeter. Das
Garn ist vor dem Weben geölt
und gewachst, sodass auch bei
starkem und anhaltendem Regen
der Geländereiter absolut trocken
bleibt. Gute Wintermodelle sind
tragefreundlich gefüttert und sogar
mit ausknöpfbarem Teddyfutter
erhältlich.
Strümpfe und Schuhe:
Nie mehr kalte Füße – kein
unerfüllbarer Wunschtraum
Wer je auf einem windumtobten,
matschigen Reitplatz versucht
hat, sein Pferd zu longieren, kann
ein Lied davon singen: Die Füße
werden zu Eisklumpen. Ähnlich
jammern auch Geländereiter nach
langer Tour. Die Fußbekleidung
fängt daher im Winter bereits bei
den Strümpfen an.
Die Socken regeln, ebenso wie
das Futter des Schuhs oder Stiefels,
das Fußklima und sorgen für
Komfort. Dicke Sohlen, gepolsterte
Fersen und Zehen wirken
druckmindernd. Für Kälteempfindliche
empfehlen sich dünne
Unterziehsocken aus Polypropylen
wegen des ausgezeichneten
Schweißtransports.
Darüber kommen
warme Reiterstrümpfe
Über diesen dünnen Socken (oder
solo) werden spezielle Reiterstrümpfe
oder Trekkingstrümpfe
getragen. Beide sind knielang,
eng anliegend, rutschfest und faltenfrei.
Empfehlenswert sind
Strümpfe aus stabilen Kunstfasergemischen.
Diese Gemische
nehmen kaum Feuchtigkeit auf.
Sie verhindern so Verdunstungskälte
und halten den Fuß
schön warm. Natürlich trocknen
sie auch sehr schnell.
Besonders mollig sind
Woll- oder Faserpelzstrümpfe
Natürlich gibt es auch Strümpfe
aus reiner Wolle, sie wärmen besonders
gut. Stabiler und reißfester
sind allerdings solche mit
Kunstfaserbeimischung. Ein bis
zwei Nummern größer muss das
Schuhwerk gewählt werden,
wenn über Unterziehsocken aus
Polypropylen Faserpelzsokkets
(etwa knielang) gezogen werden,
denn Faserpelz trägt auf.
Reitschuhwerk in
allen Variationen
PVC-Reitstiefel – neu mit Thermikfutter
– sind eine winterliche
Alternative zum normalen PVCoder
Gummi-Reitstiefel. Deutlich
wärmer halten allerdings Thermo-
Reitstiefel, da sie verschiedene
High-Tech-Materialien
kombinieren. Fürs Herumwaten
in Schnee und Matsch kommt der
altbewährte Gummistiefel mit
rutschsicherer Profilsohle nie
außer Mode. Als praktische Überziehschuhe
(zum Beispiel über
Lederreitstiefel) bieten sich Galoschen
mit angenehm griffiger
Sohle an.
Extratipp von
PFERDEANZEIGER
Gelände- und Trekkingreiter
finden im Rangerstiefel einen
Ganzjahres-Allwetter-
Reitschuh. Dieser tolle Schuh
ist fürs Reiten, Führen (auch
über extrem schwieriges
Geläuf) und für die Arbeit
am Pferd gleichermaßen
ideal geeignet ist.
Hergestellt von einem Schuhmacher
und Wanderreiter,
besteht er aus natürlich gegerbtem
Leder mit wirklich
rutschfester, FCKW-freier,
speziell luftpolstergeschäumten
PU-Sohle und
Klimakorkeinlage.
Und noch ein nützlicher Rat
vom PFERDEANZEIGER:
Da auch der längste Reitmantel
nicht die Füße umschließt,
montiert der umsichtige
Geländereiter so genannte
Tapaderos, schützende
Kappen aus Leder als
Regen- und Kälteschutz an
seine Steigbügel. Es gibt mittlerweile
auch spezielle Wandersteigbügel
in Form der
sehr bequemen und sicheren
Gardian-Bügel mit montierten
Tapaderos zu kaufen.
Kopfbedeckungen:
Der Reithelm sollte
stets der Favorit
Nr. 1 beim Reiten
sein
Aus Sicherheitsgründen sollte
der Reithelm Favorit Nr.
eins beim Reiten – vor allem
im Gelände – bleiben und,
wie weiter oben beschrieben,
notfalls mit einer
feinen, aber wärmenden Jägerunterziehkapuze
kombiniert
werden.
Da viele Reiter es entsprechend
ihrer Reitweise
(Western, Trekking, Gardian
und so weiter) es jedoch
als Stilbruch betrachten, eine
traditionelle Kappe zu
tragen, weichen sie auf die
zur Ausrüstung von
Pferd und Reiter passenden
Kopfbedeckung,
meistens
einen
s c h i c k e n
Hut, aus. Letztere gibt es jetzt allerdings
auch mit einzulegender
Hartschale, sodass der Sicherheit
Genüge getan wird.
Mediendienst Wienkamp
Wir bedanken uns …
… bei Bettina Heining vom
"Reiter-Outlet-Store" in Essen
(www.ros-shop.de), die als Fachberaterin
für uns eine repräsentative
Auswahl an passender
Winterkleidung für Reiter zur
Verfügungstellte
und gemeinsam
mit dem
P F E R D E -
ANZEIGER
auch das
Fotoshooting
betreute. |
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