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| Weidesaison
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Textversion:
Weidepflege beginnt schon im Winter! Welcher Pferdehalter hat sich nicht vorgenommen, im nächsten
Jahr für bessere Bedingungen auf der Weide zu sorgen? Wer möchte
seinen Pferden nicht endlich eine dichte und strapazierfähige
Grasnarbe bieten, auf der die Tiere herumtollen und unbedenklich
grasen können? Wenn auch Sie Ihre Pferdeweiden verbessern
wollen, dann sollten Sie allerdings nicht bis zum Frühjahr warten.
Stellen Sie schon jetzt die Weichen auf "Grün": Jetzt Nachsaaten planen
und Bodenproben ziehen!
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt,
um auf der Weide eine Bestandsaufnahme
zu machen. Bei einer
Begehung der Weiden kann man
schon jetzt den Bedarf für notwendige
Nachsaaten abschätzen.
Je Hektar Weidefläche benötigt
man dazu etwa 20 Kilogramm
Saatgut.
Zur Nachsaat eignen sich nur Mischungen
mit einem hohen Anteil
an Deutschem Weidelgras.
Dieses kann sich aufgrund seiner
raschen Jugendentwicklung
am besten in einer bestehenden
Grasnarbe etablieren. Besorgen
Sie sich schon jetzt in aller Ruhe
hochwertiges Saatgut und lassen
Sie sich nicht in der Hektik des
Frühjahres eine ungeeignete Billigmischung
aufschwatzen!
Nur wenn der Nährstoffgehalt
des Bodens ausgeglichen ist, wird
darauf auch ein gesundes, mineralstoffreiches
Futter wachsen.
Nutzen Sie also jetzt die ruhige
Zeit, um auf Ihren Weideflächen
Bodenproben zu ziehen und lassen
Sie diese in einem anerkannten
Labor untersuchen.
Die Landwirtschaftliche Untersuchungs-
und Forschungsanstalt
(LUFA) Münster bietet diesen
Service für Pferdehalter bundesweit
an. Nähere Informationen
hierzu finden Sie im Internet
unter:
www.landwirtschaftskammer.
com/verbraucher/pferde/
bodenuntersuchung.htm.
Mit dem Ergebnis der Bodenuntersuchung
erhalten Sie eine detaillierte
Empfehlung für die
Düngung mit den Grundnährstoffen
Kalium, Phosphor, Magnesium
sowie für eine etwa notwendige
Kalkung. Die Kosten für
die Untersuchung von etwa 15
werden durch die Einsparung
überflüssiger Düngergaben
schnell wieder hereingeholt. Kauf
und Ausbringung der eventuell
notwendigen Dünger können so
frühzeitig geplant werden.
Grunddüngung schon im
Winter ausbringen
Damit sich im Frühjahr eine dichte
und strapazierfähige Grasnarbe
bilden kann, müssen die
Gräser und Kräuter mit ihren
Wurzeln von Anfang an ausreichend
Mineralstoffe aufnehmen
können.
Aus pflanzenbaulicher Sicht
spricht vieles dafür, die in der
Bodenuntersuchung empfohlenen
Gaben an Kalium, Phosphor,
Magnesium und Kalk bei günstiger
Witterung schon während
des Winters auszubringen.
Durch eine Düngung auf oberflächlich
gefrorenem Boden werden
Bodenverdichtungen und
Fahrspuren verhindert, in denen
sich sonst vorzugsweise Unkräuter
ausbreiten. Die ausgebrachten
Nährstoffe haben noch
Zeit, in den Boden einzudringen
und sich im Wurzelraum zu verteilen.
Lediglich stickstoffhaltige
Düngemittel dürfen erst unmittelbar
vor Vegetationsbeginn
gestreut werden.
Abschleppen und
Walzen?
Während des Winters haben
Maulwurf, Wühlmaus und Konsorten
meist ganze Arbeit geleistet. Gegen Ende des Winters steht
daher das Abschleppen der Weide
auf dem Programm. Dadurch
werden Unebenheiten beseitigt
und die Gräser zu einer stärkeren
Bestockung angeregt.
Auch werden durch das Abschleppen
kleinere, über Winter
aufgelaufene Unkräuter ausgerissen.
Der Boden sollte aber
schon etwas abgetrocknet sein,
damit die Erde nicht auf der Grasnarbe
verschmiert wird.
Deshalb sollte man mit dem Abschleppen
warten, bis die Erde
der Maulwurfshaufen so trocken
ist, dass sie grau und krümelig
wird.
Wenn die Narbe über Winter aufgefroren
ist, empfiehlt es sich, einige
Tage nach dem Abschleppen
mit einer schweren Wiesenwalze
im Schritttempo über die
Flächen zu fahren.
Durch das Walzen wird der Kontakt
des Wurzelwerks zum Boden
wiederhergestellt. Dies ist
allerdings meist nur auf anmoorigen
Böden notwendig. Auf den
meisten Pferdeweiden kann man
sich das Walzen daher ruhigen
Gewissens sparen.
Zu Vegetationsbeginn
Kalkstickstoff streuen
Von allen Nährstoffen hat der
Stickstoff die unmittelbarste und
deutlichste Düngewirkung, man
nennt ihn deshalb auch den "Motor
des Pflanzenwachstums".
Auf Pferdeweiden geht es aber
nicht darum, möglichst schnell
große Futtermengen zu
erzeugen.
Wichtiger ist es, eine dichte, strapazierfähige
Grasnarbe aufzubauen
und dem Steppentier
Pferd gesundes, das heißt nicht
zu fettes Gras anzubieten. Daher
sollten auf Pferdeweiden am besten
nur langsam und gleichmäßig
wirkende Stickstoffdünger eingesetzt
werden. Ein idealer Pferdeweidendünger
ist deshalb der
Kalkstickstoff. Seine gleichmäßige
Wirkung fördert vor allem
die wertvollen narbenbildenden
Untergräser.
Der optimale Zeitpunkt für die
Düngung mit Kalkstickstoff ist
gekommen, wenn in den Gärten
die Forsythien blühen. Pro Hektar
Weide werden 300 bis 400
Kilogramm Kalkstickstoff gestreut,
am besten einige Tage
nachdem die Weide abgeschleppt
worden ist.
In den ersten Tagen nach dem
Ausstreuen reagiert Kalkstickstoff
mit der Tau- und Bodenfeuchte.
Dabei bildet sich
vorübergehend Cyanamid. Dieser
Wirkstoff schaltet über Winter
gekeimte Unkräuter sowie die
meist noch zahlreich vorhandenen
Larven der Eingeweideparasiten
aus.
Aus diesem Grund wirkt die
Düngung mit Kalkstickstoff wie
eine "Reinigung" der Weide.
Sie verringert den Infektionsdruck
und sichert den Erfolg der
medikamentösen Entwurmung
ab. Das erhält und fördert die Gesundheit
Ihrer Pferde.
Disponieren Sie den Kalkstickstoff
frühzeitig beim Landhandel
oder bei einer Genossenschaft,
damit Sie den Dünger zum
optimalen Zeitpunkt auch wirklich
zur Verfügung haben.
Fazit:
Noch liegt das Frühjahr in scheinbar
weiter Ferne, aber trotzdem
sollten Sie bereits an die kommende
Weidesaison denken.
Durch eine überlegte Planung
können Sie jetzt schon sicherstellen,
dass alle notwendigen
Maßnahmen zur Weidepflege
getroffen und zum richtigen Zeitpunkt
durchgeführt werden.
Ihre Pferde werden es Ihnen
danken!
Dr. Hans-Jürgen Klasse, Trostberg |
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