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Das Pferd im Winter Tipps und Tricks für die kalte Jahreszeit
Wenn Väterchen Frost uns an sein eisiges Herz drückt und bittere Kälte durch die dicksten Kleidungsschichten dringt... wenn unsere vierbeinigen Kameraden mehr als einen heftigen Bocksprung vollführen müssen, um sich richtig warm zu hüpfen, dann ist jeder Reiter dankbar für ein paar Tipps, die ihm helfen, die - wie es scheint unfreundlichste - Zeit des Jahres besser zu überstehen. Natürlich ist jede Unbill vergessen, sobald Petrus glasklaren Himmel, strahlende Wintersonne und eine Lage Pulverschnee auf den Reitwegen präsentiert, die zum fröhlichen Trab geradezu einlädt! Doch die Monate zwischen November und Februar pendeln nun einmal zwischen den Extremen und halten eine Vielzahl unterschiedlichster Herausforderungen bereit. Ihr Fachmagazin PFERDEANZEIGER zeigt auf, wie Sie alle Aufgabenstellungen im Sinne echten Horsemanships kompetent bewältigen! Zum Thema ‘Leben auf engerem Raum...’ Für die meisten Pferde in unserem Land gilt dieses Motto in der kalten Jahreszeit, selbst wenn sie tagsüber zwischen Box und Auslauf hin- und her wechseln können. Reiten bei Tageslicht? Ist oft nur an den Wochenenden möglich, da die Geschäftsschlusszeiten Pferd und Reiter ins künstlich beleuchtete Hallenviereck verbannen. Bewegung in gesunder Frischluft? Hat Seltenheitswert, wenn Nässe, Kälte und Wind auch den Paddock-Aufenthalt einschränken oder die Witterungsverhältnisse keine langen Ausritte erlauben. Gibt es gar nichts, das Mensch und Tier jetzt noch Lust und Laune erhält? Ihr Fachmagazin PFERDEANZEIGER sagt: ‘Doch, natürlich!’ Lassen Sie sich in diesem Sonderbeitrag aufzeigen, dass Reiten und Pferdehaltung im Winter nicht nur genauso sicher sein können, sondern auch ebenso viel Spaß machen wie während der wärmeren Jahreszeit! Alles schön praktisch und vor allem pieksauber In Box oder Laufstall, auf der Stallgasse, im Auslauf und am Sattelplatz... hier spielt sich jetzt ein Großteil des Pferdealltags im Haltungsbereich ab. Umso wichtiger ist es, dass Ihr Pferd und Sie selbst hier jetzt auch optimale Bedingungen vorfinden. Ihrem Pferd sollte der Haltungsbereich unbedingt auch im Winter möglichst viele Grundbedürfnisse erfüllen und ein artgemäßes Verhalten ermöglichen. Sie selbst werden es begrüßen, wenn Ihnen alle anfallenden Hangriffe erleichtert werden. Pferdestall als Lebensraum? Um möglichst viele Elemente der winterlichen Stallhaltung verbessern zu können, ist es sinnvoll, dass Sie die natürlichen Verhaltensweisen des Pferdes hinterfragen. Vergleichen Sie sie mit den Bedingungen, die es in seinem Stall im Winter vorfindet. Was tut der wilde Vetter Ihres Pferdes in freier Wildbahn den ganzen Tag über? Er nimmt Nahrung und Wasser auf. Er döst und schläft. Er setzt Kot und Harn ab. Er bummelt oder spielt mit den Artgenossen. Er pflegt sein eigenes Fell oder betreibt Fellpflege mit dem Herdenkumpel. Bei all diesen Aktionen setzt er auch seine Wahrnehmungsorgane ein: Er sieht, er hört, er riecht, er schmeckt und er fühlt. Zudem nutzt er seine körperlichen und psychischen Fähigkeiten: lange Gliedmaßen, ein großes Herz-Lungen-Volumen, harte Hufe und eine komplexe Körpersprache. Was bietet mein Pensionsbetrieb? Die Frage, was Ihr Stall bietet, um Ihrem Pferd möglichst viele dieser Bedürfnisse zu erfüllen, müssen Sie als Pferdehalter individuell - bezogen auf die in Ihrem Reitbetrieb praktizierte Haltungsform - beantworten. Regen Sie Verbesserungsmöglichkeiten an, wo Mängel bestehen. Treffen Sie, wo notwendig, Zusatzabsprachen oder buchen Sie - gegen einen Preisaufschlag - Extra- Leistungen, um Ihrem Tier optimal über den Winter zu helfen. Achten Sie dabei auf die in den folgenden Abschnitten aufgezählten Maßnahmen. Heu und Stroh gegen Langeweile Zur optimalen Nahrungsversorgung lassen Sie die Tagesfutterration in mindestens drei Portionen aufteilen. Sorgen Sie auch für ausreichend Raufutter. Damit kommen Sie dem körperlich bedingten Bedürfnis des Pferdes entgegen, viele Stunden lang jeweils kleine Portionen Nahrung aufzunehmen. Sorgen Sie auch für peinliche Sauberkeit in der Box durch reichlich saubere Einstreu, mehrmaliges Heraussammeln der frischen Misthaufen und Ausstechen der harndurchtränkten Einstreubereiche. Dadurch heben Sie den Nachteil, dass das Pferd von einem Platz fressen muss, an dem es auch Kot und Harn absetzt, ein wenig auf. Gleichzeitig beugen Sie sowohl Verfettung durch Fehlfütterung als auch Abmagerung bei zu wenig oder verschmutztem Raufutter vor. Saubere Einstreu für mehr Komfort Viel frische Einstreu erhöht auch das Behaglichkeitsempfinden Ihres Pferdes. In sauberem Stroh oder einer reichlichen Schicht frischer Späne wälzt es sich gern und kommt seinem Bedürfnis, sich zu pflegen, ungezwungen nach. Die hygienische Einstreu schont nicht nur die Atemwege, sondern verlockt es auch dazu, sich in Ruhephasen öfter hinzulegen. Dadurch entspannt und regeneriert es sich nachhaltiger als ein Pferd, das sich wegen kot- und harndurchtränkter Einstreu gar nicht erst niederlegt. Verschmutzte und nasse Einstreu ist zudem eine Brutstätte für Würmer, Parasiten und Bakterien aller Art und kann, gleich ob das Pferd darin steht oder liegt, eine Vielzahl von Krankheiten auslösen (unter anderem Strahlfäule, Hauterkrankungen, rheumatische, Atemwegs- und Harnwegserkrankungen). Was Sie wissen sollten Mit bester Absicht wird in manchen Ställen täglich die komplette Einstreu entfernt und die Box frisch eingeschüttet. Dabei wird jedoch - um Kosten zu sparen - an Stroh oder Spänen gespart. Das Ergebnis ist zwar ein sauber aussehender Stall, in dem sich die Pferde aber dennoch nicht gänzlich wohl fühlen. Eine zu dünne Einstreuschicht isoliert im Winter nicht ausreichend gegen die von den meist aus Stein/Beton bestehenden Stallböden aufsteigende Kälte. Das Pferd legt sich nicht nieder, entspannt nicht nachhaltig oder aber es erkältet sich, wenn es seinem Ruhebedürfnis nachgibt und sich doch hinlegt. Andere Pferde halten auf zu spärlicher Streu Harn zu lange zurück und begünstigen so Harnweginfektionen. Also: Nicht am falschen Ende sparen und immer reichlich einstreuen! Wie steht’s mit der Wasserversorgung? Die Regel ist, dass das Pferd trinken muss, was es vorgesetzt bekommt. Dabei entscheidet die Bequemlichkeit des Pflegepersonals über Menge und Qualität des Wassers. An der Selbsttränke kann es sich selbst bedienen, nicht jedoch, wenn sie durch Futterreste oder gar Kotballen (gar nicht so selten!) verunreinigt ist oder der Mechanismus versagt. Im Winter addiert sich die Gefahr des Einfrierens hinzu. Dies lässt sich durch entsprechende bauliche Maßnahmen zwar weitgehend verhindern, die aber vor allem in bäuerlichen Haltungsbetrieben noch nicht die Regel sind. Täglich mindestens zweimalige Kontrolle der Tränke ist daher unverzichtbar. Der PFERDEANZEIGERPraxistipp Muss bei starkem Frost aus dem Eimer getränkt werden, dürfen die Eimer nicht einfach aufgefüllt und in eine Boxenecke gestellt werden. Hier fallen sie leicht um, durchnässen die Einstreu und werden durch Futterreste und Kot verschmutzt. Praktisch und arbeitsersparend sind Eimer- Hängevorrichtungen, in die spezielle große Tränkeimer gehängt werden können. Reinigen Sie die Eimer gründlich vor jedem Nachfüllen und bieten Sie Wasser ‘satt’ an. Ihr Pferd benötigt immerhin 30 bis 60 Liter pro Tag, je nach Futterzusammensetzung! So beugen Sie dem gefährlichen Kreuzverschlag vor. Das Kreuzverschlag-Risiko steigt, wenn Pferde wenig bewegt werden, reichlich Kraftfutter erhalten und dabei nicht genügend Wasser aufnehmen können. Was sieht und hört Ihr Pferd? Um herauszufinden, ob über das Hautempfinden hinaus die anderen Wahrnehmungsorgane Ihres Pferdes befriedigt werden, müssen Sie sich den Stall aus der Sicht Ihres Kameraden betrachten: Kann er durch ein Fenster, eine offene Luke oder eine Außenbox-Obertür hinaussehen und am Stallgeschehen teilhaben? Sieht er Artgenossen, andere Tiere und Menschen? Überdenken Sie einen Stallwechsel, wenn Ihr Pferd in der jetzigen Anlage nur zwischen Gitterstäben und Betonwänden dahinvegetiert. Außer dass es psychisch verkümmert, besteht die Gefahr, dass es im Gelände nun bei starken optischen Reizen scheut oder durchgeht. Der kleine PFERDEANZEIGER- Tipp Ermöglichen Sie Ihrem Pferd täglich Kontakt zur Außenwelt - aber nicht nur durch Ausritte im bekannten Gelände. Warum spazieren Sie nicht auch mal durchs nahe Dorf? Verlegen Sie auch, wann immer es Witterungs- und Bodenverhältnisse zulassen - die Hallenarbeit auf den Außenplatz! So gewöhnen Sie Ihr Pferd gleichzeitig an eine Vielzahl von optischen und akustischen Außenreizen und stabilisieren sein Nervenkostüm. Dauerlärm oder Grabesruhe? In vielen Ställen werden die Geräusche mit Hilfe eines Schildes ‘Bitte Ruhe!’ auf ein Mindestmaß reduziert. Andere Pferde sind einer Dauerlärmkulisse ausgesetzt, etwa wenn sich der Betrieb in der Nähe einer Autobahn oder einer Industrieanlage befindet. Mögliche Folgen: Das Unterscheidungsvermögen des Pferdes, welches Geräusch welcher Quelle zuzuordnen ist, verringert sich - parallel dazu steigt die Scheuneigung. Dauerlärm wiederum führt zu Arbeitunlust. Der PFERDEANZEIGERExtratipp Lassen Sie zeitweise im Stall ein Radio auf Zimmerlautstärke laufen - ein wenig beschwingte Musik, ein Hörspiel, die täglichen Nachrichten... Ihr Pferd empfindet dies als Abwechslung und fühlt sich weniger isoliert. Besuchen Sie auf Ihren Spaziergängen oder -ritten ruhig auch Plätze, an denen reger Betrieb herrscht. Das reduziert dauerhaft eindeutig die Schreckhaftigkeit. Ist Ihr Pferd hingegen in seiner Haltungsanlage eher lärmbelastet, gönnen Sie ihm Phasen der Erholung in einer ruhigen Umgebung. Rangkämpfe bei Gruppenhaltung vermeiden Sicher betrachten Sie es als einen Glücksfall, wenn Sie einen Reitbetrieb finden, in dem Sie Ihr Pferd in einem Gemeinschaftslaufstall oder in Gruppenhaltung in einem Offenstall mit anschließendem Auslauf halten können. Haben die Pferde jedoch im Winter deutlich weniger Möglichkeit, sich freilaufend auf großen Flächen ‘auszutoben’, sinkt die so genannte Stress- Schwelle. Die Pferde werden eher reizbar und lassen ihren Unmut am Artgenossen aus. Der feinfühligen Zusammensetzung der Gruppen auf der beengten Grundfläche von Laufstall oder Paddock kommt daher besondere Bedeutung zu. Ideal sind gerade Besatzzahlen, damit jedes Pferd einen Partner findet. Falls durchführbar, empfiehlt sich die Trennung nach Geschlechtern. ‘Zankhähne’, die auch nach geraumer Integrationszeit die Gruppen immer noch ‘aufmischen’, sind besser in einer paarweisen Haltung mit einem gleichgeschlechtlichen Partner aufgehoben. Fütterung: Futtereinerlei möglichst vermeiden Ist die Weidesaison erst einmal vorüber, fressen die meisten Pferde während der Wintermonate Tag für Tag das gleiche Futter. Da auf den heute meist überdüngten Weiden nur mehr wenige Gräserarten wachsen, weist auch das Heu häufig nicht die gewünschte Artenvielfalt auf. Die Geschmacksnerven stumpfen daraufhin ab. Das ist gefährlich, denn das Pferd verliert so im Laufe der Wintermonate die Fähigkeit, zwischen giftigen und ungiftigen Pflanzen zu unterscheiden - das kann bei einem Ausritt oder später im nächsten Frühjahr auf der Weide bei falscher Futteraufnahme schwerwiegende Folgen haben! Zudem kann ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auftreten, der bestimmte Krankheiten fördert und das Leistungspotential vermindert. Habe ich Einfluss auf die Fütterung? Als Besitzer eines im Pensionsstall untergebrachten Pferdes haben Sie in der Regel wenig Einfluss auf die Fütterungsbedingungen. Versuchen Sie dennoch, möglichst viel über die Pferdeernährung, die Ihr Stallbetreiber praktiziert, herauszufinden. Überprüfen Sie die Art und Zusammensetzung der in Ihrem Betrieb gefütterten Futtermittel. Sollten Sie Mängel entdecken, regen Sie ein freundschaftliches Gespräch aller Einsteller mit dem Stallbetreiber an, um künftig Futtermittel aus ökologischem Anbau und vor allem artenreiches Heu anzukaufen. Notieren Sie Art und Menge des verabreichten Futters. Wiegen Sie auf jeden Fall auch einmal aus, was Ihr Pferd täglich gefüttert bekommt und/oder rechnen Sie die genauen Futterrationen nach. Unser Tipp: Beauftragen Sie einen unabhängigen Fütterungsberater, die für Ihr Pferd (Rasse, Alter, Einsatzbereich, Typ usw.) notwendige Futterzusammensetzung und quantität zu errechnen. Gleichen Sie daraufhin Mängel durch Zufütterung der empfohlenen Mittel oder Präparate aus. Was Ihr Fachmagazin PFERDEANZEIGER jetzt rät Der Winter kann Sie als Pferdehalter fütterungsmäßig vor eine neue Herausforderung stellen. Zum einen ‘schleicht’ sich während der tageslichtarmen Monate oft eine Nutzungsänderung ein: Statt täglich gearbeitet zu werden - wie noch im Herbst, dessen goldenes Licht zu regelmäßigen Ausritten verlockte -, wird das Bewegungsangebot häufig doch vernachlässigt. Ihr Pferd leidet unter Langeweile, soll dann aber kurzzeitig Hochleistungen erbringen, wenn Sie endlich Winterurlaub nehmen können oder Petrus mit Pulverschnee und Sonnenschein lockt. Regen Sie im Gespräch mit anderen Einstellern und dem Stallvermieter ein Fütterungsseminar in Ihrem Betrieb an, zu dem sie einen solch genannten Fütterungsspezialisten zu einem Vortrag bitten. Ihr Stallvermieter sollte unbedingt dabei sein! Kräuter peppen Futter auf Sollten Sie tatsächlich entdecken, dass in Ihrem Stall ein tristes Futter- Einerlei herrscht, müssen Sie mit allmählich abnehmendem Appetit rechnen, falls Ihr Vierbeiner zu den wählerischen Vertretern der Spezies zählt. Kräutermischungen, in Pferdefutterfachhandlungen angeboten und in die tägliche Kraftfutterration gegeben, können Abhilfe schaffen. Sie regen den Appetit wieder an, helfen, Magen-Darm-Beschwerden und den im Winter häufigen Atemwegserkrankungen vorbeugen und sind ein ideales Beifutter bei Pferden, die durch eine harte Veranstaltungssaison ein wenig erschöpft sind. Der PFERDEANZEIGERExtratipp Probieren Sie es einmal mit Isländisch Moos. Es gehört der Gattung der Flechten an und ist auch als ‘Islandflechte’ und unter dem lateinischen Namen ‘Cetraria islandica’ bekannt. Für Rentiere ist diese in kühler Klimazonen (bei uns in den hohen Lagen der Mittelgebirge) wachsende Flechtenart seit langem begehrtes Winterfutter. Auf Island selbst wird sie gern von Pferden gefressen, diente aber in Notzeiten auch dem Menschen stets als Nahrungsmittel. Das leicht bitter schmeckende Isländisch Moos ist wegen der Schleimstoffe, die im Körper zu Kohlehydraten abgebaut werden, sehr nahrhaft. Es enthält die Vitamine A, B1 und B2. Die Bitterstoffe werden von den Flechtensäuren gebildet. Sie entfalten im ganzen Körper heilende Wirkung und sollen sogar Bakterien und Viren in ihrer Vermehrung hemmen können. Wärmen Sie Ihr Pferd ‘von innen’! Wenn draußen der Frost klirrt und Sie Ihrem Pferd ein leckeres ‘Extra’ gönnen möchten, weil es vielleicht nur mehr missmutig in seinem Futtertrog herumstöbert, ist es Zeit, mal den Kochlöffel zu schwingen. Verschaffen Sie Ihrem vierbeinigen Freund mit einer warmen Mahlzeit Lust am eintönigen Winteralltag. Beim Mash-Kochen werden die Pflanzenbestandteile in siedendem Wasser gar gemacht. Gar heißt in diesem Zusammenhang leichter verdaulich und auch besonders schmackhaft. Zellgewebe werden gelockert, Nährstoffe freigelegt und Geschmacksstoffe gebildet. Mineralstoffe und Zucker werden gelöst, Fette verflüssig, Eiweiß gefällt und Stärke gekleistert. Das klassische Mash-Rezept - immer hochaktuell Zutaten: 2 Bechertassen Weizenkleie, 2 Bechertassen Haferschrot, 1 Tasse (2 - 3 mal aufgekochten, ausgequollenen Leinsamen), 1 TL grobes Viehsalz. Zubereitung: Alle Zutaten vermengen, mit 3 - 4 l kochendem Wasser übergießen, umrühren und an warmem Ort zugedeckt ausquellen lassen. Sobald das Gericht auf Handwärme abgekühlt ist, nochmals umrühren und sofort verfüttern (keine Reste aufbewahren, da Gärungsgefahr!) Für Kräuterliebhaber... Zutaten: 1 Bechertasse Zuckerrüben- Schnitzel (in mindestens der 4-fachen Menge Wasser 12 Stunden lang eingeweicht), 2 Bechertassen geschroteter Mais, 2 Bechertassen Quetschhafer, 1 Bechertasse Weizenschrot, 1 Bechertasse Hustenkräuter (Brennnessel, Huflattich, Isländisch Moos, Spitzwegerich), 1TL Jodsalz. Zubereitung Alle Zutaten außer den Kräutern mit kochendem Wasser übergießen, umrühren und ausquellen lassen. Ist das Gemisch auf Handwärme abgekühlt, Hustenkräuter einrühren und alles verfüttern (Reste fortschütten). Fit durch Vitamine Zutaten: 1 Tasse (aufgekochten, aufgequollenen) Leinsamen, 2 Bechertassen Weizenkleie, 2 Bechertassen Quetschhafer, 1 Pfund geraspelte Möhren, 1 Pfund geraspelte Äpfel, 1 EL Obstessig, 2 EL Honig. Zubereitung: Gequollenen, vorbehandelten Leinsamen mit Weizenkleie und Quetschhafer in 3 l Wasser aufkochen und ausquellen lassen, Möhren- und Apfelraspel, Obstessig und Honig darunter mischen und handwarm verfüttern (keine Reste aufbewahren, da Gärungsgefahr). Für süße Abwechslung sorgen Ein schmackhaft-süßes Häppchen ist Ihrem Pferd eigentlich immer willkommen. Eine dieser köstlichen ‘Süßschmecker’ sind Rüben und ihre Nebenprodukte. Dazu zählen die Zuckerrübe, die Futterrübe, die Mohrrübe und rote Beete. Sie haben einen hohen Wassergehalt, sind reich an Kohlehydraten und haben eher wenige Proteine. Zwar enthalten sie auch wenig Kalzium und wenige fettlösliche Vitamine, weisen aber einen mittleren bis hohen Gehalt an B-Vitaminen auf. Kennzeichnend allerdings ist ihre bedauerlicherweise geringe Haltbarkeit. Hackfrüchte haben wenig Vitamine Unter den genannten ‘Hackfrüchten’ sind besonders wertvoll aus der Sicht des Ernährungswissenschaftlers Zuckerrüben mit ihrem besonders hohen Zuckergehalt, der vom Organismus schnell resorbiert und verarbeitet wird. Futterrüben (auch Massenrüben genannt) sind zwar sehr wasserreich, aber deutlich weniger gehaltvoll. Am wertvollsten an der Möhre ist ihr Gehalt an Carolin - dass sie allerdings Darmparasiten vertreiben soll, ist eine Mär. Auch Rote Beete schmecken Ihrem Pferd. Sie bringen ein bisschen zusätzliches Calcium und Protein in den Futtertrog, sind aber auch arm an Vitaminen, selbst ihr Carotingehalt hinkt hinter dem der Möhre hinterher. Zudem sind sie schlecht zu lagern. Rübennebenprodukte immer beliebter Trockenschnitzel gehören zu den Rübennebenprodukten und bestehen aus geschnitzeltem Zuckerrübenmark, das nach der Entzuckerung getrocknet und pelletiert wird. Wie echte Zuckerrüben sind sie sehr schmack- und nahrhaft zugleich und - beachtet man die Einweichbedingungen - bequem zu verarbeiten. Sie können sogar einen Teil des Hafers im Verhältnis 1 : 1 ersetzen und bringen ‘Fleisch’ an ansonsten schwerfutterige Pferde. Noch süßer ist Melasse. So heißt die bei der Zuckerfabrikation zurückbleibende zähflüssige schwarzbraune ‘Mutterlauge’. Sie enthält etwa 50 % Zucker, 20 % Wasser, organische und anorganische Verbindungen und Kaliumsalze und wird seit langem als Viehfutter verwendet. Wegen des hohen Alkalianteils sollte ein Reitpferd jedoch nicht mehr als 1 kg täglich davon erhalten (sonst vermehrtes Schwitzen und Durchfallgefahr). Ein paar Äpfel gefällig? Äpfel sollten Sie als gern akzeptierte Belohnung, jedoch nicht als in Mengen zu verabreichendes Zusatzfutter betrachten. Ihr Zuckergehalt ist - je nach Sorte - zwar hoch; doch durch ihren hohen Wassergehalt verfaulen sie auch schnell. Außerdem bieten sie auch nicht die Menge an Mineralstoffen und Vitaminen, die ihnen der Volksmund zuschreibt. Da viele Pferde auf größere Apfelmengen mit Koliken reagieren, sind ein paar Früchte täglich ausreichend. Mengenempfehlung vom Fachmagazin PFERDEANZEIGER: - Zuckerrüben: höchstens 5 kg (dann 1,5 kg Hafer weniger füttern)*) - Futterrüben: höchstens 6 - 8 kg - Trockenschnitzel: höchstens 2 kg pro Tag (ersetzen Hafer 1 : 1) - Melasse: höchstens 1 kg pro Tag - Möhren: 3 - 4 kg pro Tag - Rote Beete: höchstens 5 kg pro Tag (dann 0,5 kg Hafer abziehen) - Äpfel: höchstens 4 - 5 pro Tag. *) Die Mengen sind für ein Pferde in der Größenordnung des Deutschen Reitpferdes bemessen. Wichtig! Verfüttern Sie Hackfrüchte nur im zerkleinerten Zustand und unter fließendem Wasser gereinigt. Verschmutzungen lagern sich im Darm ab und führen zu Durchfällen und Koliken. Nie vergessen: Trockenschnitzel in der vierfachen Menge Wasser mindestens 12 Stunden einweichen. Sonst quellen Sie in Schlund oder Magen auf und führen zu Schlundverstopfungen oder Magenrissen. An Vitaminversorgung denken: Obwohl das ‘Saftfutter’ vitaminreich aussieht, deckt es den Vitamin- und Mineralstoffbedarf des Pferdes nicht. Füttern Sie also - abgestimmt auf die komplette Grund- und Zusatzfutterration - ein entsprechendes Präparat zu. Der PFERDEANZEIGERLagertipp Lagern Sie nur unverletzte Rüben ein, niemals jedoch angefrorene oder gar angefaulte Früchte. Ihr hoher Wassergehalt macht Hackfrüchte frostempfindlich. Die Lagerung muss daher unbedingt dunkel bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad C oder in einer speziellen Miete erfolgen. Rechnen Sie auch bei optimaler Lagerung mit Verlusten durch Temperaturschwankungen, Fäulnis und Frost. Verfüttern Sie Lagerbestände keinesfalls über das Ende des Winters hinaus, sondern vernichten Sie die alte Ernte. Mediendienst Wienkamp  
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