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Das Pferd im Winter
Tipps und Tricks für die kalte Jahreszeit Wenn Väterchen Frost uns an
sein eisiges Herz drückt und bittere
Kälte durch die dicksten
Kleidungsschichten dringt...
wenn unsere vierbeinigen Kameraden
mehr als einen heftigen
Bocksprung vollführen
müssen, um sich richtig warm
zu hüpfen, dann ist jeder Reiter
dankbar für ein paar Tipps,
die ihm helfen, die - wie es
scheint unfreundlichste - Zeit
des Jahres besser zu überstehen.
Natürlich ist jede Unbill vergessen,
sobald Petrus glasklaren
Himmel, strahlende Wintersonne
und eine Lage Pulverschnee
auf den Reitwegen präsentiert,
die zum fröhlichen Trab geradezu
einlädt!
Doch die Monate zwischen November
und Februar pendeln
nun einmal zwischen den Extremen
und halten eine Vielzahl unterschiedlichster
Herausforderungen
bereit. Ihr Fachmagazin
PFERDEANZEIGER zeigt auf,
wie Sie alle Aufgabenstellungen
im Sinne echten Horsemanships
kompetent bewältigen!
Zum Thema
‘Leben auf engerem Raum...’ Für
die meisten Pferde in unserem
Land gilt dieses Motto in der kalten
Jahreszeit, selbst wenn sie
tagsüber zwischen Box und Auslauf
hin- und her wechseln können.
Reiten bei Tageslicht? Ist oft
nur an den Wochenenden möglich,
da die Geschäftsschlusszeiten
Pferd und Reiter ins künstlich
beleuchtete Hallenviereck
verbannen. Bewegung in gesunder
Frischluft? Hat Seltenheitswert,
wenn Nässe, Kälte und
Wind auch den Paddock-Aufenthalt
einschränken oder die
Witterungsverhältnisse keine
langen Ausritte erlauben. Gibt es
gar nichts, das Mensch und Tier
jetzt noch Lust und Laune erhält?
Ihr Fachmagazin PFERDEANZEIGER
sagt: ‘Doch, natürlich!’
Lassen Sie sich in diesem Sonderbeitrag
aufzeigen, dass Reiten
und Pferdehaltung im Winter
nicht nur genauso sicher sein
können, sondern auch ebenso
viel Spaß machen wie während
der wärmeren Jahreszeit! Alles schön praktisch und
vor allem pieksauber
In Box oder Laufstall, auf der
Stallgasse, im Auslauf und am
Sattelplatz... hier spielt sich jetzt
ein Großteil des Pferdealltags
im Haltungsbereich ab. Umso
wichtiger ist es, dass Ihr Pferd
und Sie selbst hier jetzt auch
optimale Bedingungen vorfinden.
Ihrem Pferd sollte der Haltungsbereich
unbedingt auch im
Winter möglichst viele Grundbedürfnisse
erfüllen und ein artgemäßes
Verhalten ermöglichen.
Sie selbst werden es begrüßen,
wenn Ihnen alle anfallenden
Hangriffe erleichtert werden.
Pferdestall als Lebensraum?
Um möglichst viele Elemente der
winterlichen Stallhaltung verbessern
zu können, ist es sinnvoll,
dass Sie die natürlichen Verhaltensweisen
des Pferdes hinterfragen.
Vergleichen Sie sie mit
den Bedingungen, die es in seinem
Stall im Winter vorfindet.
Was tut der wilde Vetter Ihres
Pferdes in freier Wildbahn den
ganzen Tag über?
Er nimmt Nahrung und Wasser
auf. Er döst und schläft. Er setzt
Kot und Harn ab. Er bummelt
oder spielt mit den Artgenossen.
Er pflegt sein eigenes Fell oder
betreibt Fellpflege mit dem Herdenkumpel.
Bei all diesen Aktionen
setzt er auch seine Wahrnehmungsorgane
ein: Er sieht,
er hört, er riecht, er schmeckt und
er fühlt. Zudem nutzt er seine
körperlichen und psychischen
Fähigkeiten: lange Gliedmaßen,
ein großes Herz-Lungen-Volumen,
harte Hufe und eine komplexe
Körpersprache.
Was bietet mein Pensionsbetrieb?
Die Frage, was Ihr Stall bietet,
um Ihrem Pferd möglichst viele
dieser Bedürfnisse zu erfüllen,
müssen Sie als Pferdehalter individuell
- bezogen auf die in
Ihrem Reitbetrieb praktizierte
Haltungsform - beantworten. Regen
Sie Verbesserungsmöglichkeiten
an, wo Mängel bestehen.
Treffen Sie, wo notwendig, Zusatzabsprachen
oder buchen Sie
- gegen einen Preisaufschlag - Extra-
Leistungen, um Ihrem Tier
optimal über den Winter zu helfen.
Achten Sie dabei auf die in
den folgenden Abschnitten aufgezählten
Maßnahmen.
Heu und Stroh gegen
Langeweile
Zur optimalen Nahrungsversorgung
lassen Sie die Tagesfutterration
in mindestens drei Portionen
aufteilen. Sorgen Sie auch
für ausreichend Raufutter. Damit
kommen Sie dem körperlich
bedingten Bedürfnis des Pferdes
entgegen, viele Stunden lang jeweils
kleine Portionen Nahrung
aufzunehmen.
Sorgen Sie auch für peinliche
Sauberkeit in der Box durch
reichlich saubere Einstreu, mehrmaliges
Heraussammeln der frischen
Misthaufen und Ausstechen
der harndurchtränkten Einstreubereiche.
Dadurch heben
Sie den Nachteil, dass das Pferd
von einem Platz fressen muss, an
dem es auch Kot und Harn absetzt,
ein wenig auf. Gleichzeitig
beugen Sie sowohl Verfettung
durch Fehlfütterung als auch Abmagerung
bei zu wenig oder verschmutztem
Raufutter vor.
Saubere Einstreu für mehr
Komfort
Viel frische Einstreu erhöht auch
das Behaglichkeitsempfinden Ihres
Pferdes. In sauberem Stroh
oder einer reichlichen Schicht frischer
Späne wälzt es sich gern
und kommt seinem Bedürfnis,
sich zu pflegen, ungezwungen
nach. Die hygienische Einstreu
schont nicht nur die Atemwege,
sondern verlockt es auch dazu,
sich in Ruhephasen öfter hinzulegen.
Dadurch entspannt und regeneriert
es sich nachhaltiger als ein
Pferd, das sich wegen kot- und
harndurchtränkter Einstreu gar
nicht erst niederlegt. Verschmutzte
und nasse Einstreu ist
zudem eine Brutstätte für Würmer,
Parasiten und Bakterien aller
Art und kann, gleich ob das
Pferd darin steht oder liegt, eine
Vielzahl von Krankheiten auslösen
(unter anderem Strahlfäule,
Hauterkrankungen, rheumatische,
Atemwegs- und Harnwegserkrankungen).
Was Sie wissen sollten
Mit bester Absicht wird in manchen
Ställen täglich die komplette
Einstreu entfernt und die Box
frisch eingeschüttet. Dabei wird
jedoch - um Kosten zu sparen -
an Stroh oder Spänen gespart.
Das Ergebnis ist zwar ein sauber
aussehender Stall, in dem sich
die Pferde aber dennoch nicht gänzlich wohl fühlen. Eine zu
dünne Einstreuschicht isoliert im
Winter nicht ausreichend gegen
die von den meist aus Stein/Beton
bestehenden Stallböden aufsteigende
Kälte.
Das Pferd legt sich nicht nieder,
entspannt nicht nachhaltig oder
aber es erkältet sich, wenn es seinem
Ruhebedürfnis nachgibt
und sich doch hinlegt. Andere
Pferde halten auf zu spärlicher
Streu Harn zu lange zurück und
begünstigen so Harnweginfektionen.
Also: Nicht am falschen
Ende sparen und immer reichlich
einstreuen!
Wie steht’s mit der Wasserversorgung?
Die Regel ist, dass das Pferd trinken
muss, was es vorgesetzt bekommt.
Dabei entscheidet die
Bequemlichkeit des Pflegepersonals
über Menge und Qualität
des Wassers. An der Selbsttränke
kann es sich selbst bedienen,
nicht jedoch, wenn sie durch Futterreste
oder gar Kotballen (gar
nicht so selten!) verunreinigt ist
oder der Mechanismus versagt.
Im Winter addiert sich die Gefahr
des Einfrierens hinzu.
Dies lässt sich durch entsprechende
bauliche Maßnahmen
zwar weitgehend verhindern, die
aber vor allem in bäuerlichen
Haltungsbetrieben noch nicht die
Regel sind. Täglich mindestens
zweimalige Kontrolle der Tränke
ist daher unverzichtbar.
Der PFERDEANZEIGERPraxistipp
Muss bei starkem Frost aus
dem Eimer getränkt werden,
dürfen die Eimer nicht einfach
aufgefüllt und in eine Boxenecke
gestellt werden. Hier
fallen sie leicht um, durchnässen
die Einstreu und werden
durch Futterreste und Kot
verschmutzt. Praktisch und
arbeitsersparend sind Eimer-
Hängevorrichtungen, in die
spezielle große Tränkeimer
gehängt werden können.
Reinigen Sie die Eimer gründlich
vor jedem Nachfüllen und
bieten Sie Wasser ‘satt’ an. Ihr
Pferd benötigt immerhin 30
bis 60 Liter pro Tag, je nach
Futterzusammensetzung! So
beugen Sie dem gefährlichen
Kreuzverschlag vor. Das
Kreuzverschlag-Risiko steigt,
wenn Pferde wenig bewegt
werden, reichlich Kraftfutter
erhalten und dabei nicht genügend
Wasser aufnehmen
können.
Was sieht und hört Ihr Pferd?
Um herauszufinden, ob über das
Hautempfinden hinaus die anderen
Wahrnehmungsorgane Ihres
Pferdes befriedigt werden,
müssen Sie sich den Stall aus der
Sicht Ihres Kameraden betrachten:
Kann er durch ein Fenster,
eine offene Luke oder eine
Außenbox-Obertür hinaussehen
und am Stallgeschehen teilhaben?
Sieht er Artgenossen, andere
Tiere und Menschen?
Überdenken Sie einen Stallwechsel,
wenn Ihr Pferd in der
jetzigen Anlage nur zwischen
Gitterstäben und Betonwänden
dahinvegetiert. Außer dass es
psychisch verkümmert, besteht
die Gefahr, dass es im Gelände
nun bei starken optischen Reizen
scheut oder durchgeht.
Der kleine PFERDEANZEIGER-
Tipp
Ermöglichen Sie Ihrem Pferd
täglich Kontakt zur Außenwelt
- aber nicht nur durch
Ausritte im bekannten Gelände.
Warum spazieren Sie nicht
auch mal durchs nahe Dorf?
Verlegen Sie auch, wann immer
es Witterungs- und Bodenverhältnisse
zulassen - die
Hallenarbeit auf den Außenplatz!
So gewöhnen Sie Ihr
Pferd gleichzeitig an eine Vielzahl
von optischen und akustischen
Außenreizen und stabilisieren
sein Nervenkostüm.
Dauerlärm oder Grabesruhe?
In vielen Ställen werden die
Geräusche mit Hilfe eines Schildes
‘Bitte Ruhe!’ auf ein Mindestmaß
reduziert. Andere Pferde
sind einer Dauerlärmkulisse
ausgesetzt, etwa wenn sich der
Betrieb in der Nähe einer Autobahn
oder einer Industrieanlage
befindet. Mögliche Folgen: Das
Unterscheidungsvermögen des Pferdes, welches Geräusch welcher
Quelle zuzuordnen ist, verringert
sich - parallel dazu steigt
die Scheuneigung. Dauerlärm
wiederum führt zu Arbeitunlust.
Der PFERDEANZEIGERExtratipp
Lassen Sie zeitweise im Stall
ein Radio auf Zimmerlautstärke
laufen - ein wenig beschwingte
Musik, ein Hörspiel,
die täglichen Nachrichten...
Ihr Pferd empfindet dies
als Abwechslung und fühlt
sich weniger isoliert. Besuchen
Sie auf Ihren Spaziergängen
oder -ritten ruhig auch
Plätze, an denen reger Betrieb
herrscht. Das reduziert dauerhaft
eindeutig die Schreckhaftigkeit.
Ist Ihr Pferd hingegen
in seiner Haltungsanlage
eher lärmbelastet, gönnen
Sie ihm Phasen der Erholung
in einer ruhigen Umgebung.
Rangkämpfe bei Gruppenhaltung
vermeiden
Sicher betrachten Sie es als einen
Glücksfall, wenn Sie einen Reitbetrieb
finden, in dem Sie Ihr
Pferd in einem Gemeinschaftslaufstall
oder in Gruppenhaltung
in einem Offenstall mit anschließendem
Auslauf halten können.
Haben die Pferde jedoch im
Winter deutlich weniger Möglichkeit,
sich freilaufend auf
großen Flächen ‘auszutoben’,
sinkt die so genannte Stress-
Schwelle. Die Pferde werden eher
reizbar und lassen ihren Unmut
am Artgenossen aus. Der feinfühligen
Zusammensetzung der
Gruppen auf der beengten
Grundfläche von Laufstall oder
Paddock kommt daher besondere
Bedeutung zu. Ideal sind
gerade Besatzzahlen, damit jedes
Pferd einen Partner findet.
Falls durchführbar, empfiehlt
sich die Trennung nach Geschlechtern.
‘Zankhähne’, die
auch nach geraumer Integrationszeit
die Gruppen immer noch
‘aufmischen’, sind besser in einer
paarweisen Haltung mit einem
gleichgeschlechtlichen Partner
aufgehoben.
Fütterung:
Futtereinerlei möglichst
vermeiden
Ist die Weidesaison erst einmal
vorüber, fressen die meisten
Pferde während der Wintermonate
Tag für Tag das gleiche Futter.
Da auf den heute meist überdüngten
Weiden nur mehr wenige
Gräserarten wachsen, weist
auch das Heu häufig nicht die
gewünschte Artenvielfalt auf.
Die Geschmacksnerven stumpfen
daraufhin ab.
Das ist gefährlich, denn das Pferd
verliert so im Laufe der Wintermonate
die Fähigkeit, zwischen
giftigen und ungiftigen Pflanzen
zu unterscheiden - das kann bei
einem Ausritt oder später im
nächsten Frühjahr auf der Weide
bei falscher Futteraufnahme
schwerwiegende Folgen haben!
Zudem kann ein Mangel an Vitaminen,
Mineralstoffen und
Spurenelementen auftreten, der
bestimmte Krankheiten fördert
und das Leistungspotential vermindert.
Habe ich Einfluss auf die Fütterung?
Als Besitzer eines im Pensionsstall
untergebrachten Pferdes haben
Sie in der Regel wenig Einfluss
auf die Fütterungsbedingungen.
Versuchen Sie dennoch,
möglichst viel über die Pferdeernährung,
die Ihr Stallbetreiber
praktiziert, herauszufinden.
Überprüfen Sie die Art und Zusammensetzung
der in Ihrem Betrieb
gefütterten Futtermittel.
Sollten Sie Mängel entdecken, regen
Sie ein freundschaftliches
Gespräch aller Einsteller mit dem
Stallbetreiber an, um künftig Futtermittel
aus ökologischem Anbau
und vor allem artenreiches
Heu anzukaufen. Notieren Sie
Art und Menge des verabreichten
Futters.
Wiegen Sie auf jeden Fall auch
einmal aus, was Ihr Pferd täglich
gefüttert bekommt und/oder
rechnen Sie die genauen Futterrationen
nach. Unser Tipp: Beauftragen
Sie einen unabhängigen
Fütterungsberater, die für
Ihr Pferd (Rasse, Alter, Einsatzbereich,
Typ usw.) notwendige
Futterzusammensetzung und quantität zu errechnen. Gleichen
Sie daraufhin Mängel durch Zufütterung
der empfohlenen Mittel
oder Präparate aus.
Was Ihr Fachmagazin
PFERDEANZEIGER jetzt rät
Der Winter kann Sie als Pferdehalter
fütterungsmäßig vor
eine neue Herausforderung
stellen. Zum einen ‘schleicht’
sich während der tageslichtarmen
Monate oft eine Nutzungsänderung
ein: Statt täglich
gearbeitet zu werden - wie
noch im Herbst, dessen goldenes
Licht zu regelmäßigen
Ausritten verlockte -, wird das
Bewegungsangebot häufig
doch vernachlässigt. Ihr Pferd
leidet unter Langeweile, soll
dann aber kurzzeitig Hochleistungen
erbringen, wenn
Sie endlich Winterurlaub nehmen
können oder Petrus mit
Pulverschnee und Sonnenschein
lockt. Regen Sie im Gespräch
mit anderen Einstellern
und dem Stallvermieter
ein Fütterungsseminar in
Ihrem Betrieb an, zu dem sie
einen solch genannten Fütterungsspezialisten
zu einem
Vortrag bitten. Ihr Stallvermieter
sollte unbedingt dabei
sein!
Kräuter peppen Futter auf
Sollten Sie tatsächlich entdecken,
dass in Ihrem Stall ein tristes Futter-
Einerlei herrscht, müssen Sie
mit allmählich abnehmendem
Appetit rechnen, falls Ihr Vierbeiner
zu den wählerischen Vertretern
der Spezies zählt. Kräutermischungen,
in Pferdefutterfachhandlungen
angeboten und
in die tägliche Kraftfutterration
gegeben, können Abhilfe schaffen.
Sie regen den Appetit wieder
an, helfen, Magen-Darm-Beschwerden
und den im Winter
häufigen Atemwegserkrankungen
vorbeugen und sind ein ideales
Beifutter bei Pferden, die
durch eine harte Veranstaltungssaison
ein wenig erschöpft
sind.
Der PFERDEANZEIGERExtratipp
Probieren Sie es einmal mit Isländisch
Moos. Es gehört der
Gattung der Flechten an und
ist auch als ‘Islandflechte’ und
unter dem lateinischen Namen
‘Cetraria islandica’ bekannt.
Für Rentiere ist diese
in kühler Klimazonen (bei uns
in den hohen Lagen der Mittelgebirge)
wachsende Flechtenart
seit langem begehrtes
Winterfutter. Auf Island selbst
wird sie gern von Pferden gefressen,
diente aber in Notzeiten
auch dem Menschen
stets als Nahrungsmittel. Das
leicht bitter schmeckende Isländisch
Moos ist wegen der
Schleimstoffe, die im Körper
zu Kohlehydraten abgebaut
werden, sehr nahrhaft. Es enthält
die Vitamine A, B1 und
B2. Die Bitterstoffe werden
von den Flechtensäuren gebildet.
Sie entfalten im ganzen
Körper heilende Wirkung und
sollen sogar Bakterien und Viren
in ihrer Vermehrung hemmen
können.
Wärmen Sie Ihr Pferd ‘von innen’!
Wenn draußen der Frost klirrt
und Sie Ihrem Pferd ein leckeres
‘Extra’ gönnen möchten, weil es
vielleicht nur mehr missmutig in
seinem Futtertrog herumstöbert,
ist es Zeit, mal den Kochlöffel zu
schwingen. Verschaffen Sie
Ihrem vierbeinigen Freund mit
einer warmen Mahlzeit Lust am
eintönigen Winteralltag. Beim
Mash-Kochen werden die Pflanzenbestandteile
in siedendem
Wasser gar gemacht.
Gar heißt in diesem Zusammenhang
leichter verdaulich und
auch besonders schmackhaft.
Zellgewebe werden gelockert,
Nährstoffe freigelegt und Geschmacksstoffe
gebildet. Mineralstoffe
und Zucker werden
gelöst, Fette verflüssig, Eiweiß
gefällt und Stärke gekleistert.
Das klassische Mash-Rezept -
immer hochaktuell
Zutaten: 2 Bechertassen Weizenkleie,
2 Bechertassen Haferschrot,
1 Tasse (2 - 3 mal aufgekochten,
ausgequollenen Leinsamen),
1 TL grobes Viehsalz.
Zubereitung:
Alle Zutaten vermengen, mit 3 -
4 l kochendem Wasser übergießen,
umrühren und an warmem Ort zugedeckt ausquellen
lassen. Sobald das Gericht auf
Handwärme abgekühlt ist,
nochmals umrühren und sofort
verfüttern (keine Reste aufbewahren,
da Gärungsgefahr!)
Für Kräuterliebhaber...
Zutaten: 1 Bechertasse Zuckerrüben-
Schnitzel (in mindestens der
4-fachen Menge Wasser 12 Stunden
lang eingeweicht), 2 Bechertassen
geschroteter Mais, 2
Bechertassen Quetschhafer,
1 Bechertasse Weizenschrot, 1
Bechertasse Hustenkräuter
(Brennnessel, Huflattich, Isländisch
Moos, Spitzwegerich), 1TL
Jodsalz.
Zubereitung Alle Zutaten außer
den Kräutern mit kochendem
Wasser übergießen, umrühren
und ausquellen lassen. Ist das
Gemisch auf Handwärme abgekühlt,
Hustenkräuter einrühren
und alles verfüttern (Reste
fortschütten).
Fit durch Vitamine
Zutaten: 1 Tasse (aufgekochten,
aufgequollenen) Leinsamen, 2
Bechertassen Weizenkleie, 2 Bechertassen
Quetschhafer, 1 Pfund
geraspelte Möhren, 1 Pfund geraspelte
Äpfel, 1 EL Obstessig, 2
EL Honig.
Zubereitung:
Gequollenen, vorbehandelten
Leinsamen mit Weizenkleie und
Quetschhafer in 3 l Wasser aufkochen
und ausquellen lassen,
Möhren- und Apfelraspel, Obstessig
und Honig darunter mischen
und handwarm verfüttern
(keine Reste aufbewahren, da
Gärungsgefahr).
Für süße Abwechslung sorgen
Ein schmackhaft-süßes Häppchen
ist Ihrem Pferd eigentlich
immer willkommen. Eine dieser
köstlichen ‘Süßschmecker’ sind
Rüben und ihre Nebenprodukte.
Dazu zählen die Zuckerrübe,
die Futterrübe, die Mohrrübe
und rote Beete. Sie haben einen
hohen Wassergehalt, sind reich
an Kohlehydraten und haben
eher wenige Proteine. Zwar enthalten
sie auch wenig Kalzium
und wenige fettlösliche Vitamine,
weisen aber einen mittleren
bis hohen Gehalt an B-Vitaminen
auf. Kennzeichnend allerdings
ist ihre bedauerlicherweise
geringe Haltbarkeit.
Hackfrüchte haben wenig
Vitamine
Unter den genannten ‘Hackfrüchten’
sind besonders wertvoll
aus der Sicht des
Ernährungswissenschaftlers
Zuckerrüben mit ihrem besonders
hohen Zuckergehalt, der
vom Organismus schnell resorbiert
und verarbeitet wird. Futterrüben
(auch Massenrüben genannt)
sind zwar sehr wasserreich,
aber deutlich weniger gehaltvoll.
Am wertvollsten an der
Möhre ist ihr Gehalt an Carolin
- dass sie allerdings Darmparasiten
vertreiben soll, ist eine Mär.
Auch Rote Beete schmecken
Ihrem Pferd. Sie bringen ein bisschen
zusätzliches Calcium und
Protein in den Futtertrog, sind
aber auch arm an Vitaminen,
selbst ihr Carotingehalt hinkt hinter
dem der Möhre hinterher. Zudem
sind sie schlecht zu lagern.
Rübennebenprodukte immer
beliebter
Trockenschnitzel gehören zu den
Rübennebenprodukten und bestehen
aus geschnitzeltem
Zuckerrübenmark, das nach der
Entzuckerung getrocknet und
pelletiert wird. Wie echte
Zuckerrüben sind sie sehr
schmack- und nahrhaft zugleich
und - beachtet man die Einweichbedingungen
- bequem zu
verarbeiten. Sie können sogar einen
Teil des Hafers im Verhältnis
1 : 1 ersetzen und bringen
‘Fleisch’ an ansonsten schwerfutterige
Pferde. Noch süßer ist
Melasse. So heißt die bei der
Zuckerfabrikation zurückbleibende
zähflüssige schwarzbraune
‘Mutterlauge’. Sie enthält etwa
50 % Zucker, 20 % Wasser,
organische und anorganische
Verbindungen und Kaliumsalze
und wird seit langem als Viehfutter
verwendet. Wegen des hohen
Alkalianteils sollte ein Reitpferd
jedoch nicht mehr als 1 kg
täglich davon erhalten (sonst vermehrtes
Schwitzen und Durchfallgefahr).
Ein paar Äpfel gefällig?
Äpfel sollten Sie als gern akzeptierte
Belohnung, jedoch nicht als
in Mengen zu verabreichendes
Zusatzfutter betrachten. Ihr
Zuckergehalt ist - je nach Sorte -
zwar hoch; doch durch ihren hohen
Wassergehalt verfaulen sie
auch schnell. Außerdem bieten
sie auch nicht die Menge an Mineralstoffen
und Vitaminen, die
ihnen der Volksmund zuschreibt.
Da viele Pferde auf größere Apfelmengen
mit Koliken reagieren,
sind ein paar Früchte täglich
ausreichend.
Mengenempfehlung vom
Fachmagazin PFERDEANZEIGER:
- Zuckerrüben:
höchstens 5 kg (dann 1,5 kg
Hafer weniger füttern)*)
- Futterrüben:
höchstens 6 - 8 kg
- Trockenschnitzel:
höchstens 2 kg pro Tag (ersetzen
Hafer 1 : 1)
- Melasse:
höchstens 1 kg pro Tag
- Möhren:
3 - 4 kg pro Tag
- Rote Beete:
höchstens 5 kg pro Tag (dann
0,5 kg Hafer abziehen)
- Äpfel:
höchstens 4 - 5 pro Tag.
*) Die Mengen sind für ein
Pferde in der Größenordnung
des Deutschen Reitpferdes bemessen. Wichtig!
Verfüttern Sie Hackfrüchte nur
im zerkleinerten Zustand und
unter fließendem Wasser gereinigt.
Verschmutzungen lagern
sich im Darm ab und führen zu
Durchfällen und Koliken.
Nie vergessen:
Trockenschnitzel in der vierfachen
Menge Wasser mindestens
12 Stunden einweichen. Sonst
quellen Sie in Schlund oder Magen
auf und führen zu Schlundverstopfungen
oder Magenrissen.
An Vitaminversorgung denken:
Obwohl das ‘Saftfutter’ vitaminreich
aussieht, deckt es den
Vitamin- und Mineralstoffbedarf
des Pferdes nicht. Füttern Sie also
- abgestimmt auf die komplette
Grund- und Zusatzfutterration
- ein entsprechendes
Präparat zu.
Der PFERDEANZEIGERLagertipp
Lagern Sie nur unverletzte Rüben
ein, niemals jedoch angefrorene
oder gar angefaulte
Früchte. Ihr hoher Wassergehalt
macht Hackfrüchte frostempfindlich.
Die Lagerung
muss daher unbedingt dunkel
bei Temperaturen zwischen
0 und 5 Grad C oder in
einer speziellen Miete erfolgen.
Rechnen Sie auch bei optimaler
Lagerung mit Verlusten
durch Temperaturschwankungen,
Fäulnis und
Frost. Verfüttern Sie Lagerbestände
keinesfalls über das
Ende des Winters hinaus, sondern
vernichten Sie die alte
Ernte.
Mediendienst Wienkamp |
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