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Arabofriesen Wer aufgrund der Rassebezeichnung annimmt es handele sich nur
um eine Kreuzung aus Araber und Friese, irrt. Im Gegenteil geht
es bei diesen Pferden um die Zuführung ganz ausgewählter
Leistungsgene bestimmter Wüstenaraber in einige wenige
ausgesuchte Friesenlinien, wobei die Rückkreuzung immer nur
mit friesischem Leistungsblut geschieht, mit dem Ziel, den
Araberanteil stark zu minimieren. Die Geschichte der Arabofriesen
begann in den sechziger Jahren,
als mindestens 10 Fahrerteams
mit reinen Friesengespannen begannen
die Konkurrenz im Leistungssport
zu suchen. Allen
voran der späterhin weltbekannte
Tjeerd Veldstra, der bei
der WM der Vierspänner in
Haras du Pin kurz davor stand,
den Titel zu erringen. Jedoch
machten Luftprobleme seiner
Pferde im Marathon diesen
Traum zunichte. Veldstra wie
auch nahezu alle anderen Friesenfahrer
wandten sich enttäuscht
und frustriert von den
Friesen ab, hin zu Warmblütern
und oder anderen Barockpferderassen.
Einzig Leo Kraayenbrink
blieb der Rasse treu, sich
damit zufriedengebend, unter
optimalen Bedingungen nie über
die Hälfte des Starterfeldes hinauszukommen.
Heute gibt es keinen
einzigen Fahrer im Leistungssport
mit reinen Friesen
mehr, da auch Jabob-Jan Kramer
im November 2004 seinen Zweispänner
mit dem ersten Arabofriesen
aufgestockt hat. Stolz berichtete
er nach den ersten Veranstaltungen
2005, erstmalig
auch im Marathon Plätze gutgemacht
zu haben, in der Disziplin,
die ihn ansonsten immer Plätze
gekostet hat. Diese aufgekommene
Frustation, mit Friesen nur
noch Hobby- und Freizeitpferde
zu züchten, veranlasste einige
wenige Züchter 1978, sich auf
die Wurzeln der Friesenzucht zu
besinnen.
Vor ca. 400 Jahren, als Friesland
von den spanischen Eroberern
besetzt war, waren diese dazu
verpflichtet, ausschließlich
Armeehengste zur Bedeckung
der heimischen Stuten zu verwenden.
Durch diese Einkreuzung
von überwiegend Berberhengsten
entwickelte sich das
leistungsfähigste Pferd des
Abendlandes, der Friese. Diese
Pferde wurden die Begründer
der hohen Schule und waren
maßgeblich an der Entwicklung
der heutigen Traber beteiligt. Erst
in den letzten 150 Jahren, als die
Friesen durch Technologisierung
zunehmend an Bedeutung verloren
und nur noch eine geringe
Bedeutung im landwirtschaftlichen
Gebrauch hatten, veränderte
sich nicht nur das Exterieur
der Pferde hin zum schwereren
barrockeren Typen, sondern
auch Herz- und Lungenleistung
näherten sich dem des Arbeitsund
Kaltblutpferdes an.
So setzten sich erfahrene Züchter
wie Professor Hillner oder
Rudolph Krudop mit Gentechnikern
zusammen und suchten
das ideale Wüstenaraberblut.
Da die meisten Araber heutzutage
auch nur noch auf extreme
Schönheit als Schaupferd gezüchtet
werden, war es nicht einfach,
den passenden Hengst zu
finden, der tiefschwarz, abzeichenlos
(auch genetisch), noch
dazu großrahmig und leistungsstark
war. Diesen fanden
sie nach intensiven, vollständigen
Studien in dem Hengst Gharib
ox (Elitehengst), einem
Hengst, der in der Wüste geboren,
aufgewachsen und erst als
Fünfjähriger in die Bundesrepublik
Deutschland, auf das Landesgestüt
Marbach gelangte. Mit
diesem hoffte man die kritischen
Eigenschaften der Friesen schnell
zu verbessern. Ausdauer, Lungen-
und Herzvolumen und damit
eine schnellere Rückkehr zu
normalem Pulsschlag und Atemfrequenz
nach Leistung sowie
verbesserte Wärmeabgabe durch
feinere Haut und veränderte
Muskelstruktur.
Nun galt es diesem Araberhengst
die passenden Stuten zuzuführen.
Die Wahl fiel auf die ModellStute Gelbrich (Mutter des legendären
Stammbuchhengstes
Hearke 254) sowie die Ster-Stute
Diana V. Rustica. Diese besaß das
alte Leistungsblut von Ulrig 204,
Ate 209, Ritske 202, Bouke, Auke
und Ynte. Dieses Blut ist frei vom
momentan sehr populären Tetman-
Mark, den man leider in ca.
90 % aller heutigen Friesen findet,
ein Garant für viel Trab und
Langhaar, aber ebenso ein sicherer
Vererber von ausgesprochen
geringem Arbeitswillen.
Diese Initiative der Verpaarungen
hatte eine Reihe von Konsequenzen.
So mussten sich die
Züchter schwer und öffentlich
vom friesischen Pferdestammbuch
(FPS) kritisieren lassen. Professor
Hillner wurde so schwer
angegriffen, dass er sich mit seinen
Pferden nach Deutschland
zurückzog. Einige, die glaubten,
die Rasse der reinen Friesen sei
entheiligt worden, versuchten
nachts alle seine Pferde im Stall
zu vergiften, vermissten jedoch
das wertvolle Hengstfohlen Ras,
einen Sohn aus aus Gelbricht
nach Gharib ox. Dieses Fohlen
wuchs an einem geheimen Ort,
zusammen mit der Stute Rachel,
der Tochter der Diana V. Rustica
nach Gharib ox, auf.
Der zweite Initiator, Rudolph
Krudop, ein großer Fahrsportliebhaber
und Richter, verwendete
in seiner Zucht ein wenig
Tetmanblut, kombiniert mit dem
Araber Hamid ox. Seine Pferde
zeigten ein gefälligeres, moderneres
Exterieur und den besseren
Trab, jedoch war die Ausdauer
ebenso schlechter wie die
Coolness der Pferde.
Professor Hillner übergab, aufgrund
der Anfeindungen gegen
seine Person, sein Material an die
Brüder Cor und Jan Driessen. Jan,
Friesenkenner und engagierter
Züchter von Friesenpferden, war
jahrelang Präsident der Friesenverbände
der Schweiz, Frankreich
und Luxemburg. Weiterhin
Fahrsportler in den achtziger
Jahren mit einem Viererzug
Friesen.
Schnell zeigte sich das Problem:
Obwohl man nur ausgezeichnetes
Material zusammengebracht
hatte, waren die 50/50-Arabofriesen
weder Friese noch Araber,
weder Pferd noch Pony, und
hatten eine Reihe Probleme mit
dem Heterosis-Effekt, einer genetischen
Energie und Wachstumsexplosion,
die auftritt wenn
man zwei ingezüchtete reine Linien
miteinander kreuzt. Es waren
also sicherlich keine schönen,
erst recht keine einfachen Pferde.
Erst jetzt begann das Züchten
mit System.
Hier zeigte sich nun die breite
Erfahrung von Cor und Jan
Driessen, und sie begannen dieses
Wissen umzusetzen. Man
führte ca. 10 ausgewählte Friesenstuten,
welche verhältnismäßig
viel vom alten friesischen
Leistungsblut von Danilo, Ate,
Ulrig, Romke, Ritske, President,
Us Heit, Alva oder Eelke besaßen,
dem Halbblüter Ras zu. Diese
daraus entstandenen jungen Arabofriesen
mit 25 %igem Araberblutanteil,
voll auf Leistung gezogen,
wurden fünfjährig im Leistungssport
eingesetzt. Sofort
wurde sichtbar, dass diese Pferde
nicht die geringste Mühe hatten,
dieses Niveau mitzugehen.
Selbst in den unterschiedlichsten
Marathonvarianten und in aufregenden
Momenten blieben sie
kühl im Kopf und immer arbeitswillig.
Sie erbrachten den
Beweis, selbst die besten Warmblüter
schlagen zu können, und
sind in den letzten fünf Jahren
andauernd bei den zehn besten
Viererzügen der Welt zu finden.
(Team Schrijvers/Aarts)
Die weiteren Praxisuntersuchungen
der vergangenen Jahre
zeigten, dass der Araberanteil
erst deutlich unter 20 %, jetzt zunehmend
mehr, sogar weit unter
10 % abgesenkt werden kann.
Solange die zugefügten Friesenstuten
altes Leistungsblut enthalten,
reicht z. T. nur noch ein
Tropfen Araberblut, um trotzdem
den idealen Leistungsfriesen
zu züchten. Sogar bei dieser
geringen Inzucht-Auffrischung
wird die Physiologie der Arabofriesen
gänzlich geändert:
stark erhöhte Herz- und Lungenkapazität,
Blutkanäle direkt
unter der Haut und somit eine
bessere Wärmeregulierung, längere Muskelfasern und weniger
Fett zwischen den Muskeln.
Ebenso zeigt sich das häufig auftretende
schlechte Nachgeburtsverhalten
der reinen Friesenstuten
(fehlendes selbstständiges
Abstoßen der Plazenta) nach der
Bedeckung mit Arabofriesenhengsten
als sehr selten auftretend.
Wissenschaftlich lässt sich
dies durch die genetische Enge
der Friesen erklären, die die Plazenta
nicht mehr als Fremdkörper
betrachtet und daher nicht
ausstößt.
In der Praxis denken die meisten
Menschen nach wie vor, der Arabofriese
sei ein 50/50 Mix. Dass
sie ebenso viel Behang haben und
teilweise noch cooler im Kopf
sind als reine Friesen, ist ebenfalls
unbekannt. Der Arabofriese
ist keine neue Modeerscheinung,
sondern das Produkt aus 30 Jahren
intensivster Studien, Zuchtund
Austestarbeit. Erst dadurch
erhielt man eine Rasse, in der es
gelungen ist, die guten Eigenschaften
beider Rassen in unseren
heutigen Arabofriesen-
Zuchtstämmen festzulegen.
Das Geheimnis des Erfolges liegt
und lag sicherlich in der Kenntnis
der richtigen Gene, der
Kombination derselben und einem
zielgerichteten Zuchtprogramm.
Anders als es bei der Einkreuzung
des Arabers in andere
Pferderassen wie Haflinger,
Freiberger, Boullonais geschah:
fehlendes Zuchtbuch und wahlloses
Verpaaren der einzelnen
Rassen. Dadurch erhielt man keine
einheitliche Nachzucht und
große Charakterprobleme.
Im März 2000 ist der Arabo-Friesen-
Sportpferdeverband gegründet
worden, der im Dezember
2004 umgewandelt wurde
zum Europäischen Arabo-
Friesen-Verband (EAFV).
Dieser Verband ist offiziell registriert,
hat Zucht-, Sport und andere
Ausschüsse, die die Zucht
begleiten, damit sie nicht zu einer
reinen Schönheitszucht wird,
sondern eine Sportpferdezucht
bleibt.
So sieht das Regelwerk für Junghengste
mit vielversprechenden
Genen nach der Körung ein
Decklimit vor, bis der Beweis der
überragenden Leistungsfähigkeit
auf höchstem Niveau erbracht
wird. Erst danach wird
das Decklimit aufgehoben, sofern
keine Fehler vererbt und der
Einfluss auf die Nachkommen
positiv ist.
Es gibt zzt. acht international
gekörte Hengste: Yk Dark Danilo
sowie seine Söhne Dark President,
Dark Ynte, Maximus, Dark
Laes und Kenzo Du Belier (diese
sechs Hengste besitzen das bewährte
Blut von Gharib ox).
Ferner die Hengste Maestro und
Dark Romke (beide besitzen das
Blut von Hamid ox). Frischsamen
gibt es von diesen Hengsten
unter www.arabofriesen.de oder
der Telefonnummer von Gerd V.
Wicht: 04542 853917 oder 0179
5335054.
Diese oben genannten Hengste
stehen dem Friesenzüchter zur
Verfügung. Anders, als es in anderen
Zuchtbüchern der Fall ist,
interessiert das EAFV nicht, ob
die Mutter nun Ster, Modell oder
nur B-Buch-Stute ist, ob sie nun
FPS- oder FPZV-gezüchtet ist,
vielmehr ist ihre Art der genetischen
Zusammenstellung interessant
und ihre Leistungsbereitschaft
im Sport. Da die gute
Basis durch die fehlerfreie
Showpferdezucht des Friesenverbandes
gelegt worden ist,
kann dies für uns als Ausgang
für die Leistungszucht dienen.
Dies bringt und zu unserem
Slogan: Friese und Arabofriese
stark zusammen.
Der Arabofriese verstärkt das Renommee
der reinen Friesen über
den Top-Sport. Dies nicht nur im
Fahren, so zeigten die jungen
Arabofriesenhengste auch unter
dem Sattel, dass eine Konkurrenz
von talentierten Warmblütern
nicht gescheut werden muss.
Ständig stehen sie, oft als jüngste
Teilnehmer unter den fünf Besten,
auf den Landesdressurturnieren,
an denen nur selten reine
Friesen teilnehmen. Im Dressurviereck
beweist sich der Arabofriese
im Moment ebenso erfolgreich
wie im Top-Fahrsport.
Die meisten Friesenfreunde, die
Arabofriesen einmal mit eigenen
Augen auf einem Turnier oder
einer Show gesehen haben, sind
positiv überrascht über ihre Ausstrahlung
und Qualität.
So wächst nicht nur in den Niederlanden,
sondern auch in
Deutschland, Frankreich, Schweden
und den USA die Familie der
Arabofriesenzüchter schnell
heran.
Wie sieht nun so ein Fohlen nach
einem Arabofriesenhengst aus?
- Fast vom modernen Friesen
nicht zu unterscheiden, tief
schwarz mit normalem bis starkem
Behang.- Sehr lebendig, bewegungsstark.
- Uniform im Bau mit schönem,
langem, gebogenem Hals. Flotte
friesentypische Gänge, aber
trotzdem geschmeidige und
ökonomische Bewegungen.
- Fantastischer Charakter,
schnell lernend, aufmerksam,
aber ruhig und kontrollierbar.
- Großrahmig, lange Beine, athletisch
bemuskelt.
Vom EAFV wird an genetisch besonders
sportlich veranlagten
Fohlen ein vorläufiges Sport Certificat
verliehen. Dieser prestigevolle
Titel wird auf Grundlage
der genetischen Analyse sowie
Anforderungen an Exterieur,
Qualität und Bewegung vergeben.
Jeder Arabofriese, der sich
im nachhinein im Sport beweist,
bekommt das definitive Sportcertificat.
Aus dieser Spitze der
Zucht kommen später die
Stammbuchhengste.
Ein weitere Meilenstein liegt hinter
dem Europäischen Arabo
Friesen Verband (EAFV).
Am Abschlusstag der Messe
Paard en Koets in Den Bosch am
21.11.2006 erreicht die offizielle
Mitteilung des Ministeriums für
Landwirtschaft den Vorstand.
Hatte man sich bereits in Hochstimmung
über den positiven
Verlauf der Messe vor heimischem
und ausländischen Publikum
befunden, wurde der Tag
zusätzlich von der hocherfreulichen
Nachricht gekrönt. Rückwirkend
zum 13.11.2006 wird der
Arabofriese als eigenständige
Rasse anerkannt. Gemäß europäischem
Recht und Bedingungen
wird diese Anerkennung
auf alle europäischen Staaten
übertragen.
Wenn man die Vergangenheit
Revue passieren lässt:
- den experimentellen Anfang
der Arabofriesen in den 70er
Jahren,
- die Austestung und Beweisführung
der Leistung im Topsport
in den 90er Jahren,
- die definierte Zuchtplanung
bis 2000,
- die breite Zucht unter der
Überwachung des EAFV ab
2002,
- die europäische Rasseanerkennung
in 2006,
kann man mit Recht stolz auf die
Leistung einer handvoll Visionäre
und Friesenliebhaber sein.
Der EAFV umfasst momentan
etwa 400 Mitglieder weltweit.
Jährlich werden 300 – 400 Arabofriesen-
Fohlen geboren. In den
Niederlanden werden zwei bis
drei Zuchtschauen jährlich abgehalten.
Deutschland, Frankreich
und die USA werden bald
folgen.
Weltweit sind bereits 8 offiziell
gekörte Deckhengste gelistet –
und nur deren Nachkommen
sind echte Arabofriesen und werden
im Zuchtbuch gelistet und
geführt!
So entwickelte sich der in
Deutschland auf dem Quellenhof
stationierte Deckhengst Dark
President zum Arabofriesenhengst
der Extraklasse. Der 2.
Sohn seines international erfolgreichen
Vaters YK Dark Danilo
belegt 2006 eindeutig seine Qualität
der Spitzenklasse im Marathon
der Klassen M und S. Intelligenz,
gepaart mit Leistungsvermögen,
macht ihn zum
idealen Sportfriesen. Dark Presidents
Exterieur entspricht dem
eines reinen, modernen Friesen.
Ebenso zeigen seine beiden Fohlenjahrgänge
weit überdurchschnittliche
Qualität.
Die Trächtigkeitsquote 2006 lag
bei 100 %.
Text/Copyright © Wicht/Wilkens
Fotos/Copyright © Viererzug
Wicht/Wilkens
Informationen
Weitere Infos über die sportlichen Arabofriesen, den EAFV
oder die gekörten Deckhengste erhalten Sie auf den offiziellen
internationalen Verbandsseiten
www.Arabofriesiansporthorses.net
www.Arabo-Friezen.nl
oder www.arabofriesen.de
Selbstverständlich steht Ihnen auch der Autor des Artikels unter
folgenden Telefonnummern für Fragen oder exklusiv für
den Samenversand aller gekörten Hengste zur Verfügung:
Gerd V. Wicht
Deck- und Besamungsstation Quellenhof
Am Käsel 3
23883 Neuhorst
Tel. 04542 853917
Fax 04542 853918
Funk 0179 5335054
arabofriesen@o2online.de
www.arabofriesen.de |
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