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Textversion:
Mit Elan in die grüne Saison Jetzt hat sie uns alle gepackt, die große Aufbruchstimmung – Pferdehalter
und Reiter sind ebenso davon betroffen wie unsere vierbeinigen
Sport- und Freizeitkameraden. Wen hält es jetzt noch in
geschlossenen Räumen?
Wir alle wollen hinaus, das lang ersehnte milde Lüftchen zu genießen:
Entweder über frisches junges Gras traben beziehungsweise
– aus dem Blickwinkel von Freund Pferd betrachtet – die
Nase in das verlockend duftende Grün stecken.
Das Frühjahr ist die Zeit der Erneuerung. Es gilt, den im Winter
angesammelten Staub mit Schwung hinauszubefördern, den Farbpinsel
zu schwingen, der Reitanlage ein hübsches Gesicht zu geben
und auf einem glänzenden, ebenfalls fein herausgeputztem
Pferd, das gerade sein zotteliges Winterkleid ausgezogen hat, neuen
Herausforderungen entgegenzugaloppieren.
Dabei möchte der PFERDEANZEIGER Ihnen mit Rat und Tat zur
Seite stehen. Lesen Sie auf den folgenden Seiten unseres großen
Frühjahr-Sonderthemas, wie Sie die jetzt anstehenden Aufgaben
rationell und effizient lösen und dabei Zeit genug finden für erfrischende
und anregende Ritte mit Ihrem Partner Pferd. Frühjahrsputz in Haus
und Hof
Endlich werden die Tage wieder
länger. Wer möchte jetzt nicht
Fenster und Türen aufreißen, um
den winterlichen Mief aus allen
Räumen hinauszujagen und frische,
klare Luft hereinzulassen?
Dass da den einen oder anderen
auch das überkommt, was man
gemeinhin Putzfimmel nennt, ist
angesichts der frühlingshaft
strahlenden Sonne nur zu gut
verständlich.
Rundumschlag
Natürlich macht dieses Gefühl,
alles erneuern und verschönern
zu wollen, vor den eigenen vier
Wänden nicht halt. Nein, es betrifft
auch den Pferdestall, den
ganzen Hof, die Reitanlage mit
allem Drum und Dran und natürlich
die bald wieder zu beziehenden
Sommerweiden.
Frisch und sauber muss vor allem
stets der Pferdestall sein: Die
große Säuberungsaktion geht
zwar meist erst nach dem Weideauftrieb
vonstatten, aber dennoch
können die Zeiten, an denen
die Pferde zum Anweiden
stundenweise auf der Wiese
verbringen oder gemeinsam
Auslauf im Paddock oder auf
dem als Großauslauf umfunktionierten
Reitplatz erhalten,
schon zu Pflegemaßnahmen
genutzt werden.
Die normale Grundregel, dass
von links nach rechts und von
oben nach unten geputzt wird,
erfährt im Pferdestall eine Ausnahme:
Zunächst muss nämlich
die Matratze raus.
Auslagern
Ob Matratzenstreu oder Wechselstreu:
Soll der Stallboden drinnen
(oder im Offenstall) blitzeblank
werden, muss alles leer
geräumt werden. Natürlich muss
eine ausreichend große, mit einer
Betonplatte als Untergrund
versehene Fläche vorhanden
sein.
Sie darf nicht in direkter Stallnähe
liegen und sollte entgegen der
Hauptwindrichtung ausgerichtet
sein, um einer Belästigung
durch Geruch und Fliegen vorzubeugen.
Im Idealfall liegt sie im Halbschatten
größerer Bäume und zugleich
im Windschatten, sodass
der Mist weder austrocknet noch
auskühlt.
Grundregel: Bei Anlage der
Mistplatte ist zu berücksichtigen,
dass für den Mist von zirka
zwei bis vier Pferden etwa fünf
Quadratmeter Fläche benötigt
werden – für einen größeren
Pferdebestand entsprechend
mehr.
Das Fachmagazin
PFERDEANZEIGER rät
Erkunden Sie die Möglichkeiten,
den in Ihrer Anlage
produzierten Mist weiterzuverwerten
beziehungsweise
verwerten zu lassen: Entweder
durch ortsansässige Landwirte
auf deren landwirtschaftlichen
Nutzflächen,
durch Verkauf an Land- und
Gartenbaubetriebe oder –
nach sorgfältiger Kompostierung
– zur Ausbringung auf
hauseigenen Weiden).
Bedenken Sie, dass zeitlich
große Unterschiede zwischen
der Kompostierung von
Strohmist und Spänemist bestehen.
Aus Strohmist entsteht in einer
ordentlich gepflegten
Miete bereits nach sechs Wochen
der sogenannte Frühkompost,
wertvoller Reifkompost
ist nach drei bis sechs
Monaten vorhanden.
Hobelspäne benötigen dagegen
mindestens zwölf Monate
für die Kompostierung.
Übergangszeit:
Jetzt raus mit der
Matratze
Abhängig vom Weideaufwuchs
(der regional von Wärme und
Feuchtigkeit beeinflusst wird)
und von den Witterungsbedingungen,
kommen die Pferde normalerweise
erst Anfang Mai auf
die Weide. Solange mit dem Entfernen
der Strohmatratze zu
warten, wäre sicherlich unhygienisch.
Also: Raus mit der Matratze und
zunächst auf Wechselstreu umstellen.
Es empfiehlt sich, nach
Entfernen der Matratze und einem
ersten Ausfegen der Boxen
wieder auf das Reinigungsprinzip
von oben nach unten umzusteigen
und, wenn die Pferde
nicht im Stall sind, Decken, Wände,
Boxentrennwände und -gitter
gründlich abzufegen.
Wechselstreu
Dann werden alle Stallfenster der
Reihe nach gründlich geputzt
(möglichst keine chlorhaltigen
Reinigungsmittel verwenden, da
sie bei einigen Pferden die Atemwege
reizen und zu allergischen
Reaktionen führen können), um
noch mehr Licht ins Gebäude zu
lassen.
Wer will, kann jetzt schon eine
erste Stalldesinfektion mit einem
biologisch unbedenklichen
Desinfektionsmittel vornehmen. Dabei vor allem die Ecken nicht
vergessen. Sie sind Brutstätten
für allerlei Bakterien und Pilze.
Danach wird – auf trockenen
Stallboden – eine frische Schicht
Einstreu aufgebracht, aus der
jedoch während der nächsten
Wochen, in denen das Pferd
gegebenenfalls noch ganz oder
stundenweise im Stall verbleibt,
keine Matratze aufgebaut wird.
Misthaufen werden täglich herausgesammelt,
harndurchtränkte
Bereiche gänzlich entfernt und
mit frischem Stroh aufgefüllt.
Grundregel für die Einstreumenge:
Zehn bis fünfzehn Kilogramm
Stroh pro Tag und Pferd.
Diese Menge darf niemals unterschritten
werden, damit sich
das Pferd niederlegen kann und
gegen Bodenkälte geschützt ist.
Die große Generalreinigung
(nochmaliges Ausmisten bis auf
den letzten Strohhalm, Ausfegen
der Boxen, Ausschrubben mit
heißer Seifenlauge, Ausspülen,
Nachspülen mit Desinfektionsmittel
und gründliches Entlüften)
findet dann – in Betrieben
mit Sommerweidehaltung – nach
dem endgültigen Weideauftrieb
statt.
Großreinemachen
Die umfangreiche Säuberungsaktion
macht natürlich hinter der
Stalltür nicht halt. Soll sich die
Hofanlage den Sommer über
pikobello präsentieren, werden
Besen und Schrubber auch in
allen anderen Bereichen geschwungen.
Auf dem Putz- und Sattelplatz
werden gleichzeitig die Anbindevorrichtungen
kontrolliert und
gegebenenfalls repariert oder erneuert.
Praktisch: Einen zusätzlichen
Holm errichten oder eine lange
Holzbank aufstellen, auf der Sättel
und Satteldecken kurzfristig
vor oder nach dem Reiten aufbewahrt
werden und auslüften
können.
Nachdem die Frostperiode zu
Ende ist, sollte die Installation eines
Wasseranschlusses überdacht
werden, sofern noch keiner
vorhanden – oder aber es
wird Raum geschaffen für einen
separaten Waschplatz. Im Sommer
stehen viele Geländeritte an,
die Turniersaison läuft dann auf
Hochtouren ...
Fazit: Pferde müssen immer wieder
gesäubert oder verschönert
werden. Im Idealfall wird eine
Warmwasseranlage installiert –
oder alternativ werden Fässer
aufgestellt, in denen sauberes
Wasser aus dem Kran durch Sonnenbestrahlung
aufgewärmt
wird. Erwärmtes Wasser entwickelt
eine deutlich bessere Reinigungskraft.
Sattelkammer:
Winterliches Gerümpel
muss raus
Wie sieht es in der Sattelkammer
aus? Garantiert hat sich in
allen Ecken und Winkeln winterliches
Gerümpel angesammelt:
ein vergessener Anorak,
verschlammte Winterstiefel,
hier ein Döschen Huffett, dort
eine alte Gerte, die man längst
ausrangieren wollte.
Zeit, auch hier gründlich zu entrümpeln,
die Sättel grob zu entstauben
(mehr zur Sattelpflege
unter der Überschrift Ausrüstung),
die Kammer auszufegen
und auszuwischen.
Sattelklau
Da eine Reitanlage im Allgemeinen
im Frühling und Sommer
häufiger (auch von Fremden,
die mal vorbeischauen wollen)
besucht wird, empfiehlt sich
die Investition in verschließbare
Sattelaufhänger, damit der
berüchtigte Sattelklau keine
Chance hat. Der Extratipp vom
PFERDEANZEIGER
Hängen Sie Thermometer und
Hygrometer in der Sattelkammer
auf, damit Sie künftig
die Temperatur und den
Feuchtigkeitsgehalt der Luft
messen können.
Die ideale Raumtemperatur
zur Aufbewahrung des Sattelzeugs
beträgt zehn bis fünfzehn
Grad Celsius.
Damit das wertvolle Leder
nicht austrocknet, benötigt es
einen Luftfeuchtegrad zwischen
50 und 70 Prozent.
Ist der Wert zu niedrig, erhöht
eine im Raum aufgestellte, mit
Wasser gefüllte Schüssel die
Luftfeuchte (wer investieren
kann, kauft stattdessen ein
Luftbefeuchtungsgerät).
Bei zu hohen Luftfeuchtigkeitswerten
hilft nur ständiges,
gründliches Lüften. Warum? Nun, Ordnung und Organisation
hilft jedem Pferdehalter,
Zeit und Kosten zu sparen
– für mehr Spaß und mehr
Mußestunden für Partner Pferd.
Sperrige Gerätschaften werden
– am besten mit Hilfe von Aufhängevorrichtungen
– so verstaut,
dass sie stets griffbereit
sind und niemanden gefährden.
Putz- und Pflegemittel, Ausrüstungszubehörteile
und die Stallapotheke
werden gründlich entrümpelt.
Was nicht mehr nötig oder defekt
ist, wird aussortiert und entsorgt
(genügend Müllsäcke bereithalten).
Anschließend wird
alles übersichtlich im Stallschrank
untergebracht.
Der Praxistipp vom
PFERDEANZEIGER
Notieren Sie Adressen und
Telefonnummern von Tierarzt,
Tierklinik und Hufschmied
deutlich sichtbar
sowohl an der Stall- oder Boxentür
als auch im Stallschrank
(und in Ihrem Telefonverzeichnis
daheim).
Schreiben Sie auch Namen,
Anschrift und Telefonnummer
(Büro und privat) einer
Vertrauensperson auf, die im
Falle Ihrer Unabkömmlichkeit
als Ersatzreiter oder -betreuer
Ihres Pferdes einspringt.
Ausrüstung:
Optimal in die grüne
Saison
Kein echter Bergwanderer
würde daran denken, einen
Zweitausender in Shorts und
Sandalen zu bezwingen. Im
übertragenen Sinne aber tun genau
dies viele Reiter, die im
Frühjahr ihre Basisausrüstung
nicht auf Vordermann bringen
und nun einfach klassisch gekleidet
im Dressursattel zum
mehrstündigen Ausritt starten.
Dabei ist das oberste Gebot der
Ausrüstung fürs Gelände: Sie
muss Pferd und Reiter optimal
passen, auf die Belange des
Geländereitens abgestimmt sein
und ermüdungsfreies, entspanntes
und sicheres Reiten gewährleisten.
Ihr Reitstil bestimmt die Ausrüstung
erheblich mit.
Geeignet sind beispielsweise für
den Englisch-Reiter die einfach
oder – besser – die doppelt gebrochene
Trense aus Edelstahl
oder maulfreundlichem Kunststoff,
die gerade, ungebrochene
Stangentrense aus Hart- oder
Weichgummi oder aus modernem
Kunststoff (Nathe, mit leichter
Zungenfreiheit), das ungebrochene
Merothische Ledergebiss
(mit Kinnriemen), das einfach
gebrochene Merothische
Ledergebiss (mit Kinnriemen).
Für den Westernreiter empfiehlt
sich das Snaffle Bit (einfach gebrochene
Trense aus rostendem
Eisen), das Snaffle with Shanks
(einfach gebrochene Trense mit
kürzeren oder längeren Anzügen
und er Hebelwirkung einer
Stange), die Kleine Stange (maulfreundliche
einfache Stangenzäumung
mit leichter Zungenfreiheit
und nicht zu langen Bäumen),
das Grazer Bit (eine mild
wirkende einfache Stange mit
stark zurückgenommenem Unterbaum).
PFERDEANZEIGERPraxistipps
Für etwas heftigere Pferde
kann das Echte Pelham eine
Lösung sein.
Es besteht aus einer etwas vorgebogenen
Stange mit kurzen
seitlichen Bäumen. In den direkt
seitlich der Stange angebrachten
Ring wird der wie
ein Trensenzügel wirkende
Zügel eingeschnallt.
Der in den am Unterbaum befindlichen
Ring geschnallte
zweite Zügel wirkt in Richtung
auf die Stange. Das Pelham
wird mit einer Kinnkette
oder einem Kinnriemen gebraucht.
Es ist falsch, das
Pelham mit nur einem in den
Unterbaum geschnallten
Zügel zu benutzen.
Achtung: Lassen Sie sich nicht
das falsche Pelham aufschwatzen.
Diese auch angebotene
Zäumung besitzt ein
gebrochenes Mundstück. Sie
ist äußerst scharf und verhindert
jegliche präzise Einwirkung.
Falls Sie Ihr Pferd im Gelände
gebisslos reiten wollen, fragen
Sie bei Ihrer Versicherungsgesellschaft
nach, ob sie
die Folgekosten bei einem Unfall
auch dann übernimmt.
Viele Gesellschaften schreiben
nämlich eine Zäumung
vor, die "eine sichere Kontrolle
über das Pferd gewährleistet"
und verstehen darunter
nur eine Zäumung mit
Gebiss.
Um das Pferd unterwegs mal
anbinden zu können, trägt es
unter dem Zaumzeug ein gut
passendes, möglichst abgepolstertes
Halfter mit Anbindestrick.Aktivitäten:
Reitgewohnheiten
analysieren
Wer sich jetzt gründlich fragt,
was er im Frühjahr und Sommer
alles mit seinem Pferd zu unternehmen
gedenkt, kann Fehlkäufe
von vornherein vermeiden. Fakt
ist, dass die meisten Breitensportler
gar nicht daran denken,
sich zu spezialisieren.
Sie wollen auf dem Platz Dressur
reiten, ein wenig springen,
normal ausreiten, mal eine Tagestour
oder einen kleinen Wanderritt
machen und vielleicht
gelegentlich ein Freizeitreiterturnier
bestreiten.
Dazu brauchen Sie einen perfekt
auf die Anatomie ihres Pferdes
abgestimmten Allround-Sattel,
kurz: ein Modell, das alles mitmacht.
Bewährt
Für den Englischreiter kommt
hierfür der Vielseitigkeitssattel
in Frage. Obgleich er eigentlich
nicht für den stundenlangen Einsatz
gedacht ist, hat er sich doch
– optimale Passform vorausgesetzt
– auch bei vielen Wanderreitern
auf längerer Strecke bewährt.
Besser wäre jedoch ein Trachtensattel,
der das Gewicht von
Reiter und Gepäck auf dem Pferderücken
auf eine größere Fläche
verteilt. Im Allgemeinen sind Sättel
aus den Bereichen der Gebrauchsreiterei
(Western-, Wander-,
Militär-, Hirten- und
Islandsättel) nach diesem Prinzip
gebaut.
Robust
Außerdem bieten eben solche Arbeitssättel,
zu denen auch der
Australische Stocksattel gehört,
auch die draußen erforderliche
Robustheit und Funktionalität.
Sie sind nicht nur schonender für
Pferd und Reiter, sondern erleichtern
durch stabile Krampen,
Lederriemen und Befestigungsringe
auch den Gepäcktransport,
selbst wenn das Gepäck nur aus
einer hinterm Sattel zusammengerollten
Decke besteht, auf der
die Reiter bei einer Rast sitzen
wollen.
PFERDEANZEIGERPraxistipps
Testen Sie aus, wie Sie sich in
Ihrem Steigbügel fühlen.
Tragen Sie im Gelände gern
klobigeres Schuhwerk? Dann
muss der Bügel groß genug
sein, damit er sich in jeder
Situation aufnehmen und abstreifen
lässt.
Ein zu leichter Bügel ist ein
Risikofaktor. Nur ein schwerer
Bügel fällt aus allen Positionen
heraus (auch bei einem
Bocksprung) unverzüglich
wieder herab.
Die Trittfläche muss breit genug
und rutschfest sein, um
den Fuß zu stützen. Sogenannte
Sicherheitssteigbügel
– heute in vielen Varianten erhältlich
– verhindern das gefürchtete
Verkanten des
Fußes.
Wer öfter und bei jedem Wetter
ausreiten will, ist mit Tapaderos
gut bedient. Diese Bügelschutzkappen
aus Leder
halten den Fuß bei Regen
trocken und lassen sich auf
fast jeden Bügel montieren.
Reiter-Ausrüstung:
Stets Kopf und Körper
schützen
In der winterlichen Reithalle
hat so mancher Reiter vergessen,
dass es auch den Kopf zu
schützen gilt. Geht es jetzt wieder
vermehrt ins Gelände, vergrößert
sich die Gefahr eines
Sturzes enorm.
Nichts bewahrt uns besser vor
Stoßverletzungen als ein sicherer
Helm. Moderne Helmtechnologie
garantiert Tragekomfort
und optimale Passform bei splitterfreier
Helmschale, stoßdämpfender
Innenschale, flexiblem
Schirm und Dreipunkt-Kinnbefestigung.
Zur besseren Belüftung
weisen viele Modelle Öffnungsschlitze
auf.
Über die meisten Helme lassen
sich zudem bunte Satinüberzüge
ziehen, sodass von einem Mangel
an Chic kaum mehr die Rede
sein kann.
Membrane oder Oilskin?
Ob Goretex-, Sympatex- oder
Texapore-Outdoorjacke oder
schlicht der Kultmantel der
Geländereiter aus gewachster
Baumwolle. Darüber scheiden
sich die Geister.
Die Jacken mit Wind- und Wasser
abweisender Membrane
(oder aus dem Trendmaterial
Microfaser) sind im Prinzip mul-
Sättel gibt es in Hülle und
Fülle, und für jede Reitweise
mindestens einen.
Der Kopf ist das wichtigste
Körperteil…
…und sollte optimal geschützt werden. tifunktional, in den Farben frischer
(daher bei düsterem Wetter
sicherer) und weisen mehr
praktische Details auf (abnehmbare
Kapuze, abnehmbare Ärmel,
zusätzlich einzuknöpfendes
Innenfutter, Reflexstreifen an der
Rückpassen und anderes).
Wetterschutz
Die Jacken lassen sich gut mit
gewachsten Chaps kombinieren
und bieten so farbenfrohen
Rundumschutz bei jedem Wetter.
Auch der Mantel aus Waxed Cotton
bietet einen kompletten
Rundumschutz. Strahlt die Sonne
wieder, bleibt er lange nass,
muss so zusammengerollt werden
und ist dann hinterm Sattel
recht sperrig. So bleibt die Wahl
Geschmacksache.
Schuhe
Natürlich lässt sich mit normalen
Reitstiefeln ausreiten. Wer
allerdings mit Ledersohlen sein
Pferd über schwieriges Geläuf
zu führen versucht, wird ständig
dagegen ankämpfen müssen,
selbst auf die Nase zu fallen.
Jodphurstiefeletten (mit Profilsohle)
sind bei einfachen Ausritten
angenehm, bei längeren
Touren ist ein ganzjährig zu tragender
Spezialschnürstiefel für
Geländereiter vorteilhafter.
Er besteht aus Wasser abweisendem
stoßfestem Leder, hat
eine griffige Profilsohle, verstärkte
Fersenkappe, Sporenhalterung
und reitgerechten Absatz.
Strümpfe
Die Strümpfe darunter dürfen
Reiterstrümpfe sein. Ihr Vorteil:
Knielang, eng anliegend, faltenfrei
und rutschfest sind sie im
Fußteil ohne Nähte und etwas
dicker (polstert also schön) und
im Wadenbereich dünner (sodass
Reithose und Stiefel besser
darüber gleiten).
Veranstaltungen:
Wenn Wettbewerbe
anstehen
Zu dieser Jahreszeit werden häufig
schon die ersten sogenannten
Orientierungsritte ausgeschrieben.
Das sind kleinere oder
größere Wettbewerbe, entweder
im Stil der Pferderallye oder als
echte Prüfung für Wander- und
Langstreckenreiter. Rallyes können
– je nach Veranstalter – vom
Schwierigkeitsgrad her sehr unterschiedlich
ausfallen.
Lange Strecken
Im Durchschnitt legen die Reiter
einzeln, paar- oder mannschaftsweise
eine zirka 20 Kilometer
lange Strecke zurück und
steuern dabei bestimmte Kontrollpunkte
an.
Dort sind (nicht zu schwere)
Geländehindernisse zu bewältigen
und/oder Fragen aus den
Gebieten Regionalgeschichte,
Umwelt, Natur und Pferdefachwissen
zu beantworten.
Kernige Ritte
Noch kerniger sind die echten
Orientierungsritte für Wanderreiter.
Solch eine Prüfung wird
gern mit einer Geländeeignungsprüfung
und/oder einem
Geschicklichkeitswettbewerb
sowie einer Rittigkeitsprüfung
kombiniert.
Der Reiter muss in einem bestimmten
Zeitrahmen mehrere
(meist fünf) Kontrollpunkte anreiten
und die Route dorthin anhand
einer topografischen Karte
selbst finden. Der Weg ist also
weder vorgegeben noch markiert.
Breitensport
Immer mehr im Kommen sind
breitensportliche Wettbewerbe.
Diese von der Deutschen Reiterlichen
Vereinigung veranstalteten
Prüfungen wenden sich
an den Freizeitreiter, der sich als
Breitensportler definiert. Dazu
gehören Wettbewerbe im Umgang
mit dem Pferd, Geschicklichkeitswettbewerbe,
Reiter-,
Voltigier- und Mannschaftsspiele,
Formationsreiten und
-fahren und Streckenwettbewerbe
für Reiter und Fahrer.
Horsemanship
Sie alle sollen den Geist des
Horsemanship vermitteln, dem
Teilnehmer Freude machen, einen
Fortbildungsanreiz bieten
und den Tierschutzgedanken
fördern.
PFERDEANZEIGERInformationen
Die Freizeitreiterprüfung
wird im Allgemeinen im Rahmen
von Freizeitreiterveranstaltungen
durchgeführt.
Sie orientiert sich nicht am
klassischen Turniergeschehen,
sondern berücksichtigt
und bewertet die besonderen
Fähigkeiten des Freizeitreiters
und seines Pferdes.
Geprüft werden die Routine
im Umgang mit dem Pferd,
der Gehorsam des Pferdes, der
Ausbildungsstand, aber vor
allem auch die Harmonie zwischen
Pferd und Reiter bei Rittigkeits-
und Geschicklichkeitsprüfungen,
die Eignung
und das Können im Bereich
des Gelände- und Wanderreitens.
Zusätzliche Aufgabenstellungen
– beispielsweise bei
Rallyes, Streckenritten und
ähnlichem – bieten einen Anreiz,
sich über das reine Reiten
hinaus mit Handfertigkeiten
und Fähigkeiten rund
ums Pferd zu beschäftigen
und darin Fertigkeiten zu entwickeln,
die sich letztlich eines
Tages auch bei alltäglichen
Situationen bewähren
können.
Dazu zählen unter anderem
Erste-Hilfe-Kenntnisse, kleine
Lederreparaturen am Sattelzeug,
das Auffinden besonderer
Ortschaften nach der
Karte und vieles mehr.
Darüber hinaus gibt es Prüfungen
für spezielle Fähigkeiten
in besonderen Gangarten.
Die Prüfungen werden im Allgemeinen
in Form von Einzel-,
Gruppen- oder Mannschaftswettkämpfen
als Turnierprüfung
für Freizeitreiter,
Reiterspiel, Geschicklichkeitswettbewerb,
Wanderreiterwettkampf
und/oder Rennen
durchgeführt.
Unverzichtbare Bestandteile
jeglicher Freizeitreiterprüfung
sind Horsemanship und
Sportsmanship. Beides sollte
jeder Richter bei der Bewertung
der Wettkämpfer in seine
Beurteilung einfließen
lassen.
Erfreuliche Entwicklung:
Horse- und Sportsmanship
werden bei mehr und mehr
Wettbewerben für Freizeitund
Wanderreiter bereits als
echter Prüfungsbestandteil
mit benotet.
Mediendienst Wienkamp |
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