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Kunststoffbeschläge
Kunststoffbeschläge stellen in einigen Fällen eine interessante Alternative zum Hufbeschlag mit Hufeeisen da. Während der Beschlag mit Hufeisen in Deutschlande der Standardbeschlag ist, so gibt es viele Pferde, aber vor allem viele Situationen, in denen ein Hufbeschlag mit Kunststoff eine interessante Alternative darstellt. Hufbeschlag an den Hufen des Pferdes wird verwendet, um den Huf vor übermäßiger Abnutzung zu schützen. Bei einem gesunden und problemlos laufenden Pferd sind andere Aspekte des Hufbeschlages, außer dem Schutz der Pferdehufe, zu vernachlässigen. In einigen Fällen loht es sich darüber nachzudenken, ob auch ein Beschlag mit Kunststoff in Frage kommen könnte. In der Rheinischen Hufbeschlagschule setzen wir den Kunststoffbeschlag immer dann ein, wenn vor allem Freizeitpferde, die über weite Bereiche des Jahres wunderbar mit unbeschlagenen Hufen ihren Dienst wahrnehmen können, in einigen Phasen des Jahres größerer Belastung ausgesetzt werden, z. B. ein Freizeitpferd, das in den Oster- oder Sommerferien mit seinem Reiter einen längeren Wanderritt unternehmen soll. Hier wäre zu erwarten, dass die unbeschlagenen Hufe diese außergewöhnliche Belastung nicht tragen könnten, also ein zu starkes Abnutzen der Hufe bevorstehen könnte. Ein Kunststoffbeschlag schützt den Huf in angemessener Weise und die Umstellung auf den Barhuf nach vollendetem Wanderritt ist problemlos. Kunststoffbeschläge weisen im Vergleich zum Hufeisen einige Unterschiede auf. Kunststoffbeschläge sind aus Polyurethan gefertigt. Polyurethan ist ein Kunststoff, der sehr verschleißfest ist, aber trotzdem verformbar bleibt. Diese Verformbarkeit stellt eine große Schockabsorbtion und eine Möglichkeit der Energieaufnahme durch den am Huf angebrachten Beschlag dar. Das Hufeisen dagegen ist starr und nicht verformbar; entsprechend läuft das Pferd hier auf einem härteren Material. Ein weiterer Unterschied zum Hufeisen bestehet darin, dass der Kunststoffbeschlag durch seine Verformbarkeit eine größere Formveränderung der Hufkapsel bei der Belastung zulässt. Das, was allgemein als Hufmechanismus bekannt ist, wird durch den Kunststoffbeschlag etwas geringer eingeschränkt, als es beim Hufeisen der Fall ist. Ebenfalls ist Kunststoffbeschlag deutlich leichter als ein Eisenbeschlag, durch das geringere Gewicht kann der Kunststoffbeschlag bei Bewegungsstörungen eine interessante Alternative zum Hufeisen sein. Ebenfalls die Schockabsorbstion des Kunststoffbeschlages wird in der Rheinischen Hufbeschlagschule in einigen Situationen bei Pferden eingesetzt, bei denen durch das Gangmuster des Pferdes die Hufe mit großer Energie auf den Boden prallen. Sind diese Pferde (zu) häufig auf harten Böden unterwegs, kann der Kunststoffbeschlag hier einen guten Einfluss auf die Entwicklung des Hufes oder auch der gesamten Gliedmaße haben. Die Umstellung von Eisenbeschlag auf Kunststoffbeschlag kann in einigen Situationen problembehaftet sein, es empfiehlt sich daher immer, genau zu überlegen, wann und mit welcher Strategie diese Umstellung erfolgen soll. Es ist sicherlich immer sinnvoll, eine Umstellung von Eisen auf Kunststoffbeschlag in einer betriebsärmeren Zeit durchzuführen. Am ehesten ist es sinnvoll, das Pferd vor dem Hufeisen zuerst unbeschlagen laufen zu lassen, um dann, wenn ein Hufschutz wieder nötig ist, es mit Kunststoffbeschlag zu versuchen. Hierbei ist die Kompetenz des Reiters besonders gefragt, da er die Entwicklung der Hufe beobachten kann und rechtzeitig den Hufschmied zum Neubeschlag beauftragen muss. Ein wesentlicher Vorteil des Kunststoffbeschlags liegt in der Weichheit des Materials. Pferde, die in Gruppen gehalten werden (Herde oder Kleingruppenhaltung, vor allem dann, wenn die Gruppenzusammensetzung häufiger wechselt), verletzten sich deutlich weniger nach dem Tritt einen Pferdes, wenn die hinteren Hufe mit Kunststoffbeschlag geschützt sind. Eine Trittverletzung mit einem kunststoffbeschlaggeschützten Huf ist in der Intensität vergleichbar mit der eines unbeschlagenen Hufes. Pferde mit Hufeisen in der Gruppenhaltung, wo die Gefahr des Tretens besteht, würden sich in der Situation gravierende Verletzungen zuziehen. In einigen Situationen ist Kunststoffbeschlag für die Hufe des Pferdes ungeeignet. Da der Kunststoffbeschlag seine Eigenschaften in der Beschlagperiode verändert und geringgradig weicher wird, legt er sich mit wachsendem Hufhorn immer stärker der Sohle an und verwölbt sich somit. Diese Verwölbung des Kunststoffbeschlages führt in allen Situationen dazu, dass sich der Huf ein wenig weitet. Ist der Ausgangshuf schon ein weiter Huf, so kann diese Entwicklung fatal sein, entsprechend ist dringend anzuraten, hier mit dem Hufexperten zu sprechen und gemeinsam zu entschließen, ob das Pferd für die Verwendung von Kunststoffbeschlägen geeignet ist. Die Verformung des Kunststoffes in der Beschlagperiode stellt auch eine große Belastung für den Hornstrahl dar. Pferde mit kleinen oder von Fäulnis bedrohtem Hufstrahl sind ebenfalls nur nach sehr genauer Prüfung als Kandidat für den Kunststoffbeschlag anzusehen. Bei Fragen zu diesem Thema können Sie sich auch gerne an die Experten der Rheinischen Hufbeschlagschule wenden. Am liebsten sind uns E-Mail- Anfragen an herfter@hufbeschlagschule.de Burkhard Rau, Rheinische Hufbeschlagschule  
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