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| Pferdegesundheit
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Textversion:
Das Sommerekzem! Man kann fast vermuten, dass die diesjährige Ekzemsaison die
schlimmste schlechthin wird. Bedenkt man, dass seit Aufzeichnung
des Wetters noch nie ein so milder Winter geherrscht hat, dass
Insekten in dem kaum gefrorenen Boden wohl fast allesamt überlebt
haben, fällt es leicht, sich vorzustellen, wie massiv die Insektenpopulation
unsere Pferde in diesem Sommer beeinträchtigen wird. Viele Pferdehalter berichten mir,
dass ihre vom Sommerekzem geplagten
Pferde in diesem Winter
erst gar nicht aufhörten, sich zu
schubbern und der quälende
Juckreiz nicht wie sonst – bei normalen
Wintern und Wettertemperaturen
– zumindest eine
mehrmonatige Pause einlegte.
Die durch den Juckreiz geschädigten
Hautbezirke konnten in
diesem Winter kaum richtig abheilen,
da – sobald die Sonne schien
– die gefürchteten Culicuides
Spezies gleich wieder ausschwärmten
und die Pferde
malträtierten.
Die Überempfindlichkeitsreaktion
der betroffenen Pferde gegen
die Inhaltsstoffe des Speichels
der Culicuides Spezies (im
Sprachgebrauch Mücken, Gnitzen)
wird diesjährig somit sicher
zur ganz besonderen Belastungsprobe,
wenn die Vorjahre
schon massiv durch Juckreiz beeinträchtigt
wurden; auch wird
es sicher viele Neuerkrankungen
geben.
Das Immunsystem bekämpft im
Normalfall Viren, Bakterien, Pilze,
Parasiten und andere Schädlinge,
die ungewollt in den Organismus
eindringen. Diese Aggression
richtet sich bei betroffenen
Pferden gegen eher harmlose
Stoffe, hier die Inhaltsstoffe
des Speichels der Culicuides Spezies.
Der Speichel der Mücken
stellt das Allergen dar. Die krankmachende
Wirkung der Allergie
entsteht nicht aus den Allergenen,
sondern aus der Reaktion
des Organismus auf diese, eine
Überreaktion des Immunsystems
auf eine im Grunde normale Umgebung.
Die unsinnige und übersteigerte
Abwehrreaktion besteht
oftmals nicht nur gegen die Spezies
der Culicuides, sondern es
liegen größtenteils auch weitere
allergische Reaktionen auf verschiedene
andere Insekten vor,
beispielsweise Fliegen und Bremsen.
Auch beobachte ich immer
häufiger, dass sich zu der allergischen
Hautreaktion eine allergische
Atemwegserkrankung
hinzugesellt. So bleibt es selten
bei einer allergischen Reaktion
auf ein bestimmtes Allergen, sondern
es folgen mit der Zeit immer
mehr allergische Reaktionen
auf weitere Stoffe und Faktoren.
Bei einem betroffenen Pferd sollte
man daher beobachten, ob weitere
allergische Reaktionen auftreten
und, falls ja, umgehend
eine Behandlung einleiten.
Selbstverständlich sollte es sein,
bei einem Allergiker im Rahmen
der eigenen Möglichkeiten eine
gewisse Vorsorge zu betreiben,
hinzukommende allergische Reaktionen,
beispielsweise auf
Schimmelpilzsporen und Staub,
möglichst zu verhindern. Diese
Vorsorge beinhaltet annähernd
staubfreies Futter bester Qualität,
viel frische Luft und ausreichend
Bewegung auch zur Stallsaison.
Kardinalsymptome des Sommerekzems
sind starker Juckreiz und
Unruhe. Alle weiteren Veränderungen
entstehen durch das
Scheuern. Die stark angegriffenen
und wundgescheuerten
Hautbezirke sind empfänglich
für zahlreiche Folgeerkrankungen
wie Bakterien- und Keimbefall
sowie Mykosen und Befall
mit anderen Ektoparasiten.
Durch die permanente Reizung
wird die Haut immer dicker. Der
Fachmann spricht dann von
Pachydermie, die Haut legt sich
in dicke, wulstige Falten. So entstehen
luftabgeschlossene, eingequetschte
Bereiche, die Haut
fängt an zu nässen. Diese Hautbezirke
sehen ähnlich aus wie befallene
Bezirke bei Räude, wo
Milben in der Haut leben.
Oft wird das Sommerekzem auch
als Sommerräude bezeichnet, bei
Sommerräude leben jedoch Mikrofilarien,
Entwicklungsstufen
von Würmern, in der Haut. Räude,
Sommerräude und Sommerekzem
sind stark voneinander
abzugrenzen und nicht als ein
und dieselbe Erkrankung zu verstehen!
Das an Sommerekzem und somit
an einer Allergie leidende
Pferd neigt ebenso zum Headshaking,
das zwar eine völlig andere
Form der Allergie darstellt
und das zentrale Nervensystem
weitaus mehr in Mitleidenschaft
zieht, doch letztlich lediglich eine
andere Symptomatik darstellt,
da auch der Headshaker allergisch
auf Insekten und Sonnenlicht
reagiert.
Über das eigentliche Allergiegeschehen
hinaus gibt es zahlreiche
das Sommerekzem begünstigende
Faktoren:
Individuelle
Prädispositionen
1. Stoffwechselprobleme:
Diese äußern sich u. a. in verzögertem
Haarwechsel, schuppigem
Haarkleid, fettigem Fell und
Anfälligkeit für Parasiten- und
Pilzerkrankungen sowie langsamer
Wundheilung.
2. Hormonelle Imbalancen:
Diese äußern sich durch Scheuern
am ganzen Körper während
der Rosse und erhöhter Hautempfindlichkeit
sowie auch nicht
regelmäßiger verzögerter Rosse
oder Dauerrosse, Verhaltensauffälligkeiten
im Zusammenhang
stehend mit der Haut
(beißen, kratzen etc.).
3. Psychische Faktoren:
Ein Pferd, das in seiner Herde
stark unterdrückt und sozusagen
das schwächste Glied ist, ein
Pferd, das sich von seinem Besitzer
nicht geliebt und zurückgesetzt
fühlt, oder auch ein Pferd,
das unter permanenter Langeweile
leidet, starkem Stress und
überfordernder Arbeitsbelastung ausgesetzt wird, fühlt sich
in seiner Haut ebenfalls nicht
wohl. Auch psychische Faktoren
tragen zum Allergiegeschehen
nicht unerheblich bei.
Fütterungsbedingte
Prädispositionen
Sind Vitamin-, Mineralstoff-,
Spurenelementüber- bzw. -unterversorgung,
Imbalancen im
Nährstoffhaushalt, Rohfasermangel
sowie Eiweiß- und Energieüberversorgung.
Bekannt ist, dass ein Überangebot
an Protein und Energie stark
zum Allergiegeschehen beiträgt.
Dies umso mehr, wenn nicht ausreichend
Rohfaser zugeführt
wird. Die Ernährung eines Pferdes
mit Sommerekzem sowie
auch mit anderen Erkrankungen
aus dem allergischen Formenkreis
sollte in erster Linie bedarfsgerecht
– nicht übermäßig
– und möglichst naturbelassen
sein. Vitamine, Mineralstoffe und
Spurenelemente sollten in für das
Pferd optimal verwertbarer Form
(= natürlich, nicht synthetisch)
ausreichend zugeführt werden.
Schädlich zu beurteilen sind hier
gleichermaßen Mangelerscheinungen,
Überschüsse und Imbalancen.
So begünstigt ein Mangel
an Calcium Hautveränderungen
ebenso wie ein Calciumüberschuss.
Calcium konkurriert
im Darm mit Kupfer, Zink und
Selen um die Aufnahme in den
Organismus. Kupfer und Zinkmangel
sind direkte Verursacher
von Hautproblemen und
Juckreiz. Kleie (große Anteile finden
sich in Fertigmash) vermindern
die Aufnahme von Calcium,
Kupfer, Zink und Selen, so ist bei
täglicher Fütterung ein Mangel
bereits vorprogrammiert. Ein
Überschuss an Selen, der, da Selen
ein Spurenelement ist, schon
bei geringster Überdosierung eintreten
kann, führt zu Vergiftungserscheinungen
wie Haarausfall,
Ausfall des Mähnen- und
Schweifhaares bis hin zum sogenannten
Ausschuhen, was
meist den Verlust des Pferdes bedeutet.
Eine bedarfsgerechte Ernährung
ist die Grundvoraussetzung jeder
erfolgreichen Therapie des
Sommerekzems. Hier muss in jedem
Fall der Grundstock des therapeutischen
Eingreifens gelegt
werden. Ohne Beachtung einer
optimalen Nährstoffzuführung
wird jede Therapie langfristig
zum Scheitern verurteilt sein!
Hüten sollte man sich vor allem,
dem Sommerekzemer wechselnde
oder auch gleichzeitig
mehrere Ergänzungs- und Zusatzfuttermittel
zu füttern, da diese
zwangsläufig zur Fehlversorgung
führen. Viele Pferdehalter
scheinen dazu zu neigen, alles
auf einmal auszuprobieren – dies
ist der falsche Weg! Der Markt
ist unbegrenzt, was Hilfen und
Ergänzungsfuttermittel für Sommerekzemer
betrifft, jedoch sollte
man eines nach dem anderen
ausprobieren und jedem neuen
Produkt einen Zeitraum von ca.
drei Monaten einräumen, damit
man dann auch abschätzen kann,
was positiv, was eher gar nicht
und was negativ wirkte. Eine ausgewogene
Fütterung ist Voraussetzung für einen funktionierenden
Stoffwechsel, ein gesundes
und intaktes Darmmilieu sowie
ein ausgewogenes Säure-
Basen-Verhältnis, das unserem
Ekzemer aus gutem Grund zugute
kommt.
Weiterhin ist bekannt, dass ein
chronisch gestörtes Darmmilieu
(ausgelöst durch zu große Mengen
und/oder oft artfremdes Eiweiß)
– im Darm befinden sich
über 80 % der Immunzellen –
eine Verschlechterung der Anpassung
an äußere Reize und
mangelhafte Immunabwehr (keine
Eliminierung von Allergenen
mehr möglich) bewirkt. Somit ist
ein gestörtes Darmmilieu und
auch ein gestörtes, zum Teil hieraus
resultierendes, Säure-Basen-
Gleichgewicht kausal mitverantwortlich
für die Überreaktion
des Immunsystems (= Allergie).
Als Hauptverursacher eines gestörten
Säure-Basen-Gleichgewichts
bis hin zur Übersäuerung
ebenso wie eines chronisch gestörten
Darmmilieus wird eine
falsche Fütterung als sicher angesehen.
Weitere Prädispositionen
Ein weiterer begünstigender Faktor
ist Bewegungsmangel und
Übergewicht.
Bewegung fördert die Durchblutung
und den Stoffwechsel
und wirkt regulierend auf das
Allergiegeschehen. Des Weiteren
wird das Wohlbefinden
durch ausreichend Bewegung an
frischer Luft gestärkt.
Bedeutung der Umwelt
Umweltfaktoren sind bei der
ständig steigenden Anzahl von
allergischen Erkrankungen in
starkem Maße zu berücksichtigen.
Unsere Umwelt wird immer
aggressiver und Reaktionen hierauf
zeigt gerade das Pferd, welches
von unseren Haustieren
wohl die naturverbundenste und
somit auf die Umwelt am sensibelsten
reagierende Spezies ist.
Probleme zeigen sich in vielfältiger
und stetig zunehmender
Weise, nicht nur das Sommerekzem,
sondern Headshaking,
allergische Reaktionen der
Schleimhäute (Nasenausfluss,
Husten, stark tränende Augen,
Bindehautentzündung) und Nesselfieber
(Urticaria) und starke
Quaddelbildung als Reaktion auf
Insektenstiche und andere Allergene
nehmen als weitere allergische
Reaktionen zu.
Allergene können sich beispielsweise
auch im Heu befinden.
Immer häufiger treten Urticaria
& Co. auch in weidefreien
Zeiten auf, und wir beobachten
zunehmend, dass unverträgliche
bzw. Allergenpotenzial
bergende Pflanzen im Heu vorhanden
sind. Wird das Heu gewechselt,
klingen die Symptome
innerhalb weniger Tage ab. Erhöhte
Leberwerte, welche bei
Allergikern häufig anzutreffen
sind, beeinflussen den gesamten
Stoffwechsel und fördern die Allergiebereitschaft.
Auch scheinen
manche Pferde empfindlicher
zu reagieren, da bei gleicher
Fütterung und Haltung und
identischen Bedingungen bei einigen
Pferden erhöhte, bei anderen
Pferden im Normbereich
liegende Leberwerte anzutreffen
sind. Gerade das so sensible Naturtier
Pferd hat Probleme, mit
dem stetig steigenden Maß an
Toxinen, welche durch die synthetische
Fertigfütterung mit
ihren zahlreichen Zusatzstoffen
ebenso wie unseren leichtfertigen
Umgang mit Giftstoffen unterschiedlicher
Art (Dünger, Unkrautbekämpfung,
Umweltfaktoren,
Abgasen usw.) verursacht
wird, zu leben. Berichtet die Presse
in erster Linie über Umweltskandale
und wirklich lebensbedrohliche
Veränderungen der
Klimabedingungen, so zeigt uns
das Pferd wohl schon Jahrzehnte
früher dank seines Instinktes,
dass das Zurück zur Natur der
einzig gangbare Weg für eine lebenswerte
Zukunft ist!
Haltungsbedingte
Faktoren
In Küstenregionen kommt das
Sommerekzem nahezu nicht vor.
Weiden in Küstenregionen meiden
die Mücken vor allem wegen
des Windes. Auf Bergweiden
über 500 Metern trifft man
kaum Sommerekzemer mit ihren
typischen Symptomen an. Je windiger
das Umfeld, desto wohler
fühlt sich unser Sommerekzemer.
Die noch gängige Meinung, dass
Sommerekzemer am Meer bzw.
in Meeresnähe symptomfrei bleiben,
scheint jedoch zunehmend
ins Wanken zu geraten. Vermehrt
höre ich, dass auch bei Abgabe
der Tiere ans Meer Symptome
auftreten.
Einzige Ausnahme: Island, hier
gibt es das Sommerekzem nicht,
was sicher an den klimatischen
Bedingungen, der Vegetation
und den völlig anderen Gesamtbedingungen
liegt.
Fatal für den Sommerekzemer
ist ein stehendes Gewässer in der
Nähe: Hier mutiert das Sommerekzem
zur Qual, Pferde mit Sommerekzem
gehören nicht in die
Nähe eines Teichs, der Brutstätte
für die Mücken ist.
Die Haltung sollte in erster Linie
– dies gilt für den Ekzemer ebenso
wie für alle anderen Pferde,
denn in erster Linie ist auch der
Sommerekzemer Pferd – pferdegerecht,
gesund, natürlich und
mit möglichst viel Bewegung in
frischer Luft in einer freien und
möglichst windigen Gegend
stattfinden. Je windiger die Gegend,
desto positiver für unser
Ekzempferd. Wind ist in erster
Linie von der Lage des Wohnorts
abhängig, daher sollte diese
möglichst etwas erhöht und nicht
in unmittelbarer Nähe bebaut
sein. Es ist genau die Lage, die
bei Stürmen, die uns ja zukünftig
weiter und verstärkt bevorstehen
sollen, die nicht Attraktive
ist.
Durch eine artgerechte Haltung
werden Stoffwechsel, Durchblutung
(welche grundsätzlich
wichtig ist) und Psyche stark positiv
beeinflusst.
Die Möglichkeit zum Scheuern
sollte in Form von befestigten
ausrangierten Besen gegeben
werden, Verletzungsmöglichkeiten
müssen ausgeschaltet
werden. Zu beachten ist, dass der
starke Ekzemer durch exzessives
Scheuern starke Läsionen
und Verletzungen geradezu herausfordert.
Da ein nicht unerheblicher
Gewöhnungseffekt einsetzt
bei den betroffenen Pferden,
ist eine Weide ohne Baumbestand
anzuraten, da Bäume in
der Regel Verletzungsquellen
darstellen können und geradezu
zum Scheuern und Schubbern
einladen. Die Weideflächen sollten
extensiv bewirtschaftet werden,
was bedeutet, ausschließlich
natürlich gedüngt (eigener
abgelagerter, also kompostierter
Mist) und mit nur wenigen Pferden
beweidet.
Die Unkrautbekämpfung sollte
natürlich vonstatten gehen, was
heißt: kein Einsatz chemischer
Unkrautbekämpfungsmittel! Je
natürlicher und vielfältiger unsere
Pferdeweide ist, desto positiver
ist der Grasbestand zu bewerten.
Extensiv bewirtschaftete
Weideflächen sind verhältnismäßig
rohfaserreich, proteinund
energiearm, was nicht nur unserem Sommerekzemer zugute
kommt! Des Weiteren ist auf
Hygiene zu achten, was regelmäßiges
Koteinsammeln (sofern
es die Größe der Fläche erlaubt)
ebenso einschließt wie tägliches
Ausmisten des Stalles, Reinigung
der Tröge und Tränken, Entfernung
von Spinngeweben etc.; hier
sollte das Augenmerk auf eine
natürliche Bekämpfung der Insekten
gelegt werden.
Einfache
Hilfsmöglichkeiten
Hierzu gehört ganz sicher ein
Fliegenkopfschutz mit Klettverschluss
oder Gummiband. Klettverschluss
bzw. Gummiband
verhindert, dass die Pferde hängen
bleiben und ist für alle Pferde
unbedingt notwendig, für den
Sommerekzemer bestimmt lebensrettend,
da dieser geradezu
prädestiniert ist, sich bei Scheuerei
und Juckerei zu verheddern.
Ekzemerdecken sind eine hilfreiche
Erfindung, nicht alle Pferde
kommen jedoch damit zurecht.
Pferde, die sich sichtlich
unwohl fühlen mit Decke und
nur den Gedanken verfolgen, wie
sie die Decke am besten wieder
los werden, hierbei mit sämtlichen
Tricks vorgehen, sind keine
Kandidaten für eine Ekzemerdecke.
Die meisten Pferde sind
jedoch geradezu begeistert, wenn
sie durch eine Decke geschützt
werden, und in dem Fall sind Ekzemerdecken
eine wirkliche Hilfe
für die betroffenen Pferde. Allerdings
sollte die Decke nicht 24
Stunden im Einsatz sein, auch
Ekzemerhaut möchte einmal frei
atmen! Allerdings sollte zusätzlich
die Fütterung und Haltung
überdacht werden, und selbst mit
Ekzemerdecke lohnt sich eine
Therapie der überschießenden
Immunreaktion.
Denn: Ein Sommerekzem kann
nur der Anfang sein und weitere
allergische Reaktionen die Folge,
daher ist Therapie unbedingt
anzuraten und nicht das Verschleiern
der Symptomatik durch
den Einsatz von Ekzemerdecken.
Diese sollten als das verstanden
werden, was sie sind: eine positive
Unterstützung, eine echte
Hilfe und Verringerung der Qual
des Juckreizes, sie steigern die
Lebensqualität erheblich im besten
Falle, sind jedoch nicht das
Wunder- und Allheilmittel!
Therapiemöglichkeiten
Weder der alleinige Einsatz von
Kräutern und Ergänzungsfuttermitteln
noch die alleinige lokale
Behandlung der betroffenen
Hautbezirke und schon gar nicht
die in der Praxis immer noch viel
zu oft praktizierte und als erstes
Mittel der Wahl eingesetzte Kortikoidtherapie
(Unterdrückung
bzw. Verlagerung des Symptomenkomplexes,
teilweise verheerende
Nebenwirkungen wie
z. B. Hufrehe) können als wirksame
Therapie angesehen werden.
Bezüglich der Therapie mit
Kortison sollte diese immer dem
Notfall vorbehalten bleiben, denn
gerade Pferde, die an Sommerekzem erkrankt sind, dies gilt
übrigens auch für sämtliche anderen
allergischen Haut- und
Atemwegserkrankungen, scheinen
disponiert für Hufrehe zu
sein. Wir machen zunehmend
die Erfahrung, dass Hufrehe und
Sommerekzem bzw. Hufrehe
und Atemwegserkrankung innerhalb
weniger Monate bei einem
Pferd auftreten. Die Zusammenhänge
sind zwar noch
ungeklärt, doch die Erfahrung
sollte uns lehren, dass Zusammenhänge
zumindest bestehen
können.
Da Kortison als Hufreheauslöser
bekannt ist, sollte Wirkung
und mögliche Nebenwirkung
äußerst gut abgewägt werden,
denn: Eine Hufrehe ist lebensbedrohlich
und endet oft tödlich,
das Sommerekzem gehört nicht
zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen
und lässt sich durch
wenige Maßnahmen für das betroffene
Pferd im erträglichen
Rahmen halten. Man sollte es erst
gar nicht so weit kommen lassen,
dass über den Einsatz von
Kortison nachgedacht werden
muss, sondern bei den ersten
Symptomen (= Juckreiz) sofort
und umgehend handeln. So
kommt man erst gar nicht in die
verzwickte Situation, abwägen
zu müssen!
Weder in der Schulmedizin noch
in der alternativen Tierheilkunde
existiert eine nachweislich bei
allen erkrankten Pferden erfolgreiche
Behandlung durch ein einzusetzendes
Mittel, da diese eine
Standardmedikation nach Schema
F darstellen müsste, welche
es ganz bestimmt bei Sommerekzem
ebenso wenig gibt wie bei
anderen Erkrankungen!
Dieses eine Mittel als Mittel der
Wahl gibt es meiner Ansicht nach
nicht! Meiner Erfahrung nach
lässt sich das Sommerekzem nur
unter Einbeziehung der Ganzheitlichkeit
wirksam therapieren.
Nach ausführlicher Anamnese
sollte bei Bedarf einerseits
eine individuelle Therapie eingeleitet
werden, welche sämtliche
Prädispositionen berücksichtigt
und nicht auf Unterdrückung
der Symptome abzielt,
andererseits unter dem Aspekt
der Ganzheitlichkeit Haltung,
Fütterung, Bewegung, Sozialfaktoren
und Pflegemaßnahmen
überprüft und auf die Erkrankung
abgestimmt optimiert werden.
Wir arbeiten überregional
mit der Biofeld-Haaranalyse, im
erreichbaren Umkreis durch eine
ausführliche Untersuchung
und Anamnese.
In diesem Zusammenhang kann
der Einsatz von Kräutern und Ergänzungsfuttermitteln,
wenn
man diese einzusetzen versteht,
wertvolle Dienste leisten und erfolgreich
zur Therapie beitragen.
Jedoch ist es falsch, nach dem
Motto viel hilft viel vorzugehen
bzw. wahllos Kräuter, Ergänzungsfuttermittel
und Homöopathika,
womöglich in Verbindung
mit Kortison, einzusetzen,
da gravierende Fehler und Verschlechterungen
der Symptomatik
somit vorprogrammiert
sind.
Auch sollte man sich hüten, Mittel
zur Stimulation des Immunystems
(z. B. Echinacea) bei
Sommerekzem einzusetzen, da
eine Allergie immer eine Überreaktion
des Immunsystems ausdrückt,
im Umkehrschluss also
keine noch so geartete Stimulation
des Immunsystems stattfinden
darf, da hierdurch eine Verschlechterung
der Symptomatik
zwangsläufig eintreten muss.
Auch die allgemeine Erfahrung,
dass mit vom Fohlenalter an zunehmenden
Lebensjahren das
Sommerekzem jährlich stärker
in Erscheinung tritt, bevor im Alter
das Immunsystem durch allgemeine
Alterungsprozesse
schwächer wird und so auch der
Symptomkomplex des Sommerekzemers
schwächer wird, lässt
den Schluss zu, dass eine Stärkung
des Immunsystems kontraproduktiv
wirkt. Immer wieder
liest man zwar, dass eine positive
Wirkung auf das Immunsystem
von Echinacea nicht nachweisbar
sein soll; aus eigener Erfahrung
kann ich beisteuern, dass
sich anhand meiner ehemaligen
Therapieversuche an meiner Haflingerstute
Sina (1998, ich war
noch in der Ausbildung) das
Sommerekzem massiv verschlechterte
nach einigen Kügelchen
bzw. Globulis Echinacea.
Da ich nicht so sehr an Zufälle
glaube und die Verschlechterung
mit eigenen Augen in wenigen
Stunden extrem wahrnahm, denke
ich, dass zumindest bei Sina
eine immunstimulierende Reaktion
stattgefunden haben muss.
Es sei denn, es hat eine weitere
allergische Reaktion stattgefunden,
so könnte man natürlich
auch mutmaßen. Wie auch immer:
Von Echinacea würde ich
nach meinem persönlichen Erlebnis
strikt abraten!
Unserer Erfahrung nach verläuft
die erfolgreiche Therapie des
Sommerekzems so unterschiedlich,
wie das jeweilige Pferd individuell
ist. Bei manchen Pferden
setzen wir ausschließlich das
von mir entwickelte Ergänzungsfuttermittel
(Allergosan-
Kräutermischung) und ggf. zusätzlich
eine lokale Behandlung
mit Allergosan-Öl bzw. Allergosan-
Insekt-Öl oder Produkte
anderer Firmen ein, und die Pferde
sind symptomfrei bzw. fast
symptomfrei. Aber selbst hier
sind die Erfahrungen völlig unterschiedlich.
Wir empfehlen
grundsätzlich, die Allergosan-
Kräutermischung ganzjährig zu
füttern; viele Pferdehalter setzen
sie allerdings nur während der
Ekzemzeit ein und haben damit
sehr gute Erfolge. Andere Pferde
erzielen nur positiven Nutzen,
wenn die Allergosan-Kräutermischung
ganzjährig gefüttert
wird bzw. zumindest einige
Zeit vor der Ekzemsaison mit der
Fütterung begonnen wird. Bei
weiteren betroffenen Pferden
muss zusätzlich homöopathisch
therapiert werden, um ein zufriedenstellendes
Ergebnis zu erzielen.
Aber auch hier sind die
Erfahrungen so unterschiedlich,
dass man keine allgemein gültigen
Erkenntnisse daraus ziehen
kann: manche Pferde sind nach
Tagen bzw. Wochen symptomfrei,
andere benötigen Monate,
um annähernd symptomfrei zu
sein.
Allerdings lässt sich zusammenfassend
ganz klar sagen:
Helfen kann man jedem Sommerekzemer,
nur die Zeit und
die einzusetzenden Mittel sind
sehr verschieden. Jedoch war es
bisher grundsätzlich möglich,
unter Mitarbeit des Pferdehalters
ein sehr zufriedenstellendes
Ergebnis, meist sogar eine völlige
Symptomfreiheit zu erzielen!
Hierfür steht auch Sina, meine
Haflingerstute, auf der die Entwicklung
beruht: Sie zeigt klar
und deutlich, dass auch eine massive
Sommerekzemerin mit ein
wenig Geduld und Zeit symptomfrei
leben kann, und dies seit
vielen Jahren nur noch mit Hilfe
einer ganz einfach umzusetzenden
pferdegerechten Fütterung
und Haltung!
Weitere Erfahrungen unter
www.tierheilkundezentrum.de |
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