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Marbach 2007:Internationales Vielseitigkeitsturnier und nationales Fahrturnier
An den Tagen vom 11. Mai bis 13. Mai 2007 gab es in Marbach an der Lauter (Baden-Württemberg) eine gleich auf Anhieb äußerst gelungene Verknüpfung von Traditionellem und Neuem. Und zwar fand dort – im idyllisch gelegenen Haupt- und Landgestüt Marbach – zum Jubiläum der international besetzten Marbacher Vielseitigkeit erstmals auch ein nationales Fahrturnier der Klasse S für Zweispänner statt. Gelohnt hat sich dieses Experiment, so viel steht fest, denn bei teils sehr stürmischem Wetter erlebten Teilnehmer und begeisterte Zuschauer gleichermaßen eine sehr gelungene Premiere der anspruchsvollen kombinierten Fahrprüfung der Schweren Klasse sowie traditionell die spannenden Wettkämpfe bei den internationalen Vielseitigkeitsprüfungen der Reiter in den Kategorien CIC*** und CIC**. Die CIC-Prüfungen bestanden – ebenso wie die im Prinzip gleichartigen Teile der kombinierten Gespannprüfung – wie üblich aus den Teilen Dressur, Springen und Gelände. Sie waren in erheblichem Umfang international besetzt und erfreulich gut auch tatsächlich besucht von über 50 Reitern/Reiterinnen aus elf Nationen (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Tschechien). Weshalb allerdings – ebenso übrigens wie auch beim nächsten großen traditionellen Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen am zweiten Juni- Wochenende – keine Reiter aus dem eingeladenen Nachbarland Frankreich teilnehmen wollten, blieb als unbeantwortete Frage im Raume. Bei der Dressur als der ersten Teilprüfung wurden bereits am Freitag gute Leistungen gezeigt – trotz des sehr stürmischen Windes, der u. a. immer wieder Abgrenzungen umwarf – bei den (zeitgleich auf dem unterteilten Hauptplatz der Gestütsarena ausgetragenen) Wettbewerben CIC*** und CIC**, und die ersten "Pflöcke" wurden gesetzt für deren spätere Gesamtwertungen. Allerdings zeigte sich schon hier die dominierende Rolle der deutschen Eliteteilnehmer/-innen in bei den Wettbewerben; diese Rolle bestätigte sich im Übrigen dann auch beim Springen und letztendlich im Gelände und damit bei der Gesamtwertung. Bei der CIC***-Dressur lag am Ende Ingrid Klimke (Münster) als Mitglied der amtierenden Weltmeister- Mannschaft vorne, vor Andreas Dibowski, Michael Jung und Dirk Schrade. Bei der CIC**- Dressur lagen die Brüder Andreas und Frank Ostholt punktgleich auf Platz 1 vor Michael Jung. Am Freitagabend starteten die CIC***-Teilnehmer noch in der Springprüfung und bewältigten – teils erfolgreich, teils mit manchmal überraschenden Fehlern – im Springen den anspruchsvollen Parcour. So lief es zum Beispiel nicht ganz rund für Michael Jung und für Ingrid Klimkes zweites Pferd, wodurch die Chancen auf einen Doppelsieg ihrer Pferde in der Gesamtwertung weg waren. Siegerin war in dieser Teilwertung Ingrid Klimke vor Beeke Kaack (GER) und der Schwedin Sara Algotsson. Bei der CIC**-Springprüfung am Samstag hieß das Ergebnis dann: Anna Nilsson (Schweden) vor Michaela Messerschmidt und Dr. Matthias Baumann (beide Deutschland). Im anspruchsvollen, abwechslungsreichen letzten Prüfungsteil, der Geländeprüfung, ging es sodann am Samstag für die CIC*** und am Sonntag für die CIC** über eine Strecke, auf der nicht erhebliche Höhenunterschiede zu bewältigen waren, sondern vor allem auch 21 anspruchsvolle Geländehindernisse, die für dieses Jahr zum Teil völlig neu errichtet bzw. gestaltet worden waren. Diese letzte Teilwertung mit den Ergebnissen Frank Ostholt vor Harald Ambros (Österreich) mit seinen beiden Pferden auf Platz 2 und 3 führte – auf Grund der guten Resultate in dieser Prüfung auch bei Ingrid Klimke und Michael Jung (beide Platz 4) – dann zu folgendem Gesamtergebnis der CIC***-Wertung: Ingrid Klimke vor Dirk Schrade und Michael Jung; beste internationale Teilnehmerin war hier Madeleine Brugmann (Niederlande). So war zudem dann auch das Ergebnis im Deutschen Berufsreiterchampionat der Vielseitigkeitsreiter/- innen: Ingrid Klimke, Dirk Schrade und Michael Jung. Bei CIC** hieß die Reihenfolge bei der Geländeprüfung: Jürgen Allgöwer (GER) und der Däne Jonas Torup Hofer gemeinsam vor Michael Jung. In der Gesamtwertung hieß es hier sodann: Simone Deitermann (GER) auf Platz 1 und 3 vor Michael Jung (Platz 2). Und die Reihenfolge der – in Marbach im Rahmen der CIC**-Prüfung vergebenen – Baden-Württembergischen Meisterschaft lautete: Michael Jung (vor Klaus Limbacher und Andrea Proß). Übrigens: Die detaillierten Ergebnisse der einzelnen Prüfungen in Vielseitigkeit und im Gespannfahren sind – ebenso wie zahlreiche Fotos und weitere interessante Dinge – im Internet auf der Homepage des Veranstalters unter www.marbachervielseitigkeit.de oder www.eventing-marbach.de anzusehen. Aber nicht nur bei dem CIC-Reitern ging es spannend und atemberaubend zu, sondern auch bei den Gespannfahrern und der einzigen weiblichen Teilnehmerin, Claudia Plötz. Von den 14 angetretenen Gespannen schied – nach den auch hier sportlichen, fairen, aber auch anspruchsvollen und abwechslungsreichen Teilprüfungen – am Ende lediglich ein einziges Gespann aus, sodass unter den verbliebenen 13 Beteiligten in der Kombinierten Gesamtwertung die Rangfolge lautete: Reinhold Aggeler vor Michael Brauchle und vor Sebastian Heß. Auch hier ging alles gut und ohne Unfälle über die Runden, speziell auch die Geländeprüfung trotz ihrer schwierigen, spektakulären Hindernisse. Besonders rasant verlief am Sonntag das Hindernisfahren mit Siegerrunde als letzte Teilprüfung, wo es bei Fehlern und Zeit um die Entscheidung der Kombinierten Prüfung Klasse S ging. Das hochkarätige reiterliche und fahrerische Programm wurde ergänzt und abgerundet durch etliche Highlights, wie zum Beispiel am Freitagabend dem Vortrag (mit Diskussion) von Ingrid Klimke über "Die klassische Ausbildung des Vielseitigkeitspferdes", am Sonntagnachmittag mit der Vorstellung von drei Gestüts- Warmbluthengsten unter dem Sattel und einem Schwarzwälder Hengst am langen Zügel an der Hand. Am Ende der diesjährigen Marbach- Tage gab es Lob aus vielen Richtungen und an alle Seiten – speziell auch an das gastgebende Gestüt mit dem noch amtierenden Gestütsleiter Dr. Helmut Gebhardt sowie der designierten Nachfolgerin Frau Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, an die Turnierleitung unter Ulrich Kretschmer- Keller sowie an das Turnier- und Helferteam. Und man war sich sicher: Marbach 2008 kommt und ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Bericht und alle Fotos: © Thilo Haake, Vechta  
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