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Textversion:
Der Traum vom eigenen Pferd Es ist der Traum von vielen, ein
eigenes Pferd zu besitzen. Davon
zu träumen, ist die eine
Seite, ein Pferd zu kaufen und
zu halten, eine andere. Nicht
alle haben die entsprechende
Erfahrung, um ausloten zu können,
ob Zeit und Geld, ob Erfahrung
und Nerven ausreichen,
sich diesen Wunsch erfüllen zu
können.
Die Skala ist in diesem Bereich
besonders umfangreich: Am Anfang
sollte immer die Überlegung
stehen, zu welchem Zweck das
Pferd angeschafft werden soll.
Der eine möchte Leistungssport
treiben, ein anderer einen gemütlichen
Ritt durch Wald und Wiesen
unternehmen.
Ein Buch mit sieben Siegeln?
Demzufolge sind auch die Ansätze
gänzlich verschieden geartet.
Ob der Pferdekauf ein Buch
mit sieben Siegeln ist, sei dahingestellt.
Aber etwas Sachkenntnis
ist schon vonnöten, will man
nicht eine Bauchlandung machen
oder gar einem routinierten Pferdeverkäufer
in die Finger fallen.
Zur Ehrenrettung von Pferdeverkäufern
sei gesagt, dass die
Mehrzahl eine seriöse und anständige
Grundeinstellung hat.
Aber das Wissen um diese Dinge
ist nicht immer umfassend.
Darum wollen wir in einer mehrteiligen
Serie die Vor- und Nachteile
des Pferdekaufs von allen
Seiten aus beleuchten. Nicht jedem
Käufer widerfährt alles das,
was wir auflisten oder anmerken.
Aber jeder kann sich aus seiner
Perspektive heraus das für
ihn Zutreffende aussuchen oder
zu Herzen nehmen.
Erfahrungen eines
Pferdekäufers:
"Ich bin mir sicher,
dass mit dem neuen
Pferd eine wunderbare
Zeit anbricht ..."
Sie haben sich wirklich dafür
entschieden, ein Pferd zu kaufen?
Toll! Ich bin mir sicher,
dass eine wunderbare Zeit auf
Sie zukommt, vielleicht wird es
sogar der erfüllteste Abschnitt
in Ihrem Leben. Damit Sie auch
sicher zu Ihrem Glück kommen,
sollten wir uns aber zunächst
über die Eigenarten, die beim
Pferdekauf gelten, informieren.
Auch in unserer modernen Zeit,
in der fast jeder Kauf schriftlich
oder sogar notariell bestätigt
wird, gilt beim Kauf eines Pferdes
immer nochder Handschlag.
Mit ihm ist der Handel besiegelt.
Besonders dann, wenn er unter
Zeugen gegeben wurde, wird
diese Geste auch von den Gerichten
anerkannt.
Handeln gehört zum Pferdekauf
Wenn Sie ein Pferd zum jeweils
erst genannten Preis kaufen, haben
Sie ganz sicher schon etwas
falsch gemacht. Handeln gehört
einfach zum Pferdekauf. Können
Sie selber nicht handeln, nehmen
Sie jemanden mit, der diese Aufgabe
für Sie übernimmt. Das Feilschen
für die eigenen Interessen
fällt vielen schwer.
Ein Tipp: Besuchen Sie doch einmal
eine Pferdebörse. Die Termine
finden Sie in den Fachzeitschriften.
Dort haben Sie die Möglichkeit, den Profis direkt bei
der Arbeit zuzusehen. Bei kaum
einer anderen Gelegenheit können
sie mehr über den Pferdehandel
lernen.
Tricks
Mit etwas Glück und Beobachtungsgabe
durchschauen Sie sogar
den einen oder anderen Trick.
Etwas anderes ist es, wenn die
Medizin mit im Spiel ist. Schnell
ist ein Pferd gesund gespritzt
oder durch einen fast unsichtbaren
Nervenschnitt der
Schmerz einer Hufrollenentzündung
genommen.
Wohlgemerkt: Nur der Schmerz,
nicht die Krankheit. Davor kann
auch der eigene Tierarzt bei der
Ankaufsuntersuchung nicht bewahren.
Zum Pferdekauf gehört eben
auch eine gute Portion Glück.
Wenn eine Entscheidung
ansteht:
Die Familie sollte
mitreden
Dass Stall nicht gleich Stall ist,
und auch welche Kosten auf Sie
zukommen können, darüber haben
Sie sich bestimmt schon informiert.
Eine der wichtigsten
Fragen ist aber: Was sagen Familie
oder Angehörige zu Ihrem
Vorhaben?
Deren Wort sollte Ihnen sehr viel
bedeuten. Die Entscheidung, sich
ein Pferd zu kaufen, trifft man
nie für sich allein. In der Zukunft
werden Sie nämlich nicht nur
Zeit, sondern auch viel Geld in
das neue Familienmitglied investieren.
Ansprüche und Rechte
Ihr neuer Kamerad muss also von
allen angenommen werden. Vergessen
Sie bitte nie: Sie schaffen
sich ein Lebewesen an. Das darf
man nicht heute kaufen und morgen
wieder vergessen.
Auch Pferde haben Wünsche,
Ansprüche und Rechte. Und sie
haben keine andere Wahl, sie
müssen ihr Wohlergehen in Ihre
Hände legen. Sehr viel, dem der
zukünftige Pferdebesitzer gerecht
werden muss.
Das neue Pferd:
Zumeist von privat oder
von den professionellen
Anbietern
Wie kommt man in der heutigen
Zeit an ein Pferd? Schön
wäre es natürlich, wenn Sie das
Pferd Ihrer Wahl bereits kennen.
Vielleicht hatten Sie als
Reitbeteiligung schon regelmäßig
Umgang mit ihm. Sie
kennen seine Eigenarten und
sind über den Gesundheitszustand
informiert?
Ihnen kann man nur noch raten:
Wenn Sie mit dem Wesen zurechtkommen
und der Preis auch
Ihren Vorstellungen und Möglichkeiten
entspricht, dann kaufen
Sie es.
Warum?
Eingeschränkt gilt das auch für
Pferde, die aus Ihrem Bekanntenkreis
empfohlen werden. Hier
sollten Sie aber wissen, warum
das Tier verkauft werden soll.
Ohne einen triftigen Grund wird
kein gutes Pferd abgegeben.
Sind berufliche oder finanzielle
Situationen der Auslöser, könnten
Sie bereits den ersten Kandidaten
auf Ihrer Liste haben.
Auch die Adresse eines bekannterweise
korrekten Händlers sollten
Sie ganz nach oben setzen.
Angebote
Im Fachblatt, in der Tagespresse
und auch in Anzeigenblättern
findet man üblicherweise ausreichend
Angebote. Sie stammen
zumeist von privaten Anbietern
oder von Pferdehändlern. Anzeigen
letzterer sind meistens
durch einen Rahmen oder Fettdruck
besonders hervorgehoben.
Den privaten Inseraten kann man
oft schon die ersten Informationen
über Rasse und Geschlecht,
Alter und Preis entnehmen. Aus
den gewerblichen Anzeigen
erkennt man meist nur, dass ein
oder mehrere Pferde besonders
günstig abzugeben sind.
Das Drumherum:
"Dann endlich geht es mit
dem Telefonieren richtig
los!"
Wie sollte ein Pferdekauf vom
ersten Telefonat bis zum Besitzerwechsel
ablaufen? Vor dem
ersten Anruf stellen Sie sich unbedingt
eine Liste von Fragen
schriftlich zusammen. Während
der Gespräche kann man sonst
schnell die eine oder andere
wichtige Information vergessen.
Annoncen
Später nehmen Sie diese Liste
dann auch zu den Besichtigungen
mit. Jetzt suchen Sie sich die
Anzeigen heraus, die Ihnen am
meisten zusagen.
Lassen Sie sich eine Wegbeschreibung
geben. Oft liegen die
Ställe außerhalb der regulären
Wege und sind besonders auf
älteren Straßenkarten nicht eingetragen.
Wenn Sie jetzt ausreichend Telefonnummern gesammelt
haben, geht es mit dem
Telefonieren los.
Lockangebot
Sie werden sicher schnell die Erfahrung
machen, dass nicht hinter
jedem Angebot das steht, was
in der Anzeige versprochen
wurde. Wenn man sagt: "Der
Schimmel für 5.000 Euro ist leider
schon verkauft, ich hätte aber
noch einen Fuchs für 7.500 Euro
und einen Dreijährigen, und über
die Preise kann man sich unterhalten",
sollte das Gespräch
schnell beendet werden. Es besteht
der dringende Verdacht,
dass der Schimmel nur ein Lockangebot
war.
Das Vorstellungsgespräch:
Ein kritischer und
erfahrener Begleiter
kann nicht schaden.
Wenn sich alles recht ordentlich
anhört, dann machen Sie
einen Termin zur Besichtigung
ab. Wann immer es sich einrichten
lässt, dann sollten Sie
einen Zeitpunkt wählen, der
außerhalb der üblichen Fütterungszeiten
liegt. Hungrige
Pferde zeigen sich, wenn der Besitzer
kommt, oft von ihrer besten
Seite.
Kleine Wehwehchen sind schnell
vergessen, und auch das phlegmatische
Tier wird munter, wenn
es ums Futter geht. Später fallen
sie dann wieder in ihr eigentliches
Verhalten zurück.
Nie allein
Besteht für Sie die Möglichkeit,
dann sollten Sie bereits bei der
ersten Besichtigung nicht allein
unterwegs sein. Ein kritischer
und im Pferdekauf erfahrener
Begleiter kann sehr nützlich sein.
Diesmal brauchen Sie noch keine
Reitkleidung zu tragen. Auch
wenn Ihr Herz sofort Ja sagt:
Heute wird nicht gekauft!
Nie spontan
Trotzdem sollte Ihre Kleidung
den Besuchen von Ställen angepasst
sein. Wenn Sie Gummistiefel
im Auto haben, werden
Sie es nicht bereuen.
Dafür kann der feine Zwirn zu
Hause bleiben. Das gilt auch für
Geldbeträge, die zum Erwerb
eines Pferdes geeignet sind. Die
Gefahr, dass man sonst einem
spontanen Entschluss erliegt, ist
einfach zu groß.
Der Pferdekauf ist keine Angelegenheit,
die aus der Situation
heraus entschieden werden darf.
Sie sollten sich noch während des
Besuches erste Notizen machen,
spätestens aber, wenn Sie wieder
im Auto sitzen. Niemand
kann sich alles merken. Nach
dem dritten Stall wissen Sie nicht
mehr, welche Informationen zu
welchem Pferd gehören.
Ein Verkäufer, der Ihnen ein korrektes
Angebot macht, wird Ihnen
bei den Notizen sogar behilflich
sein. Sie sollten aber nicht nur auf
das Pferd achten, das Ihnen zum
Verkauf angeboten wurde.
Nie eilig
Nehmen Sie sich Zeit: Wie sehen
die anderen Tiere in diesem Stall
aus? Wie verhalten Sie sich?
Auch am Tonfall des Stallpersonals
kann man schon viel über
den allgemeinen Umgang erkennen.
Kann der Besitzer jedes
seiner Pferde mit Namen ansprechen
und Ihnen zu dem einen
oder anderen noch eine kleine
Geschichte erzählen, ist das
sicher ein Punkt, der für ihn
spricht.
Nie blauäugig
Besonders dann, wenn die Tiere
einen vertrauensvollen Eindruck
machen und Interesse am Kontakt
zum Menschen zeigen. In einem
reinen Verkaufsstall darf
man eine so enge persönliche Beziehung
zu den einzelnen Pferden
allerdings nicht erwarten.
Dafür wechselt der Pferdebestand
einfach zu oft.
Trotzdem sollte auch in ihnen
der korrekte Umgang erkennbar
sein. Schauen Sie sich auch ruhig
einmal die Anlage genau an.
Herrscht das totale Chaos oder
ist es eher ein gepflegter Hof?
Auch die Art, wie die Menschen,
die sich auf dem Hof befinden,
miteinander umgehen, kann viel
verraten.
Es ist stets der gesamte Eindruck,
der zählt.
Mediendienst Wienkamp |
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